Mehr Glück als Verstand

Der gemütliche Familienspaziergang hätte so schön sein können, wenn … ja wenn… es ein Hase nicht gewagt hätte,  in einer Senke zu sitzen und Vegas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.  Zu allem Überfluss war er auch noch so nah, dass Madame auf meinen Rückruf nicht reagierte und durch ihr Vorstehen die anderen Hunde „ansteckte“.

Als der arme Hase nun die Nerven verlor und aus der Senke den Damm hinaufschoss, raste das Höllentrio hinterher.

Die beiden Mädels ließen sich zwar glücklicherweise abrufen, doch Simba hatte komplett dicht gemacht… sah und hörte außer dem Langohr nichts mehr.  Und so rannte er mit voller Geschwindigkeit frontal in Stacheldraht ein, dass es nur so quietschte und rappelte!

Dann war Simba auch schon unter dem Zaun durch, raste über den Damm und verschwand aus unserem Sichtfeld. Und wir standen nur noch mit klopfendem Herzen da, richteten uns innerlich auf schwere Verletzungen ein und warteten angespannt darauf, dass der Dreckspinsel wieder zurückkommen würde.

Die Sekunden zogen sich ins Unendliche… doch endlich erschien Simba auf dem Damm, bis oben hin voll mit Endorphinen, mit sich und der Welt hochzufrieden. Glücklich galoppelte er zu uns zurück und ließ sich anstandslos anleinen. Die anschließende Untersuchung ergab…. NICHTS. Nicht einmal die kleinste Risswunde oder Schramme!

Es ist wirklich nicht zu fassen, wieviel Glück dieser Kerl immer hat. Bleibt nur zu hoffen, dass das anhält….

Trauriger Gremlin

Gestern Abend war uns zwar aufgefallen, dass Mortishas Pausbäckchen (zumindest rechts) etwas dicker war als gewöhnlich, doch da sie das nicht weiter störte, kümmerten wir uns nicht weiter darum…

Als die Kleine mir heute morgen jedoch zur Begrüßung das Köpfchen in die Hände drückte und an ihnen schubberte, bemerkte ich eine Fellverklebung am Kinn. Mit einer Taschenlampe bewaffnet schauten wir uns die Stelle an und entdeckten eine ca. 50-Cent-große eitrige „Schramme“.  Wenn man bedenkt, wie Lefze und Unterkiefer im unglücklichsten Fall hätten aussehen können, ist das nicht weiter tragisch…. aber die Stelle ist entzündet und das Mortadellchen ein kleiner Dreckspatz, der mit seiner Schnute dauernd über den Boden und gerne auch in weitaus unappetitlicheren Dingen schubbert.

Also ging es ab zur Tierärztin, die keine weiteren Verletzungen entdecken konnte und extrem erleichtert war, dass Tishas Rücken bei der Aktion nichts abbekommen hatte. Vorsichtshalber verpasste sie der Kröte aber ein Antibiotikum, welches sie noch bis Samstag nehmen soll. Sicher ist sicher.

„Doch warum war der Gremlin traurig?“, wird sich jetzt wohl der eine oder andere fragen.  Ganz einfach: wir waren ohne Termin nach einem Feiertag zum Vet gefahren, wo natürlich die Hölle los war. Sprich: vor uns waren noch 5 andere Patienten dran. Und Mortisha fehlt grundsätzlich jegliches Verständnis dafür, dass andere vor ihr aufgerufen werden und sie warten muss, bis sie dran ist.

So spielte sich mal wieder folgende Szene im Wartezimmer ab: Mortisha saß an der langen Leine wie eine kleine Statue mitten im Raum und fixierte die Tür, immer darauf lauschend, wann sich das Behandlungzimmer öffnet. Dabei ließ sie sich auch nicht davon beirren, dass ein hektischer Dobermannwelpe in ca. 10 cm-Entfernung rumhampelte, unbedingt zu ihr hinwollte und dabei kläffte wie ein heiserer Rauhhaardackel. Dies führte dann auch dazu, dass ein Kleintierbesitzer seinem Sohn in aller Ruhe den Unterschied zwischen einem jungen und noch ungeduldigen und unerzogenen Hund wie dem Dobermann und einem erwachsenen, ruhigen und souveränen Hund wie Mortisha erklärte. *hüstel*

Sobald nun aber ein anderer Patient aufgerufen wurde und den Raum verließ, begann die Kleine zu schluchzen…. dann folgte ein tonloses Auf- und Zuklappen des Mäulchens, das schließlich in mehreren todunglücklichen kleinen Kläffern endete… bis Morty sich hinlegte, den Kopf auf die Vorderpfoten sinken ließ und mir einen derart vorwurfsvollen Blick zuwarf, dass augenblicklich die gesamte Wartezimmerbelegschaft in Lachen ausbrach.

Dumm gelaufen….

Heute waren wir – wie so oft – zu einer großen Hunderunde in der Wahner Heide verabredet. Normalerweise laufen fast nur Molosser mit, doch dieses Mal waren viele neue Leute dabei, die teilweise sehr quirlige und/oder laute Vierbeiner hatten, so dass der allgemeine Stresslevel dann doch etwas höher war als sonst. Für meine beiden Mädels war das zwar nicht weiter tragisch, doch für die Hunde, die eh ein Problem mit fremden Artgenossen haben, waren das natürlich eher suboptimale Rahmenbedingungen.

Dann geschah auch noch das, was unter diesen Umständen nicht hätte geschehen dürfen: eine kleine Unaufachtsamkeit auf Seiten von Lindas Frauchen und mir.

Plötzlich standen die „alte“ Dame und der Gremlin Nase an Nase… meine Kleine giftete kurz…. und Linda, die aufgrund ihrer Vorgeschichte nicht immer angemessen reagieren kann, ging nach vorne….packte Mortisha in die Schnute und ließ nicht mehr los.

Großes Tohuwabohu: alles schrie durcheinander, Vega sprang rein (leider nicht mit der nötigen Durchsetzungskraft), eine Helferin packte Linda im Nacken, dann schob sich plötzlich die massige Gestalt einer Mastiff-Hündin dazwischen, Lindas Kiefer öffneten sich, ich zog Mortisha zurück, Vega hüpfte schimpfend hinter meiner Kleinen her und ich setzte mich – noch völlig unter Schock –  auf meinen Hosenboden.

Obwohl die „Auseinandersetzung“ sehr schlimm ausgesehen hatte, war glücklicherweise nichts Dramatisches passiert, weil Linda nicht geschüttelt hatte. Hapuuuh!

Nach einer kurzen Untersuchung entdeckten wir bei Mortisha, die immer wieder (vor Aufregung?) würgte und hustete, nur etwas Blut auf der Zunge… wahrscheinlich hatte sie sich auf diese gebissen. Ansonsten schien sie aber fit… was mich aber in diesem Moment eingedenk ihrer Bandscheibendegeneration, einem doppelten Bandscheibenvorfall und der überstandenen Querschnittslähmung nicht wirklich beruhigte. Bei dem ganzen Hin und Her hatte sie nämlich so einige „Knüffe“ abbekommen, was also durchaus noch Konsequenzen haben könnte. *schluck*

Linda hingegen hatte einen ordentlich blutenden, aber glücklicherweise oberflächlichen Striemen quer über die Nase, wahrscheinlich von einer scharfen Gremlinkralle verursacht.

Ganz besonders leid tat mir aber ihr Frauchen, das völlig neben sich stand, primär aus Wut auf sich selber heulte und sich auch von mir nicht trösten lassen konnte.

Aber es ist, wie es ist: „Shit happens!

Man kann keinem der Hunde einen Vorwurf machen. Wir  Menschen haben einen Fehler gemacht und auch wenn die Auseinandersetzung sehr böse hätte enden können, scheint die Sache noch glimpflich ausgegangen zu sein. Dafür sollten wir dankbar sein.

Von daher: Küsschen auf Lindas Näschen!

 

Freiflug

Wie wir heute morgen nur schnell eine kurze Ledenrunde drehen wollten und zum Wäldchen an der Bahntrasse runterliefen, hörten wir das jämmerliche Maunzen einer jungen Katze. Die Kleine hörte sich derart kläglich an, dass mein Mann vorsichtshalber mal gucken wollte und mir deshalb Mortishas Leine in die Hand drückte, bevor er sich ins Unterholz schlug.

Kurz darauf hatte er das Kätzchen entdeckt und bat mich, ihm zu helfen. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon ein halbverhungertes oder verletztes kleines Wesen in den Büschen liegen und schaute mich daher nach kräftigen Bäumchen um, an denen ich die Hunde anbinden konnte.

Just in diesem Augenblick hörte ich nur noch meinen Mann rufen: „Achtung… sie läuft in deine Richtung!“ …. als das Kätzchen auch schon in wenigen Metern Entfernung im gestreckten Galopp an mir vorbeiflitzte.

Ich hatte keine Chance: alle drei Hunde zogen im selben Augenblick an…  fatalerweise stand Simba auch noch hinter mir und so glitt seine Leine an meinen Beinen empor und riss sie in Kniehöhe nach vorne!

Uff! Mit einem lauten Ächzen knallte ich auf den Rücken, schlug mit beiden Ellenbogen auf den Boden und fluchte nur noch vor mich hin, als es schon an meinen Schultern ruckte.  Losgelassen habe ich die Leinen aber trotzdem nicht… *stolz*… und so konnte ich meine Katzenjäger doch noch stoppen.

Gemeinheiten an Halloween

Der arme Simba hat’s nicht leicht bei uns: insbesondere Mortisha betrachtet ihn als großes Spielzeug und beisst ständig in ihn rein.

Gemeinerweise ist auch auf sein Herrchen nicht immer Verlass. Als der Simbelbimbel heute morgen nämlich so schön auf dem Rücken rumkugelte, kam besagter zweiter Mann im Haus nämlich an, stellte einen Fuß auf seine Brust und  kugelte ihn damit noch wilder rum. Die Höhe war jedoch, als er Mortisha hinzurief und sie aufforderte: „Komm‘, wir machen ihn gemeinsam fertig!“

Sein Pech, dass der Gremlin sich heute ausnahmsweise mal auf Simbas Seite schlug und sich mit „wildem Geknurre“ in Herrchens Hose verbiss.

HAPPY HALLOWEEN!

Entspannende Spaziergänge…

….sehen anders aus. 

Bornheim-Sechtem im Nebel. Spaziergang in wildreichem Feldgebiet bei schlechten Sichtverhältnissen. Inclusive jagdlich motivierter Hunde.

„Psycho-Mäx“ blieb eh an der Leine. Mein Simba ebenfalls, da er ansonsten seeeeeehr schnell außer Sichtweite gewesen wäre. Paula rennt zwar grundsätzlich nicht weg, scannte aber als passionierte Mäusejägerin die Wegränder und weckte damit das Interesse des Simbels… der darüber jegliche Erziehung vergaß, immer wieder in die Leine sprang und dabei quietschte und winselte…was wiederum Mäx völlig irritierte, der so ein Verhalten nicht richtig einsortieren kann, und dementsprechend selber immer wieder in die Leine donnerte und gelegentlich hysterisch kläffte.

Vega und Mortisha waren dafür bestens gelaunt, entfernten sich in ihrem Überschwang weiter als sonst und mussten ebenfalls ständig zurückgepfiffen werden.

An solchen Tagen wundere ich mich wirklich, dass es Leute gibt, die Hundespaziergänge als Ausgleich zu einem stressigen Beruf / Alltag ansehen und völlig relaxt mit ihren Vierbeinern durch die Gegend bummeln.
Irgendwas haben wir mit unseren Viechern falsch gemacht.

Wie man’s nicht machen sollte….

….habe ich heute beim Mantrailing sehr anschaulich gezeigt. 

Startsituation: wir stehen in ca. 20 m Entfernung vor der Hauptstraße, die durch St. Augustin-Menden führt.

Nach dem Perimeter schnalle ich Simba um, lasse ihn absitzen, lege ihm die Kenndecke an. Dann rolle ich die Schleppleine auf, präsentiere dem Hund den Geruchsartikel, er springt – in seiner gewohnt motivierten Art- auf, galoppiert los…. und mir entgleitet die Leine komplett aus den Fingern!

Nach der üblichen Schrecksekunde versuche ich, auf die Schleppleine zu treten und brülle im selben Moment „STOP!“ …. vor meinem geistigen Auge Simba bereits unter einem Auto liegen sehend. *schluck*

Welch‘ Glück, dass Monsieur relativ gut im Gehorsam steht und sich trotz seiner hohen Motivationslage tatsächlich hat stoppen lassen. Hapuuuuuh!

Gelegenheit macht Diebe

Nach dem erfolgreichen Kuchenklau hat Simba offenbar gemerkt, dass man nicht unbedingt darauf warten muss, bis die Zweibeiner einem was zu fressen geben…

Aufgefallen ist das meinem Männe aber erst, als er den Wauzis getrockenete Rinderhautstreifen gönnen wollte, die er aus den großen Leckerchen-Tonne nahm. Er wunderte sich noch, dass der Deckel nur lose und noch dazu schief auflag, dachte sich aber erst mal nix. Ein leiser  Verdacht keimte in ihm auf, weil ihm die betreffende Tüte deutlich leerer vorkam, als sie hätte sein dürfen. Die Gewissheit erhielt er aber erst, als Simba zwar das ihm zugedachte Teil nahm, es aber lediglich zwischen den Zähnen hielt und „verlegen“ wedelte….

Am nächsten Morgen folgte dann die Quittung in Form von mördermäßigem Durchfall.

Wetten, dass Monsieur Simba aber trotzdem nichts draus gelernt hat?

Nach zwei Fortschritten…

…folgt ein Rückschritt, sagt man.  Leider hat sich dieser Satz mal wieder als wahr erwiesen. Hmpf.

Bei dem heutigen Trainingsspaziergang war Mäx ziemlich überdreht, raste wie ein Irrer los, schlug aus dem vollen Lauf raus Purzelbäume und grinste über’s ganze Gesicht. Er hörte zwar recht gut und schien sich nicht daran zu stören, dass die drei Hundemädels ebenfalls recht flott unterwegs waren, doch als es dann doch mal enger und wuseliger wurde, veränderte sich sein Blick…und er donnerte auf Vega los.

Die quietschte – noch bevor er sie berühren konnte – auf, sprang zur Seite und knallte in Antje rein, die superschnell reagierte und ihrerseits einen Sprung machte, um Mäx abzufangen. Sie packte ihn im Geschirr und hatte dann alle Hände voll damit zu tun, den kleinen hysterischen Psycho zu halten… zumal nun auch noch Vega motzig reagierte, auf Mäx zuhüpfte und ihn „ausschimpfte“!

Wahrscheinlich hatte sie die Faxen dicke, weil sie eh schon vorher Schmerzen hatte und Mortisha zu nah am Geschehen dran … und diese ihrer Meinung nach wohl „gefährdet“ war.

Fakt ist: Ich musste sie 2 x streng rufen, bevor sie abdrehte und zu mir zurückkam.

Da wir uns aber von solch kleinen Zwischenfällen nicht entmutigen lassen, liefen wir tapfer weiter, nachdem sich alle Gemüter beruhigt hatten. Bald schlenderten die Hunde wieder entspannt dicht nebeneinander her…  Mäx blieb den Rest das Spaziergangs jedoch sicherheitshalber an der Leine.

Der nächste Spaziergang läuft garantiert wieder besser, meint jedenfalls das Schiefzähnchen Paula: