Mantrailing in Köln

Matilda und ich durften uns heute wieder Claudias kleiner, aber feiner Mantrail-Gruppe in Köln anschließen, die fast nur aus Angsthunden besteht und daher nicht – wie so manch andere Gruppe aus dem näheren Umfeld – von sportlichem Ehrgeiz und Konkurrenzdenken zerfressen ist, sondern mit ganz viel Geduld, Motivation und Fingerspitzengefühl auf die einzelnen Teams eingeht.

Die kleine Rampensau von Matilda passt da also eigentlich nicht rein. 

Getroffen haben wir uns am Decksteiner Weiher, in umittelbarer Nähe des „Haus am See“, der sonntags bei schönstem Wetter natürlich ziemlich gut besucht ist. Um das Restaurant rum sind dann also auch nur die Hunde rum, die das „aushalten“ konnten bzw. damit kein Problem haben.

Das Tildchen war voller Begeisterung dabei,  kümmerte sich (im Gegensatz zu mir und Claudia) nicht um den blöden Spruch eins Neunmalklugen von wegen „Kampfhund“ , wuselte um Spaziergänger, Fahrradfahrer und andere Hunde rum, um schließlich sogar nur einen Seitenblick auf zwei Schwäne zu werfen, die nur wenige Meter neben ihr am Ufer des Sees standen… und de sie im Normalfall nur zu gerne getrietzt hätte!

Meine ruhiges und langgezogenes „Arbeiten“ reichte aber vollkommen, um die wilde Wutz im Zaum zu halten und so ging es im schnellen Trab weiter, bis sie die VP auf einer Parkbank am Wegesrand entdeckte. Das hat das Mäuschen ganz toll gemacht!

Mantrailing in Hürth

Eine liebe Hundefreundin, die seit ein paar Jahren in Köln eine kleine Hobbygruppe leitet, hatte mich Anfang des Jahres eingeladen, mal bei einem Training mitzumachen. Gereizt hatte mich der Gedanke sofort, weil mir das Trailen schon was fehlt… aber ich war mir ziemlich sicher, mich mit Matilda zum Gespött der Truppe zu machen und mich zu blamieren. Schließlich hatten wir schon über ein Jahr pausiert und ich dachte mit Schrecken an das kleine freche Tierchen, das im Überschwang der Gefühle nur noch kläffend um mich rumsprang, in die Schleppleine biss und sie wie wild schüttelte! 

Da mich der Gremlin eh ständig blamiert, kam es auf ein weiteres Mal aber nicht an und so schloss ich mich der Gruppe an, die sich dieses Mal im Einkaufszentrum in Hürth traf.

Mit dabei war eine alte Molosserbekannte mit ihrer zuckersüßen Dogo Argentino-Hündin, ein Cane Corso-Labrador-Mix (der aussah wie ein Doggen-Mischling  ) und einige erheblich kleinere, aber superniedliche Wauzis. Fast alles Anfänger und sehr ängstliche Kandidaten, auf deren „Besonderheiten“ im Training ganz wunderbar eingegangen wurde.

Bei Matilda fingen wir zur Einstimmung ganz klein an: die VP rannte vor ihr weg, blieb in Sichtweite stehen und dann ging es mir Gejodel und full speed hinterher. Die Kleine war gleich wieder angefixt und so wurde sofort „normal“ weitergetrailt.

Allerdings wurde schnell klar, dass Matildas Frustrationsgrenze immer noch verdammt gering ist: da sie unglaublich gerne sucht, hat sie erhebliche Schwierigkeiten damit zu warten, bis die VP sich versteckt hat und sie endlich ihr Startsignal bekommt. Glücklicherweise ist es mir aber gelungen, dass sie sich nicht in ihr gewohntes und super anstrengendes Hibbelverhalten (Kläffen, Hüpfen und Leineschütteln) reinsteigerte.

Im zweiten Durchgang erhielt das Mäuschen dann auch gleich eine ordentliche Heraudforderung: ein Trail im Parkhaus (lauter offene Flächen) über zwei Parkdecks, der durch einen Durchgang in ein zweites Parkhaus führte.

Matilda hat diese Aufgabe super gemeistert: hochmotiviert rannte sie in Schlenkern und Kreisen, mit der Nase im Hochwind. Am Durchgang zwar vorbei, doch mit deutlichen Blick hinein…und just in dem Augenblick, als Claudia mir riet, kurz stehenzubleiben, korrigierte sich die Kleine auch schon selber, drehte ab und steuerte den Durchgang zielstrebig an!

Netterweise hat Claudia den Trail gefilmt:

Trailfotos

Getrailt wurde heute an einem Fliesenstudio in Bonn, wo wir mit den Hunden sogar in den Laden rein durften. Leider sind die Bilder in der Ausstellung nur fast alle nix geworden.

Egal: die Hunde waren alle supergut drauf und das Training hat viel Spaß gemacht. Und nur darauf kommt es an!

 

Sonntägliches Trailen

Trailen bei sommerlichen Temperaturen ist verdammt anstrengend… das haben uns die Wauzis heute teilweise sehr deutlich gezeigt: die Motivation war gering und die Konzentration konnte nicht lange aufrecht erhalten werden.

Es gab daher nur relativ kurze Trails ohne große Kopfnüsse, so dass trotzdem alle auf ihre Kosten kamen und ihr Erfolgserlebnis hatten.

Sonntägliches Trailen

Heute waren wir an der Burg Wissem in Troisdorf, was für die Hunde natürlich immer megaspannend ist, weil es dort dank des Wildgeheges sehr gut riecht. Besonders gemein war, dass wir die VPs für einige Hunde auf dem Hochstand direkt neben dem Wildzaun „geparkt“ hatten.

Schäferhund Silas war wieder hochmotiviert dabei, nachdem er sich zur Abkühlung kurz in den modderigen Bach gelegt hatte. Der Hochstand war für ihn eine besondere Herausforderung und es war toll zu sehen, wie er sich den Weg nach oben erarbeitet hat. Dementsprechend begeistert folgte ihm sein Frauchen hinauf…um sich dann oben angekommen plötzlich wieder daran zu erinnern, dass sie an heftiger Höhenangst leidet!

Gemein wie wir sind, sind wir erst mal in schallendes Gelächter ausgebrochen…. dann habe ich Silas aber unten entgegengenommen, während die arme Steffi sich Schrittchen für Schrittchen wieder nach unten gekämpft hat.
biggrin

Sonntägliches Trailen

Endlich mal wieder dran gedacht, die Kamera mitzunehmen. Hier gibt es allerdings nur eine kleine Auswahl der Pics zu sehen:

Welcome, Pina!

Unsere Trailgruppe hat Verstärkung bekommen: Bloodhound Sophie hat jetzt nämlich eine kleine „Schwester“ und die darf als waschechter Jagdhund natürlich auch trailen.

Pina ist ein Spinone Italiano, fast 9 Wochen alt und einfach nur hinreissend!
herz
Simba ist übrigens hin und weg von der Kleinen, aber mit seiner bollerigen und lauten Art verschreckt er das Baby und sie versteckt sich lieber hinter Mamas Beinen.
zwinker

Sonntägliches Trailen

Immer wenn der Mann einer Mittrailerin uns beim Training besucht (meist um Kuchen vorbeizubringen) und sich als VP zur Verfügung stellt, gibt es was zu lachen.
biggrin
Ich hatte ihm noch mal erklärt, wie er sich als VP erhalten soll: NICHT streicheln! Warten, dass der Hund vorsitzt, Belohnung geben, dabei loben und DANN von mir aus streicheln…

Er wetzt los… wir wetzen nach einer Weile hinterher… Matilda entdeckt ihn und sprintet zu ihm hin… er stopft ihr gleich die Leckerchen zwischen die Zähne, strahlt mich an und sagt ganz stolz: „Ich habe NICHT gestreichelt!“

„Jaaaaaa…. aber du hast auch nicht gewartet, bis sie sitzt.“
zwinker
Er: „Mist! Ich habe immer nur gedacht NICHT STREICHELN, NICHT STREICHELN…und habe den Rest vergessen“

Seine Frau und ich sind vor Lachen bald umgefallen!
kicher

Sonntägliches Trailen

Eine besondere Herausforderung für unsere Hunde war die 11. Sankt Augustiner Wirtschaftsbühne , die zeitgleich mit unserem Training stattfand und äußerst gut besucht war. Nicht nur auf unseren Startpunkt, dem Parkplatz unter dem Huma, herrschte ein stetes Kommen und Gehen bzw. Fahren, so dass für die Hunde eine große Ablenkung durch Trailunterbrechungen und starke Verwirbelungen der Spur gegeben war, sondern sie mussten sich auch auf dem Platz an zwischen vielen Menschen und an interessanten Ständen incl. „Fressbuden“ und sogar an einer Hüpfburg vorbeischlängeln.

Simba traf es bei seinem Trail besonders hart.
zwinker
Ihn schickten wir gen Stadtbahnlinie 66 am Haltepunkt Sankt Augustin Zentrum/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, wo anlässlich der zehnjährigen Städtepartnerschaft mit Szentes (Ungarn) die neue Brücke über die Gleise gerade mit großem Pomp in „Szentes-Brücke“ benannt wurde. Nicht nur dass die mit Zuschauern und Vertretern der Stadt und der Presse proppevoll war, oben stand auch noch eine Blaskapelle und machte einen ohrenbetäuenden Lärm.

Glücklicherweise lässt sich der Bub von so etwas NULL stressen und so quetschte er sich nicht nur ohne mit der Wimper zu zucken hindurch, sondern fand seine VP auch ohne Probleme. Was doch zu einigen bewundernden Kommentaren der Zuschauer führte.

Nur auf dem Rückweg kam es zu einem kleinen und ärgerlichen Zwischenfall: eine zweite (uns unbekannte) Trailgruppe war unterwegs und wollte ebenfalls über die Brücke, als wir uns gerade durch das heftige Gedränge hinunterquetschten. Leider war deren gerade laufender Australian Shepherd nicht besonders cool, sondern regte sich ziemlich auf, als er am Fuß der Treppe den Kleinhund einer Besucherin bemerkte. Als er nun auch noch einen größeren Hund in unmittelbarer Nähe sah, flippte er vollkommen aus.

Ich blieb stehen und fragte, ob wir warten sollten… woraufhin sich die anderen Trailer kommentarlos zurückzogen und den tobenden Hund hinter sich herzerrten, ohne ihn in irgendeiner Weise zu korrigieren.

Simba ist im Trailmodus zwar so ziemlich alles schnuppe, befand sich aber nicht mehr in der Suche und findet es nicht gerade toll, von anderen Rüden ab einer bestimmten Größe und „Intensität“ angemacht zu werden. Also wurde er kurz sehr laut, wurde von mir aber sofort korrigiert und trabte dann angespannt, aber ruhig an dem aufgebrachten Hund vorbei.

Wir haben auch einen Hund in unserer Gruppe dabei, der beim Anblick fremder Hunde austickt und daher vorsichtshalber sogar mit Maulkorb geführt wird. Und ich schließe Hunde mit solchen „Verhaltensauffäl- ligkeiten“ grundsätzlich nicht vom Training aus. ABER wir überlegen uns im Vorfeld genau, wo wir ihn entlanglaufen lassen.

Und ein öffentlicher Termin mit Menschenmassen, in denen er plötzlich auf engstem Raum mit fremden Artgenossen konfrontiert werden könnte, ist ganz sicher nicht Teil unseres Trainingsplans, weil solche Situationen schlicht und ergreifend gefährlich sind und dem „Problemhund“ selber für sein eigenes Training NICHTS bringen außer Stress und evtl. sogar Rückschritten.