Singlebörse?

VORGESTERN einen Mann getroffen, der zeitungslesenderweise nicht auf seinen frei laufenden und sehr großen, intakten Ridgeback-Rüden achtete und sich auch nicht darum kümmerte, dass der an einer Wegkreuzung auf uns wartete.

Ich ganz entspannt zu meinem Mann gesagt: „Kein Problem… den Hund kennen wir, der ist nett.“ Ich ließ dann auch Balisto gleich zu ihm hinlaufen und die drei Großen hopsten sofort fröhlich umeinander rum, während Matilda sich im Hintergrund hielt.

GESTERN die – wie ich dachte – dazugehörige Ridgeback-Halterin getroffen und ihr erzählt, dass wir tags zuvor ihren Mann mit dem Bärli getroffen hatten. Sie stutzte kurz und meinte dann lachend, sie habe gar keinen Mann und sei seit knapp 30 Jahren ganz glücklich als Single.

Okaaaay…. bei näherer Betrachtung ist mir dann auch aufgefallen, dass Bärli nicht ganz so grau und etwas mopsiger als der RR vom Vortag war.

Wir haben dann noch ein bissel rumgealbert und sie meinte, vielleicht sei der Mann ja ganz nett und doch etwas für sie…. ich könnte ihm ja mal unbekannterweise Grüße ausrichten.

Und was ist wohl HEUTE passiert? Da treffe ich doch allen Ernstes wieder den Mann mit dem RR und konnte es mir nicht verkneifen, ihm grinsend zu erzählen, dass ich gestern seine Frau getroffen habe.

Und jetzt kommt der Hammer: er ist auch Single!

Als ich ihm die ganze Story erzählt habe, musste er sooooooo lachen und meinte fröhlich, nun hoffe er, die Ridgeback-Halterin mal zu treffen… vielleicht könnte ja was draus werden.

Blutige Nase

Schöner Spaziergang rund um’s Aggerstadion in Troisdorf, weite Wiesen, der Fluss, strahlende Sonne. Super entspannend… wenn wir nicht noch eine unschöne Begegnung gehabt hätten, kurz bevor es wieder gen Aggerdamm und zum Auto gehen sollte. *seufz*

Auf einem Trampelpfad tauchte plötzlich eine Frau mit zwei angeleinten mittelgroßen Mischlingen auf, die – weil offensichtlich zu Beginn ihres Spaziergangs – aufgeregt an der Leine zerrten. Ich hielt also fix Sofia fest und fragte vorsichtshalber nach, ob sie Kontakt machen dürfe. Die andere Hundehalterin zögerte kurz, meinte dann aber, dass ihre Hunde nur an der Leine etwas Theater machen würden. Ok. Da meine Großen ja super umgänglich sind, einigten wir uns darauf, die Hunde abzuleinen…

Zuerst wurde die Hündin in Sofias Größe los gemacht und meine Mädel trabte sofort freudigst hin, um dort jedoch ohne Vorwarnung VOLLE Breitseite zu bekommen.  Die andere Hündin ist komplett ausgetickt, hat nur noch wild um sich gebissen und ständig nachgesetzt, obwohl Sofia sich erschrocken davonmachen wollte.
 
Ich musste als erstes Matilda anpfeifen, damit sie sich nicht ins Getümmel stürzte (Balisto hat das Ganze nicht interessiert) und dann bin ich mit strenger Stimme dazwischen und habe die Hündin so beeindruckt, dass sie tatsächlich aufhörte….derweil die andere Hundehalterin genau NICHTS tat und offenbar völlig unter Schock stand. Von daher bin ich geneigt, ihr zu glauben, dass sie so ein Verhalten nicht von ihrer Hündin kannte.

Als ich Sofia daraufhin zu mir rief und einen roten Fleck auf ihrer Zunge sah, dachte ich im ersten Moment, sie habe sich auf dieselbe gebissen…. doch dann begann das Blut RICHTIG zu fließen. Es hat gefühlte Ewigkeiten gedauert, bis die Ratscher an Nase, linker Schnauzenseite und am Kinn – unter ständigem Druck mit einem Tuch – aufgehört haben zu bluten.
  
Arme Maus. Wenn ein Hund es nicht verdient hat, gebissen zu werden, dann ist es Sofia… die ja quasi immer ans Gute in ihren Artgenossen glaubt und NUR nett ist! 

Ich verlasse mich jetzt einfach mal darauf, dass sie gutes Heilfleisch hat und keine Antibiotika braucht. Tierarztbesuche sind für sie ja doch recht stressig und ich würde das gerne vermeiden, wenn es denn geht. 

Name und Adresse der anderen Hundehalterin habe ich mir übrigens – obwohl sie mir angeboten wurden – nicht notiert. Die Reaktion der Frau war glaubwürdig und ich denke nicht, dass sie Sofia ihrer Hündin bewusst „zum Fraß“ vorgeworfen hat. Außerdem hatten wir die Hunde ja im gegenseitigen Einverständnis abgeleint….und bei jeder Hundebegegnung schwingt ein gewisses Risiko mit… selbst wenn die Vierbeiner sich verstehen und sich evtl. nur im Spiel verletzen. 

Hoffen wir also, dass nichts nachkommt….

Bikinischönheit

Ich musste vorhin mal wieder herzlich lachen, als ich mit den Hunden an der Sieg unterwegs war….

Kurz nach 8:00 Uhr, 16 °C, leichter Wind, regenschwere Wolken am Himmel. Ich bin mit Gummstiefeln, Jacke und Schal unterwegs und darauf eingestellt, auch heute nicht trocken nach Hause zu kommen.

Als wir dann auf Höhe der Siegfähre ankommen, entdecke ich auf der anderen Seite der Sieg eine Bikinischönheit, die sich lasziv auf dem Kiesstrand räkelt, während ein Mann mit Kamera um sie rumtanzt und „heiße“ Fotos schießt.

Ich hätte mich wegschmeissen können!

Auf unseren Runden sehen oder treffen wir immer mal wieder Dinge/Leute, bei denen ich mir das Lachen nur schwer verkneifen kann. Hier an Rhein und Sieg hatte ich schon so manche seltsame Begegnung…wie einen freundlich grüßenden Nacktradler oder einen Nacktjogger, der sich aber wenigstens noch schnell eine Badehose angezogen hat, bevor er „zu“ nah kam, und mit dem ich mich dann auch tatsächlich noch sehr nett unterhalten habe.

Ob es in anderen Ecken der Nation auch so lustig zugeht?

Hundeschule in der Rheinaue

Heute ging es mit dem Goldenen Hund in die Rheinaue. Im Vordergrund stand das Training unter Ablenkung, z. B. Enten, Radfahrer, Skater, frei laufende Hunde…

Kurz entschlossen nahm ich also nicht nur Balisto, sondern auch Matilda mit, die – unter den bewundernden Blicken aller – die ganze Zeit über ohne Leine unterwegs war und sich an nichts und niemandem störte.  Ultracool trabte sie die meiste Zeit über in typischer Bulldoggenmanier vorneweg und verließ sich darauf, dass ihr „Gefolge“ hinterher kam. 

Ich habe mir dann mal nicht anmerken lassen, dass ich doch ein bissel angespannt war, als sie gut ein Dutzend Gänse passierte, die nur wenige Meter entfernt auf einer Wiese rumwatschelten. Ein scharfes „Stop“ lag mir schon auf den Lippen.

Balisto kann man mit Trubel aller Art ebenfalls nicht schocken, als wir aber am See ankamen, war es vorbei mit seiner Contenance: ein Nutria glitt fix ins Wasser und es gab Enten und Gänse en masse, die auch noch so frech waren und auf unser Trüppchen zuschwammen, das es sich auf ein paar Bänken und Baumstämmen bequem gemacht hatte. Der arme Kerl war total angespannt, fixierte seine potentielle Jagdbeute und fiepte nur noch vor sich hin. Und ich hatte KEINE Chance, zu ihm durchzudringen. *seufz* 

Als dann auch noch eine Gans schnurstracks auf ihn zusteuerte und ich ihn nur noch hätte wegtragen können, kam mir glücklicherweise die rettende Idee: ich rief Matilda zu uns und schickte sie ans Ufer, um die Gans „abzufangen“. Tatsächlich wurde der dann doch etwas unheimlich, als der Gremlin breitbeinig vor ihr stand und sie quasi „herausforderte“, an Land zu kommen. Die Gans verlor das Blickduell, drehte ab….und Balisto, der das ganze Spiel gespannt beobachtet hatte, konnte endlich wieder relaxen und sich ruhig von mir wegführen lassen!

Gut gemacht, Matildchen!  

Vorsicht Grannen!

Im Moment ist wieder Grannenzeit…. und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie gefährlich diese kleinen, mit Widerhaken versehenen Pflanzenteile sein können, wenn sie ins Fell bzw. schließlich in dünne Hautpartien oder gar in Körperöffnungen eines Hundes geraten.

Meine erste Hündin namens Lilla begann einmal, nach einem Spaziergang immer wieder über’s linke Auge zu reiben. Sie kniepte es zusammen und es tränte… aber ich konnte nichts entdecken. Unglücklicherweise waren meine Eltern damals gerade beruflich in Italien und ich war nicht mobil. Da das Auge aber innerhalb kürzester Zeit knallrot wurde und Lilla sich das Fell drumrum regelrecht wegrieb, packte ich sie in ein Taxi und fuhr zur nächsten Nottierärztin. 

Diagnose: großes Loch in der Hornhaut, da sich eine Weizengranne ins Auge geschoben hatte…..und zwar so tief, dass man sie mit bloßem Auge nicht mehr sehen konnte!

Dementsprechend panisch wurde ich, als Sofia nach einem Sprung in ein Getreidefeld zu niesen begann und dann richtig hektisch wurde. Sie kräuselte die Nase bzw. die Schnauze auf der linken Seite, rieb immer wieder mit der Pfote darüber und schüttelte den Kopf. 

Ich habe dann erst mal versucht, in die Nase zu gucken, um zu überprüfen, ob ein Fremdkörper zu entdecken (und idealerweise zu entfernen) war. Sehen konnte ich aber nichts und ich hatte auch nichts zum Spülen dabei. 

Doch wir hatten Glück im Unglück: während ich noch unschlüssig dastand und überlegte, ob wir den Spaziergang abbrechen und direkt zur Tierärztin fahren sollten, nieste Sofia ununterbrochen mit heftigen Kopfbewegungen weiter…. und es ist ihr offenbar gelungen, den „Störfaktor“ auszustoßen, weil plötzlich Ruhe war…und sie wieder ganz normal  weiterlief.

Hapuuh! Das hätte auch anders ausgehen können!

Endlich wieder Hundeschule!

Nach Monaten konnte ich endlich mal wieder zu einem Treffen vom „Goldenen Hund“ fahren. Der heutige Trainingsschwerpunkt lag auf Abbruch… also genau das richtige Thema für Balisto.

Nachdem ich Katrin vom Balis letztem Ausflug erzählt hatte, versprach sie, sich mal Gedanken zu machen…. bei ihm ist die Problematik ja etwas anders gelagert, da er ja nicht nur auf entsprechende Reize reagiert, die bei ihm Jagdverhalten auslösen, sondern aktiv sucht, selbst wenn weit und breit nichts zu sehen ist. Ihm reicht es schon zu wissen, dass in der Nähe von Flüssen und Seen mit hoher Wahrscheinlichkeit Wasservögel sein könnten, um auf eine Chance zu lauern, sich von mir zu entfernen und jagen zu gehen. 

Ist er direkt bei mir und weiß, dass ich ihn im Blick habe, können wir selbst in geringer Distanz (ca. 15 m) an Enten und Gänsen vorbeilaufen, ohne dass er losprescht… ganz im Gegenteil: er vermeidet sogar jeden Blick zum Federvieh!

Das hat man auch ganz deutlich bei einer Übung gesehen, bei der ein Schälchen mit „lecker“ duftendem Katzenfutter in die Mitte unserer Hundegruppe gestellt wurde. Aufgabe war es nun, mit lockerer Leine und ohne den Hund in ein Kommando zu nehmen, um das Schälchen rumzuschlendern und den Hund (idealerweise nur stimmlich) zu korrigieren, sobald er sich für das Futter interessiert. Bei Balisto reichte EINE Korrektur…. danach hat er ganz gezielt von der Versuchung weggeguckt!  

Tolle Überraschung

Heute habe ich Blumen (über Blume2000) bekommen… ich habe nur leider keine Ahnung von wem, da zwar eine Karte anbei lag, aber kein Name dabei stand.

Der oder die unbekannte „Blumenfreund/in“ kann eigentlich nur ein Vermittler oder Adoptant sein, der entweder über die Molosser- oder die Kampfschmuser-Vermittlungshilfe mit mir zu tun hatte.

Ich möchte mich daher an dieser Stelle ganz herzlich für die Blumen bedanken. Du hast mir damit wirklich eine Riesenfreude gemacht!

Anbei lag diese Karte:

Ich habe gelesen….

Sir Percy Fitzpatrick, Jock of the Bushveld

Es gibt zwar mittlerweile eine modernisierte und politisch korrekte Neuausgabe dieses Buches, doch ich habe hier tatsächlich die 2. Auflage von 1907 vorliegen. *freu*

Bei „Jock of the Bushveld“ handelt sich um die autobiographischen Erzählungen von Sir Percy Fitzpatrick, der während der 1880’er Jahre als Händler mit Ochsenkarren durch das Transvaal (das heutige Südafrika) reiste und während einer Fahrt von einem seiner Freunde einen Welpen geschenkt bekam….und sich für das kleinste, unbeholfenste, aber durchsetzungstärkste und dickköpfigste Hundekind entschied. 

Jock entwickelte sich letztendlich zu einem wunderschönen, hochintelligenten, absolut verlässlichen und unerschrockenem Wegbegleiter und Jagdgefährten, den selbst ein Unfall, bei dem er sein Gehör verlor, nicht davon abhielt, seinen Herrn weiter zu begleiten und sich furchtlos in jeden Kampf zu stürzen…. 

Fitzpatrick musste Jock nach vielen gemeinsamen Abenteuern, in deren Verlauf der Hund regelrecht zur Legende wurde, abgeben, da der taube Hund nach Beendigung der Reisen mit dem Leben in der Stadt nicht zurechtkam und sich dort in ständiger Gefahr befand. Trotzdem vergaß er seinen Wegbegleiter nie und erzählte seinen Kindern so manch eine Gute-Nacht-Geschichte über Jock. Rudyard Kipling, einer seiner Freunde, soll ihn schließlich überredet haben, die Abenteuer dieses unglaublich loyalen und kämpferischen Hundes niederzuschreiben.  

Über Jocks Rasse wird heute noch spekuliert: seine Mutter wird als hässlicher, dunkelbraun gestromter Bullterrier mit kleinen, schräg stehenden Augen beschrieben. Immer schlecht gelaunt und nicht gerade umgänglich. Doch sie wurde von allen respektiert, da auch sie unerschrocken und kampflustig war. Jocks Vater soll ein teurer Importhund gewesen sein…. evtl. ein American Staffordshire Terrier oder ein Staffordshire Bullterrier. 

Der bekannte britische Maler Edmund Caldwell, der vor allem für seine Tieraquarelle und Landschaften bekannt war, dessen Spezialgebiet aber Haushunde waren, und der dieses südafrikanischen Kinderbuch-Klassiker illustriert hat, hat Jock jedenfalls so dargestellt: