Heute eine Begegnung der anderen Art gehabt….
Ich bin mit den Hunden am Klärwerk in Schwarz-Rheindorf (unterhalb des Damms) losgezockelt. Matilda im Wagen, Balisto und Emilia noch an der Leine, damit die nicht über den Damm hinweg zur Hundewiese laufen… nur Sofia, die sich eh nicht großartig von mir entfernt, wurde schon abgeleint.
Auf dem Damm saß auf der ersten Bank ein Mann mit Pudelmütze und Vollbart, der uns hatte kommen sehen. Was ICH jedoch nicht gesehen hatte, war der Hund, der bewegungslos UNTER der Bank lag. Bemerkt habe ich ihn erst, als es zu spät war, sprich: als Sofia schon auf ihn zudappelte.
Daraufhin ist der Mann brüllend aufgesprungen, ich solle meinen Köter wegholen, und schob das Ömchen mit einem Bein weg. Da der Typ mich weiter wüst beschimpfte, habe ich ihn erst mal recht unfreundlich gefragt, ob es noch hackt. Blöderweise hat Sofia in diesem Moment (ja… sie wird langsam echt tüddelig!) wieder einen Schritt auf ihn zu gemacht, woraufhin er KOMPLETT ausgerastet ist, extrem ausfallend wurde und sie getreten hat.
DAS geht ja mal nun gar nicht! 
Sicher… wenn jemand keinen Kontakt wünscht, muss man das respektieren, aber a) hätte er VORHER den Mund aufmachen und auf seinen Hund hinweisen können, der nicht „belästigt“ werden durfte und b) hat er keine Hunde-Oma zu treten, die sich langsam und freundlich nähert… die kann man auch anders blocken / stoppen.
Damit habe ich dann jegliche Contenance verloren und bin ebenfalls ausgeflippt, habe dann aber das Sofichen eingesammelt und bin – recht aufgebracht – weiter gegangen.
Eine ältere Dame, die das Ganze beobachtet hatte, kam extra auf mich zu und meinte, ich solle mich bloß nicht auf diesen Mann einlassen: sie habe schon mehrfach miterlebt, dass er andere Hundehalter angehe und dabei äußerst aggressiv und ausfallend werde. Ihr tue nur der Hund leid… der dürfe nämlich offenbar nie Kontakt zu anderen Hunden haben. Sie ermahnte mich freundlich, mir den Vorfall nicht zu Herzen zu nehmen und die Sache abzuhaken.
Gesagt, getan. Ich dankte der Dame und setzte meinen Weg in aller Ruhe fort.
Ich war gerade auf der Höhe einer weitläufigen Wiese rechts vom Alten Jüdischen Friedhof angekommen und hatte alle Hunde im Freilauf, als ich plötzlich ein Fahrzeug hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah…. das Ordnungsamt.
Der Typ hatte allen Ernstes das OA angerufen und denen wer-weiss-was-erzählt! 
Glücklicherweise waren beide Beamten sehr nett und fragten mich höflich, ob es einen Vorfall gegeben habe. Sie hätten nämlich einen Anruf erhalten, in dem es um eine Frau mit vier freilaufenden Hunden und so einer Art Kinderwagen ging. Das dürfte dann wohl ich sein. Yep. 
Ich musste echt lachen und habe dann mal erzählt, wie sich das Ganze tatsächlich abgespielt hat…und habe auch auf die Zeugin verwiesen.
Bzgl. der unangeleinten Hunde habe ich gesagt, dass zu dem Zeitpunkt nur EIN Hund ohne Leine rumgelaufen war, das aber irrelevant sei. Laut Landeshundegesetz NRW herrscht nämlich nur in Gebieten Leinenpflicht, die im Zusammenhang bebaut sind… und das ist weder unterhalb des Damms noch hier am Friedhof der Fall. Der Beamte wies dann auf die nahe Hundefreilauffläche hin. Jaaaa…. die ändere aber auch nichts daran, dass ich die Hunde hier laufen lassen dürfe. Ich laufe gerne erst hier unten lang, dann unter der Nordbrücke durch und über die Hundewiese zurück.
Dem jungen Mann war mittlerweile klar, dass ich nicht „erst seit gestern Hunde habe“, was ich bestätigte. Ich erzählte, dass ich meinen ersten Hund zu meinem 7. Geburtstag geschenkt bekommen habe (also 1979) und seit Jahrzehnten immer 3-4 Hunde habe…was nicht ausbleibe, wenn man selber im Tierschutz tätig sei.
Zwischenzeitlich war auch die Kollegin des Beamten ausgestiegen, hatte sich hingehockt und knuddelte der Reihe nach alle Hunde durch. Wir haben uns dann wirklich sehr nett unterhalten, die beiden haben die Hunde über den Klee gelobt, sich über Balistos Namen kaputt gelacht und mein Tierschutz-Engagement bewundert. Ich würde da eine sehr wichtige Arbeit leisten!
Verwundert hat mich nur, dass der Beamte mich irgendwann aus dem Blauen raus fragte, wie groß der Mann gewesen sei. Nach einem prüfenden Blick auf ihn meinte ich: „Größer als Sie.“
Er lachte verblüfft, stand noch ein bisschen gerader und fragte: „Größer als ICH?“
Worauf ich nur meinte: „Ja, ein ganzes Stück größer, aber schmaler.“
Daraufhin schauten sich die beiden kurz an… und damit war das Thema erledigt.
Nun frage ich mich natürlich, WAS der Bekloppte dem Ordnungsamt erzählt hat…. dass ich IHN aus welchen Gründen auch immer angegangen oder gar angegriffen habe?

Wie auch immer: man hat nicht einmal meine Personalien aufgenommen und mir auch keine mündliche Verwarnung ausgesprochen… schließlich gab es dazu keinen Grund. Stattdessen haben wir uns wirklich lange und nett unterhalten und uns schließlich gut gelaunt und freundlich winkend verabschiedet.
