Bauchweh

Matilda hat es mal wieder erwischt: seit der Nacht auf Montag tigert sie gefühlt stundenlang durch den Garten und hat Magen-Darm. Glücklicherweise hat sie sich nur 2x übergeben, seitdem versucht sie „nur“ zwischendurch, sich auch den letzten Tropfen rauszupressen, incl. Pupsen, kläglichem Heulen und Blut am Pöppes. Ein Häufchen Elend, zumal ihr das Hinhocken auf total kaputten und knirschenden Sprunggelenken und Knien eh schon schwerfällt.

Glücklicherweise trinkt sie genug und frisst weiterhin mit Appetit ihre Schonkost. Trotzdem konnten wir uns das  natürlich nicht allzu lange tatenlos angucken und sind daher vorsichtshalber mal zur Tierärztin gefahren, die – wie befürchtet – eine blutige Darmentzündung diagnostiziert hat. Bei einem fitten Hund an sich nichts Dramatisches, aber Matilda ist nun einmal multimorbid und da darf man nicht zu lange abwarten, weil es sie sonst komplett umhauen könnte. 

Nun gab es ein zusätzliches Schmerzmittel + einen Krampflöser, damit sich Magen und Darm beruhigen. Dazu noch leckere Kautabletten, die die Darmschleimhaut beruhigen und Giftstoffe sowie Wasser binden, sowie ein Medikament, das einen Schutzfilm über die geschädigte Schleimhaut legt und so die Heilung fördert. Einziges Problem:  diese Tabletten können die Aufnahme anderer Medikamente behindern und sollten daher in einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden gegeben werden…. was nicht gerade einfach ist, wenn über den Tag verteilt bereits einige Medikamente gegeben werden müssen, bei denen man bestimmte Abstände unbedingt einhalten muss. *hüstel*

Nach längerem gemeinsamen Überlegen haben wir einen akzeptablen neuen Medikamentenplan erstellt und nun wird es der kleinen Maus, die im Wartezimmer doch recht matt wirkte, bestimmt schnell besser gehen!

 

„Nachkontrolle“

Dank einiger Überstunden durfte ich mir über Karneval ein paar Tage frei nehmen. Da ich definitiv kein Jeck bin, habe ich diese Freizeit lieber für einen Besuch bei einem meiner ehemaligen Schützlinge genutzt!

Gustav ist ein riesiger Bulldoggen-Mix (im Alter von knapp 1 ½ Jahren bringt er knapp 55 kg auf die Waage) und ein absoluter Traum: grundgut, in sich ruhend, dabei aber trotzdem immer noch verspielt, aktiv und komplett verträglich.

Das „Kerlchen“ hat das absolute Traumzuhause gefunden bei einem supernetten, molosser-erfahrenen Paar, das alle seine Tiere (Hunde, Katzen und Pferde) aus dem Tierschutz hat und sich ein wunderschönes Zuhause in einem altem Bauernhof geschaffen hat.

Bei all dem Stress, Frust und Ärger, den der Tierschutz leider immer wieder mit sich bringt, ist es schön und aufbauend, mit den Adoptanten teils noch jahrelang im (losen) Kontakt zu bleiben und gelegentlich zu telefonieren / zu schreiben sowie Fotos und Videos zu erhalten, auf denen man sieht, wie gut es der Wauz getroffen hat. Besuche sind eher selten möglich, weil wir ja bundesweit vermitteln und die wenigsten Übernehmer in halbwegs erreichbarer Nähe leben. 

Besuche wie dieser sind dementsprechend eine Wohltat für die Seele und ich habe es unglaublich genossen, nicht nur Gustav und seine tierischen Kumpels endlich persönlich kennenzulernen, sondern auch seine neuen Menschen. Das war (trotz der stundenlangen Fahrerei) ein rundum toller Tag, der mir wieder mal gezeigt hat, wofür ich das seit vielen Jahren mache.

Das absolute Dreamteam:

 

Die Bonner Hundebande

Ein schnelles Handyfoto zwischendurch….. nur schade, dass die Quali so schlecht ist. 
Ich finde es trotzdem schön, weil endlich mal alle Vier auf EINEM Foto halbwegs vernünftig aus der Wäsche gucken.

 

Kapitulation

Die Hoffnung auf ein Nachlassen des Regens heute morgen wurde schon nach knapp 200 m zerschlagen… es plästerte ohne Unterlass.

Die Hunde trotteten unmotiviert bis extrem unglücklich mit angelegten Ohren vor sich hin, schüttelten sich immer wieder und schauten mich vorwurfsvoll an. Als der Hundewagen dann so durchweicht war und es so heftig durchtropfte, dass sich mitten auf der Decke eine Pfütze bildete, gab ich – nicht minder nass als die Hunde – auf und rief zum geordneten Rückzug auf. 

Zu allem Überfluss ertönten just in diesem Moment Schüsse. Wie schon gestern waren in der Gegend offenbar Jäger unterwegs…und so geriet Emilia mal wieder sofort in Panik und rannte los. In Richtung Landstraße.
   
Glücklicherweise blieb sie nach ein paar Metern auf Zuruf stehen, so dass ich hinrennen und sie anleinen konnte. 

Miserabler Spaziergang abgebrochen. Kapitulation auf ganzer Linie!

Balisto findet starken Regen übrigens besonders schlimm und kniept dann sogar die Augen zu:

Emotional Support

Da wir heute Nachmittag zu einem sehr langen Spaziergang verabredet waren, durfte die morgendliche Runde ruhig etwas kürzer ausfallen und so habe ich mir die drei Großen geschnappt, um nur mal bei uns im Wohnviertel spazierenzugehen.

Matilda hatte übrigens überhaupt keine Lust, das Haus zu verlassen…und diese Auszeit sollen wir ihr auch laut Vet zwischendurch gönnen. Sie darf zwar nicht einrosten, aber wenn es ihr nicht gut geht, soll sie ruhig mal zuhause bleiben.

Also sind in aller Gemütlichkeit losgestiefelt, um zwei Straßen weiter festzustellen, dass dort überall Baustellen abgesperrt waren und Baufahrzeuge standen. Was für Sofia sofort Stress bedeutet. Aber so ein bisschen Stress muss sie auch mal aushalten… also ging es brav weiter. Dachte ich. 

An einer Stelle war der Bürgersteig offenbar aufgerissen worden und mit einer stabilen Holzkonstruktion mit Metallgeländer links und rechts versehen worden. Balisto und Emilia sind locker drübergelaufen, ich hinterher… kam dann aber abrupt zum Stehen, weil Sofia hinter mir eine Vollbremsung hingelegt hatte!

Ich ließ sofort die Leinen der anderen Hunde fallen, wandte mich um, sprach Sofia aufmunternd mir ihrem Namen an und versuchte sie, hinter uns her zu locken. NOPE! Sie wollte nicht, zitterte am ganzen Körper und legte den Rückwärtsgang ein.

Und dann passierte etwas, womit ich im Leben nicht gerechnet hatte!

Ein älterer (osteuropäischer) Bauarbeiter überquerte die Straße, ging ein paar Meter vor Sofia in die Hocke, streckte die Arme nach ihr aus und sagte sanft: „Ach, Sofia…. keine Angst… komm‘ mal  her!“

Und was macht Sofia, die fremde Männer oft eher unheimlich findet? Stutzt kurz, schaut ihn an…und läuft ihm dann direkt in die Arme!

Als Bali und Emmi das gesehen haben, sind sie natürlich auch sofort hin und so umarmte der Mann nun überglücklich DREI Hunde. Sofias Angst war zwar immer noch nicht ganz weg, aber dank des emotionalen Supports eines Wildfremden hat sie sich daraufhin zumindest getraut, über die Straße um dieses gruselige Teil drumrum zu laufen.   

Ist das klasse, oder was?

Matsch und Modder

Ich habe die letzten Tage sehr genossen… eine auch die Seele wärmende Sonne in einem strahlend blauen Himmel macht soooo viel aus! Da genießt man die Spaziergänge mit den Wauzis endlich mal wieder.

Aber heute war dann wieder alles beim Alten: Matsch und Modder. *seufz*

Das Laufen auf rutschigen Feldwegen ist nicht nur für die kleine Matilda beschwerlich, sondern auch für mich. Schließlich muss ich den großen Hundewagen vor mich herschieben und darauf achten, dass wir nicht in irgendwelchen Modderpfützen steckenbleiben.

Über den Zustand eben dieses Hundewagens braucht man eigentlich nichts zu sagen. Außer vielleicht, dass wir sehnlichst auf mehrere schöne, sonnige Tage hintereinander hoffen, um das Teil mal gründlich im Garten kärchern und dann draußen trocknen zu können. 

Außerdem bin ich es langsam satt, nach jedem Spaziergang die hellen Stufen zum Haus zu fegen und/oder zu wischen. Ein Blick auf Sofias Pfoten (kurz nachdem wir gestartet waren) reicht aus, um sich vorzustellen, wieviel Dreck wir jeden Tag ins Haus schleppen. Da komme ich mit dem Putzen kaum noch hinterher!  

Alte Hunde

Sofia leidet an seniler Bettflucht und mag seit einiger Zeit nicht mehr mit uns und den anderen Hunden im Bett schlafen. Da wir im Rest der Hauses jede Menge kuschlige Hundebetten verteilt haben, ist das an sich kein Problem… allerdings hatte sie sich ausgerechnet den langen Flur Richtung Bad ausgesucht, der im Winter mangels Heizung eiskalt wird. Also habe ich das Hundebett in das Durchgangszimmer zwischen ebendiesen Flur und unser Schlafzimmer geschleppt,  was Sofia problemlos angenommen hat. Sie genießt es auch, dass ich sie abends in eine leichte Fleece-Decke einpacke. 

So weit, so gut. 

Matilda ist zwar nicht ganz so alt wie das Sofichen, doch muss sie nachts oft noch mal zwischen 2:00 und 3:00 Uhr morgens raus, selbst wenn ich sie meist gegen Mitternacht noch mal in den Garten trage, damit sie sich vor der Nachtruhe ein letztes Mal lösen kann. Da Mati sich dafür Zeit lässt und ich eine Frostbeule bin, lasse ich die Terrassentür offen stehen und verkrümel mich wieder ins Bett. Sobald in der Küche das Licht dank eines Präsenzsensors wieder angeht, stehe ich auf, schließe die Tür und hole die Kleine im Wohnzimmer ab, wo sie zwischenzeitlich gelandet ist, um sich gut gelaunt im Hundebett vor dem Kamin rumzukugeln.

So weit, so gut. 

Gestern ist mir bei  „Einsammeln“ des Gremlins aufgefallen, dass Sofia nicht mehr in ihrem Hundebett neben dem Schlafzimmer lag, sondern sich in ein Bettchen im Arbeitszimmer verkrümelt hatte. Sie tut das manchmal, wenn Emilia sich nachts zu ihr legt…und ihr das zu eng wird.

 So weit, immer noch so gut. 

Morgens laufe ich immer den Garten ab und sammle abendliche / nächtliche Hundehaufen ein, um sie brav im Restmüll zu entsorgen. So auch heute. Doch was lag denn da im Garten? Eine hellgraue Fleece-Decke? Mitten auf der Wiese?

Verwundert lief ich hin, hob die Decke hoch…und entdeckte darunter ein formvollendetes Häufchen, schön vor dem leichten Regen geschützt!  

Offenbar war Sofia – von mir unbemerkt – nach Matilda in den Garten gewandert und hatte dabei ihre Decke wie ein Mäntelchen mitgenommen. Als sie sich dann hingehockt hat, ist ihr die Decke vom Rücken gerutscht und hat den Ort des Geschehens perfekt bedeckt. Das alles hat sie in Windeseile geschafft… sie muss nämlich schon wieder ins Haus gelaufen sein, BEVOR das Licht in der Küche ausgegangen ist! 

Mit Hundesenioren wird einem echt nie langweilig!    

Endlich Schnee!

Nachdem seit Tagen auf Handy und am Rechner Warnungen vor Unwetter und Glatteis eintrudelten, aber NICHTS dergleichen passierte, ist nun über Nacht endlich ein bisschen Schnee gefallen!

Ich befürchte zwar, dass morgen schon wieder alles weg sein wird, aber heute Morgen haben die Wauzis sich wenigstens über dass bisschen Weiß gefreut und Emilia fand es besonders lustig, sich den Siegdamm runterzukugeln. Schade nur, dass ich das Handy immer einen Ticken zu spät gezückt habe.

 

Es tut mir leid….

…aber ich kann nicht jedem Hund helfen. *seufz*

Gestern erreichte mich innerhalb weniger Monate die zweite Anfrage aus meinem Gassi-Umfeld, einen Hund zu übernehmen, weil dieser aus unterschiedlichen Gründen seine Familie verlassen muss. Ich kenne und mag beide Hunde und die dazugehörigen Frauchen. Und beide Rüden (die nicht komplett verträglich sind) kommen bestens mit meiner Bande klar. Gute Hundekumpels, auch wenn man sich nicht ständig über den Weg läuft. 

Ich kann gut verstehen, dass einen die Abgabe eines geliebten Hundes weh tut und dass man ihn am liebsten irgendwo in die Nähe vermitteln würde, noch dazu an jemanden, den man einigermaßen kennt und von dem man weiß, dass der eine gewisse Tierschutzaffinität hat. 

Hätte ich nur einen oder maximal zwei Hunde, hätte ich mich unter Umständen tatsächlich dazu hinreissen lassen, eben WEIL ich die Hunde kenne und mag…und weil sie mir leid tun. Auch wenn sie keine Molosser sind und an sich so gar nicht in mein Beuteschema passen.

Aber ich muss vernünftig sein: wir haben schon vier Hunde und unser ganzes Leben ist um sie und ihre Bedürfnisse rum organisiert, insbesondere um die schwerkranke Matilda. Und auch wenn wir ein sehr harmonisches Hunde-Team haben, das auch bei Spaziergängen in der Regel easy zu händeln ist, war das nicht von Anfang an so. Jeder neue Hund, jede Vergesellschaftung, bringt ihre Herausforderung mit sich… zuhause und außerhalb. Die gesamte Dynamik verändert sich und muss sich neu einspielen. Das kann Monate dauern und – wie bei Matildas oder bei Emilias Einzug – zu einem nervenaufreibenden und stressigen Balanceakt führen. 

Kann ich das meinen Oldies, mir und meinem Mann zum jetzigen Zeitpunkt noch zumuten?  
Nein.

Ok. ICH bin hier die absolut Hundebekloppte und kümmere mich primär um die Bande. Aber mein Mann hat natürlich auch ein Wörtchen mitzureden. So sehr er unsere Wauzis auch liebt (er würde ALLES für sie tun!)… er ist nicht nur derjenige, der den ganzen Spaß als Hauptverdiener finanziert, sondern auch derjenige, der mit mir an einem Strang ziehen und mein Backup sein muss, wenn ich aus welchen Gründen auch immer ausfalle. Unsere Vier bekommt er in der aktuellen Konstellation gut gemanagt. Ob das mit einem fünften Hund noch klappen würde, wage ich zu bezweifeln.   

Und ich bin mir nicht einmal sicher, ob ICH das hinbekommen würde! Zumal ich nicht jünger werde und mit Job, Familie, Haushalt, eigenen Hunden UND Tierschutz eh schon mehr als ausgelastet bin.

Es tut mir wirklich total leid und natürlich helfe ich gerne dabei, ein neues Zuhause zu finden… aber dieses Zuhause kann leider definitiv nicht bei uns sein.