Silvesterangst endlich halbwegs überstanden

Für viele Menschen ist der Jahreswechsel ein freudiges Ereignis und Grund zum Feiern… incl. Feuerwerk. Diesen Menschen möchte ich ihre Freude an sich nicht vermiesen, doch ich frage mich immer öfter, warum einige Menschen es dermaßen übertreiben müssen, dass nicht nur die Umwelt (Thema „Feinstaub“), sehr viele Haus- und Wildtiere sowie auch unbeteiligte Menschen darunter leiden müssen, allen voran genau die Menschen, die uns im Notfall helfen, also Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei. 

Für uns ist Silvester mittlerweile ein Graus. Matilda und Balisto ist das Böllern egal und Sofia findet glücklicherweise schnell zur Ruhe, wenn sie sich zu ihrem Hundepapa ins Bett kuschelt. Doch Emilia LEIDET.

Ginge es nur um ein Stündchen einmal im Jahr, so wie das noch in meinen Kindertagen der Fall war, dann wäre es noch zu ertragen. Aber mittlerweile fängt das Böllern schon Tage vorher an, so dass sie ständig in Alarmbereitschaft ist… und in der Silvesternacht wird es dann GANZ schlimm. 

Dieses Jahr hat alles bisher Erlebte getoppt:  Ab 17:30 Uhr wurden immer häufiger Raketen und Böller gezündet, ab 19:30 Uhr wurde ununterbrochen Dauerfeuer gegeben bis 2:00 Uhr morgens. Für einen Hund, der bereits bei Gewitter schlimme Angst hat und nicht mal ansatzweise schussfest ist, eine einzige Tortur. Obwohl wir alles dicht gemacht haben und das Radio im Schlafzimmer recht laut lief, war Emmi mit den Nerven durch…und ist es immer noch.

Sie traut sich nicht einmal mehr in unseren Garten und lässt sich maximal 1x pro Tag von mir aus dem Haus führen, um mit ihr in die Pampa zu fahren. Man bekommt sie dann auch nur mit sanfter Gewalt aus dem Auto.  Nachdem sie sich gelöst hat, möchte sie am liebsten gleich wieder umkehren…. blöderweise hat es auch in den ersten Tagen des neuen Jahres jedesmal geknallt. Im Wald. Im Naturschutzgebiet. Und schon war die Panik wieder da! 

Da wir leider mit so was rechnen mussten, trägt sie schon seit der letzten Dezemberwoche wieder ihr Sicherheitsgeschirr und wird nicht mehr abgeleint….und das wird sicher noch ein Weilchen so bleiben. 

Heute Nachmittag hat sich das Emm-Emm aber endlich wieder in den Garten getraut. Ganz alleine. Ohne Einsatz von Leckerchen. Und glücklicherweise ohne dass irgendein Depp wieder eine übrig geliebene Rakete abgefeuert hat!

Nun bleibt nur zu hoffen, dass es jetzt von Tag zu Tag besser wird und Emilia bald nicht mehr damit rechnet, dass ihr jederzeit der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Dann können wir hoffentlich von der kurzen Leine auf die Schleppleine umsteigen, ihr irgendwann wieder ein normales Führgeschirr anziehen und ihr schließlich wieder den Freilauf schenken, den ein aktiver und gesunder Hund im besten Alter so dringend braucht!

Lange Rede, kurzer Sinn: Falls jemand – so wie wir – ein bundesweites Böllerverbot für Privatpersonen unterstützen möchte, der kann ja die hier verlinkte Petition der Gewerkschaft der Berliner Polizeit unterschreiben und unterstützen. 

https://innn.it/boellerverbot

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2 Gedanken zu „Silvesterangst endlich halbwegs überstanden

  1. Hier wurde auch geböllert ohne Ende. Gott sei Dank nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft aber in der Parallelstraße.

    Wir hatten Gott sei Dank immer Glück, dass unsere Tiere da entweder total relaxt waren oder sich zumindest an uns orientiert haben. Da saß / sitzt / liegt man halt beim Frauchen und stellt fest, dass die cool bleibt, findet das Ganze zwar nicht so pralle, aber bleibt ansprechbar und Herr der Sinne. Da kann ich mit leben.

    Möchte mir gar nicht ausmalen, wenn man Tiere hat, die so unter Ängsten leiden und das eben mittlerweile tagelang, weil man kein Ende findet.

    Die Petition hatte ich schon unterschrieben. Ich fürchte nur, dass ein Verbot für Privatleute nicht kommen wird. Geld regiert halt die Welt.

    Wart ihr Silvester mal auf dem Flughafengelände ? Da flüchten ja viele Silvester hin. Dort ist im großen Umkreis alles an Böllerei verboten und die Hunde dürfen mit hin. So kann man wenigstens das große Feuerwerk etwas umgehen.

    LG Frauke

    • Ich befürchte auch, dass wir auf ein Böllerverbot lange warten können. *seufz*

      Der Flughafen kommt für uns leider nicht in Frage. Sofia ist eine Angsthündin und auch Emilia, die als junge Hündin nichts kennengelernt hat, wäre dort komplett überfordert bis panisch. Dann lieber die Angst zuhause in vertrauter Umgebung ausstehen.

      Liebe Grüße, Graziella

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