Freilaufende Schafe

Als wir heute morgen mit den Hunden an der Siegfähre waren und auf dem Rückweg hinter dem Lokal herliefen, sahen wir ein paar Schafe auf der Wiese dahinter grasen. Schafe, die wir eigentlich auf einer anderen, extra abgezäunten Wiese hinter dem Parkplatz erwartet hatten. Hmm. Bei genauerer Betrachtung waren die Tiere NICHt umgestellt worden…ein Weidezaun war nämlich weit und breit nicht zu sehen. 

Wir also vorsichtshalber auch Sofia angeleint, ruhig dran vorbei und die Hunde in den Wagen gepackt. Anschließend sind wir zu der eigentlichen Schafweide rübergewandert, wo tatsächlich eine Stange (und somit ein Teilstück) des Weidezaunes auf dem Boden lag, so dass die Sechse sich verselbstständigt hatten.

In Anbetracht der Tatsache, dass dort vor knapp 2 Monaten oder so ein Hund Schafe gejagt und eins der Tiere so schwer verletzt hat, dass es erschossen werden musste, hatten wir gehofft, am Zaun oder am dort abgestellten Anhänger einen Aushang mit der Telefonnummer des Schäfers zu finden. Dem war aber nicht so. 

Was nun?

Görk hat dann einfach mal bei der Polizei angerufen, um nachzufragen, ob es denen irgendwie möglich ist, den Schäfer ausfindig zu machen und über die ausgebüchsten Schafe zu informieren. Er hat nacheinander mit zwei Beamten gesprochen, die offenbar einen Clown gefrühstückt hatten. 

Der erste fragte schmunzelnd, ob wir die Schafe eingefangen hätten… der zweite meinte nur, dass ja keine Gefahr bestünde, dass sie auf die Straße liefen….sie könnten ruhig da bleiben…. „Futter für die Wölfe“. 

Glücklicherweise kann in der Ecke wirklich kaum was passieren…. das Risiko, dass freilaufende Schafe (wenn sie denn nicht in Panik irgendwo entlang rasen) bis zur nächsten verkehrsreichen Straße kommen, ist relativ gering: die Siegfähre und somit die Schafsweide befinden sich nämlich in einem Naturschutzgebiet mit einer einzigen Zugangsstraße ohne Abzweigungen, die am Fluss endet. Tempolimit 30 km/h. Die einzigen, die hier langkommen, sind Gäste des Lokals (welches aber gerade Winterpause hat), Hundehalter, Spaziergänger und NABU-Leute.

Von daher bestand jetzt keine Gefahr im Verzug und ich verstehe schon, dass die Polizei nicht gleich jemand rausschicken wollte. 

Meine primäre Angst ist, dass jemand nichtsahnend und vor sich hinträumend mit Hund dort langläuft und die Schafe erst bemerkt, wenn der Hund losprescht. Ich hoffe also, dass der Schäfer benacrichtigt wird und dass er die Tiere schnellstmöglich sichert.

„Zwischenmahlzeit“

Leider passiert es immer wieder: verlassen wir das Haus und lassen Schuhe oder Pantoffeln im Wohnzimmer stehen, schnappt Sofia sie sich und „knabbert“ sie an. 

Ich bin ja aus Schaden klug geworden , aber mein Göttergatte vergisst immer wieder, sein Schuhwerk in den verschlossenen Flur zu stellen…und so haben schon 2 Paar Hüttenschuhe, 2 Paar Gartenclogs und 1 Paar Trekkingschuhe dran glauben müssen. Gestern Abend fielen dann auch noch seine teuren hohen Barfußschuhe Sofia zum Opfer. 

Und es besteht keinerlei Zweifel an der Täterschaft!

Als das Flatterohr heute Probleme beim Kotabsatz hatte und ich zur Hilfe eilen musste, habe ich nämlich ein recht langes Stück Schnürsenkel herausziehen dürfen. Ein Beweisfoto habe ich mir dann aber doch gespart.    

Cytopoint

Leider scheint bei Matilda das Apoquel (gegen den Juckreiz aufgrund ihrer diversen Allergien) auf Dauer nichts zu bringen. Sie hatte nun schon kurz hintereinander zwei heftige Schübe und sah an den Beinen zeitweise aus wie ein Flickenteppich. Eigentlich war es schon besser geworden, das Fell ist nachgewachsen… nur die Zwischenzehen waren noch leicht entzündet.

Freitagabend war dann eine Stelle an der rechten Hinterpfote so dick und rot, dass es aussah, als ob was drinsteckte. Zugsalbe über Nacht brachte nix, also ab zur Tierärztin.

Die hat drin aber nix gespürt und meinte, da muss sich beim Lecken irgendwas arg entzündet haben.

Da das Apoquel bereits voll ausdosiert ist, hat sie das Cytopoint vorgeschlagen. Das ist ein Biologikum, das auch in Studien bislang keine Nebenwirkungen gezeigt hat ( hab’s auch gerade bei der VetUni Zürich nachgelesen). Bis auf allergische Reaktionen in seltenen Fällen. Im Grunde könnte es höchstens NICHT anschlagen, wenn’s blöd läuft.

Unsere Tierärztin wendet es nun seit 1,5 Jahren an… bislang mit meist gutem Erfolg. Von daher versuchen wir das jetzt einfach mal, in der Hoffnung, dass damit das ständige Pfotenlutschen endgültig der Vergangenheit angehört.

 

Respekt

Es ist wirklich erstaunlich, wie respekteinflößend Matilda auf den doch erheblich größeren und kräftigeren Pee-Wee wirkt:

Als der Dicke vorhin via Hundetreppe auf die Couch wollte, bemerkte er im Halbdunkel zu spät, dass Mati direkt an der Sofakante zusammengekringelt dalag und schlief. Sprich: er wäre fast auf sie drauf gestiefelt wäre, was unter Garantie eine extrem wütende Reaktion von der Kleinen zur Folge gehabt hätte.

Nun versuchte Pee-Wee also irgendwie in allerletzter Sekunde auszuweichen…und fiel dabei seitlich von der obersten Treppenstufe runter! Er rappelte sich glücklicherweise sofort wieder auf, ohne dass er sich weh getan hätte, wirkte aber sichtlich erleichtert, dass die kleine Maus nichts gemerkt hatte und friedlich weiterschnarchte. 

Hundewiese

Wir gehen nur äußerst selten zur Hundewiese, da die Gegend zu einen recht eintönig ist und zum anderen viele Hundehalter wirklich null auf ihre Vierbeiner achten, so dass es immer wieder kribbelige Situationen gibt, auf die ich wenig Lust habe. Glücklicherweise ist Sofia aber dermaßen nett, dass sie wirklich jedem Streit aus dem Weg geht und selbst unschöne „Übergriffe“ an ihr verpuffen. Klein-Matilda lässt sich hingegen nichts gefallen und muss sehr oft sehr deutlich werden. Dementsprechend vorsichtig bin ich, da wir dort auch Kandidaten treffen, denen ich durchaus zutraue, nicht angemessen auf ihre berechtigten Ansagen zu reagieren. Und dann hätte der Zwerg schlechte Karten. 

Wenn wir bei unseren täglichen Runden längere Zeit kaum oder gar keine Hunde treffen, fahre ich mit den Mädels gelegentlich dann aber doch auf die Hundewiese, damit Sofia endlich wieder Sozialkontakte hat und mit etwas Glück auch ein paar Spielpartner findet.  

Heute haben wir tatsächlich fast nur nette Hunde getroffen. Ganz besonders toll fand Sofi den rumänischen Herdenschutzhund, der zumindest mit Artgenossen absolut sauber ist. Der war dann auch begeistert, dass er mit meiner Großen um die Wette rennen und sie auch mal anrempeln (bzw. von den Pfoten holen konnte), ohne dass sie das beeindruckt hätte. Über Matilda ist er dann glücklicherweise elegant drübergesprungen, als er nicht mehr ausweichen konnte…. wobei sie sich vorsichtshalber aber auch blitzschnell wie ein Igel zusammengerollt hatte. 

Auf dem Rückweg kamen dann zwei Nordische Hunde, die mir im Zusammenspiel nicht besonders gefallen haben. Zuerst wurde Sofia abgecheckt, die ruhig stehenblieb, dann griff sich der Rüde den HSH und drückte ihn mehrfach mit der Schnauze im Nacken nieder. Öhmmm…. als sich das Checker-Team Matilda nähern wollte, die sowieso die ganze Zeit an mir geklebt hatte, habe ich sie recht resolut abgeschirmt und mich mit meinen Mädels vom Acker gemacht. Die Kleine hätte sich von den beiden nämlich nicht einkesseln und bedrängen lassen.

Mein forscher Abbruch der Sozialkontakte wurde von den anderen Hundehaltern doch recht verwundert aufgenommen, doch das war mir herzlich schnuppe. Sicherheit geht vor. Und ich riskiere nicht die Gesundheit meines Zwerges.

  

Trainingspaziergang

Ein Trainingsspaziergang in großer Runde mit Pee-We: „Na, wenn das mal keine Herausforderung ist!“ …. dachte ich mir, bin hingefahren und habe mich die erste Viertelstunde gefragt, welcher Teufel mich geritten hatte, hier mitzumachen. 

Die Aufregung der auf dem Parkplatz an der Siegfähre versammelten Hunde war groß. So groß, dass eine uns bis dato unbekannte weiße Schäferhündin in einem fort bellte, was wiederum meinen Dicken schon beim „Einfahren“ in höchste Erregung versetzte. 

Also in angemessener Entfernung geparkt, den Pievel auf der anderen Seite des Wagens rausgeholt, mit dem Auto als Sichtschutz den Maulkorb aufgesetzt…und dann in Minischritten zur Gruppe gegangen, damit mich der Oldie nicht von den Füßen reissen konnte. Gerade als er sich einigermaßen beruhigt hatte, setzte sich der Trupp in Bewegung und schon ging das Spiel wieder von vorne los. Vernünftig an der Leine laufen? Unmöglich! 

Und um mir das Leben besonders schwer zu machen , kamen zwei Pferde angetrabt, als ich es gerade geschafft hatte, Pee-Wee wieder einigermaßen auf die Spur zu bringen, und wieder zur Gruppe aufschließen wollte. Also hieß es: stehen bleiben, mich über den Chaoten stellen, in das Geschirr greifen und die Reiterinnen warnen, dass der Hund gleich loskreischen könnte.  Störte die aber nicht im Geringsten und so zockelten sie im Abstand von nicht mal 3 m an mir vorbei, um an die Sieg runterzureiten. OK. Pee-Wee wurde laut, war aber für seine Verhältnisse noch echt moderat und ließ sich anschließend halbwegs locker wegführen. Schließlich lockten weiter vorne die anderen Hunde. 

Glücklicherweise durfte ich mich als Ortskundige nun an die Spitze der Truppe setzen und Pee-Wees Erregungslevel ließ so weit nach, dass er wieder relativ gesittet neben mir herlaufen und tatsächlich auf meine Signale hörten konnte, so dass auch die hin und wieder eingestreuten Übungseinheiten gut zu bewältigen waren. Hapuuh. 

Und auf dem Rückweg durfte das Piewelchen dann auch endlich neben „seiner“ Labbi-Freundin Lea herlaufen. Die Welt war also wieder in Ordnung.

Alles in allem war die Aktion zwar sehr anstrengend, aber wir haben uns wirklich wacker geschlagen und konnten extrem zufrieden mit uns sein. Pee-Wee war allerdings so mit den Nerven runter, dass er gar nicht erst abgewartet hat, bis ich die Rampe rausziehen konnte, sondern ist mit einem Riesensatz in den hohen Geländewagen reingesprungen!  Der Arme wollte nur noch nach Hause.  

Besuch aus Frankreich

Da ein langjähriger „Hundefreund“, der mittlerweile in Frankreich lebt, etwas in Bergisch Gladbach zu erledigen hatte und somit quasi einen Katzenwurf entfernt war, ist er anschließend zu uns durchgefahren und wir haben uns erst einmal zu einem Spaziergang getroffen. Ohne Pee-Wee, da er seinen Rüden Felix dabei hatte und das dann mit Sicherheit kein entspannter Spaziergang geworden wäre. 

Wirklich entspannt wurde es dann aber trotzdem nicht, weil ich völlig unterschätzt hatte, wieviel bei gutem Wetter rund um Siegfähre bis hin zur Siegmündung in Mondorf los ist. Es waren zwar nicht allzu viele Hunde unterwegs, dafür aber hordenweise Spaziergänger und Radfahrer, so dass Sofia unter Dauerstress stand. Auch Felix war nicht allzu locker, da er Fahrräder eher doof findet und daher immer wieder zurückgepfiffen werden musste. Sprich: wirkliche Spiellaune kam bei beiden Hunden nicht auf. Erst als wir auf dem Rückweg abseits der offiziellen Wege liefen, zeigten sich zaghafte Spielansätze (an denen sich Matilda natürlich nicht beteiligte), die aber recht schnell im Sande verliefen.

Schade. Das hatten wir uns anders vorgestellt. 

Dafür war ich überglücklich, wie offen Sofia auf Matthias zugestiefelt ist, den sie bis dato nicht kannte. Obwohl er Felix noch nicht aus dem Auto geholt hatte und somit für meine Schissbux nicht sofort als nicht ganz so „gefährlicher“ Hundehalter erkennbar war, ging sie auf dem Parkplatz direkt auf ihn zu und lief sich anfassen! Dieses Verhalten, auch noch gegenüber einem Mann, ist für sie völlig untypisch und ein Riesenfortschritt. 
 
Pee-Wee hat mit Menschen glücklicherweise ja null Probleme: über den Besucher hat er sich mit vollem Körpereinsatz gefreut und ihn gleich mit Beschlag belegt… er robbte sich sofort ganz nah ran und legte sich dann quer über seinen Schoß.

Wenn man schon nicht mit zum Spaziergang darf und „missachtet“ wird, muss man halt gucken, dass man aktiv jede Aufmerksamkeit einfordert, die man kriegen kann. 
 

Stuhlkreis

Als wir uns dem Gelände der Hundeschule näherten, sahen wir schon zwei Hunde, die ebenfalls dorthin wollten. Prompt begann Pee-Wee zu“schleichen“, senkte den Kopf, fixierte, war total angespannt…. relaxte aber sofort und veränderte seine gesamte Körperhaltung, als der Kromfohrländer-Rüde durch die Tür entschwand und er Maggie, die zarte Podenca erkannte. Hoch aufgerichtet wedelte er die Süße an und freute sich dann auch sehr, endlich wieder die Labrador-Hündin Lea wiederzusehen. In seiner Freude übersah er denn auch, dass die es gar nicht lustig fand, bei der Begrüßung einen Maulkorb ins Gesicht gedrückt zu bekommen, und dass sie blendend weiße Zähne präsentierte. 

Dann bemerkte er ein kleines Wuschelchen, das neu war…. und schoss sich total auf sie ein. Leider wusste er aber selber nicht so recht, ob er freundlich sein sollte oder nicht. Das Laufen auf dem Platz war daher recht anstrengend. Dafür fand er die anwesenden Rüden erst interessant, als der Kromfi und der Schäferhund der Trainerin sich durch einen Zaun hindurch lautstark angifteten. Wobei „interessant“ bedeutet, dass er am liebsten mit reingeschossen wäre und kreischend ein ziemliches Theater gemacht hat. *seufz*

Dafür hat die sitzende Übung (Aufbau vom Touch-Signal) super geklappt, nachdem ich raushatte, wie ich mich sortieren musste, um die Trainingseinheit trotz Maulkorb hinzubekommen:

Wir haben einen „Stuhlkreis“ gebildet, bei dem ich mit zwei anderen Teams nebeneinander auf zwei Bänken saß und die anderen tatsächlich auf Gartenstühlen im Halbreis um uns rum saßen. Geschlossene Dose in der Linken, Leckerchen und Klicker in der Rechten. Ziel der Aufgabe war es, dass der Hund die Dose mit der Nase anstupst (also sich von der gut riechenden anderen Hand anwendet) und dafür bestätigt wird. 

Ist gar nicht mal so easy, wenn man einen nicht besonders umgänglichen Hund hat, bei dem man nicht  einfach mal so die Leine fallen lassen kann und dem man die Leckerchen auch noch zeitnah so in den MK stopfen muss, dass er eine Belohnung für das richtige Verhalten erhält und die ganze Sache auch irgendwann verknüpft.   

Obwohl drumrum lauter Hunde waren und sich in unmittelbarer Nähe der fast dauerbellende Kromfi-Rüde befand, war Pee-Wee super motiviert dabei und musste nur zwischendurch mal gucken, welch tolle Leckerchen es bei den Mädels links und rechts von uns gab. Von Kimbas Frauchen hat er dann auch tatsächlich ein bisschen Trockenfisch abgestaubt.

Nachdem ich mich anfangs total ungeschickt angestellt habe, habe ich es aber hinbekommen: die an Halsband und Geschirr befestigte Leine habe ich mir einfach um den Körper geworfen, so dass ich beide Hände frei hatte. Dann habe ich die Dose weggepackt und ihm die geschlossenen Fäuste präsentiert. Ohne Dose in der Hand kann man nämlich schneller umgreifen und ein Leckerlie in den Maulkorb schieben, ohne ständig was hinfallen zu lassen.

Pee-Wee hat das jedenfalls GANZ toll mitgemacht: alle waren total begeistert, allen voran natürlich ich.