Vorurteile en masse

Ein paar Meter vor dem Siegauenparkplatz ein Paar mit drei Hunden (ich glaube, es waren Shi Tzus) getroffen und kurz verständigt, dass wir bis auf Mortisha die Vierbeiner nicht anleinen… Morty bellte nur kurz, Matilda ignorierte die anderen geflissentlich und Sofia beschnufelte wild wedelnd die deutlich kleineren Hunde. So weit, so gut.

Dachte ich.

Doch das vermeintlich sehr entspannte Paar schien bei näherer Betrachtung meiner Hunde dann doch ein kleines Problem zu haben, denn in dem nun folgenden Gespräch wurde ich (von dem Mann) mit derartigem Unsinn bombardiert, dass ich nur noch in kurzen knappen Sätzen und mit einem recht überheblichen, kopfschüttelnden Lächeln antwortete…. bis es ihm zu dumm wurde und er uns Frauen einfach stehen ließ.

Auszüge gefällig?

DAS wäre doch ein Bullterrier, oder? Fingerzeig auf Sofia.

Nein. Das ist ein Presa Canario-Shar Pei-Mix. Ein Bullterrier sieht ganz anders aus. Ist viel kleiner und hat eine nicht zu verwechselnde Ramsnase.

Ach, ja. Stimmt. Die hatten mal solche in dem Tierheim, in dem er geholfen hat. Die sind völlig ausgeflippt und immer im Zwinger hochgesprungen. Da hat er sich gewundert, dass sich die Mädels da reingetraut haben.

Das ist ein Verhalten, dass viele überdrehte Tierheimhunde zeigen. Unabhängig von der Rasse. Hat auch nichts mit Aggressivität zu tun. Das hätten die Mädels dann wohl richtig eingeschätzt.

Hmm, ja…. aber er kannte mal einen hochaggressiven Bullterrier. Der hatte 80 kg!

Das kann nicht sein. Durchschnittlich dürfte ein Bullterrier eher um die 30 kg wiegen.

Äh, ja… er meinte ja auch einen…. Bull…MASTIFF!

Auch eher unwahrscheinlich. Laut Rassestandard sollte ein BM-Rüde maximal bei 60 kg liegen.
Ob er einen Old English Mastiff meinte? Das käme vom Gewicht her eher hin.

Nein, das war ein Bullmastiff. Total durchgeknallt. Der habe seinen Rüden mal attackiert, am Schwanz durch die Luft gewirbelt und ihm dabei den Schwanz gebrochen. Und als sein Hund sich unter einem Auto verkrochen habe, habe der Bullmastiff in einen Reifen gebissen. Und seine Besitzerin habe ihn nicht halten können.

Aha. *skeptischer Blick*

Der sei dann irgendwann von einem Nachbarn vergiftet worden, weil der so aggressiv war und alle Angst hatten.

Und das finde er ok? Das Problem wäre ja wohl sicher eher beim Menschen zu suchen gewesen. Offenbar hätte die Frau ihn ja nicht unter Kontrolle gehabt.

Ja, klar. Die Frau hätte den schweren Hund ja nicht mal halten können.

Was eben zeigt, dass sie nicht der richtige Mensch für ihn war. Ich hätte meine 65-kg-Dogge mit zwei Fingern führen können.

Ja, ja… das Problem läge ja am anderen Ende der Leine. Kurzes Innehalten.
Was das denn für eine Rasse sei? Nachdenklich zu Mortisha rübernickend.

Ein French Bulldog-Mix.

Nein, da wäre doch auch ein….

Nö. Nur weil sie ungefähr die Größe hat und dunkelbraun gestromt ist, heißt das nicht, dass ein AmStaff drin steckt. Staffies sehen ganz anders aus. Von Kopf und Körperbau her.

Nun mischte SIE sich ein:
Ja ja…. hier in der Nachbarschaft gäbe es so ein Hund. Der wäre schon beeindruckend. Da würde einem anders, wenn er einem entgegenkommt.

So ein heller?

Ja.

Das ist Cliff. Ein ganz lieber Kerl.

Sie kennen den?

Natürlich. Ist ein richtiger Schatz. Meine kleinen Hündinnen lassen den stramm stehen. Wenn er an ihnen schnüffelt und sie knurren ihn an, klappt der bald zusammen.

Das war dann der Zeitpunkt, an dem es dem Mann zu blöd wurde und er uns verlassen hat. *kopfschüttel*

Allergie

Es ist wirklich kaum zu fassen: wir haben nun schon November und können das Apoquel immer noch nicht absetzen, ohne dass Matilda gleich wieder beginnt, an ihren Pfoten zu lutschen. 

In der TA-Praxis vermutet man ebenso wie ich, dass das an dem weiterhin recht warmen Wetter liegt und den damit noch aktiven Grasmilben.

Wir werden im Dezember (so es denn hoffentlich mal kalt und frostig wird) einen erneuten Versuch starten, die Medikamente abzusetzen. Falls das immer noch nicht fruchtet, scheint sich die Allergie doch verlagert zu haben und wir müssen uns auf Dauer etwas anderes überlegen.

Trainingsspaziergang und seine Folgen

Da der heutige Trainingsspaziergang unserer Hundeschule quer durch’s Naturschutzgebiet in den Siegaugen verlief, alle Hunde daher strikt an der Leine bleiben mussten und ich kein allzu flottes Schritttempo erwartete, nahm ich kurzentschlossen Mortisha mit.

Nach einem anfänglichen Verbellen der ganzen Jungspunde, die sich ihr zu aufdringlich näherten, fand sie die Aktion aber total lustig und benahm sich absolut vorbildlich. Alle Übungen wurden vorbildlich ausgeführt (kein Wunder: sie hatte ja 12 Jahre Zeit, sie zu üben  ) und sie konnte perfekt als Puffer zwischen dem aufgeregten Pöbler und merkbefreiten Jungrüden eingesetzt werden, die seine recht große Individualdistanz unterschritten.

Alles lief also perfekt…bis auf die Tatsache, dass ich die zurückzulegende Strecke und das Tempo komplett unterschätzt hatte und das Ömchen auf Dauer einfach nicht mithalten konnte.

Also haben wir – zur Belustigung aller Anwesenden – zwischendurch ausgesetzt und ich habe Mortisha ächzend hinterhergetragen bzw. bin langsam mit ihr weitergeschlendert, während die anderen am Wegesrand Gehorsamsübungen absolvierten. 

Das war auf jeden Fall mal eine lustige Abwechslung für Mortisha, die auch mir viel Spaß gemacht hat!

Zuhause angekommen packte mich dann aber prompt das schlechte Gewissen, nachdem mir mein Mann gezeigt hat, wie unglücklich Sofia damit war, dass ich sie mit Matilda und ihm einfach zurückgelassen hatte: das arme Mädchen saß wohl die ganzen 1,5 Stunden so vor der Tür und hat nicht mal ihre Trostmöhre gefressen!

Unterwegs mit Miss Sophie und Pina

Dieses Treffen stand schon lange aus: ein gemeinsamer Spaziergang mit Bloodhound Miss Sophie und Spinone Italiano Pina! Da die beiden Mädels recht aktiv sind und stundenlang laufen können, ist Mortisha allerdings mit ihrem Papa zuhause geblieben und ich habe nur die beiden „Jungspunde“ mitgenommen.

Matilda findet die meisten großen Hunde eh toll und genießt es einfach nur mitzulaufen… und Sofia war von ihrer „Namensschwester“ begeistert, nachdem sie erst einmal gemerkt hatte, dass die es nicht böse meinte und man herrlich körperbetont mit ihr spielen konnte! Mit dem Pinönchen hingegen konnte man nicht spielen: typisch Jagdhund war sie an anderen Dingen interessiert. 

Am Rhein (auf Höhe der Siegmündung in Mondorf) angekommen, kam dann endlich auch mal die Sonne raus und so kam am Strand regelrechtes Urlaubsfeeling auf.

Dort wäre Matilda dann auch fast ihre Vorwitznase und Unerschrockenheit zum Verhängnis geworden: als zwei Lastkähne passierten und eine ordentliche Brandung aufkam, wichen die Großen lieber auf den sicheren Strand aus. Mati hingegen blieb neugierig stehen, als das Wasser auf sie zurauschte …. und wäre von der Strömung beinahe von den Pfoten geholt worden! Mit Mühe und Not hielt sie sich aber noch auf den Beinen und watete daraufhin – mit einem recht missmutigen Gesichtsausdruck – zurück ans trockene Land.

Annäherung

Trotz anfänglich stets großer Freude, wenn meine Eltern uns besuchen (der Überschwang der Gremlins wirkt halt ansteckend), sind Sofia die „alten Herrschaften“ ein bisschen suspekt: insbesondere verunsichert sie der leicht schwankende Gang meines halbblinden Vaters, der eigentlich auf einen Gehstock angewiesen ist, welchen er aber – um das arme Mädchen nicht zu verschrecken – vor der Haustür stehen lässt…wodurch er natürlich NOCH unsicherer unterwegs ist. *seufz*

Nun hat sich meine Mama vor ein paar Monaten einen Knöchel gebrochen und humpelt immer noch. Sie läuft aus Hundesicht also ebenfalls „komisch“.

Der heutige großelterliche Besuch lief aber schon besser als beim letzten Mal!

Solange die beiden mit uns im Wohnzimmer saßen, klönten, Kuchen aßen und zwischendurch mit den Kleinen schmusten,  traute sich Sofia sogar mit auf die Couch, entspannte und ließ sich schließlich sogar von beiden streicheln.

Als mein Papa irgendwann mal ins Bad musste und – sich mit mamma unterhaltend – aus den Tiefen der Wohnung zurückkehrte, war Sofia aber gleich wieder in höchster Alarmbereitschaft, stand wie angewurzelt im Esszimmer und harrte ängstlich der Grauen, die da kommen mochten.

Doch dann kam die große Überraschung: der alte Herr sich doch wirklich wie aus dem Lehrbuch verhalten!

Ohne Sofia anzuschauen ging er ganz locker an ihr vorbei, blieb stehen, ließ die linke Hand seitlich herabhängen und drehte die Handinnenfläche zu ihr…. und tatsächlich! Sofia näherte sich, schnupperte ganz vorsichtig an der Hand, stupste ihn sachte… und entspannte, weil sie den Opa wieder richtig einsortieren konnte!

Nicht erkannt

Zu Trainingszwecken ging es heute mal wieder den Mini-Schlenker durch Meindorf, um dann gleich zwischen Feldern entlang auf die Sieg zuzusteuern. Sofia fand das – wie zu erwarten – mehr als doof und hatte es ziemlich eilig, das Wohngebiet zu verlassen. Doch statt sich sofort entspannen zu können, kam uns auch noch ein älterer Herr mit Nordic Walking-Stöcken entgegen. Bevor sie in den Fluchtmodus schalten konnte, nahm ich sie also schnell an die Leine.

Da rief der Herr (den ich natürlich schon von weitem erkannt hatte): „Lassen Sie ruhig. Ich habe keine Angst. Ich hatte früher selber mal einen Hund.“

Ich daraufhin grinsend: „Ich weiss, Onkel Klaus!“

Das verdutzte Gesicht des Onkels meines Mannes war herrlich! 

Ich befürchte ja, dass er mich nur nur wegen seiner im Alter nachgelassenen Sehkraft nicht sofort erkannt hat, sondern auch, weil ich – wie so oft – in total verlotterter Hundemontur (matschige Gummistiefel, Outdoorhose und Wachsjacke mit matschigen Pfotenabdrücken, dicker Schal) unterwegs war… bei Familientreffen hingegen ziehe ich mich dann doch etwas ordentlicher an.  

Müllekovener Siegwiesen

Die Wauzis hatten heute mal wieder nichts als Unfug im Kopf. Sogar das Ömchen ist über die Wiesen gehoppelt wie ein Dilldopp!

Als Mortisha dann die Stelle entdeckt hat, an der bis vor kurzem noch ein Heuballen gestanden hat, musste sie sich natürlich unbedingt darin wälzen, um anschließend etwas von dem gammeligen Zeug zu fressen. Na, wenn’s schmeckt…

Sofia hat wie üblich einen Ausraster nach dem anderen bekommen, die Gremlins mit Bodycheck angespielt…. und es oft genug geschafft, dass sie wenigstens kurz von ihnen gejagt wurde.

Bei Rennspielen ist Matilda natürlich gerne mit dabei und ist so verflixt schnell, dass ich sie einfach nicht vernünftig fotografiert bekomme. Glücklicherweise ist sie auch so schnell, dass sie der gestromten Dampfwalze rechtzeitig ausweichen kann, wenn die auf sie zustürmt und zu überrennen droht. Eine andere Taktik ist, sie wie ein Igel zusammenzurollen und auf den Boden zu pressen, so dass Sofia über sie hinwegdonnert, ohne sie zu berühren.

Ich halte dann zwar immer ängstlich den Atem an, doch bisher ist es immer gut gegangen. Ich hoffe, das bleibt auch so!

Hundewiesen-Reinfall

Nachdem ich ja jetzt nur noch auf EINEN Hund achten muss, der spontane Fremdhund-Kontakte nicht unbedingt schätzt, habe ich mal ausgetestet, ob die „Klientel“ auf der Beueler Hundefreilauffläche wieder vernünftiger geworden ist….

Ist sie aber nicht. *augenverdreh*

Trotz der eher unspektakulären Landschaft war unser erster Spaziergang ganz nett, weil ich dort einen alten Bekannten mit seinem Old English Sheepdog getroffen hatte. Der zweite war aber gleich ein Reinfall:

Junger Mann mit bildschönem, fast komplett schwarzen und riesigen Dobermann-Rüden. Unkastriert. Pubertierend.
Muss ich noch mehr schreiben? 

Die Gremlins fanden den Rüden doof, weil zu aufdringlich und distanzlos. Nun gut…. die Kleinen sind ja nicht bange und so gab es gleich unmissverständliche Ansagen an den Jungspund, der sich daraufhin auf Sofia konzentrierte. Die freut sich ja grundsätzlich über jeden Artgenossen und ist begeistert, wenn jemand mit ihr spielen möchte. Da sie recht stabil und dazu kerngesund ist, habe ich auch nichts dagegen, wenn das Spiel körperbetonter wird. Solange es beiden Hunden Spaß macht.

Allerdings ziehe ich ganz klare Grenzen, wenn Hunde aufreiten wollen. Noch dazu wenn das Ganze eindeutig sexuell motiviert ist. Ich also einen Schritt vorgemacht und den Rüden mit einem „Hey… SO nicht!“ zurechtgewiesen…. was primär für den Halter gedacht war, damit der verstand, dass er seinen Hund nun besser einsammeln sollte.

Er verstand den Wink mit dem Zaunpfahl auch sofort und pfiff seinen Rüden gleich zurück… was den allerdings nicht im Geringsten interessierte! Nach dem dritten vergeblichen Versuch, den Burschen abzurufen, setzte sich der Mann (2 Köppe größer als ich, schwarze Klamotten) in Bewegung und herrschte seinen Hund an. Sofia erstarrte kurz und wich dann mit großen Augen, angelegten Ohren, eingeklemmter Rute und eingeknickten Hinterbeinen vor dem Mann zurück. Der achtete aber nur auf seinen Rüden, der nicht von Sofias Seite wich und munter mitrannte.

Um das Ganze noch zu steigern, griff der Mann nun in seine Tasche und zog entweder einen Schlüsselbund oder Disc-Scheiben raus…. offenbar in der Absicht,  das klimpernde Bündel zwischen die Hunde zu werfen!

Gerade noch rechtzeitig konnte ich ihm zurufen, dass MEIN Hund Angst vor ihm hat und er jetzt bloß nichts werfen soll!

Glücklicherweise blieb er sofort stehen und so konnte ich mich von ihm entfernen, mich hinhocken und Sofia zu mir locken, die im großen Bogen (den Mann immer im Blick behaltend und jederzeit fluchtbereit) schließlich zu mir kam, dicht gefolgt von dem Dobi. Nun konnte ich dem Rüden ins Halsband fassen und ihn seinem Halter übergeben, damit der ihn anleinen konnte.

Diese Aktion brachte den Mann aber wieder in Sofias Nähe, die daraufhin ein paar Meter weglief….und sich direkt danach erst mal nicht wieder zu MIR zurücktraute.

Na, toll….. diese erste Scheu ist nicht weiter tragisch, weil das Soferl sich – selbst nach einem Schrecken – uns gegenüber immer wieder schnell berappelt. Ich bin aber natürlich wenig begeistert, dass ausgerechnet ein Hundehalter sich so unsensibel verhält und nicht zu übersehende Angstreaktionen missachtet. In den letzten Monaten haben wir gerade mit der Hilfe von Hundehaltern massiv daran gearbeitet, der Süßen zu beweisen, dass Menschen nicht so gruselig sind, wie sie glaubt. Solche Aktionen sind da natürlich ein Garant für einen ordentlichen Rückschritt. *seufz*

Home again….

So langsam war ich unruhig geworden, weil sich die Bestatterin immer noch nicht bei uns gemeldet hatte. Dabei sollte Simba am Freitag, dem 29.09., nach Badbergen überführt und wahrscheinlich gleich nach dem Wochenende im Rosengarten kremiert werden. Da konnte doch die Rückführung der Urne nicht so lange dauern!

Gestern abend habe ich also eine mail geschrieben, in der ich meine Verwunderung und meinen Wunsch nach einem Abschluss äußerte. Und oh Wunder! …heute morgen kam gleich der Anruf, ich dürfe die Urne abholen.

Leider war die Fahrt eine absolute Katastrophe, weil auf dem Weg in die Bonner Südstadt zig Baustellen die reguläre  Durchfahrt verhinderten, die Umleitungen absolut verwirrend waren und ich mich komplett verfranst habe…. und das in meinem eh total aufgewühlten Zustand.

Nun ist Simba aber endlich wieder zuhause… die wunderschöne Urne ist nicht verschlossen worden, damit ich jederzeit die Möglichkeit habe, etwas von seiner Asche zu entnehmen und z.B. in ein Schmuckstück zu füllen. Das war zumindest der ursprüngliche Gedanke.

Nachdem ich aber gesehen habe, wie grob die Asche ist (im Grunde sind das viele kleine Knochensplitter), werde ich das wohl nicht machen, weil ich es rein psychisch nicht schaffen werde, seine Überreste erst feiner zu mahlen.

Trotzdem geht es mir nun besser:

Simba ist wieder da, wo er hingehört… bei seiner Familie.