Vios Portrait

Drei Tage, bevor Violetta 29 Jahre alt geworden wäre , ist das Portrait angekommen, dass die liebe Teresa von unserem ersten gemeinsamen Sternenhund gezeichnet hat. Görk hat, genau wie ich, sofort glänzende Augen und ein strahlendes Lächeln bekommen. 

Das Vorlagenfoto war ihm Laufe der Jahre etwas verblasst, doch dank anderer Fotos, auf denen man Vios Fellfarbe gut erkennen konnte, ist keine Schwarz-Weiß-Zeichnung draus geworden. Und so haben wir das nächste wunderschöne Bild eines unserer Lieblinge mit all den damit verbundenen wunderschönen Erinnerungen bekommen. Das ist unbezahlbar! 

Social Walk

Da wir gerade Urlaub haben, wie üblich zuhause geblieben sind und einfach nur entspannen, hatte Görk heute mal die Möglichkeit, uns zur Hundeschule zu begleiten. Locken konnte ich ihn allerdings auch nur, weil keine „normale“ Übungsstunde angesagt war, sondern ein Social Walk vom Klärwerk in Schwarz-Rheindorf bis zur Siegmündung.

Wer wollte und einen hundewiesentauglichen Hund dabei hatte, durfte bis zur Nordbrücke über die Hundefreilauffläche laufen, während der Rest der Truppe über den Rheindamm lief. Ein Angebot, das wir angenommen haben, da Sofia durch das Warten am Sammelpunkt (Wanderparkplatz) arg gestresst war: viele Menschen sowie gelegentlich Fahrradfahrer, Autos und Baustellenfahrzeuge hatten ihr schon zu Beginn soviel Angst gemacht, dass sich Görk mit ihr entfernt hatte, um ihr etwas Ruhe zu verschaffen. Als es dann endlich los ging, durfte sie sich den Stress erst mal auf der Hundewiese „runterlaufen“ und auch mal kurz an den Rhein, um zu trinken.   

An der Nordbrücke traf man sich dann wieder und wir gingen im losen Verbund weiter. Bis auf unsere beiden Mädels mussten alle Hunde an der Leine bleiben: Matilda klebt ja eh an mir und ignoriert alle anderen und Sofia wäre inmitten einer Gruppe zu stark gestresst und konnte so ihren eigenen Wohlfühlabstand wählen. Nur so konnte sie dann auch mal auch sich rausgehen und zwischendurch mal ganz mutig zwischen den Hunden und Menschen laufen. Da sie „everybody’s darling“ ist und weder Vier- noch Zweibeiner belästigt, ist das auch für niemanden stressig.

So ging es dann munter vor uns hin quatschend in aller Gemütlichkeit und mit einem Zwischenstopp an einem Kiesstrand bis zur Siegmündung, wo dann die meisten Hunde abgeleint wurden und spielen, buddeln, platschen oder – im Falle der Labradore – sogar schwimmen konnten. Selbst Matilda hatte Spaß und fand es toll, ins flache Wasser geworfene kleine Stöckchen rauszufischen und die dann zu zerfleddern.  

Ein wirklich schöner und entspannter Gruppenspaziergang…. nur Görk war nachher total platt, da wir gut 2,5 Stunden unterwegs waren und er keine längeren Wanderungen gewohnt ist.

Und schon wieder Stress…

Mein Mann brauchte heute morgen den kleinen Wagen, mein Hundeauto macht komische Geräusche und bleibt deshalb stehen, bis unser Mechaniker sich bei uns meldet. Sprich: wir konnten nicht raus in die Pampa fahren. 

Fußläufig ohne übermäßigen Stress erreichbar war daher nur der Park am Ende unserer Straße. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass dort noch nicht gemäht worden ist und das Gras beiderseits der gewundenen Wege fast hüfthoch steht. Sprich: aus der Hundeperspektive ist die Gegend komplett unübersichtlich….und damit für Sofia ziemlich stressig, weil sie offenbar glaubte, überall könnten Gefahren lauern.  

Als sie auf dem Rückweg endlich langsam entspannte und zumindest mal zusammen mit Matilda  an interessanten Stellen schnüffelte, hörten wir plötzlich Stimmen. Zwei kleine Jungs auf dem Weg zur Schule, die sich ganz ruhig unterhielten. Für einen normal aufgewachsenen und sozialisierten Hund etwas völlig Normales, aber für Sofia bedeutete dies gleich ALARM!

Völlig gehetzt drehte sie sich dauernd um und zuckte immer wieder zusammen. Also blieben wir stehen und warteten, bis die Jungs schließlich auftauchten und an uns vorbeigingen…. die „akute“ Gefahr war somit gebannt, konnte vorsichtig im Auge behalten werden und ein Weitergehen war wieder möglich. 

Auch wenn es mir leid tut, solche Reaktionen zu sehen, kann ich Sofia nicht komplett vor jeglichem Stress bewahren. Sie hat große Fortschritte gemacht, ist aber noch weit davon entfernt, ein „normaler“ Hund zu sein. Aber wir kommen klar, sie hat zumindest keine kompletten Panikreaktionen mehr und sie lernt, immer mehr auszuhalten und zu ertragen.  

Verführerisch, aber streng

Heute im Ennert eine sehr nette Frau mit ihren beiden Hunden kennengelernt, einen entzückenden French x English Bulldog x Mops-Welpen (den ich am liebsten gleich eingepackt hätte) und einen 5-jährigen Franzosen in blue brindle.

Der erwachsene und intakte Rüde muss wohl sonst ziemlich triebig sein und bedrängt laut seinem Frauchen Hündinnen oftmals sehr stark (O-Ton: „Der berammelt alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist!“), doch an Matilda hat er sich nicht rangetraut!

Die Kleine blieb ganz ruhig, warf ihm nur einen strenger Blick über die Schulter zu und der Bursche unterbrach sofort seinen Annäherungsversuch. Er blieb still stehen und wartete ab. Als ein zweiter Schulterblick kam, zuckte er zusammen, trollte sich aber nicht, sondern setze sich in relativ geringem Abstand hinter Matilda, die ihm weiterhin den Rücken zuwandte und ihn geflissentlich ignorierte. 

Da das Mädel aber so kurz nach ihrer Läufigkeit immer noch ein bissel duftete, begann der kleine Bollerkopf irgendwann leise vor sich hin zu fiepen (ohne sich aber zu nähern)….was Matilda nach einer Weile so sehr auf die Nerven ging, dass sie rumfuhr und lautlos nach ihm schnappte. Der Bub machte erschrocken einen Riesensatz und blieb dann in gebührendem und sicherem Abstand still hinter seiner Angebeteten, ohne sie weiter zu „belästigen“!

Das Frauchen des Rüden war begeistert: sie freute sich, dass sich endlich mal eine Hündin ganz ruhig und absolut selbstsicher Respekt verschaffen konnte. Das passiert ihr bzw. ihm wohl eher selten, so dass SIE dann immer ihren Dicken einsammeln muss.

Mich hat das Ganze auch sehr gefreut: Matilda ist bei Hundebegegnungen zwar immer noch weitestgehend „ignorant“ und wünscht keinen Kontakt, reagiert aber weniger grantig als früher und lässt sich meist geduldig beschnufeln, bevor sie in aller Ruhe signalisiert, dass das damit auch genug des Kontaktes ist. Hoffentlich bleibt es bei diesem Aufwärtstrend und ich kann irgendwann mit Fug und recht behaupten, eine absolut souveräne Hündin an meiner Seite zu haben!

Gesamtbaustelle

An sich wollte ich Matilda heute endlich impfen lassen, da wir sie während der Läufigkeit nicht zusätzlich belasten wollten. 

Nun „blüht“ sie aber seit ein paar Tagen wieder, da ihre Allergien (genau wie bei mir) derzeit wieder voll zuschlagen. Glücklicherweise hatte ich noch etwas Apoquel da, das auch tatsächlich wieder wirkt und die heftigsten Symptome abgemildert hat. 

Wie der Zufall es will, humpelt die Kleine seit heute morgen, kurz bevor ich mit den Mädels loswollte. Keine Ahnung wieso. 

Wir sind dann eine kleine pro forma-Runde durch den Ennert gelaufen und in einem Rutsch zur Tierärztin. Man musste bei der Anmeldung dann doch schmunzeln, als ich meinte, sie könnten sich was aussuchen: Impfung, Allergie oder Humpeln. 

Letztendlich haben wir gar nichts gemacht. Die Impfung kann ruhig noch 2-3 Wochen warten, bis der Allergiestatus sich weiter gebessert hat, und das rechte Vorderpfötchen bzw. eine Zehe war geschwollen, doch knirschte nichts, so dass wir auch nicht gleich röntgen wollten. Nun heißt es abwarten, schonen und vor allem weiter das Apoquel geben. Sie darf dann auch Pee-Wees Tabletten aufbrauchen…. eine halbe Tablette ist zwar für ihr Gewicht (12,9 kg *hüstel*) etwas zu viel, aber das ist nicht weiter tragisch.

Sofia war im Ennert übrigens extrem gestresst, obwohl wir niemandem begegnet sind und ich zumindest nichts Befremdliches hören oder riechen konnte. Wer weiss, was das Mädel so durcheinander gebracht hat.

Kleines Stressgesicht:

  

Bauschutt

Heute morgen habe ich mal wieder eine illegale Müllabladung entdeckt, als ich mit den Wauzis unterwegs war…. direkt unterhalb der A565 auf einem Schotterweg neben einem Feld.

Offenbar ist da jemand mit Lkw oder Anhänger hingefahren und hat seinen Bauschutt (Wellblech-Eternit-Platten, Sperrholz, Glaswolle, Fliesen, etc.) einfach so in der Natur entsorgt.

In dieser Gegend passiert so etwas leider relativ häufig, weil das kein offizieller Wanderweg ist und man hier höchstens mal ein paar Hundehalter oder einsame Jogger trifft, so dass man kaum Gefahr läuft, beobachtet und angezeigt zu werden.

Ich habe das natürlich dem Ordnungsamt und BonnOrange gemeldet, bezweifle aber, dass der Schutt allzu schnell abgeholt werden wird. *seufz*

Erinnerungen

Vor genau einem Jahr hat uns Mortisha, unser gelebter kleiner Gremlin verlassen.

Die Erinnerungen an sie begleiten uns immer noch jeden Tag…. Vor allem wenn wir uns Matilda ansehen, die so viel von ihrer Ziehmama gelernt und so viele kleine Eigenheiten und Verhaltensweisen von ihr übernommen hat. „Erschwert“ wird das Ganze natürlich noch dadurch, dass sie ihr recht ähnlich sieht, auch wenn sie natürlich kleiner und zarter ist. Trotzdem… es passiert sowohl mir als auch Görk immer wieder, dass wir das „Mogel“ ansprechen…und dann betreten schweigen.

Wir vermissen unser Mädchen so sehr!

 

Seminar „Die größten Irrtümer beim Hund“

Über den Tierschutz ergeben sich oft sehr nette und konstruktive Bekanntschaften. So steht die Molosser-Vermittlungshilfe schon seit einigen Jahren mit dem Tierheim Pforzheim in Verbindung, genau genommen mit Silvana Morinelli, einer Hundeverhaltensberaterin, die dort insbesondere mit den nicht ganz einfachen Hunden arbeitet und sie auf ein Leben in einem eigenen Zuhause vorbereitet.

Silvana arbeitet in letzter Zeit verstärkt mit dem TSV Pitbull, Stafford & Co Köln bzw. mit Stefan zusammen, dem Trainer, der sich um deren Hunde kümmert. Dadurch ist sie öfter mal im Rheinland und als wir zufälligerweise darüber mailten, lud sie mich spontan zu einem Seminar ein, an dem ich natürlich sehr gerne teilgenommen habe…. schon um sie endlich mal persönlich kennenzulernen.  

Thema des Seminars war: „Die größten Irrtümer beim Hund“

In einer lockeren Gesprächsrunde, die Silvana wirklich interaktiv gestaltet hat, wurden nicht nur Themen wie Dominanz, Welpenschutz, Übersprungshandlungen, Triebe/Instinkte und der Unterschied zwischen Aggression und Gefährlichkeit erklärt und wissenschaftlich belegt, sondern auch Fragen diskutiert, die sich viele Hundehalter stellen, wie 

Haben Hunde ein schlechtes Gewissen?
Erkennen Sie Trauer?
Haben Sie eine Seele?
Können Sie bluffen?
Und vieles mehr…

Mir hat das Seminar viel Spaß gemacht, weil es wirklich erfrischend locker war und die sehr sympathische Silvana sich  nicht in theoretischen Erklärungsmodellen verloren hat, sondern praxisnah und gut verständlich erklärt und mit Beispielen belegt hat. 

Mutig?

Während Matildas Läufigkeiten meiden wir natürlich stark frequentierte Gegenden bzw. laufen zu eher unchristlichen Zeiten. Wir müssen ja weder uns noch andere Hunde stressen.

Als wir heute recht früh am Morgen von der Siegfähre aus kommend bis an den Rhein gelaufen sind, haben wir daher eine Strecke genommen, wo wir meist niemandem begegnen. Erst auf der großen Wiese hinter der Nordbrücke (und somit hinter der Freilauffläche) kamen uns zwei Frauen mit ihren beiden Hunden entgegen. Auf meinen frühzeitigen Hinweis hin wurde ich zwar sofort beruhigt, doch beim Näherkommen hieß es, ich sei aber mutig, hier mit einer läufigen Hündin unterwegs zu sein. 

Ähm…wieso? Wir waren recht weit von der Hundewiese entfernt, die Gegend ist flach und unbebaut (sprich bestens überschaubar) und um diese Uhrzeit waren eh nur vereinzelt Hund’ler unterwegs.   

Kurz darauf tauchte unter der Nordbrücke ein Mann auf, der aber stehenblieb und gebannt auf sein Handy starrte. Derweil trabte sein Hund (mit knallorangener Schleppleine) weiter und anhand seines doch sehr flotten und zielgerichteten Gangbilds war mir sofort klar, dass es ein Rüde sein musste. Oh oh. Der Mann bemerkte nichts oder ihm war es schnuppe, dass sich sein Hund komplett aus seinem Einflussbereich entfernte und sich locker-flockig 100 m und mehr von ihm entfernte. 

Yep. Es war ein Rüde. Etwa in Sofias Größe und SEHR angetan von Matilda. Er näherte sich ihr doch sehr forsch…und erschreckte fürchterlich, als die böse fremde Frau einfach die Schleppleine packte und ihn von dem lecker duftenden Mädchen wegzog. Sein Wegspringen gab mir die Möglichkeit, Matilda auf den Arm zu nehmen und – dicht gefolgt von dem Rüden – auf den Mann zuzulaufen, damit der seinen Vierbeiner einsammeln konnte.  

Der Mann hatte zwischenzeitlich endlich aufgeschaut und kam nun aufgeschreckt angelaufen.

„Ist sie läufig?“ Ich bejahte. Er machte große Augen. „Gehen Sie etwa über die Hundewiese!?!“ Ich verneinte mit aller Deutlichkeit…. schenkte es mir aber zu sagen, dass ich a) nicht mit dem Hammer geschlagen bin und b) der Hundewiese nur so nah gekommen war, um ihm seinen Hund zu bringen, auf den er nicht aufgepasst hatte. Sonst wäre ich nämlich schon viel eher links abgebogen und wieder Richtung Siegfähre gelaufen. Hatte nur keine Lust, mit einem dritten Hund heimzufahren. 

Muss es wirklich „mutig“ sein, mit einer läufigen Hündin spazierenzugehen?
Ist es „mutig“ zu erwarten, dass sich Hunde nicht allzu weit von ihren Menschen entfernen sollten?
Ist es „mutig“davon auszugehen, dass Hunde, die Freilauf genießen dürfen, halbwegs im Gehorsam stehen?