„Lecker Mädsche“

….dachte sich wohl Monty, der Jagdterrier-Mix, der uns heute ein Stück des Weges begleitet hat. 

Mit seinem feinen Näschen wusste er natürlich sofort, dass Matilda gerade läufig ist und interessierte sich daher nicht für Sofia, die soooo gerne mit ihm gespielt hätte. Er ließ die Große also recht schnell links liegen und stellte sich der Kleinen artig vor, die ihn jedoch – für ihre Verhältnisse- sehr milde abwies. Ganz Gentleman hielt sich der ältere Herr zwar nun zurück, folgte ihr aber doch auf Schritt und Tritt in geringem, wenn auch respektvollem Abstand….. während ihm die Sabber nur so aus dem Schnütchen troff! 

Sein Frauchen, eine ältere und sehr nette Dame, konnte es kaum fassen: sie hatte in all den Jahren noch nie gesehen, dass ihr Hund solche Sturzbäche produzieren konnte!
 

Hier ist Energie gefordert…

Es hat sich schon die letzten Wochen angekündigt, weil das Interesse anderer Hunde an Matilda immer größer wurde und ihre Vulva peu a peu anschwoll: nun ist sie seit gestern endgültig läufig und schon heute hatten wir die erste lustige Begegnung mit einem Rüden.

Wir waren in Bergheim unterwegs und sahen von weitem einen Mann mit jungem freilaufendem Eurasier-Rüden, der sich relativ weit von seinem Herrchen entfernt hatte.

Als Avi uns sah, rannte er sofort schnurstracks auf uns zu, also rief ich dem Mann zu, dass ich eine läufige Hündin dabei hätte.

Die Reaktion war herrlich:  kurze Schrecksekunde, dann rannte er los und versuchte durch Rufe und Pfiffe, seinen Jungspund abzurufen. Als ihm die Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen bewusst wurde (Avii ignorierte ihn komplett und einholen konnte er den Hund eh nicht), verlangsamte er seinen Schritt und rief nur noch: „Schicken Sie ihn bitte energisch weg!“

Gesagt, getan. Ich hielt Sofia fest, schickte Matilda hinter mich…. machte einen Schritt vor, streckte den Arm nach vorne und herrschte Avii an: „Fort mit dir!“ Der arme Hund machte  eine Vollbremsung und trollte sich augenblicklich. Herrchen sammelte ihn ein, nahm ihn an die Schleppleine und bedankte sich bei mir.  

Jetzt hoffe ich nur, dass ich den armen Wuschel nicht allzu sehr geschockt und seinen Glauben an die Menschheit nicht allzu sehr erschüttert habe. Bei der heftigen Reaktion scheint er Menschen gegenüber ja eh recht skeptisch zu sein und es täte mir leid, wenn er Fremde in Zukunft noch misstrauischer beäugt.

Zurück auf Start

Matildas Trail-Verweigerung hat Claudia und mir großes Kopfzerbrechen bereitet…. irgendwie haben wir es nicht geschafft, ihr wieder den Spaß an der Nasenarbeit nahezubringen. Statt zu suchen, wurde nur der Geruchsartikel gepackt und geschüttelt, um dann genauso mit der Leine weiterzumachen, sobald wir ihr die Tüte entrissen hatten. 

Meine Überlegung war, dass die Motivation einfach nicht stimmt, die VPs zu finden: die Kleine ist nicht der Typ, der alleine für Futterbelohnung arbeitet. Für sie ist menschliche Aufmerksamkeit das  Größte und so hatte ich daran gedacht, mal jemanden zum Training mitzubringen, der etwas mehr Elan beim Weglaufen und Motivieren an den Tag legt als die doch eher verhaltenen und ruhigen Mittrailer in der Gruppe.

Claudia hingegen kam nach Rücksprache mit ihrer Trainerin mit einem ganz anderen Ansatz daher: „Zurück auf Start“, die gewohnten Rituale komplett aufbrechen und mit absoluter Ruhe arbeiten, um sie nicht noch weiter aufzudrehen.

Ok. Einen Versuch war es wert. 

Also ohne Leine an den Start, keine Verabschiedung, keine Warnweste, neue Leine aus einem anderem Material (-> Biothane) dran und sofort Präsentation des Geruchsartikels in einer Plastikflasche, so dass Matilda nichts packen konnte, Suchkommando…und stehen bleiben. 

Das Gremlinkind war sichtlich irritiert, schaute mich an. Kein Rumspinnen. Ich forderte sie in aller Ruhe auf zu suchen und machte rückwärts einen Schritt in die richtige Richtung…. und was geschah? Zögerlich setzte sie sich in Bewegung, schaute mich immer wieder an… und begann tatsächlich zu suchen! 

Ich bin echt gespannt, ob wir die Kleine damit wieder „packen“ können  und ob die nächsten Trainingseinheiten ebenso gut weitergehen. 

Vorerst letzter Physiotermin

Als wir heute zu unserer Physio reingingen, wurde Sofia nicht nur von dem gewohnten Collie- und Sheltie-Rudel begrüßt, sondern auch von einem Gasthund… dem feschen Golden Retriever Luke. Der ältere Herr war hin und weg von der Süßen und scharwenzelte gleich hinter in her in den Behandlungsraum. Leider mussten wir das Schäkern der beiden unterbrechen und Luke des Raumes verweisen, um uns – vorerst zum letzten Mal – um Sofis Bewegungsapparat zu kümmern. 

Nächste Woche werden die Schmerzmittel abgesetzt und sie darf wieder „offiziell“ ohne Leine laufen. Dann schauen wir weiter… 

Aprilfotos

Hier mal ein kleine Auswahl von Bilder, die im Laufe des Monats entstanden sind….

Hundeschule und Biergarten

Das heutige Training sollte am Rheinufer stattfinden mit anschließender Einkehr im Biergarten „Zum blauen Affen“. Also definitiv nichts für Sofia, die mit dem Stresslevel komplett überfordert wäre. Für Matilda aber eine leichte Übung… also durfte sie mich mal begleiten. 

Am Treffpunkt lernte sie dann erst mal den „neuen“ Schäferhund unserer Trainerin kennen… Dino, einen wirklich sehr großen (wenn auch rappeldürren) Rüden mit Riesenohren. Da er nicht immer ganz einfach ist, insbesondere Kleinhunden gegenüber, fragte ich vorsichtshalber vorher nach…wohl wissend, dass Matilda wenig Geduld mit neugierigen Schnufelnasen hat. Katrin winkte aber beruhigend ab: sie sei ja schließlich kein kleiner weißer Wuschel und sei genau Dinos Ding. Und tatsächlich… als er das Tildchen vorsichtig beschnupperte, es ihr – wie erwartet – sehr schnell zu viel wurde und sie lautlos nach vorne ging und nach ihm schnappte, zuckte er nur erstaunt zurück, ohne böse zu werden. 

Katrin lachte nur: das würde ihn sicher nicht davon abhalten, es ein zweites Mal zu versuchen. Er testete es wirklich noch mal an und hole sich prompt die nächste Backpfeife ab.

Nun wurde es aber ernst: das Training begann. Konzentriertes Laufen in Zweierreihen auf dem Bürgersteig, an der lockeren Leine und alle paar Meter im Wechsel Sitz, Platz und Steh. Für Mati nicht so einfach, da sie im Alltag eigentlich nie angeleint wird…und ihr das dementsprechend nicht gefällt. Sie arbeitete aber sehr schön mit und himmelte mich dermaßen an, dass sie zwischendurch sogar mal von der Bordsteinkante abrutschte.

Als es dann Richtung Rheinufer ging, wechselten wir vom Weg auf die Wiese, wo nun diverse Ablageübungen folgten. Mein Mädchen muss sich normalerweise nicht hinlegen und sieht das eigentlich auch nicht so recht ein. Da es aber schön warm und trocken war, konnte ich es ihr zumuten, sich ins Gras zu legen und auch dort zu bleiben. Zwei sanfte Korrekturen reichten und schon blieb sie brav liegen, obwohl ich ca. 5 m entfernt stand und immer wieder teils bekannte, teils ihr fremde Hunde um sie rumliefen. Ich war soooo stolz auf das Matildchen!   
 
Am Rheinufer dann weitere Ablenkungen in Form von Radfahren, Joggern, Passanten (mit und ohne Hund). Auch hier wurden einzelne Übungen eingestreut, primär ging es aber darum, vernünftig an der Leine zu laufen. Dabei wird nicht unbedingt ein korrektes Fuß verlangt, sondern schlicht und ergreifend, dass der  Wauz recht nah bei einem ist und NICHT zieht. Und ja… mein Mann mag es kaum glauben, Mati kann auch das.

Abschließend ging es dann mit allen in den Biergarten. Getränke holen mit Hund an der Leine, sich einen Platz suchen, Hunde locker nebeneinander platzieren. Alles kein Problem für die Maus. Glücklicherweise hatte Mo (Meggies Frauchen) dran gedacht, Wasser und einen Napf mitzubringen und gab den Hunden was zu trinken. Und noch besser: als Matilda sich dem Napf näherte und das Näschen rümpfte, verstand Mo sofort: sie kippte das angesabberte Wasser weg und füllte extra für die Kleine auf, die dann auch tatsächlich zufrieden an den Napf ging und etwas trank. 

Pee-Wee ist wieder zuhause….

Lange hat’s gedauert…so lange, dass ich irgendwann die Anspannung nicht mehr ausgehalten und den Bestatter angerufen habe. Seltsamerweise wurde mir dasselbe gesagt, wie beim letzten Mal: die Urne sei am Vorabend nach Bonn zurückgeliefert worden und man habe mich heute anrufen wollen. Nun denn…

Nun war an dem Tag natürlich niemand mehr in der Geschäftsstelle und dann kam ja auch schon Ostern dazwischen. Sprich: der frühestmögliche Termin für die Abholung der Urne war heute.  

Nun ist unser Pivelino aber endlich wieder zuhause, mir geht es deutlich besser und ich hoffe, jetzt so langsam zur Ruhe zu kommen und einen Abschluss zu finden.