Ein „Retriever“

Heute Nachmittag waren wir mit dem hübschen Collie-Mädchen unserer Physiotherapeutin verabredet.

Mortisha und Jennice kennen sich natürlich schon länger, hatten aber bisher nicht die Möglichkeit, so richtig warm miteinander zu werden, weil beim Mobility immer noch ein Haufen anderer Hunde herumwuselte. Um dies zu ändern, zogen wir also mal zusammen los und ich entdeckte bei diesem gemütlichen Spaziergang ein mir bislang unbekanntes Talent der Süßen:

Wenn das „schusselige“ Frauchen unterwegs einen Schuh verliert, ist es doch super, wenn man einen „Retriever“ hat!

 

 

Verärgerte Nachbarn

An sich sind wir ja sehr um ein gutes Verhältnis mit der gesamten Nachbarschaft bemüht, doch gibt es Dinge, in denen wir – aus „Selbstschutz“ – keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer nehmen…

Angrenzend an unseren Garten wurde ein Teil des Grundstücks verkauft und die neuen Nachbarn haben begonnen, dort ihr Haus zu bauen. Davon einmal abgesehen, dass dort nun ständig fremde Bauarbeiter rumlaufen und ich wenig Lust habe, meine Hunde in ihrem eigenen Garten ständig zu beaufsichtigen, damit sie es auch wirklich nur bei einem kurzen Anschlagen belassen, müssen wir auch berücksichtigen, dass diese Nachbarn einen 2-jährigen Sohn haben und seinen Sandkasten direkt an den Zaun gestellt haben…. was an sich nicht weiter tragisch wäre.

Allerdings muss man bedenken, dass dieses Kind bereits vom Anblick der scheuen Nachbarskatze Alpträume bekommen hatte und dementsprechend skeptisch ob unserer Hunde ist.

Wir können uns daher zwar darauf verlassen, dass der kleine Knopf nicht durch den Zaun langen wird, doch können wir nicht garantieren, dass unsere Hunde nicht vielleicht doch mal bellend auf den (arg wabbeligen) alten Maschendrahtzaun zurennen und das Kind verschrecken…. oder dass es sich erschrickt, hinfällt und sich wehtut.

Die Nachbarn selber wirken zwar einigermaßen entspannt, was das angeht, aber man weiss ja nie…

Außerdem ist es bereits zu einer unschönen Situation gekommen, als sie eine Einweihungsgrillparty gaben und ein Besuchskind (unter den gelassenen Blicken unserer Hunde) versuchte, den Zaun hochzukraxeln. Als dessen Mutter dies nämlich sah, rannte sie hysterisch schreiend auf den Zaun zu…. was dann – nicht ganz unverständlicherweise – zu einer laut bellenden „Attacke“ Simbas führte. Ich konnte ihn zwar noch vor Erreichen des Zaunes abrufen, doch die Frau riss da auch schon ihr Kleinkind fort, dessen Finger ja im Zaun festgekrallt waren…. sie hätte es also durch diese saublöde Aktion selber verletzen können.

Um so etwas von vorneherein zu vermeiden, haben wir uns also dazu entschlossen, den direkten Sichtkontakt zu unterbrechen. Auf Rückfrage durften wir zwar keine Bambusmatte an den vorhandenen und zum Nachbargrundstück gehörenden Zaun anbringen, da man den „freien Blick“ so sehr mochte, doch auch für solche Fälle gibt es ja glücklicherweise Lösungen und einen Baumarkt in der Nähe.

So nutzen wir also unseren Urlaub, zogen los und kauften einen Sichtschutzzaun, den wir nun vor den Maschendraht gesetzt haben. Obwohl wir uns nun nicht hinter einen übermannsgroßen Sichtschutz verbarrikadiert, sondern uns ganz bewusst für einen gerade mal 1 m hohen Zaun entschieden haben (damit wir kleinen Frauen uns auch weiterhin über den Zaun hinweg unterhalten können), führte das gleich zu diesem Kommentar:
„Ach, da wird uns also ein Zaun vor die Nase gesetzt!“

Tja, da scheinen wir den Herrn dann doch ein bissel verärgert zu haben…

Wolfswinkel 2011, Abschied

Nach zwei anstrengenden Seminartagen hätte man ja eigentlich ausschlafen können, da wir aber noch mit Wissener Freunden verabredet waren und das Vega-Mädchen auch zu ihrem Recht auf einen langen und spannenden Spaziergang kommen sollte, ging es bereits morgens um 5.00 Uhr in den Wald, incl. Reh- und Hasensichtung…. und Praxistraining in Sachen „Jagdabbruch“.

Anschließend ging es zu einem superleckeren und gemütlichen Brunch in das Wissener Bistro Lakö. Das reichhaltige und preislich günstige Buffet ließ keine Wünsche offen und auch Vega wurde von der netten Bedienung nicht vergessen. Es wurde geklönt, diskutiert, gelacht …. und so konnten wir das Wochenende richtig schön ausklingen lassen, bevor es an die teilweise doch arg langen Rückfahrten ging.

Ich habe ja das Glück, nur ein knappes Stündchen fahren zu müssen, das auch noch dadurch „verkürzt“ wurde, dass ich einen lieben Freund mit nach Bonn nahm, weil es von hier aus die besseren Zuganbindung nach Frankreich gibt…. allerdings nutzte ihm das dieses Mal nichts: durch den entgleisten IC bei St. Goar und einer katastrophalen Koordination des Schienenersatzverkehrs war er insgesamt 12 Stunden (!) unterwegs, bevor er völlig entnervt und hundemüde in sein Bett fallen konnte.

Wolfswinkel 2011, Tag 2

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Biologen und „Pausenclown“ (wie er sich selber gerne nennt) Dr. Frank Wörner referierte der saarländische Wildmeister Renè Wiese, der u.a. Einblicke in die moderne Jagdhundeausbildung gab und von den Anforderungen an einen Berufsjäger.

Danach folgte die Diplombiologin, Hundetrainerin und Jägerin Anke Lehne. Da es kurzfristig ein paar Programmänderungen gab, war sie so nett, gleich zwei Vorträge zu halten. Zuerst berichtete sie sehr anschaulich, wie man Jagdhunde ganz ohne Starkzwang (Zwangsapport u.ä.) und noch dazu erfolgreich mit dem Clicker ausbilden kann. Später folgte dann ein Vortrag über die „Nase beim Jagdhund“ …. da mir hier einiges aus dem Mantrailing bekannt war, habe ich diesen Vortrag allerdings dazu genutzt, um mit Vega an der Sieg spazierenzugehen.

Für die aus schwerwiegenden privaten Gründen ausgefallene Ute Berthold-Blaschke war Frank Weißkirchen eingesprungen, ein Hundetrainer und Pettrailer aus dem Westerwald… übrigens selber MAN-Besitzer.

Eine weitere Referentin war Pia Gröning von der Pfotenakademie Ruhrgebiet, eine immer noch schrecklich jung wirkende, aber sehr sympathische und vor allem kompetente Trainerin, die sich insbesondere auf Jagdhunde spezialisiert hat und einige Videos von der Ausbildung ihrer Hunde zeigte.

Ein „Urgestein“ in Wolfswinkel war natürlich Jan Nijboer, der wohl den meisten Hund’lern ein Begriff sein dürfte.

Last, but not least trat der allseits bekannte Zoologe Udo Gansloßer auf die Bühne, hielt mal wieder einen mitreissenden Vortrag…diskutierte hart, aber fair… kritisierte offen… und war wie immer auf aktuellem wissenschaftlichem Stand.

Fazit: für mich sind und bleiben die Wolfswinkeler Hundetage ein absolutes Muss. Auch wenn man nicht immer mit prominenten Referenten aufwarten kann und die Orga manchmal etwas konfus ist, sind die meisten Vorträge top und man kann viel lernen. Auch indem man so manche Hundehalter und -trainer im Umgang mit ihren Vierbeinern beobachtet, die als „normale“ Teilnehmer dabei sind.

Positiv war, dass in diesem Jahr nicht ganz so viele gestresste Hunde zu sehen waren und bis auf einen Collie niemand den Seminarverlauf störte. Auch musste ich nur 2x andere Hundehalter darauf hinweisen, ihre lieben Bellos nicht unbedingt an der langen Leine quasi unter den Büchertisch krabbeln zu lassen und Vega zu nerven. Auch wenn mein Mädel immer absolut gelassen (und ungesichert) hinter mir liegt, mag sie solche Aufdringlichkeiten nicht und könnte durchaus laut werden.

Ein wundervolles Geschenk

Da fragt man sich wirklich, womit man so etwas Tolles verdient hat. 

Als Roland, „Küchen-Chef“  bei den Wolfswinkeler Hundetagen und Mitarbeiter des Tierheims Chemnitz, vor Jahren Vega auf dem Seminar kennengelernt hatte, hatte er sich augenblicklich in mein Mädchen verliebt…. und ich dürfte es mir nicht erlauben, ohne sie nach Wissen zu fahren.

Jahr für Jahr verwöhnt er das Vegalinchen nach Strich und Faden, doch dieses Jahr gab es auch für mich eine wunderschöne Überraschung:  er hatte Vega von seiner lieben Freundin Teresa B. aus Zwickau porträtieren lassen!

Ganz ehrlich: diese Zeichnung ist mit Abstand das schönste Hundeportrait, das ich jemals gesehen habe. Und Teresa hat Vega genau so getroffen, wie sie ist. Edel, wachsam, überlegt, in sich ruhend und sanft.

Nochmals 1000 Dank an euch beide!!!

 

Wolfswinkeler Hundetage 2011

Wie jedes Jahr ging es heute nach Wissen, zu den von der Gesellschaft für Haustierforschung (GfH) organisierten Wolfswinkeler Hundetagen. Für mich gehört dieses 2-tägige Seminar zu einem absoluten Muss: zum einen gibt es dort in der Regel viele interessante Vorträge von Spitzen-Referenten rund um’s Thema „Hund“, zum anderen treffe ich dort ganz liebe Freunde, die so weit weg leben, dass wir ansonsten nicht die Möglichkeit haben, uns öfter zu sehen.

So düste ich auch an diesem Freitagmorgen (in Begleitung meiner Vega) in den Westerwald, fiel meinem „Trüppchen“ reihum um den Hals… und während die einen pflichtschuldigst zur Mitgliederversammlung der GfH fuhren, gingen wir anderen mit Vega an der Sieg spazieren und anschließend noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Schließlich wollten wir uns vor Beginn des Seminars nach bei Kaffee, Kuchen und Tiramisù stärken und dabei über Gott und die Welt quasseln.

Am frühen Abend, noch vor Einlass der Teilnehmer, machten wir uns an die Arbeit: den Pausenraum einrichten, literweise Kaffee kochen, Brote schmieren, Theke vorbereiten, Büchertisch aufbauen. Letzterer ist quasi mein Reich, was den großen Vorteil mit sich bringt, dass ich immer freie Sicht auf die Bühne habe und Vega massig Platz und Ruhe hat.

Diesjähriges Thema war übrigens „Der Hund als Jäger„.

Leider war das Seminar bei weitem nicht so gut besucht wie in den letzten Jahren…. trotz des sehr interessanten Themas und guter Referenten waren nur ca. 120 Leute gekommen. Besonders ärgerlich: Herr Wörner hatte im Vorfeld zig Jagdverbände, Jägerzeitschriften & Co. angeschrieben und eingeladen, doch es gab nur vereinzelt Rückmeldung und noch weniger Vortragszusagen. Dafür waren die angereisten Referenten pro Jagd aber wirklich top!

Den Anfang machte jedoch ein „Urgestein“ in Wolfswinkel, und zwar  Jan Nijboer, der mit seinem Natural Dogmanship wohl den meisten Hund’lern ein Begriff sein dürfte.

Anschließend folgte die Biologin Frau Emmert, ihres Zeichens Bundesvorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV) und Co-Autorin des Buches „Jagdwende: Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk“.

Da beide Referenten bedauerlicherweise noch am selben Abend wieder abreisen mussten, folgte nun eine hochinteressante Podiumsdiskussion, die irgendwann aufgrund der fortgeschrittenen Stunde abgebrochen werden musste.

Ob’s was gebracht hat?

Wir waren gerade auf dem Rückweg zum Auto und liefen auf einem unübersichtlichen Wegstück die Sieg entlang, als plötzlich ein Rehpinscher hinter einem Busch hervorschoss… und mein Adrenalinpegel schlagartig in die Höhe schnellte.

Mortisha raste zwar sofort los und schlug den kleinen Mann in die Flucht, doch Vega und Simba blieben  auf mein scharfes „Stop!“ wie angewurzelt stehen und Felicitas, die dicht hinter mehr hergedackelt war, ließ sich vorsichtshalber durch einen Griff ins Geschirr sichern.

Hmm, was nun? Ich hörte keinen Ton, sah aber auch nicht, was hinter der Wegbiegung passierte. Just als ich Mortisha rufen wollte, kam sie aber gutgelaunt zurückgehopst… dicht gefolgt von einer vorsichtig dreinblickenden ausländischen Dame, die auf meine Bitte hin dann auch den Rehpinscher anleinte. Wir verständigten uns kurz, wer wo lang wollte, und setzten dann unseren Weg fort. Ein Blick zurück ergab, dass die Frau uns im Abstand von ca. 30 m folgte… eine Distanz, auf der ich mein Höllenquartett dann auch gücklicherweise laufen lassen konnte, ohne befürchten zu müssen, dass sie zu dem kleinen Wibbel zurücklaufen würden.

Da ich vorher nur instinktiv gehandelt hatte, setzten sich so langsam meine Gehirnwindungen wieder in Bewegung…. und mir fiel ein, dass wir diesen Kleinhund schon mehrfach getroffen hatten. Allerdings waren die Begegnungen immer etwas stressiger gewesen, weil Figo in seinem jugendlichen Überschwang (er ist mittlerweile 1,5 Jahre alt) überhaupt nicht mehr auf Frauchen hörte und am liebsten mittenmang zwischen meine Chaoten gehüpft wäre… so dass ihm Vega jedesmal unmissverständlich und sehr laut klar machen musste, dass er sich uns nicht zu nähern hatte.

Da ich solche unkontrollierten und sonst immer vermeidbaren Begegnungen so gar nicht  leiden kann und sie bei einem so zarten Geschöpf auch leicht gefährlich werden können, beschloss ich stehenzubleiben und auf die Frau zu warten, um mich mal in aller Ruhe mit ihr zu unterhalten.

Gesagt, getan. Die Arme guckte zwar im ersten Moment etwas eingeschüchtert, aber da ich sie sofort freundlich ansprach und auch mein Quartett vollkommen locker und ruhig blieb, tauschten wir uns ein bisschen über unsere Hunde aus und ich konnte ihr erklären, warum es evtl. keine gute Idee ist, wenn ein fremder Hund direkt in uns reinrennt.

Wir verblieben dann so, dass sie ihren niedlichen Wirbelwind vorsichtshalber erst mal anleint, wenn sie uns von weitem sieht…  und wir nur ein richtiges Kennenlernen zulassen, wenn ich max. 2 Hunde dabei habe. Ich gehe nämlich schwer davon aus, dass Mortisha gerne mit Figo spielen würde…und auch der Rest der Truppe dürfte kein Problem mit ihm haben, wenn er sich denn ordnungsgemäß „vorstellt“.

Sonntägliches Trailen

…mit Hindernissen. 

Heute haben wir ein neues und ergiebiges Trailgebiet in St. Augustin – Menden ausgestet und hätten mit dem Training mehr als zufrieden sein können, wenn – ja, wenn – wir es nicht unverschämterweise gewagt hätten, ein Neubaugebiet zu betreten, in welches bereits einige junge Familien eingezogen sind.

Als mich eine Mittrailerin verstecken wollte, trafen wir auf eine „Anrottung“ von Mamis und Papis, die inmitten ihrer lärmenden Kinder (keins davon auch nur im Grundschulalter) standen und sich ihres Lebens freuten…. schließlich kurvten ihre Wonneproppen allesamt wie Mini-Schuhmachers auf kreischenden und superteuren (man hat’s ja…) Elektro-Autos über die Straße und das „ruhige Wohnidyll“ war perfekt.

Da wir keinen langen Backtrack produzieren wollten, liefen wir einfach hindurch und sahen die Sache sportlich: ordentliche Trailverwirbelungen und die Ablenkung durch die womöglich unheimlichen Kleinfahrzeuge sind halt ungeplante, aber willkommene Schwierigkeiten.

So weit, so gut.

Ich setzte mich auf die Terrasse eines Rohbaus und wartete auf den ersten Suchhund, und zwar die kleine Mortisha… geführt von meinem Mann. Sie kam auch recht fix um die Ecke geflitzt und hatte sich nicht im geringsten von dem Kindertrubel irritieren lassen. Nun gut… eine Mutter hatte ihr Kind zur Seite gerissen, obwohl Morty vorsichtshalber sehr kurz geführt worden war, aber solche Leute gibt es ja immer.

Als nun aber ein zweiter Hund, noch dazu ein schwarzer Labrador, die Straße entlanglief, wurde es den lieben Mamis und Papis zuviel. Mutig stellte sich ein Vater vor das gefährliche Tier und blaffte die beiden Frauen an, das sei nun das dritte Mal, dass sie hier mit einem Hund vorbeikämen… das sei eine Unverschämtheit und er werde die Polizei rufen.

Häääääh? Darf man neuerdings nicht mehr mit einem angeleinten Hund über eine öffentliche Straße gehen?

Doch es wurde noch doller: der Mann redete sich in Rage und wollte der Hundeführerin demonstrieren, wie kurz man einen Hund (nämlich dicht hinter dem Karabiner, der am Geschirr befestigt ist) zu halten habe, wenn man ihm schon keinen Maulkorb aufsetze!

Selbstverständlich ließ diese nicht zu, dass er ihren Hund anfasste und forderte ihn auf, umgehend die Polizei zu rufen. Sie käme ja gleich wieder vorbei und würde sich dann ebenfalls gerne mit den Beamten unterhalten.

Dann setzte sie den Trail mit ihrem weiterhin wild wedelnden Rüden fort, holte mich an meinem Versteck ab und erzählte mir natürlich sofort, was geschehen war. Gemäß meinem italienischen Temperament explodierte ich natürlich sofort und stapfte zornfunkelnd los, um mir diesen feigen Kerl vorzuknöpfen, der sich da so aufgespielt hatte und nicht Manns genug war, uns verbal anzugreifen, als wir selber einen gestandenen Mann dabei hatten.

Doch als wir mit herausfordernden Blicken zwischen den Eltern hindurchstapften, konnten wir uns ein Grinsen nicht verkneifen: der Vollpfosten von einem Vater kam nämlich just in diesem Moment mit Telefon am Ohr aus dem Haus, schüttelte grimmig den Kopf und würdigte uns keines Blickes mehr.

Tja… ich schätze, die Polizeibeamten der benachbarten Wache (an der wir übrigens ein Stündchen zuvor vorbeigetrailt waren) haben dem übereifrigen Hilfssheriff ein paar passende Worte  erzählt und sich geweigert, wegen so eines Kinkerlitzchens rauszufahren.

Erzieherische Maßnahmen

Obwohl Mortisha gestern abend nach dem Streit völlig unbekümmert durch das Haus hopste und sich auch Simba gegenüber völlig unverändert gab, hat sie sich offenbar ihre Gedanken gemacht.

Als ich heute im Garten je Hund einen halben Apfel verteilte und nur kurz in die Küche ging, um mir die Hände zu waschen, fand ich bei meiner Rückkehr folgende Situation vor: Mortisha lag auf der Terrasse, zwei Apfelstücke zwischen ihren Vorderpfoten, sie scheinbar völlig relaxt, die Augen halb geschlossen… und Simba stand vor ihr, sachte vor sich hinwedelnd.
Da hatte wohl jemand ein Tabu auf den Apfel gelegt. 

Auf mein anerkennendes „Aha, so  läuft das also hier…“ schaute mich der Gremlin (ich schwör’s: sie hat mir zugezwinkert!) an, nahm sich ein Apfelstück und mampfte es hochzufrieden auf. Dann gestattete sie dem sich wie bolle freuenden Simbel, sich das zweite Stückchen zu holen, das sie ihm als große kleine Chefin nun endlich gönnte!