Hardcore-Spaziergang

An Tagen wie diesem bin ich froh, wieder einigermaßen heil nach Hause zu kommen.

1. Es fing schon damit an, dass mich Vega auf den paar Stufen zum Haus raus fast umgerissen hätte, weil sie – warum auch immer – meinte, links an mir vorbeiflitzen zu müssen, während die drei anderen brav rechts rum gingen. Also: alle wieder rein und darauf bestanden, langsam und geordnet das Haus zu verlassen.

2. Am Ende unserer Parallelstraße kam uns ein Schnauzer-Mix entgegen. Der Rüde ist extrem knurrig (weil ängstlich), also verständigten wir uns kurz: die andere HH blieb stehen und ich wechselte die Straßenseite, zumal ich dort eh in einen Seitenweg einbiegen wollte.

3. Just aus diesem Seitenweg bog in diesem Moment ein fremder Mann mit Boxer auf „meinen“ Bürgersteig, knapp 10 m von uns entfernt. Wir sahen uns an, erstarrten… der Boxer schmiss sich platt auf den Boden. Meine gaben (oh Wunder!) keinen Mucks von sich. Auch hier kurze Verständigung: „Wir möchten da rein!“ Der Mann hatte nun die Wahl, entweder an uns oder an dem Schnauzermix vorbeizugehen. Er entschied sich für uns. Uff. Und schleifte seinen Boxer über die Straße.
Also Vega abgeleint und absitzen lassen, den Rest mit einem „Weiter“ mitgenommen… und Vega? Die Kröte trabte ungebeten hinter uns her, weil sie in letzter Zeit ja eh immer meint, alles besser als ich zu wissen.

4. Am Ende des Seitenweges sah ich den nächsten Hund kommen: Der Collierüde sprang mal wieder kläffend an der Leine auf und ab. Ich machte einen kleinen Bogen und blieb stehen. Und obwohl Vega heulend, quietschend und kläffend neben mir stand (sie findet Benny superklasse), sagte der Rest keinen Ton.

5. Um in ein kleines Wäldchen runterzukommen, müssen wir einen schmalen Weg recht steil bergab laufen. Ich Trottel schaute mich nach Mortisha um, bemerkte nicht, dass Simba stehengeblieben war, um einen Busch zu markieren, rannte in ihn rein und fiel beinahe über ihn.

6. Nächste Begegnung direkt an der Autobahn: Nachbarin mit Labradorhündin, die manchmal Theater macht. Ich also vorsichtshalber ins hüfthohe Feld ausgewichen und pitschnass geworden. Vega kugelte sich im Weizen (*schäm*) und just als Frau N. an uns vorbeilief, hopste sie auf den Weg, „nur um mal zu gucken“.  Mette ist aber glücklicherweise uninteressant und so hopste sie mit zuckersüßen Clownsgesicht wieder zurück ins Feld, frei nach dem Motto: „Kannst mir ja eh nicht böse sein!“

7. Vega lief brav vor, eine kleine Anhöhe über einen Bach hoch. Blieb stehen und an ihrer Haltung sah ich gleich, dass dahinter jemand stehen musste. Yep…und zwar ausgerechnet dieser Dreckskerl mit Altdeutschem Schäfer, der hier immer rumerzählt, meine „Kampfhunde“ hätten schon „einen Hund zerlegt“.

Ich entschloss mich spontan, ihn wie Luft zu behandeln und ohne ein Wort zu meinen Vieren ultracool an ihm vorbeizugehen… dabei still vor mich hinbetend, dass meine Vier sich auch wirklich vorbildlich benehmen. Vega trottete tatsächlich ultracool (und weiterhin unangeleint) im Abstand von max. 5 m an dem seeeehr angespannten Hund-Halter-Team vorbei, die anderen drei (angeleint) warfen nur einen kurzen Blick rüber und trabten brav weiter.

Als Sahnehäubchen obendrauf machte dann Vega doch noch einen kurzen Schlenker Richtung Hund und pinkelte ihm mit einem intensiven Blick quasi vor die Pfoten, bevor sie nonchalant wieder zu uns aufschloss.

8. Auf dem nächsten Damm kamen uns zwei alte Damen entgegen, mit einer Mali-Seniorin. Simba lässt sich ja normalerweise von Hündinnen so ziemlich alles gefallen, aber diese Oma macht normalerweise so ein Theater, dass selbst er zurück“zickt“. Also wieder einen Bogen gemacht und in die hohe Wiese rein. Mali bellte glücklicherweise nur 1x und selbst Felicitas wirkte nicht einmal angespannt.

9. An der Holzbrücke über den Ledenbach kam uns ein Jogger entgegen. Ich ließ Vega stehen und nahm die anderen leicht an die Seite, damit er an uns vorbeilaufen konnte. Er blieb aber stehen, fragte, ob das alles meine wären und ob die sich alle verstünden. Kurz geklönt und dickes Lob von ihm eingesackt.

10. Am Ledenhof waren die Ziegen, Gänse und Hühner schon draußen. Es ist jedesmal eine Herausforderung, einigermaßen gesittet dort vorbeizugehen… da das Höllenquartett nur zu gerne mittenmang springen würde und gerade die Ziegen rotzfrech an den Zaun getrabt kommen. Heute haben wir auf diese Trainingseinheit verzichtet, weil ein Streifenwagen direkt vor dem Hof parkte und ich bloß nicht riskieren wollte, unnötige und womöglich negative Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen… wir wechselten also die Straßenseite.

11. Nun kam uns ein Zwergschnauzer entgegen. Alisha macht grundsätzlich Theater, weil sie Angst vor meinen Hunden hat. Die HH wich ein paar Meter aus und wir unterhielten uns noch kurz, zumal ich meinen erneuten Leinensalat erst mal in Ruhe entwirren musste.

12. Gerade sortiert kam der nächste: ein alter DSH, mit Rüden unverträglich. Nun wich ich ein paar Meter aus, ließ alle absitzen…und obwohl sich Simba und Arko heftigst fixierten, wurde niemand laut. Hapuuh!

13. Als wir nun durch ein Wohnviertel gingen, kamen uns an einer Busshaltestelle zwei ältere Damen entgegen. Da es an dieser Stelle recht eng war, blieben wir stehen und ich ließ zumindest Morty absitzen. Die Frauen gingen an uns vorbei, die Hunde schenkten ihnen nicht einmal einen Seitenblick…aber trotzdem hatte die eine was zu kamellen: „Oh, das ist mir aber unheimlich!“ und „Das sind auch viel zu viele Hunde für so eine kleine Person.“

Ich rechne es mir hoch an, dass ich in diesem Moment nicht ausfallend geworden bin. Ich konnte es mir aber auch nicht verkneifen, ihr hinterherzurufen, was denn nun das Problem sei. Die Hunde hätten doch brav am Wegesrand gewartet. Sie blieb stehen, drehte sich um und sagte: „Ich habe aber Angst vor solchen Hunden.“ Weiterhin freundlich bleibend (oh, welch Selbstbeherrschung heute!) sagte ich ihr, dass sie das doch einfach hätte sagen können…. dann hätten wir ihr gerne Platz gemacht.

14. In dem kleinen Stichweg kurz vor unserem Haus schlenderte ich gerade nichtsahnend entlang, als Vega im Abstand von knapp 30 cm eine Katze hinter dem Zaun sitzen sah. Grollend sprang sie drauflos…die anderen drei gingen ebenfalls in die Leine. Keine Ahnung wie…aber irgendwie habe ich diese Berserker stoppen können, so dass nun keine wilde Hatz quer durch die Nachbarschaft folgte.

Nun sitze ich hier mit einem blutenden Finger (gedrehte Nylonleinen können so herrlich über die Haut ratschen) und bin heilfroh, dass ich den Spaziergang überlebt habe.

Eins sage ich euch aber: sollte mein Arbeitstag in dieser Art weitergehen, bin ich heute abend reif für die Klapse.

Simba meets Lotta

Heute durfte unser trailendes Labrador-Mädel Lotta auch endlich Simba persönlich kennenlernen.

Da die Maus seeeehr vorsichtig und unterwürfig ist, wollten wir sie nicht verschrecken und haben den Rumpelpumpel erst mal an der Leine gelassen. Und obwohl er gaaaanz vorsichtig, aber intensiv schnupperte, machte sich Lotta ganz klein und blickte ihn von unten ängstlich an.

Waren echt stolz, wie sich der Simbel auf die Arme eingestellt hat. Kein Brummeln, kein Hopsen, kein Bedrängen. Stattdessen warf er sich ihr vor die Pfoten, drehte sich auf den Rücken und und strampelte mit allen Vieren.

Mit ein bissel Übung wird sich Lotta hoffentlich bald entspannen und ihr übliches fröhliches Labbi-Gemüt zeigen!

 

Ruhe sanft, Nelly!

Die wundervolle Boxer-Maus Nelly hat fünf Wochen vor ihrem 10. Geburtstag den Kampf gegen den Krebs verloren…

Nie werden wir Nelly vergessen… diese quirlige Hündin mit dem niedlichen Vorbiss, den kaputten Knochen und dem Ball-Tick. Sie war Vegas älteste und beste Hundefreundin. Wann immer die beiden sich sahen, wuselten sie popowackelnd umeinander rum, stupsten sich an… und gerieten sich nicht einmal in die Wolle, wenn sie mit dem stattlichen Boxerrüden Henry auf dem Boden rumlagen, knutschen und sich bepfötelten. Die drei waren ein Dreamteam!

Nun sind zumindest Henry und Nelly hinter der Regenbogenbrücke wieder miteinander vereint…. und geben sich sabberige, feutchte Küsse!

 

 

Tänzchen mit Ginger & Fred

In der Fun-Gruppe, die wir im vergangenen Jahr hin und wieder besucht haben, hatten wir eine total nette Frau mit einem ungleichen Hundepaar kennengelernt: Ginger, eine nicht immer ganz einfache und sehr eigene Bracken-Mix-Hündin und Freddy, einen wuscheligen, eher ängstlichen Italiener.

Obwohl die beiden Jungs anfangs etwas staksig wurden und knurrten, regelten sie die Sache ohne körperliche Auseinandersetzung und so konnten wir recht bald völlig entspannt miteinander Kontakt machen.

Nachdem wir uns über ein halbes Jahr aus den Augen verloren hatten, verabredeten wir uns nach einem zufälligen Treffen endlich mal zu einem Spaziergang… und waren völlig erstaunt, wie sehr sich die Hunde übereinander freuten! Ginger leckte Simba sogar über die Schnute und so konnten wir die drei schon nach wenigen Meter ableinen und laufen lassen.

Freddy hielt sich zwar eher im Hintergrund und trabte brav hinter uns her, doch Simba fetzte mit der Hündin über die Wiesen, sprang wie ein Känguruh um sie rum und störte sich nicht im geringsten daran, dass es Ginger irgendwann zuviel wurde und sie ihn anzickte.

Dackel-Attacke

Da Simba ein „Date“ hatte, wanderte ich morgens erst mal nur mit den drei Mädels los. Alles locker, alles easy… und Feli machte unterwegs sogar vorsichtig-freundlichen Kontakt mir einem stattlichen schwarzen Labrador-Rüden, nachdem sie gesehen hatte, dass Vega und Mortisha ihn total nett fanden.

Völlig entspannt kehrten wir also heim und kümmerten uns auch nicht weiter um drei Radfahrer (eine Frau und zwei kleine Jungs auf Kinderrädern), die uns kurz vor unserem Haus entgegenkamen.

Doch just in diesem Moment bog unsere Nachbarshündin (ihres Zeichens rotzfrecher Rauhhaardackel) um die Ecke, sah uns…. und preschte sofort kläffend auf uns zu. Liesel war mal wieder aus dem eigenen Garten entwischt!

Mein erster Impuls war, Vega abzuleinen und Liesel gar nicht erst zu nahe kommen zu lassen. Doch dann hätte ich riskiert, dass mindestens einer der Hunde in die eh schon recht wacklig fahrenden Kinder reingeknallt wäre. Und das ging ja nun mal gar nicht!

Also blieb mir nichts anderes übrig, als insgesamt 100 kg Hund, die in die Leine gingen, irgendwie zu halten und der kleinen Angreiferin ein „Nein, Liesel!“ entgegenzuschmettern. Die blieb kurz irritiert stehen und rannte dann hysterisch kläffend weiter auf uns zu…derweil ihr Frauchen im Laufschritt um die Ecke bog und versuchte, sie abzurufen… was natürlich misslang. Liesel war mittlerweile bis auf 2 m rangekommen und ich hatte ziemliche Mühe, meine drei Furien zu bändigen, die sich dieses ungebührliche Verhalten nicht bieten lassen wollten.

Endlich war meine Nachbarin da, riss ihren Dackel hoch und entschuldigte sich wortreich… kopfschüttelnd von der Fahrradfahrerin beobachtet, die nur meinte, es sei ja wohl ziemlich mutig, sich mit drei so großen Hunden anlegen zu wollen.

Mutig? Ich würde das eher als „größenwahnsinnig“ bezeichnen!

Ich kann wirklich nur hoffen, dass unsere Nachbarn ihr Grundstück endlich mal ausbruchsicher machen. Früher oder später legt sich Liesel nämlich bestimmt mal mit dem Falschen an…und dann geht die Sache nicht so glimpflich aus.

 

 

 

 

Bulldoggen-Spaziergang

Heute durfte Mortisha zusammen mit ihrer Schwester Paula und deren Kumpel Mäx die Siegfähre unsicher machen. Der kleine Psycho hat sich übrigens super gehalten: keine einzige „Attacke“ auf den Fremdgremlin, obwohl der sich ja nicht um Sicherheitsabstände kümmert und immer viel zu dicht an ihm vorbeiflitzt.

Alle drei Bulldöggchen waren bestens gelaunt, plantschten im Fluss, zerkauten und/oder apportieren Stöckchen, hopsten durch die sattgrünen Wiesen, kugelten sich durch die Gegend oder robbten – wie in Paulas Fall – albern umher:

 

Einnordung eines Rüden

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was sich Rüden alles von Hündinnen gefallen lassen:

Im Ennert näherte sich eine Frau mit einem jungen (18 Monate) temperamentvollen Labrador an einer Schleppleine. Ich warnte vor, dass Mortisha echt resolut sei und wir etwas aufpassen müssten, da sie ja gerade erst eine Querschnittslähmung überstanden habe.

Allerdings war von letzterem nichts zu bemerken…. Morty sagte Merlin sofort klipp und klar, dass sie meilenweit über ihm stehe. Und als er dann den Fehler begann, sich stattdessen mir zuzuwenden und begeistert an mir hochzuspringen, wurde er heftigst eingenordet. Mit blitzend weissem Gremlin-Gebiss sprang sie ihn an und wies ihn zurecht.

Nachdem Mortisha dem armen Kerl unmissverständlich klargemacht hatte, wo der Hase langlief… und er – typisch Rüde – das auch brav akzeptiert hatte, konnte man gutgelaunt miteinander über die Waldwege hopsen.
So eine kleine Hexe! 

 

Schwarzer Mann

Heute hatte sich der neue Schornsteinfeger angekündigt. Kein Problem… dachte ich zumindest. Bisher hatten unsere Hunde schließlich alle Schornsteinfeger gemocht und die Männer konnten sich frei bei uns im Haus bewegen. Auf Mortisha muss man zwar anfangs immer ein bissel aufpassen, weil sie vor fremden Menschen erst mal Angst hat, aber mit ein bissel Umsicht klappt es eigentlich immer.
Nicht aber an diesem Tag! 

Zwei schwarze Männer, der eine noch dazu mit Zylinder auf dem Kopf, waren offenbar zu viel: Mortisha kläffte, was das Zeug hielt und beruhigte sich einfach nicht. Glücklicherweise hatte ich sie festgehalten… ansonsten hätte ich ihr durchaus zugetraut zuzuschnappen.

Glücklicherweise sind die drei Großen selbst bei Besuch von Fremden völlig entspannt. Solange Frauchen sie freiwillig reinlässt, bleiben sie ganz cool und sagen nur mal kurz und freundlich „Hallo“.

Schade nur, dass Mortisha sich in dieser Beziehung nicht an den anderen orientiert. Sie gab erst Ruhe, als ich sie in den Garten brachte.  Durch die Terrassentür beobachtete sie die beiden Männer noch kurz, drehte sich dann um und verzog sich mit einem Kauknochen auf ihre Decke.

Schätze, dass wir daran noch ordentlich arbeiten müssen…

Gerüchteküche

Heute morgen haben wir Ulana, eine ansonsten sehr gemütliche Neufundländer-Hündin getroffen, die oft (scheinbar) alleine in der Gegend rumsitzt, ihre Blicke über die Wesen schweifen lässt und irgendwann mal in aller Seelenruhe hinter ihrem Frauchen herschlendert, das bereits mehrere hundert Meter weitergelaufen ist. Sprich: sie ist so eine Schnarchnase, dass sie selbst für Simba völlig uninteressant ist und er sie normalerweise keines Blickes würdigt.

Keine Ahnung, woran es lag, aber heute legte Ulana eine völlig ungewohnte Aktivität an den Tag: sie wälzte sich – unter Felis kritischem Blick – mehrmals wonniglich im Gras und  hopste mit Vega und Simba durch die hochstehende Wiese. Absolut niedlich!

Wir Frauen hatten dann auch endlich mal die Gelegenheit, uns länger zu unterhalten und kamen dann auch auf die Gerüchteküche in Geislar zu sprechen. Auch Ulanas Frauchen war schon vor langem zu Ohren gekommen, dass meine „Kampfhunde“ angeblich einen anderen Hund zerlegt haben sollten.

Ich habe dann mal aufgeklärt, wie wir zu diesem Ruf gekommen sein müssen (pure Anwesenheit Vegas bei einem Ernstkampf zwischen zwei Rüden reichte, um sie zum Aggressor zu machen) und kann nur hoffen, dass auch diese Frau diesen blöden Labertaschen nun erzählt, was tatsächlich passiert ist.

Zumindest hat sie wohl bisher allen gesagt, dass ihre Ulana mit allen meinen Hunden bestens zurechtkommt, was wohl immer zu großem Erstaunen geführt haben soll….