Neues Geschirr

Nach meiner Reklamation hatten die Hersteller sofort reagiert, sich vielmals entschuldigt und es zur „Chefsache“ gemacht. Die Geschäftsführerin wollte das Geschirr höchstpersönlich neu anfertigen, war allerdings der Meinung, dass der Rückensteg – wie von mir bestellt – zu lang sei. Laut ihrer Formel müsste der nämlich gut 4 cm kürzer sein…. doch damit hätte er dieselbe Länge wie Matildas altes und viel zu kurzes Geschirr gehabt.

Das Problem mit den Formeln ist ja, dass die meist nur bei typischen Vertretern ihrer Rasse funktionieren bzw. nur bei vernünftig proportionierten Hunden. Matilda hat aber ein zartes Köpfchen sowie einen schmalen Hals, dazu einen vergleichsweise mächtigen Brustkorb und einen ellenlangen Rücken. Ich hatte also auf den von mir vorgegebenen Maßen bestanden. 

Bei meiner Rückkehr aus Wissen war das neue Geschirr auch schon da: Ich habe es gleich in Augenschein genommen und sofort festgestellt, dass es im Ganzen sehr sauber verarbeitet ist und einen guten Eindruck macht. Auch den „Häng-Test“ hat es bestanden…. es dreht sich zwar ein kleines bisschen, doch liegt das an der flexiblen Triangel-Verbindung.

Am Hund sitzt es auch gut: der Rückensteg (der auch nach Görks Meinung für Matilda genau die richtige Länge hat) wölbt sich nicht mehr so massiv, sondern liegt schön an, solange die Kleine nicht rumkaspert oder den Kopf zu hoch trägt.

Den Praxistest hat das Geschirr ebenfalls bestanden. Kein Verrutschen, kein Verheddern.

Kurz und gut: SO hatte ich mir das vorgestellt! 

Von daher an großes Lob an Blaire, die sich so schnell und unbürokratisch um die Reklamation gekümmert, sofort ein neues Geschirr angefertigt und gleich einen Retourenschein für das kostenfreie Zurücksenden beigelegt haben.

Wolfswinkeler Hundetage 2017

In diesem Jahr haben die Wolfswinkeler Hundetage ihr 25. Jubiläum gefeiert!

Da diese Veranstaltung mittlerweile mit zig Seminaren und Kursen konkurrieren muss, ist es wieder bei dem kleineren Schützenhaus geblieben, doch war der Raum mit über 80 Teilnehmern proppenvoll.

Diesjähriges Thema war „Die Motivation beim Hund“ und wir haben in vielen spannenden Fachbeiträgen thematisch geballte Informationen zum Hund, aber auch zu Wildcaniden wie Füchsen und Wölfen bekommen. Zitat von der GfH-Website:

„Die Motivation beim Hund ist ein breiteres Thema auch unter Ausbildern und Trainern. Beispielsweise wird die Rolle der Futterbelohnung leidenschaftlich diskutiert, oder das sogenannte „Will to Please“. Bei dem Seminar ging es um Grundlagen, wie den neuronalen Prozessen, die bei der Motivation eine Rolle spielen, um praktische Fragen der Ausbildung und Erziehung, um den Aspekt, wie die wilden verwandten des Hundes wie Wolf und Fuchs leben, oder wie Straßenhunde ihren Tag strukturieren und gestalten. Auch Aspekte wie Wohlbefinden, Stress und Aggression wurden beleuchtet und die Wechselwirkung von Halter und Hund aufgegriffen.“

Referenten waren in diesem Jahr: Frank Rosenbaum, Micha Dudek, Iris Schöberl, Robert Mehl, Dag Frommhold, Jan Nijboer, Detlef Busse und Stefan Kirchhoff.

Matilda hätte sich als Referentin aber auch gut gemacht, oder? 

Hätte sie was zu sagen gehabt, wäre sie vielleicht auch nicht ganz so grummelig gewesen: die kleine Maus hat in den drei Tagen mehr geknurrt als in ihren ganzen drei Lebensjahren davor!

Da auch während der Vorträge immer viel los ist und sie auf eine Leinwand projizierte Videos von Wölfen oder von spielen Hunden leise grummelnd kommentieren musste, kam sie nicht wirklich zur Ruhe. Und ein vor und hinter ihr rumhampelndes Kind findet sie irgendwann auch nicht mehr witzig, vor allem wenn es dauernd mit den Fingern schnipst, mit der Zunge schnalzt, mit den Füßen vor und zurück schwingt, auf dem Boden rumrobbt oder vor der Leinwand rumtanzt… und schließlich einen Poncho anzieht, den es rumschwenkt, während es vornübergebeugt auf den Hund zuläuft. *grmpf*

Um die Wahrheit zu sagen, war auch ICH mehr als genervt, weil ich mich gerne auf den Vortrag seines Vaters konzentriert hätte, der bewunderswert ruhig geblieben ist und seinen Sprössling komplett ignoriert hat, selbst wenn der seine Nase an seinen Arm drückte. Trotzdem hätte mich zumindest ein mahnendes Wort der Mutter gefreut…. das leider erst kam, als das Kind sich den Laserpointer geschnappt hat.

Nun gut, hier noch fix die Referenten und ihre Beiträge!

Frank Rosenbaum -> „Motivation – Segen und Fluch zugleich“

Diensthundeführer bei der Polizei in NRW, dessen derzeitiger Diensthund eine triale Ausbildung als Schutzhund, Rauschgiftspürhund und Personenspürhund hat; Ausbilder und Prüfer im Polizeidiensthundewesen sowie Betreiber einer eigenen Hundeschule; Dozent und Mitglied der Prüfungskommission am Deutschen Institut für Tierpsychologie & Tiernaturheilkunde (DIFT) und amtlich anerkannter Sachverständiger für Sachkundenachweise sowie für Leinen- und Maulkorbbefreiung.

Micha Dudek -> „Die unstillbare Neugier der Wildcaniden“

Tierökologe, freiberuflicher Buchautor, Fotograf, Gutachter, Referent, Umweltpädagoge und Exkursionsleiter von Hamburg bis Yellowstone. Als Ökologe und Säugetierspezialist konzentriert er sich primär auf Wölfen, Kojoten und ihre Verwandtschaft, arbeitet aktuell an einem Tierökologischen Fachgutachten in Hamburg mit besonderem Schwerpunkt auf bewertungsrelevante Säugetierarten wie Fischotter und Fledermäuse.

Iris Schöberl -> „Der Spiegel am anderen Ende der Leine – wie wir über unsere Stimmung Hunde (de)motivieren können“

Verhaltensbiologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung, Uni Wien; ihr Hauptaugenmerk bezieht sich auf Stressmanagement und Mensch-Hund-Beziehung; selbstständige Hundeverhaltensberaterin mit den Schwerpunkten Bindungs- und Beziehungsaufbau, Stressmanagement, Angst und Aggression; Mitbegründerin und Präsidentin der Vereinigung Österreichischer HundeverhaltensTrainerInnen und Prüfungskommissionsmitglied für den tierschutzqualifizierten Hundetrainer in Österreich; darüberhinaus ist Familienberaterin und systemischer Coach, weil der Hundehalter eine wesentliche Rolle in der Arbeit mit Mensch-Hund-Teams spielt.

Robert Mehl -> „Die Rolle der Motivation in der Lernpsychologie aus neurobiologischer Sicht“

Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.); Dozent und Leiter bei ‚dogument‘ sowie Dozent bei ‚D.O.G. People‘ (Ausbildungszentren für Hundetrainer); freiberuflicher Referent, Coach und Berater; Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln; mit seiner Zusatzausbildung als ‚Systemischer Berater und Familientherapeut‘ und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ arbeitete er als Psychologe und Therapeut mit seiner zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendstrafanstalt mit jungen Straftätern.

Dag Frommhold -> „Füchse – soziale Überlebenskünstler“

Informatiker; engagiert sich aber seit Jahren im Tierschutz insbesondere für Füchse; Autor von jagdkritischen Büchern; arbeitet als Ansprechpartner für die Themenbereiche Füchse, andere Beutegreifer, Pelztiere und Jagd mit verschiedenen Tier- und Naturschutzorganisationen zusammen.

Detlef Busse -> „Das 90 Sekunden Spiel“

ehemaliger Tierpfleger und Cheftiertrainer im Zoo Hannover; Experte und Sachkundeprüfer für Terraristik und Aquaristik; gibt Seminare für Tierparks; Verhaltensberater und Trainer; eigene Schule für Hundehalter.

Jan Nijboer -> „Motivation oder Motivieren“

Dozent, Hundeerziehungsberater und Buchautor; bildete in den Niederlanden Servicehunde und Trainer aus; Begründer des Natural Dogmanship; Gründungsmitglied des Europäischen Verbands der HundeErziehungsBeraterInnen e. V.

Stefan Kirchhoff -> „Was motiviert Straßenhunde, sich dem Menschen anzuschließen?“

Buchautor; stellvertretender Projektleiter beim Tuscany Dog Projekt: eigene Hundeschule; ehemaliger Leiter eines Tierheims , Ausbilder für das TH und Mitglied im Prüfungsausschuss der Tierpfleger.

Im Wald verlaufen

Da unsere für die Wolfswinkeler Hundetage im März (!) gemietete Ferienwohnung knappe 10 Tage vor Seminarbeginn wegen Doppelbuchung nicht bezogen werden konnte, sind wir in einer angeblich vergleichbaren Alternativwohnung in Schönestein-Biesenstück untergebracht worden…. nur so viel sei gesagt: die Behauptung des Vermieters war eine schamlose Lüge.

Zumindest für die Hunde ist die Gegend nicht schlecht, zumindest sobald man die Landstraße sicher überquert hat und  Pferdekoppeln vorbei den Berg hochläuft, bis man am Wald landet.

Vor Beginn des Seminars wollten wir mit Felix (rumänisches Schiefgesichtchen) und Matilda natürlich schön und lange spazierengehen. Das hat auch gut geklappt.  Na ja… wenn man ein 2-stündiges Herumirren im Wald ohne die geringste Ahnung, wo man sich befindet, mit einem Spaziergang gleichsetzt. 

Glücklicherweise sind wir irgendwann wieder über Wanderpfadmarkierungen gestolpert und ihnen zufälligerweise in die richtige Richtung gefolgt! Die Erleichterung war groß, als wir tatsächlich an unserem Startpunkt gelandet sind….

Auslöser gefunden?

Seit dem Wochenende hat Matilda wieder einen Allergieschub: vor allem Brust, Rippenbögen, die Rückseiten der Vorderläufe und alle Pfoten waren plötzlich knallerot, juckten aber erstaunlicherweise nicht allzu heftig. Die Rötung ist zwar größtenteils verschwunden, hält sich aber hartnäckig auf der Brust, so dass ich ihr kein Geschirr anziehen mag.

Görk und ich haben seit gestern hin und her überlegt, was der Auslöser sein könnte…. doch wir waren weder in einer völlig anderen Ecke spazieren, noch haben wir das Futter, die Leckerchen noch das Waschmittel gewechselt! Mir kam es aber irgendwie seltsam vor, dass der Schub zeitgleich mit dem  Urlaub meines Göttergatten begonnen hat. Sprich: seit er uns natürlich auf den großen Runden begleitet. Also… was ist anders?

Als wir dann heute morgen an einem Maisfeld vorbeigekommen sind, Görk wie selbstverständlich einen Maiskolben pflückte und ihn gerade für die Hunde zerteilen wollte, schauten wir uns plötzlich an: „Der Mais!“

Yep… das wird es wohl gewesen sein…. meinte zumindest auch unsere Tierärztin, bei der ich wegen der „Rest-Rötung“ heute eh noch vorbeigefahren bin. Wir haben jetzt erst mal ein Cortison-Spray (Cortavance) bekommen, das wir nur seeeeehr restriktiv benutzen sollen. An drei Tagen je ein Sprühstoß mitten auf die Brust, das sollte für das kleine Tierchen (das mittlerweile ganze 12,4 kg wiegt) reichen.

Umdenken

Sonst habe ich die junge Frau mit den Rehpinschern nur alle Jubeljahre mal aus der Ferne gesehen… wie der Zufall es aber so will, laufen wir uns neuerdings öfter über den Weg.

Als sie heute wieder auftauchte und sich unsere Wege kreuzen MUSSTEN, warn wir natürlich gespannt, was dieses Mal passieren würde. Und … oh Wunder…. bevor ich was sagen konnte, rief sie ihre Hunde zurück, leinte sie an (Flexis, aber immerhin) und ging zügig weiter. Wir hatten uns derweil am Wegesrand hingestellt und alle Hunde neben uns absitzen lassen, nur Matilda saß schräg vor mir und hatte ihr den Rücken zugewandt. Frau und Hunde gingen wortlos und gesittet an uns vorbei.

So viel gutes Benehmen muss gewürdigt werden, also rief ich ihr freundlich nach: „Vielen Dank für’s Anleinen!“
Woraufhin sie sich halb rumdrehte und mit einem zuckersüßen Lächeln „Gern geschehen!“ trällerte.

Na, also. Geht doch! 

Ärger über Führgeschirre

Seit 2004 tragen unsere Wauzis Camiro-Führgeschirre, die wir alle maßanfertigen lassen. Bislang waren wir – trotz steter Preiserhöhungen – immer sehr zufrieden, auch wenn das schwarze Gurtband der letzten Geschirre deutlich schneller ausgeblichen ist, als wir das (ohne das Geschirr großartig gewaschen zu haben) von früher kannten.

Da Matildas Geschirre angefertigt wurden, als sie noch eine Junghündin war und man die Seitengurte lang genug gelassen hatte, um sie weiter zu stellen…. der Rückensteg aber nicht vorausschauend etwas länger gewählt wurde, sitzen beide Geschirre (insbesondere das Alltagsgeschirr) zu dicht hinter den Achseln und „schneiden“ quasi ein.

Es muss also ein neues Geschirr her, das weit genug eingestellt werden kann, um ihm Winter einen Mantel drunter zu ziehen!

Leider musste ich allerdings bei einem Blick auf die Camiro-Seite feststellen, dass man mittlerweile bei einem Preisniveau angekommen ist, das meiner Meinung nach schlicht und ergreifend unverschämt ist und vollkommen überteuert ist!

Das Basisgeschirr kostet bereits 43,65 € …. Maßanfertigungen sind natürlich teurer. Und sobald ich irgendwelche Extras (wie aufgestickte Namenszüge und reflektierende Hundetatzen) haben möchte, sind wir bei 58,26 €. Dazu noch die Versandkosten, so dass wir summa summarum bei 63, 76 € sind.

Wohlgemerkt: Das ist ein ein Geschirr für einen KLEINEN Hund.

Ich hatte erst im Februar ein Geschirr für die deutlich größere Sofia anfertigen lassen, das insgesamt 60,24 € gekostet hat. Mir passte das damals schon nicht, doch da ich einen Geschenkgutschein von Camiro hatte, habe ich es zähneknirschend bestellt.

Nun aber zu sehen, dass innerhalb eines halben Jahres erneut eine Preiserhöhung (um knapp 3 €) stattgefunden hat, ärgert mich maßlos. DIESE Preispolitik mache ich nicht mehr mit!

Ich bin wirklich nicht knauserig, wenn es um meine Hunde geht, und ihnen darf es an nichts fehlen. Aber irgendwann ist auch bei mir ein Punkt erreicht, wo ich sage, das eine ganz normale Basisausstattung zu einem puren Luxusartikel geworden ist. Und da hört es dann für mich auf.

Ein anderes Geschirr muss also her!

Nachdem ich mich durch zig Herstellerseiten gewurschtelt hatte, bin ich bei einem sehr bekannten Shop gelandet, der ganz ähnliche Geschirre anfertigt. Meine Fragen wurden vorab sehr zügig per mail beantwortet und so bestellte ich das Geschirr für insgesamt 44,50 €. Das ist zwar auch noch teuer, aber noch in einem vertretbaren Rahmen…zumal es sich ja um eine Maßanfertigung handelt, die nachher perfekt sitzt.

Oder sitzen SOLLTE….

Obwohl „aufgrund der aktuellen Auftragslage“ die Lieferzeit ca. 2-3 Wochen betragen sollte, ist das Geschirr bereits nach einer knappen Woche hier…. und man hat bei der Anfertigung ganz offensichtlich geschludert. Das Geschirr verdreht sich total und verrutscht auch am Hund sofort. Bei genauerer Betrachtung sind mir dann zig Punkte aufgefallen, die falsch oder unsauber vernäht worden sind. SO geht das natürlich nicht! 

Eine Reklamation mit einer ausführlichen fotografischen Dokumentation alle beanstandeten Mängel ist heute raus gegangen. Nun bin ich gespannt, wie der Hersteller reagiert und ob man mir eine Beseitigung der Mängel anbietet.

Kehrtwende

Heute ist uns die junge Dame mit den beiden Rehpinschern wieder begegnet. Dabei ist uns aufgefallen, dass sie gar keine Leinen für ihre Hunde dabei hat! Auch nicht schlecht….

Da die Hunde dieses Mal noch weit genug weg waren, ich sofort ein „Hunde zurückrufen!“ (keine Bitte mehr) ertönen ließ und das Mädel uns offenbar erkannte, fiel ihr Rückruf dieses Mal energischer aus und zog. Dabei hatte sich Görk schon zügig mit Mortisha in Bewegung gesetzt, durchaus bereit die kleine Oma als Maßreglerin einzusetzen.

Die junge Frau hat aber prompt eine Kehrtwende gemacht und ist in den nächsten Seitenweg geflüchtet. Ich glaub, die lässt es lieber nicht mehr darauf ankommen, uns zu begegnen. 

Aufprallschutz

Nachdem Mortisha heute nacht aus dem Bett gefallen ist und wir uns natürlich ganz fürchterlich erschrocken haben, habe ich morgens die Gartenstuhlauflagen (brauchen wir bei DIESEM Sommer eh nicht mehr) zweckentfremdet und sie zwischen Bett und Wand gequetscht.

Sollte die kleine Oma also erneut aus dem Bett plumpsen, kann sie sich nicht weh tun! 

Jetzt reicht’s!

Folgende Situation:

Morgens um ca. 8:30 Uhr in Troisdorf-Bergheim kurz hinter dem Parkplatz in der Bergstraße. Da der Wanderweg in die Siegauen an dieser Stelle schlecht einsehbar ist, leine ich (bis auf Matilda, die eh an mir klebt) meine Hunde an, um zu verhindern, dass sie unverhofft in fremde Hunde, Spaziergänger, Jogger oder Radfahrer reinlaufen.

Plötzlich bog eine junge Frau von einem Feldweg zu unserer Linken auf „unseren“ Weg ab und steuerte auf uns zu, vorneweg Rehpinscher. Als er zielstrebig auf uns zusteuerte, bat ich darum, den Hund zurückzurufen. Die Frau kam meiner Bitte nach, der Kleine drehte ab, überlegte es sich aber anders und rannte dann doch auf uns zu.

Da ich keine Lust hatte, drei Hunde zu sortieren, leinte ich meinen großen „Tut-Nix“ ab, in der Hoffnung, dass der Kleine sich dann auf sie konzentrieren, mit ihr spielen und uns nicht belästigen würde. Die Rechnung schien aufzugehen, doch dann tauchte ein zweiter Rehpinscher auf und wollte ebenfalls „Hallo“ sagen…

Nun sollte ich vielleicht anmerken, dass meine Hunde (bis auf den „Tut-Nix“) das nicht unbedingt schätzen. Wir haben da nämlich:

* 12-jährige Oma mit kaputtem Knie und schweren Arthrosen, die nach erfolgreich operierter Querschnittslähmung eh nicht sonderlich sicher auf ihren Beinen steht und nur ausgewählte Kontakte zulässt
* 10-jähriger herzkranker Senior und Epileptiker mit Sehbeeinträchtigung, der seine Mädchen beschützen würde und es eh nicht schätzt, wenn seine Individualdistanz von fremden Hunden unterschritten wird
* 3-jährige Kleinhündin mit total kaputter Wirbelsäule, die (Schmerzgedächtnis sei Dank) keinem fremden Hund mehr vertraut und daher keinen Kontakt wünscht

Das Abwehrschnappen der Kleinen wurde geflissentlich ignoriert, ebenso das stille Fixieren Simbas und das heisere Kläffen Mortishas. Die beiden Rehpinscher-Rüden tanzten munter um uns rum, während ich meine beiden Oldies rückwärts in die Brennesseln zog und dabei ächzte, das sei nicht gut.

Da der jungen Frau offenbar bewusst war, dass ihren Hunde keine Gefahr drohte, wirkte sie nicht mal ansatzweise auf ihre Kleinen ein, sondern schlenderte einfach weiter. Nun gut… kann ich mit leben, auch wenn ein „Tut mir leid… ist dumm gelaufen“ mich gefreut hätte.

Aber nein! Stattdessen musste ich mir anhören, dass IHRE Hunde ja schließlich auch mal frei laufen müssten. Auf meinen Hinweis, dass sie das ja dürfen, es aber nett wäre, sie anzuleinen, weil meine Hunde es nicht schätzen, wenn man einfach in sie reinrennt, hieß es, wenn meine Hunde UNVERTRÄGLICH wären, dann dürfte ich hier eben nicht spazierengehen!

Öhmmmm, nur mal so nebenbei angemerkt: selbst wenn meine Hunde unverträglich WÄREN (was sie nicht sind), haben sie genau wie jeder andere Hund das Recht auf Bewegung in der Natur, auf Auslastung und auf Freilauf im gesicherten Rahmen. Auch und vor allem auf öffentlichem Grund und Boden.

Außerdem haben sie ein Recht darauf, nicht jeden fremden Artgenossen gut zu finden (ich mag auch nicht jeden meiner Mitmenschen) und zu sagen, wenn sie einen Kontakt nicht wünschen. Da sie aber um ein Vielfaches größer und schwerer sind als ein Rehpinscher mit knapp 5 kg Kampfgewicht könnte ein falsch eingeschätztes Drohschnappen (wie bereits geschrieben: Simba sieht nicht mehr gut) oder ein versehentliches Drübertrampeln von insgesamt 98 kg Hund ihnen durchaus schwere Verletzungen zufügen.

Btw: Ich bin mir SICHER, dass die junge Frau sehr genau wusste, dass meine Hunde nicht unverträglich sind. Zum einen verstehen sie sich untereinander, zum anderen haben sie in Hundesprache absolut angemessen reagiert und trotz der „aufgeheizten“ Situation z.B. den Airedale-Terrier komplett ignoriert, der angeleint an uns vorbeigeführt wurde, während die Minis immer noch zwischen uns allen rumwuselten.

Und ich bin mir sicher, dass die junge Frau sehr wohl wusste, dass die „Schuld“ bei ihr lag und dass ein bisschen Rücksichtnahme nicht zuviel verlangt ist. Oder bricht man sich wirklich einen Zacken aus der Krone, wenn man seine Hunde mal kurz anleint?

Nur mal so für die Zukunft:

Sollten wir uns noch einmal begegnen, würde ich es sehr zu schätzen wissen, wenn sie ihre Hunde rechtzeitig zurückpfeift und anleint. Dann können wir uns gerne mal in Ruhe unterhalten, die Hunde alle nett miteinander bekannt machen und dann auch zusammen spazieren gehen.

ABER: Sollten wir von ihr erneut belästigt werden, scheue ich mich nicht, meine Hunde notfalls vor ungewollten Kontakten zu beschützen. Und sie kann sich sicher sein, dass eine mit Schmackes geworfene stabile Leine oder ein Tritt von mir für ihre Minis erheblich schmerzhafter sein wird als eine wohldosierte Maßregelung einer meiner Hunde!