Vorsicht Grannen!

Im Moment ist wieder Grannenzeit…. und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie gefährlich diese kleinen, mit Widerhaken versehenen Pflanzenteile sein können, wenn sie ins Fell bzw. schließlich in dünne Hautpartien oder gar in Körperöffnungen eines Hundes geraten.

Meine erste Hündin namens Lilla begann einmal, nach einem Spaziergang immer wieder über’s linke Auge zu reiben. Sie kniepte es zusammen und es tränte… aber ich konnte nichts entdecken. Unglücklicherweise waren meine Eltern damals gerade beruflich in Italien und ich war nicht mobil. Da das Auge aber innerhalb kürzester Zeit knallrot wurde und Lilla sich das Fell drumrum regelrecht wegrieb, packte ich sie in ein Taxi und fuhr zur nächsten Nottierärztin. 

Diagnose: großes Loch in der Hornhaut, da sich eine Weizengranne ins Auge geschoben hatte…..und zwar so tief, dass man sie mit bloßem Auge nicht mehr sehen konnte!

Dementsprechend panisch wurde ich, als Sofia nach einem Sprung in ein Getreidefeld zu niesen begann und dann richtig hektisch wurde. Sie kräuselte die Nase bzw. die Schnauze auf der linken Seite, rieb immer wieder mit der Pfote darüber und schüttelte den Kopf. 

Ich habe dann erst mal versucht, in die Nase zu gucken, um zu überprüfen, ob ein Fremdkörper zu entdecken (und idealerweise zu entfernen) war. Sehen konnte ich aber nichts und ich hatte auch nichts zum Spülen dabei. 

Doch wir hatten Glück im Unglück: während ich noch unschlüssig dastand und überlegte, ob wir den Spaziergang abbrechen und direkt zur Tierärztin fahren sollten, nieste Sofia ununterbrochen mit heftigen Kopfbewegungen weiter…. und es ist ihr offenbar gelungen, den „Störfaktor“ auszustoßen, weil plötzlich Ruhe war…und sie wieder ganz normal  weiterlief.

Hapuuh! Das hätte auch anders ausgehen können!

Endlich wieder Hundeschule!

Nach Monaten konnte ich endlich mal wieder zu einem Treffen vom „Goldenen Hund“ fahren. Der heutige Trainingsschwerpunkt lag auf Abbruch… also genau das richtige Thema für Balisto.

Nachdem ich Katrin vom Balis letztem Ausflug erzählt hatte, versprach sie, sich mal Gedanken zu machen…. bei ihm ist die Problematik ja etwas anders gelagert, da er ja nicht nur auf entsprechende Reize reagiert, die bei ihm Jagdverhalten auslösen, sondern aktiv sucht, selbst wenn weit und breit nichts zu sehen ist. Ihm reicht es schon zu wissen, dass in der Nähe von Flüssen und Seen mit hoher Wahrscheinlichkeit Wasservögel sein könnten, um auf eine Chance zu lauern, sich von mir zu entfernen und jagen zu gehen. 

Ist er direkt bei mir und weiß, dass ich ihn im Blick habe, können wir selbst in geringer Distanz (ca. 15 m) an Enten und Gänsen vorbeilaufen, ohne dass er losprescht… ganz im Gegenteil: er vermeidet sogar jeden Blick zum Federvieh!

Das hat man auch ganz deutlich bei einer Übung gesehen, bei der ein Schälchen mit „lecker“ duftendem Katzenfutter in die Mitte unserer Hundegruppe gestellt wurde. Aufgabe war es nun, mit lockerer Leine und ohne den Hund in ein Kommando zu nehmen, um das Schälchen rumzuschlendern und den Hund (idealerweise nur stimmlich) zu korrigieren, sobald er sich für das Futter interessiert. Bei Balisto reichte EINE Korrektur…. danach hat er ganz gezielt von der Versuchung weggeguckt!  

Kontrollierter Rückzug

Abends noch mal eine größere Runde um den Block mit den dreien…. Matilda wie immer ohne Leine und vorneweg trippelnd.

Auf dem Heimweg liefen wir gerade unsere Parallelstraße runter, als Mati schnurstracks in eine Einfahrt reinlief und hinter einem Nadelbäumchen verschwand…. um Sekunden später mit einem arg betretenen Blick und seeeeeehr bedächtig den Rückzug anzutreten. 

Kein Wunder: hinter ihr tauchte eine pechschwarze, stinkwütende Mini-Katze auf, die uns dann mit Buckel und gesträubtem Fell ein ganzes Stück die Straße runter verfolgt hat!

Das war eine echt bescheidene Situation. Balisto hätte am liebsten kurzen Prozess mit ihr gemacht, so dass ich ihn hinter mir herzerren musste… Sofia hingegen war durch die ganze Aufregung so durch den Wind, dass sie nur noch heim wollte und mich wiederum hinter sich herzerrte.

Ich hoffe nur, dass dieses kleine Tierchen (offenbar noch sehr jung und unerfahren) nicht mal an den falschen Hund gerät. Ein gezielter Happs und das war’s mit dem Kätzchen. *seufz*

Ein paar Fotos

Mit Schleppleine werden Fotos zwar nie besonders schön, aber da das Wetter so schön war, musste ich die Kamera einfach mal wieder mitnehmen!

 

Knubbel am Sprunggelenk

Da Matilda seit ein paar Tagen einen seltsamen labberigen Knubbel am linken Sprunggelenk hat (völlig schmerzlos), haben wir das dann doch mal vorsichtshalber der Tierärztin gezeigt. Die konnte uns glücklicherweise beruhigen: das scheint eine fibröse Abkapselung zu sein, wahrscheinlich aufgrund einer Druckstelle. 

Wir sollen das Teil einfach mal beobachten. Sollte es größer werden, könnten wir es operativ entfernen lassen, da die Kleine an dieser Stelle genug „überschüssige“ Haut hat….allerdings besteht beim Ausschälen immer die Gefahr, dass es wiederkommt und dann gleich 2 oder 3 x so groß wird. Von daher wäre es der Ärztin lieber, die Finger davon zu lassen. 

Matilda selber fand den Tierarztbesuch wieder spaßig und trippeltrappelte munter umher, hat sich durchknuddeln lassen und Leckerchen eingeheimst. Ihr knappes Kilo Übergewicht (sie wiegt derzeit 13,1 kg) fand die Vet auch nicht weiter tragisch, weil alles noch gut proportioniert und der Gremlin nicht wirklich DICK ist. Falls sie mal krank wird, fällt sie dann auch nicht sofort vom Fleisch.

Am allerbesten fand Matilda es übrigens, vor der Praxis Matthes zu treffen, einen rumänischen Herdenschutzhund, der natürlich um ein Vielfaches größer ist als sie.  Wir kennen den Burschen schon länger, aber sonst ist er immer mit den beiden Großen zugange und hopst mit ihnen rum. Matilda hatte nie großes Interesse an ihm, hat ihm aber zumindest nie eine getachtelt, da er sehr höflich ist und selbst im Spiel gut aufpasst, sie nicht umzurennen.

Keine Ahnung, was heute in die Maus gefahren ist, aber sie ist augenblicklich in den Schäkermodus verfallen, hat Matthes spielerisch mit dem Schnütchen angestupst, ist um ihn rumgewirbelt, hat den Popo in die Höh‘ gereckt und war einfach nur zuckersüß und lustig. Wir sind aus dem Lachen nicht raugekommen!       

Kleines bisschen Glück

†Damit hatten wir nicht gerechnet: hier hat vorhin ein Angler angerufen, der Balistos Geschirr samt Schleppleine und Petfindu-Marke an der Sieg gefunden hat!  Er meinte nur ganz bekümmert, er habe den dazugehörigen Hund nicht gefunden…woraufhin Görk ihn lachend beruhigen konnte, dass der glücklicherweise wieder zuhause ist.

Ist aber gut zu wissen, dass die Petfindu-Marke den Praxistest im Notfall besteht und man gleich versteht, wie das funktioniert. Der Mann hat sich die Sachen angeschaut, mitgenommen, zuhause den QR-Code auf der Marke gescannt, auf Balis Petfindu-Website unsere Telefonnummer gesehen und sich netterweise dann auch gleich bei uns gemeldet.

Nochmals 1000 Dank an dieser Stelle an den netten Herrn! 

Jetzt hat Balisto wenigstens ein Ersatzgeschirr, eine zweite Schleppleine (so dass in jedem Auto eine liegt und man sie nicht vergessen kann)…und ich habe mir die Kosten für eine neue Marke gespart.

Balisto – schon wieder weg

Und es ist schon wieder passiert!

So toll dieser Hund ansonsten auch ist, mit seinem heftigen Jagdtrieb bringt er mich so langsam an meine Grenzen…… Der Drecksack ist nämlich verdammt clever und hat mich eiskalt ausgetrickst!

Balisto an Schleppleine, die den Großteil des Spaziergangs hinterherschleift. Er arbeitet super mit, hört perfekt auf folgende Signale: Langsam, Stop, Zurück, Raus da, falsche Richtung. Ich superzufrieden und entspannt.

Dann nähern wir uns einer hochstehenden Wiese, die zur Sieg führt. Er biegt ganz gemächlich in die Wiese ab, die Handschlaufe verschwindet. Ich sage „Stop“, gehe hin, beuge mich runter….doch die Handschlaufe ist weg und der Hund auch! Und zwar OHNE dass sich das Gras bewegt oder man irgendwas gehört hätte!

Balisto hat also nichts gesehen oder gehört, was Jagdtrieb und ein Lospreschen ausgelöst hätte, sondern ist klammheimlich (quasi im Schleichmodus) verschwunden….einfach in dem Wissen, dass 50 m weiter die Sieg verläuft und er dort Wasservögel finden wird. *grmpf*

Ich also quer über die Wiese, durch’s Unterholz, dann die steile Böschung zur Sieg runter…doch von Balisto keine Spur! 

Da er beim letzten Mal immer um die Siegfähre kurvte, bin ich dort hin…. dort hatte man ihn aber nicht gesehen. Also war der Dreckspinsel doch nicht in diese Richtung gelaufen.

Ich also die Mädels ins Auto gepackt, weil die durch meine aufsteigende Panik schon ziemlich durch den Wind waren, und dann ab zum Verlustort. Unterwegs wieder Leute angequatscht, meine Telefonnummer verteilt, Verlustmeldung geschaltet, etc. pp. 

Dann wieder an die Sieg runter (mittlerweile ist er schon fast eine Stunde weg). Blick nach links: nichts. Da höre ich ein Platschen rechts von mir…auf der gegenüberliegenden Flussseite. Und tatsächlich: da stiefelt ein Hund hinter Enten her und kommt in meine Richtung. Ich rufe auf Verdacht. Ja, es IST Balisto! *hapuuh*

Er nähert sich, steht mitten im Fluss auf einem Kiesbett, schaut mich an, vielleicht 20 m entfernt. Da kommen leider ein paar Gänse vorbeigeflogen…. er wirft sich rum und weiter geht die Jagd! ARGH!

Ich wie ein Blöde ein Stück die Uferbefestigung langgestolpert, muss schließlich bäuchlings unter einem umgestürzten Baum durchkrabbeln, um weiterzukommen, dann versperrt mir dichtes Unterholz den Weg. Balisto ist mittlerweile natürlich wieder verschwunden und ich gerate immer mehr in Panik.

Was tun?
Ab in die Sieg!

Glücklicherweise führt die Sieg derzeit relativ wenig Wasser (wenn auch immer noch höher als meine Gummistiefel), so dass ich quer durch den Fluss waten kann…. und den Mistfink dann auch endlich wieder entdecke…. fröhlich quer und kreuz durch das Wasser hinter ein paar Enten her, die wohl zwischenzeitlich seinen Weg gekreuzt haben. 

Geschirr und Schleppleine sind natürlich nicht mehr an ihm dran.

Auf meinen Brüll hin verschwindet er im Unterholz auf der anderen Flussseite, taucht dann aber beschwichtigend auf, als ich fluchend die Böschung raufkraxle…und lässt sich anleinen. UFF!

Meine Nerven sind komplett runter: bin seit Wochen krank, hatte letzte Woche einen Autounfall und nun das…. so langsam mag ich nicht mehr.

Nachmittags bin ich dann notgedrungen wieder los, um ein neues Geschirr (40 €) und eine neue Schleppleine (50 €) zu kaufen, eine neue Petfindu-Marke (25 €) muss ich noch bestellen.

Davon einmal abgesehen, dass es echt ein teurer Spaß ist, wenn mir der Chaot ständig flitzen geht, ist das Risiko groß, dass ihm irgendwann etwas zustößt und wir ihn komplett verlieren. Aber ein Leben lang an der Schleppleine? Ich muss sein Training also noch mal intensivieren und ihn NOCH früher festhalten, sobald wir auch nur ansatzweise in Richtung Wasser kommen…. 

Befund schon da!

Das ging fix: vorhin hat die Vet angerufen und die Untersuchungsergebnisse durchgegeben. Wie erwartet ist alles in Ordnung und der Bub ist kerngesund! 

Mittlerweile ist der Befund auch per Fax hier eingetrudelt und ich habe alles schwarz auf weiß vorliegen. Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose, Rickettsiose, Filariose und Anaplasmose…alles negativ!