So viel zum Thema Rücksichtnahme…

Nachdem ich mich erst vor ein paar Tagen über eine irre Rennradfahrerin ärgern musste, durfte ich mich heute über andere Hundehalter aufregen:

Dank lädiertem Handgelenk hole ich momentan meinen Mann von der Arbeit zu einer verfrühten Mittagspause ab, damit er mich beim morgendlichen Spaziergang begleiten und mir Pee-Wee abnehmen kann. So waren wir also Richtung Sieg unterwegs und liefen unterhalb des Dammes, als wir in größerer Entfernung einen freilaufenden großen Hund entdeckt, der frontal auf uns zukam. Dazugehörige Menschen waren nicht zu sehen.

Ich bestand darauf, dem Pivellino vorsichtshalber seinen Maulkorb aufzusetzen, die kürzere Leine einzuklinken und auf den Damm auszuweichen…. wo wir ein älteres Paar entdeckten,  zu dem der Hund rein theoretisch hätte gehören können. Auf meine Ruf, den Hund bitte anzuleinen, folgte aber keine Reaktion. Die Herrschaften schlenderten einfach weiter, derweil der Hund (offenbar ein junger Mastin Español-Mix) immer näher kam und uns eher ängstlich beäugte.

Unser Dicker war schon in „Alarmbereitschaft“ und ging in die Leine, als genau das passierte, was ich vermutet hatte: als wir an ihm vorbei waren, rannte der Hund den Damm hoch und näherte sich zielstrebig von hinten, weil die Neugierde dann doch überwog.

Ich machte also ein paar Schritte auf ihn zu, fuchtelte mit den Armen und brüllte: „Hau ab!“ , woraufhin der Hund eine Vollbremsung machte und auswich. Pee-Wee wiederum war nun völlig außer sich, knallte in die Leine und versuchte, den Maulkorb abzustreifen. ICH weiss, wie ich ihn aus diesem Panikmodus rauskriege… Görk hingegen nicht. Dementsprechend angefressen war ich. 

Just in diesem Moment outeten sich die Leute tatsächlich als die Hundebesitzer. Die ältere Frau rief, der Hund habe mehr Angst vor uns als wir vor ihm. Daraufhin platzte mir der Kragen und ich brüllte, dass mich das nicht interessiere. Mein Hund habe damit ein Problem und ihr Hund solle sich nicht nähern. 

Blöderweise startete der aber gerade einen zweiten Annäherungsversuch, der erneut von mir gestoppt wurde.  Da half es auch nicht, dass mir die Frau nun zurief, ich solle mich nicht so haben. Ich wurde nur noch lauter und wütender. Vor allem weil ich nun mitansehen musste, wie mein Mann mit den Hunden den Damm runterlief und dabei versuchte, Pee-Wee davon abzuhalten, einen Purzelbaum zu machen, während er immer noch hektisch versuchte, den MK abzubekommen… und sich dabei selbst zu verletzen drohte.  

Und was war das Ende des Liedes?

Statt sich mit mir über diese Rücksichtslosigkeit und den nun sicheren Rückschritt in Pee-Wees Training aufzuregen, war es meinem Mann super unangenehm, dass ICH explodiert bin! Sprich: er geht jetzt erst mal nicht mehr mit uns spazieren und ich darf gucken, wie ich die Hunde alleine sortiert bekomme. Na, danke. 

 

Bekloppte Radfahrerin

Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, auf Passanten, Jogger und Radfahrer Rücksicht zu nehmen, wenn wir mit den Hunden unterwegs sind. Wir lassen sie daher am Wegesrand absitzen, damit andere „unbelästigt“ an uns vorbeigehen / -fahren können. Selbst auf dem Siegdamm, der relativ breit ist und wo man mehr als genug Platz für alle hat. Und normalerweise nicken die Leute dann freundlich, grüßen oder machen dem Trio nette Komplimente. 

So im Grüppchen sehen die zwei Rübennasen und das Kleinteil nämlich schon echt lieb aus:

Nachdem ich dieses Foto gemacht hatte, kamen wir nur ein paar Meter weiter, bevor ich zwei Rennradfahrer in hoher Geschwindigkeit kommen sah. Ich rief Sofia also ein warnendes „Fahrrad“ zu, woraufhin sie sich vorsorglich ein paar Meter den Damm hinunter- und von der furcheinflößenden Gefahr wegbewegte. Den angeleinten Pee-Wee ließ ich am Wegesrand (mit dem Pöppes auf dem Gras) absitzen und die nicht-angeleinte Matilda setzte sich ganz artig direkt neben den Dicken und schaute mich an.

Damit hätte es eigentlich gut sein sollen. Die Radfahrer hatten jede Menge Platz, obwohl sie nebeneinander fuhren und meine Hunde konnten ihnen keinesfalls in die Quere kommen.

Dementsprechend verdattert war ich, als die auf unserer Seite fahrende Frau mich im Vorbeirauschen mit hass-erfülltem Gesicht anbrüllte: „Halt den Hund gefälligst fest!“

Der Überraschung und dem Schreck (auch bei den Hunden) folgte Wut. Am liebsten hätte ich der Frau irgendwas an den Kopf oder zwischen die Räder geworfen und sie vom Fahrrad geholt!

Ich kann verstehen, dass Radfahrer skeptisch und misstrauisch sind, wenn sie unterwegs Hunde sehen, falls sie mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Aber wie psychisch kaputt muss man sein, um einem anderen Menschen ohne tatsächlichen Anlass so viel unverhohlenen Hass entgegenzuschleudern?    

A wee bit of pee from Pee-Wee

Da Pee-Wee in letzter Zeit ein leichtes, aber mittlerweile unübersehbares Harnträufeln zeigt, vor allem wenn er gelegen/geschlafen hat und dann aufsteht, gehen wir von einer beginnenden Altersinkontinenz aus. Um jedoch eine einfache Blasenentzündung auszuschließen, musste also eine Urinprobe her.

Nun gut… der Dicke hat mir dann doch einen leicht verdatterten Blick zugeworfen, als ich frühmorgens mit dem Becher hinter ihm hergehüpft bin, aber was soll’s: mission accomplished! 

Pee-Wees Pipi ist aber vollkommen ok. Von daher werden wir jetzt mal auf Anraten der Tierärztin ausprobieren, ob Granufink (ein Mittel für zweibeinige Männer) etwas bringt. 

Befund Mittelmeercheck

Vorhin hat unsere Tierärztin angerufen: 
Der Mittelmeercheck von Pee-Wee ist bis auf den Babesiose-Titer negativ.

Der Babesiose-Wert befindet sich in einem „Graubereich“, sprich: der Dicke ist irgendwann einmal mit den Erregern in Kontakt gekommen, dürfte aber höchstwahrscheinlich keine aktive Infektion haben, da ansonsten ein höherer Titer zu erwarten wäre.

Um ganz sicher zu gehen, werden wir den Babesiose-Test in vier Wochen wiederholen, auch wenn die Ärztin meinte, dass wir uns keine Sorgen machen müssen und der Titer dann unter Garantie im negativen Bereich sein wird. 

Mit Pee-Wee beim Tierarzt

Aufgrund Pee-Wees nicht ganz einfachem Verhalten beim Anblick fremder Hunde kann ich leider keine zeitsparenden „Sammelbesuche“ beim Tierarzt mehr machen. ZWEI Bollerköpfe bekomme ich im Wartezimmer einfach nicht mehr gehändelt. Also musste ich heute noch mal in die Praxis, um die Wiederholung des Mittelmeerchecks bei meinem Spanier machen zu lassen.

Maulkorb drauf und rein ins Wartezimmer, das glücklicherweise leer war. Allerdings mussten wir so lange warten, dass zwischenzeitlich doch noch ein paar Leute kamen.

Zuerst ein Mann mit zwei großen Hunden, bei denen dat Pivelino sich noch recht ordentlich benahm und still sitzen blieb, ohne sich aufzuregen. Das änderte sich, als die beiden Hunde miteinander zu spielen begannen. *hüstel*

Großes Gefiepe und Gejaule von beiden Seiten. Aber nun gut…man beruhigte sich schließlich. Von daher war ich noch recht zufrieden.

Dann kam allerdings eine junge Familie mit Mopsrüden herein und der Kleine lief schnorchelnd und dicht an uns vorbei. Auf dieses vermeintliche Knurren reagierte mein Großer dann doch recht empfindlich, was wiederum den Mops dazu veranlasste, ihn lautstark anzukläffen… Pee-Wee ist daraufhin „leicht“ aus der Haut gefahren und hätte sich am liebsten aus seinem Geschirr gewunden.  

Dementsprechend glücklich war ich, als wir endlich aufgerufen wurden und die Situation endlich entspannen konnten.

Im Behandlungszimmer kam der Maulkorb natürlich sofort ab, Pee-Wee wurde von der Ärztin sehr gelobt (“ Der sieht SO toll aus…wenn man bedenkt, wie runtergekommen der anfangs war…!“) und die Blutabnahme klappte dann auch problemlos, weil der Dicke wirklich sehr brav stehen bleibt und uns einfach machen lässt. Braves Kerlchen!

Ich finde, er hat sich echt wacker geschlagen. 

Mit Sofia beim Tierarzt

Das Sofichen scheint unser erster Hund zu sein, der wirklich nur zum Impfen zum TA muss. 

Erfreulicherweise hat das auch ohne Panikattacken geklappt: Wir haben direkt vor der Praxis geparkt, wo es zum Glück – weil Sackgasse – auch keinen stressigen Durchgangsverkehr gibt. Das Wartezimmer war gerade leer, so dass wir uns auch in aller Ruhe mit der Waage „anfreunden“ konnten (das dicke Tierchen hat etwas zugenommen und wiegt nun stolze 31 kg). Und als dann fremde Menschen reinkamen, waren die zu meiner großen Freude und Erleichterung eher uninteressant, weil Sofi soooo gerne mit den anderen Hunden gespielt hätte.

Auf dem Weg ins Behandlungszimmer zögerte das Mädchen kurz, tapste dann aber mutig mit, als ich mit ein paar aufmunternden Worten flotten Schrittes weitergegangen bin.

Bei der Untersuchung und der Spritze selber fällt Sofia immer in einer Art „Schreckstarre“, so dass das Ganze auch dieses Mal recht schnell und locker über die Bühne ging… und der Stresslevel schien sich noch in einem erträglichen Rahmen zu bewegen, da sie anschließend auch Leckerchen von der Ärztin angenommen hat.

Ich war wirklich stolz, wie gut die Süße das gemeistert hat! Da erlebt man in Wartezimmer oftmals viel Schlimmeres, wenn ansonsten lustige und selbstbewusste Hunden plötzlich zu zitternden und elenden Fellbündeln werden.

Spanischer Renter

Wir renovieren gerade: Esszimmer raus, dafür gibt es ein neues Arbeits- und Lesezimmer für mich. 

Die Hunde sind natürlich keine große Hilfe bzw. eher kleine Störer. Insbesondere Pee-Wee muss immer mittenmang liegen und guckt beleidigt, wenn man ihn verscheuchen möchte, weil man Schränke aufbauen muss. Meistens schafft er es aber doch, dass „Papa“ das Werkzeug zur Seite legt, ihm ein paar nette Worte ins Ohr flüstert und dann noch eine Rückenmassage verpasst…. dann kann Wauz auch zufrieden in den Garten schlendern und die Sonne genießen.

Übrigens hat sein Pflegefrauchen doch sehr gelacht, als ich ihr dieses Foto geschickt habe. Sie meinte nur: „Liegt in der Mitte, aber hilft nicht. Wie die spanischen Rentner, die immer immer zuschauen, wenn die Maurer an den Häusern arbeiten.“

Sehr treffend!

Wolfswinkeler Hundetage 2018

Vier anstrengende, aber auch hochinteressante und schöne Tage in Wissen sind vorbei und das Chaos zuhause hat mich wieder.

Dieses Jahr hatten wir das Glück, wieder unsere „Luxus“-Ferienwohnungen auf einem einsam gelegenen Reiterhof beziehen zu können, so dass wir einfach die Türen öffnen und die Hunde laufen lassen konnten, da sowohl Felix (der Hund meines alljährlichen Seminarpartners) und Matilda völlig entspannt auf Pferde reagieren und keine Dummheiten machen.

Und da wir wieder einen Tag vor Seminarbeginn angereist waren, hatten wir auch genug Gelegenheiten, Zeit mit unseren sächsischen Freunden zu verbringen…. und uns die Bäuche vollzuschlagen: diverse Besuche im Eiscafe, bei unserem Lieblingsitaliener und gemeinsames Frühstücken waren natürlich ein Muss und ich habe in den paar Tagen bestimmt 2 kg zugenommen.

Matilda war einfach nur toll und hat sich überall vorbildlich benommen, wenn man davon absieht, dass sie zwischendurch gepupst hat (das große Vanille-Eis am ersten Tag war wohl doch ein Fehler) und dass sie während des Seminars mit Absicht (!) so laut geschnarcht hat, dass die Referenten und die Leute um uns rum sich ein Lachen nicht verkneifen konnten.

In diesem Jahr ging es übrigens um die fatale Lust am Exotischen, um die Haltung von Hunderassen, die nur wenig für das Leben in einer Familie geeignet sind und um den stärker werdende Trend, Wildtiere in Haustierassen einzukreuzen.

Zitat:
„Unsere Hunderassen und unser Zusammenleben mit dem Hund wird auf zweierlei Weise bedroht: Auf der einen Seite sind es Degenerationen in den Beständen der Haushunderassen mit bedenklichen Folgen für Gesundheit der Hunde bis hin zu Qualzuchten durch ein Überzeichnen der Rassestandards, bei denen die Tiere faktisch mehrfach behindert sind. Insbesondere Hunderassen wie die Bulldogge oder der Mops sind hier beispielsweise in der Diskussion.

Auf der anderen Seite etabliert sich aber eine Art Gegenströmung, die einen ebenso schädlichen Einfluss auf unsere Haushunde hat. Unter dem Motto von ‚Back to the roots‘ zeichnet sich zunehmend eine Haltung bei vielen Menschen ab, die wünschen, ursprüngliche Haushunderassen, oder Wolfshybriden oder auch anderer Hybrid-Caniden halten zu wollen.

Das Exotische wird zunehmend immer beliebter auch bei der Haltung von Hunden und so finden Hunderassen Einzug in die Haushalte, deren Namen man früher nur aus kynologischen Handbüchern kannte. Im Grunde genommen sind beide Strömungen die Kehrseite ein und derselben Medaille, die letztendlich die eigenen Bedürfnisse voranstellt, ohne zu berücksichtigen, welche Bedürfnisse die Tiere haben und welche Auswirkungen dieses Tun auf das Zusammenleben mit den Tieren unweigerlich hervorbringen wird.“

Einer der Referenten war Jos de Bruin, der eine Auffangstation von Wolfshybriden betreibt, die ansonsten nirgendwo untergebracht werden können und der langjährige Erfahrungen zu  diesem Thema beisteuern konnte.

Übrigens hatte sich Jos in seinem extrem interessanten und lustigen (Holländer halt) Vortrag auf Matilda eingeschossen. 

Als es z.B. um die Riechleistung von Wölfen im Vergleich zum Menschen und zum Haushund ging, bezweifelte er doch stark, dass mein friedlich vor sich hinschnarchendes Kleinteil da glänzen würde.

Ich habe natürlich protestiert und angeführt, dass die Kleine im Mantrailing echt gut sei!

Besonders gefreut hat mich, dass mir in diesem Augenblick die junge Verhaltensbiologin Dr. Marie Nitzschner zur Hilfe geeilt ist, die lange Zeit am Max-Planck-Institut in Leipzig gearbeitet hat, nun einen Weblog rund um wissenschaftliche Fragen zum Hund betreibt und als Referentin und Autorin aktiv ist. Marie konnte von einer Studie berichten, in der die Riechleistung von Schäferhunden und Möpsen untersucht worden ist…. tatsächlich haben da die Kurznasen besser abgeschnitten!

Grundsätzlich ist es halt so, dass in der Hundenase anatomisch dieselben Gegebenheiten vorhanden sind und daher auch brachyzephale Rassen dieselbe Leistung erbringen können. Bei lang anhaltender Anstrengung und gleichzeitiger Bewegung dürfte aber eine Kurznase klar im Nachteil sein, wenn die eh schon Atemprobleme hat.

Ich hab’s mir also nicht nehmen lassen, anschließend zu Jos zu stiefeln und ihm Matildas Nase (relativ lang, weite Nasenlöcher, normales Gaumensegel) zu präsentieren.