Seminar „Stress und Bindung“

Nachdem mir das letzte Seminar bei Silvana Morinelli so gut gefallen und ich zufälligerweise gerade Urlaub hatte, als der nächste Rheinland-Termin stattfand, habe ich natürlich gleich dran teilgenommen.

Der Start lief etwas chaotisch, weil die Firmeninhaber, die den Seminarraum zur Verfügung stellen wollten, den Termin vergessen hatten und auf die Schnelle niemanden nach Troisdorf schicken konnten, um aufzuschließen. Also haben wir gewartet, bis alle Teilnehmer da waren….und sind dann in Kolonne zu dem Trainer Stefan Engels nach Hause gefahren, wo – Mehrgenerationenhaus sei Dank – die sehr sympathischen Eltern bereits spontan die Möglichkeit geschaffen hatten, in dem wunderschön ausgebauten Dachboden das Seminar stattfinden zu lassen.

Wir alle wurde nicht nur herzlich willkommen geheißen, sondern auch bestens mit Getränken, Kuchen und Knabberzeug versorgt…. und als kleine „Wiedergutmachung“ (die gar nicht nötig gewesen wäre) wurde in der großen Pause sogar lecker gegrillt – und ich weiß jetzt ENDLICH, woher man den besten Grillkäse überhaupt herbekommt!

Das Seminar selber war wieder sehr locker, spannend und war nicht nur eine willkommene Auffrischung eines wichtigen Themenkomplexes, sondern bot auch einige neue Infos.

Seminar „Die größten Irrtümer beim Hund“

Über den Tierschutz ergeben sich oft sehr nette und konstruktive Bekanntschaften. So steht die Molosser-Vermittlungshilfe schon seit einigen Jahren mit dem Tierheim Pforzheim in Verbindung, genau genommen mit Silvana Morinelli, einer Hundeverhaltensberaterin, die dort insbesondere mit den nicht ganz einfachen Hunden arbeitet und sie auf ein Leben in einem eigenen Zuhause vorbereitet.

Silvana arbeitet in letzter Zeit verstärkt mit dem TSV Pitbull, Stafford & Co Köln bzw. mit Stefan zusammen, dem Trainer, der sich um deren Hunde kümmert. Dadurch ist sie öfter mal im Rheinland und als wir zufälligerweise darüber mailten, lud sie mich spontan zu einem Seminar ein, an dem ich natürlich sehr gerne teilgenommen habe…. schon um sie endlich mal persönlich kennenzulernen.  

Thema des Seminars war: „Die größten Irrtümer beim Hund“

In einer lockeren Gesprächsrunde, die Silvana wirklich interaktiv gestaltet hat, wurden nicht nur Themen wie Dominanz, Welpenschutz, Übersprungshandlungen, Triebe/Instinkte und der Unterschied zwischen Aggression und Gefährlichkeit erklärt und wissenschaftlich belegt, sondern auch Fragen diskutiert, die sich viele Hundehalter stellen, wie 

Haben Hunde ein schlechtes Gewissen?
Erkennen Sie Trauer?
Haben Sie eine Seele?
Können Sie bluffen?
Und vieles mehr…

Mir hat das Seminar viel Spaß gemacht, weil es wirklich erfrischend locker war und die sehr sympathische Silvana sich  nicht in theoretischen Erklärungsmodellen verloren hat, sondern praxisnah und gut verständlich erklärt und mit Beispielen belegt hat. 

Kulanz bei Zooplus

Wir gehören ja schändlicherweise zu den Leuten, die den Großteil ihres Hundefutters nicht im Zoofachladen um die Ecke kaufen (weil die dort leider nicht das TroFu im Sortiment haben, welches wir brauchen), sondern im Internet bestellen und sich liefern lassen. 

Wenn ich denn bestelle, bestelle ich gerne mal irgendwelche Kleinigkeiten mit…. dieses Mal einen Mikrofaser-Trockenmantel für Matilda, der von der Rückenlänge her auch perfekt passt, sich allerdings selbst in der weitesten Einstellung nicht verschließen lässt, da die Kleine dafür einen viel zu tiefen Brustkorb hat. Auch die hinteren Klettverschlüsse lassen sich  nicht schließen.

Da wir den Mantel also nicht gebrauchen können, habe ich Zooplus angemailt und vorsichtig angefragt, ob ich den Mantel retournieren darf. Darf ich nicht.

Stattdessen schrieb mir das Service-Team heute,  dass die Rücksendung des Artikels (der gerade mal knapp 7 € gekostet hatte) in diesem Fall nicht notwendig sei. Zitat: „Gerne können Sie diesen an ein bedürftiges Tierheim oder eine ähnliche Einrichtung in Ihrer Nähe verschenken.“
Ist das nicht supernett? Ich bin jedenfalls begeistert!

Da ich erst Ende Februar ein paar Kisten voller Spenden (viele Hundebücher, Intelligenzspiele, aber auch andere Sachen für den tierheimeigenen Laden) zum Tierheim Bonn gebracht hatte, werde ich den Trockenmantel erst mal beiseite legen und warten, bis wieder ein bissel was zusammenkommt, und ihn dann hinbringen. 

Freilaufende Ziegen

Heute bin ich mal wieder getrennt mit den Hunden gelaufen. Als erster war Pee-Wee dran, mit dem ich von einem P&R-Parkplatz aus einen schönen Spaziergang machen wollte. Als ich dort aber ankam, schlenderten ein paar Ziegen zwischen den Autos entlang.

Wagen schnell außer Sichtweite abgestellt, Hund drin gelassen und mal vorsichtig nachgeschaut, was die „Tierchen“ da machten und ob die tatsächlich unbeaufsichtigt waren. Waren sie. 

Offenbar hatten ca. 20 Ziegen sich von der großen Schafherde entfernt, die unterhalb des Parkplatzes auf einer Siegwiese stand. Keine Ahnung, ob irgendein Depp den Weidezaun umgeworfen, das Stromgerät abgeknipst hatte oder was-weiss-ich. Fakt ist: die Tiere haben sich ziemlich weit von ihren Kumpels entfernt und sind auf Erkundungstour gegangen. 

Blöderweise befindet sich der Parkplatz aber direkt an einer Autobahnauffahrt und das Gelände ist nicht umzäunt. Es bestand also definitiv die Gefahr, dass die Ziegen (und ein paar Schafe…. die ich später weiter hinten im Unterholz entdeckte) auf der Straße landen könnten. 

Zuerst einmal habe ich versucht, mich so wenig bedrohlich wie auch nur möglich zu nähern und die Tiere in die andere Richtung zu treiben. Das hat leider nicht bei allen funktioniert. Ein paar haben sich nämlich null um mich gekümmert, sind völlig unaufgeregt weiter Richtung Autobahn gewandert (Entfernung nur noch knapp 20 m) und haben an Bäumen und Büschen geknabbert. 

Also Polizei angerufen, Situation geschildert und gehofft, dass sofort die „Kavallerie“ kommt. Aber Pustekuchen! Der Typ regte sich erst mal über den Schäfer auf, der angeblich seine Aufsichtspflicht verletzt habe und mit „richtig Ärger“ rechnen müsse. Ähmm…. interessiert mich nicht! 

Dann pampte er mich in einem ziemlich ätzenden Ton an, weil ich die falsche Autobahn genannt hatte: an der Auffahrt stehen nämlich ZWEI Schilder – A565 und A555. Letztere kommt erst, wenn man der A565 ein Stück gefolgt ist. Anhand meiner Beschreibung wusste er aber sofort, wo ich stand. Es bestand also keine Veranlassung mich derart anzututen. 

Auf meine Rückfrage, was er nun zu tun gedenke, kam dann nur recht gelangweilt, man werde sich drum kümmern….klar, wer’s glaubt. 
Da mir das nicht reichte, habe ich daraufhin unser Veterinäramt angerufen und mit der Amtsleiterin gesprochen, die stinksauer war über das Verhalten des Polizisten.  Glücklicherweise wusste sie sofort, wem die Tiere gehörten und versicherte, ihn sofort zu benachrichtigen. Außerdem wollte sie gleich auch die Ordnungsdienste informieren, damit jemand den Parkplatz absichert. 

Während des Telefonats wanderte – zu unserer großen Erleichterung – ein ganzer Schwung Ziegen die Böschung runter Richtung Wiese und Herde. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die restlichen Tieren irgendwann hinterhergelaufen sind bzw. dass der Schäfer alle seine Tiere wohlbehalten einsammeln konnte. 

Ich bin zumindest beruhigt, dass in den Lokalnachrichten nichts berichtet wurde: es dürfte also keines der Tiere auf der Autobahn gelandet sein!

Freilaufende Schafe

Als wir heute morgen mit den Hunden an der Siegfähre waren und auf dem Rückweg hinter dem Lokal herliefen, sahen wir ein paar Schafe auf der Wiese dahinter grasen. Schafe, die wir eigentlich auf einer anderen, extra abgezäunten Wiese hinter dem Parkplatz erwartet hatten. Hmm. Bei genauerer Betrachtung waren die Tiere NICHt umgestellt worden…ein Weidezaun war nämlich weit und breit nicht zu sehen. 

Wir also vorsichtshalber auch Sofia angeleint, ruhig dran vorbei und die Hunde in den Wagen gepackt. Anschließend sind wir zu der eigentlichen Schafweide rübergewandert, wo tatsächlich eine Stange (und somit ein Teilstück) des Weidezaunes auf dem Boden lag, so dass die Sechse sich verselbstständigt hatten.

In Anbetracht der Tatsache, dass dort vor knapp 2 Monaten oder so ein Hund Schafe gejagt und eins der Tiere so schwer verletzt hat, dass es erschossen werden musste, hatten wir gehofft, am Zaun oder am dort abgestellten Anhänger einen Aushang mit der Telefonnummer des Schäfers zu finden. Dem war aber nicht so. 

Was nun?

Görk hat dann einfach mal bei der Polizei angerufen, um nachzufragen, ob es denen irgendwie möglich ist, den Schäfer ausfindig zu machen und über die ausgebüchsten Schafe zu informieren. Er hat nacheinander mit zwei Beamten gesprochen, die offenbar einen Clown gefrühstückt hatten. 

Der erste fragte schmunzelnd, ob wir die Schafe eingefangen hätten… der zweite meinte nur, dass ja keine Gefahr bestünde, dass sie auf die Straße liefen….sie könnten ruhig da bleiben…. „Futter für die Wölfe“. 

Glücklicherweise kann in der Ecke wirklich kaum was passieren…. das Risiko, dass freilaufende Schafe (wenn sie denn nicht in Panik irgendwo entlang rasen) bis zur nächsten verkehrsreichen Straße kommen, ist relativ gering: die Siegfähre und somit die Schafsweide befinden sich nämlich in einem Naturschutzgebiet mit einer einzigen Zugangsstraße ohne Abzweigungen, die am Fluss endet. Tempolimit 30 km/h. Die einzigen, die hier langkommen, sind Gäste des Lokals (welches aber gerade Winterpause hat), Hundehalter, Spaziergänger und NABU-Leute.

Von daher bestand jetzt keine Gefahr im Verzug und ich verstehe schon, dass die Polizei nicht gleich jemand rausschicken wollte. 

Meine primäre Angst ist, dass jemand nichtsahnend und vor sich hinträumend mit Hund dort langläuft und die Schafe erst bemerkt, wenn der Hund losprescht. Ich hoffe also, dass der Schäfer benacrichtigt wird und dass er die Tiere schnellstmöglich sichert.

End BSL – Global Run Köln 2018

Leider ist mal wieder in der Presse wenig über die gestrige Veranstaltung zu lesen gewesen und auch die Teilnehmerzahl war nicht berauschend (ca. 350 – 400 Leute), was aber sicher mit den Temperaturen, dem Ferienbeginn in NRW tags zuvor, dem WM-Spiel und so einiger Krankmeldungen (auch bei den Standbetreibern) zu tun hatte. Wer aber gekommen ist, war mit ganzem Herzblut dabei und so haben Teilnehmer und Hunde durch die Bank weg bei der Polizei, den Kölnern und den Touris aus aller Herren Länder einen super Eindruck hinterlassen!

Meine Eltern hatten sich sehr auf die Demo gefreut…da haben sie sich auch nicht davon abhalten lassen, dass mein Papa eine Woche zuvor nachts gestürzt ist und eine üble Rippenprellung hatte…und dass meine Mama wegen einer leichten Lungenentzündung bis oben hin mit Antibiotika vollgestopft war.

Ich habe sie nur mal ganz kurz alleine gelassen und wo finde ich sie?
Natürlich bei einem Bullterrier! 

Folgende Vereine und Hundeshops waren mit dabei und haben mit einer freiwilligen Spende statt einer festgelegten Standgebühr für die Kostendeckung des Global Runs gesorgt:

Kunterhund (kürzlich von Sandra & Claudia übernommen), Animals United, Birkenhof (Freizeitzentrum für behinderte Menschen mit Huskies), 2nd-Hand-Tiere, TSV StädteRegion Aachen, Listenhunde-Nothilfe, PAWU (Protect Animals with us), TSV Groß-Essen, Feelgoodpet, SoKa Run e.V., Pit Staff Köln, Pit Staff Rhein-Main, Ruhrpott-Bullis, Tiertafel Rhein-Erft, IG gegen Rasselisten und FairDog Deutschland.

Als sich der Heumarkt so langsam füllte, gab es für Menschen und Hunde reichlich Möglichkeiten, einfach mal „Hallo“ zu sagen…. und für mich zu fotografieren. 

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Alexandra Ronsiek (Organisatorin von Hund ist Hund) übernahm Simone Sombecki (Tiere suchen ein Zuhause – WDR) die Moderation der Veranstaltung. Halbwegs pünktlich startete dann auch der – aufgrund der Hitze – recht kurz gehaltene Protestmarsch durch die Kölner Altstadt, glücklicherweise größtenteils über schattige Straßen.

Bei den „Protesthunden“ war wirklich alles dabei: von jung bis alt, von elegant bis tollpatschig, von wuschelig bis nackig, von winzig bis riesig. Mit von der Partie waren jede Menge Bullterrier, große und kleine Bulldoggen sowie andere Bollerköppe, „gelbe“ Hunde, die gerne etwas mehr Abstand haben wollten und dank farbiger Schleifen oder Halstücher auch bekamen, ein Handicaphund und sehr viele Nicht-Listies, deren Halter Solidarität bewiesen. So marschierten die Berner Sennenhunde Josephine und Dr. Watson wie jedes Jahr für Listenhunde, aber auch ein Cavalier King Charles Spaniel, ein Pinscher, ein Yorkshire Terrier, ein Mexikanischer Nackthund, ein brauner Dalmatiner, ein Boxer, ein paar  Rottweiler und ganz viele Mischlinge.

 

Hündin eingesammelt

Auf der Fahrt durch Müllekoven sahen wir plötzlich eine Hündin mitten auf einem Kreisverkehr verunsichert stehenbleiben…. ein uns entgegenkommender Wagen bzw. dessen Fahrer sah sie glücklicherweise gerade noch rechtzeitig und konnte bremsen, woraufhin die Hündin weiter ins Wohngebiet zu unserer Linken lief.

Da weit und breit kein dazugehöriger Mensch zu sehen war, hielt Görk und ließ mich aussteigen, damit ich ihr fix hinterherlaufen konnte.  Trotz eines unsicher-ängstlichen Gangs, wie ich ihn von Sofia kenne, wenn die es eilig hat, von einer „Gefahrenquelle“ weg zu kommen, lief die Kleine recht zielstrebig durch das Wohngebiet und hopste zwischendurch nur mal kurz über eine Straße, um einen Samojeden zu begrüßen, der gerade spazierengeführt wurde.

Leider kannte der Mann die Hündin nicht und wusste daher auch nicht, wohin zu gehörte. Also ging die „Verfolgungsjagd“ weiter. Als sie schließlich an einer Straßenecke stehenblieb und recht unschlüssig wirkte, konnte ich endlich soweit aufschließen, dass ich sie ranlocken konnte. Sie kam auch gleich freudig an und ließ sich bereitwillig anleinen.

Nur…wohin mit dem süßen Hundemädchen?

Einer älteren Dame, die gerade vorbeikam, kam die Hündin bekannt vor und sie war so nett, bei einer benachbarten Familie nachzufragen, derweil ich mich von ihr zu einem Haus führen ließ, vor dem sie gottergeben stehen blieb:

Ich habe dann mal auf Verdacht reihum im Haus geklingelt, bis mir ein älterer Herr aufdrückte, aus dessen Wohnung ein Bellen erklang. Auf Rückfrage meinte er, dass im Haus ein weiter Hund wohne…und zwar in der obersten Etage. Dort klingelte ich natürlich auch…und mir öffnete ein etwa 10-jähriges Mädchen im Nachthemd (Sonntagmorgen halt ),  das mir verdattert bestätigte, dass das IHR Hund sei.

Also Leine ausgeklinkt und die Hündin lief ganz selbstverständlich in die Wohnung. Das Mädchen hingegen war sprachlos. Ich habe ihr dann verraten, wo ich die Hündin entdeckt und aufgelesen hatte und ihr aufgetragen, ihre Eltern bitte auf dem Handy anrufen und ihnen zu sagen, dass die Hündin wohlbehalten zuhause angekommen sei,  da sie sie bestimmt gerade verzweifelt suchten.

Ich hoffe, die Eltern (oder wer auch immer mit der Hündin unterwegs gewesen war) hatten ein Handy dabei und wurden von dem Mädchen beruhigt.

ICH würde jedenfalls völlig am Rad gehen, käme mir einer meiner Hunde abhanden… vor allem bei dem Gedanken, dass sie mehrere Straßen überqueren müssen, um heimzukommen.

Herzlich willkommen, Flip!

Da die Kölner Hundebande erst kürzlich ihre „Rudel“-Chefin Emma verloren hat und das vor allem für die zweite Französin Kröte sehr schwer war, weil ihr die Kuschelpartnerin fehlte, an der sie immer andocken konnte, begannen die Mädels recht schnell, noch einem Nachfolger zu suchen. An sich sollte es ein älterer, ruhiger und vor allem kleiner Rüde werden, ein Frenchie oder ein Mops.

„Unglücklicherweise“ hatten Claudia & Sandra aber mich gefragt, ob wir bei der Molosser-Vermittlungshilfe vielleicht einen passenden Hund hätten…und mir war spontan Flypau eingefallen, ein bildschöner, 6-jähriger French Bulldog-Cane Corso-Mix. Gesuch angeschaut, durchgelesen und spontan beschlossen, den Burschen im Tierheim zu besuchen und ihn sich selber mal anzugucken, da man über seine Verträglichkeit nichts sagen konnte.

Bei dem Besuch zeigte sich das Kerlchen unsicher, aber grundsätzlich interessiert und verträglich. Das Allerwichtigste jedoch war, dass Boxer-Oldie Ben sein OK gab. Also überlegten die Mädels lange hin und her (schließlich ist er deutlich größer und arbeitsintensiver als geplant), entschieden sich aber letztlich doch für eine Adoption.

Flypau heißt nun Flip und hätte kein besseres Zuhause bekommen können! 

Und ich freue mich jetzt schon darauf, ihn hoffentlich bald persönlich kennenlernen zu dürfen.

Überzeugungsarbeit

Meine Kollegin von „Bulldogssearchhome“ hatte mich darum gebeten, mir in Bad Breisig einen Hund anzuschauen, der von privat vermittelt wird und dessen derzeitige (unfreiwilligen) Halter von Hunden so überhaupt keine Ahnung haben, so dass die Angaben zu dem Burschen eher spärlich sind. Laut Aussage der Vermittler begegnete der Old English Bulldog-American Bulldog-Mischling Pluto fremden Menschen mit einer gehörigen Portion Skepsis… von daher ist es wichtig zu wissen, wie er sich evtl. bei dem Besuch von Interessenten verhält.

Nun gut….ich war ja vorgewarnt. Doch im ersten Moment hat es mich trotzdem betroffen gemacht, WIE unsicher der junge Rüde tatsächlich reagiert: bereits auf Distanz begann Pluto zu knurren, um mich dann massiv zu verbellen. Seinem hunde-unerfahrenen Menschen gelang es immer nur kurzzeitig, ihn zu beruhigen. Selbst als wir uns langsam auf gegenüberliegenden Straßenseiten in Bewegung setzten, versuchte Pluto die vermeintliche Bedrohung immer im Auge zu behalten und verbellte mich weiterhin, ohne dabei jedoch wirklich aggressiv zu sein. Ganz offensichtlich versuchte er nur, mich durch Imponiergehabe und lautstarkes Gebell auf Distanz zu halten….   

Da der Bursche aber offensichtlich Schmerzen hatte, den linken Hinterlauf entlastete und einmal sogar leise aufschrie, nachdem er die Pfote zu stark belastet hatte, brachen wir das Ganze erst einmal ab. Ich wollte Pluto zur Ruhe kommen lassen und mich derweil mit seinen Menschen unterhalten.

Nach einer guten Stunde starteten wir den zweiten Versuch: um keine unnötigen Risiken einzugehen, trug Pluto nun einen Maulkorb. Als er mich auf einem Mäuerchen sitzen saß und ich ihn nicht direkt anschaute, schwankte er zwischen Misstrauen, Neugierde und dem Wunsch, die Fremde doch mal genauer zu inspizieren. Er fiepte und bellte, wirkte aber schon deutlich entspannter als beim ersten Sichtkontakt. 

Nun durfte er direkt an mich rankommen, stürmte wedelnd heran, stellte die Vorderpfoten auf das Mäuerchen und stupste mich an, um dann doch wieder verunsichert zu brummen. Auch hier keine echte Aggression. Das sah doch schon mal vielversprechend aus!

Just in diesem Augenblick verließen wenige Meter entfernt zwei Frauen eine Pferdekoppel, was Pluto eindeutig zu nah war. Da ich in diesem Moment aber immer noch direkt neben ihm saß, richtete er seinen Unmut erst einmal gegen mich, indem er mich ansprang und mit dem Maulkorb knuffte. Doch auch in diesem Augenblick wurde er nicht wirklich böse!

Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass Pluto in ähnlichen Situationen und bei einer falschen, hektischen Reaktion des Menschen heftiger werden könnte. Man sollte also bei einem ersten Kennenlernen keine unnötigen Risiken eingehen und ihn vorsichtshalber absichern. 

Ein souveränes und ruhiges Auftreten, ein bisschen Zeit, freundliche Ansprache und ein paar gute Leckerchen überzeugen Pluto glücklicherweise recht schnell, dass der fremde Mensch keine Bedrohung darstellt!  

Keine 10 Minuten später stiefelten wir bereits gemeinsam über eine Wiese, konnten den Maulkorb abnehmen und Pluto zeigt sich als der alberne, verschmuste, verspielte und liebenswert-tollpatschige Kerl, der er eigentlich ist. 

Wonniglich kugelte Pluto sich vor unseren Füßen umher, ließ sich von seinem Herrchen durchknuddeln, hopste ein bissel rum und graste ausgiebig. Kurz und gut: ich hatte nun einen völlig entspannten und gut gelaunten Hund vor mir!

Pluto reagierte artig auf alles, was man ihm sagte… machte auf Kommando „Sitz“ und „Platz“…. ertrug ohne jegliche Anspannung meinen Blickkontakt… nahm ganz vorsichtig und weichmäulig Leckerchen an…nahm es mir nicht einmal übel, als ich ihm versehentlich meine Kamera auf den Kopf donnerte… und ließ sich problemlos korrigieren, als wir auf der Wiese an einem Spaziergänger vorbeigingen, der ihm unheimlich war. 

Da ich zwischendurch zum Auto zurückmusste, um meine Kamera (dich ich anfangs vergessen hatte) zu holen, war ich natürlich gespannt, wie Pluto sich bei meiner Rückkehr verhalten würde: er erkannte mich jedoch sofort wieder und freute sich sichtlich, mich zu sehen. 

Bei der nun folgenden kleinen Fotosession warf ich mich bäuchlings vor ihm ins Gras und knipste im Abstand von einem knappen halben Meter drauflos, während der kleine Bollerkopp genüsslich das Dörrfleisch verspeiste, das ich ihm mitgebracht hatte. Auch hier verhielt sich Pluto weiterhin freundlich und entspannt. 

In diesem jungen Hund steckt das Potential für einen großartigen Begleiter. Man muss nur sein Vertrauen gewinnen und ihm peu a peu beibringen, wie spannend und lustig gemeinsame Unternehmungen sind…und welch schöne Überraschungen das Leben auch für einen Hund wie Pluto bereithält.   

Mich hat der kleine Rumsschädel jedenfalls innerhalb kürzester Zeit mit seinem Charme um die dicken Pfoten gewickelt!