Ruhe sanft, Max!

Max
2016 – 23.09.2018

Auch wenn ich Max nie persönlich kennengelernt habe, so haben wir doch fast täglich über ihn gesprochen…. und gerade weil ich weiss, dass dieser junger Hund von Anfang an schlechte Karten hatte, hadere ich jetzt erst recht mit dem Schicksal, das ihn nun aus dem Leben gerissen hat. Dieser Hund hätte so viel mehr verdient gehabt!

Max stammt von einem „Züchter“, der ganz bewusst scharfe Wach- und Schutzhunde produziert, die selbst für absolute Rassekenner eine Herausforderung sind. Der Bursche kam aber zu einer Familie, wo so ziemlich alles schief ging und wo der gerade mal 6 Monate junge Rüde „völlig grundlos“ die Teenie-Tochter attackierte. Man wandte sich ratsuchend an die MVH, meine Kollegin schaute sich den völlig verqueren Junghund an (der einerseits direkt nach vorne ging, sich andererseits aber gleichzeitig einpinkelte), an und war so entsetzt , dass sie ihn gleich da behielt…. in der festen Überzeugung, ihn zu behalten, bis er vermittlungsfähig war.

Dieser Zeitpunkt ist nie gekommen. 

Obwohl er sich irgendwann relativ gut von Astrid händeln ließ und ihr im Rahmen seiner Möglichkeiten vertraute, blieb er ein Risiko, vor allem Menschen gegenüber. Die folgenden 2 Jahre erforderten unglaublich viel Management und Einschränkungen. Trotzdem kam es immer wieder zu teilweise recht heftigen Auseinandersetzungen mit dem Altrüden, ebenfalls ein Mastino Napoletano. Incl. Kollateralschäden auf menschlicher Seite.  

Einen solchen Hund zu vermitteln, wäre verantwortungslos gewesen…und so „biss“ sich Astrid mit ihrem eigenen Sturkopf durch und behielt ihn. Oftmals fluchend und schimpfend. Aber Max hatte große Fortschritte gemacht und natürlich hatte sich schon lange auch eine gewisse Zuneigung entwickelt. Dieser Hund sollte bis zu seinem Ende bei ihr bleiben und ein gutes Leben führen.

Dass das Ende aber so schnell kommen könnte, damit hätte niemand gerechnet!

Seit ein paar Tagen konnte Max hinten rechts nicht mehr auftreten und man dachte an einen Kreuzbandriss oder Ähnliches. Heute war das Bein im unteren Bereich extrem angeschwollen, die Schmerzen wurden trotz heftiger Schmerzmittel jeden Tag schlimmer. Also wurde der arme Kerl in Narkose gelegt, um ihn gefahrlos röntgen zu können. 
 
Die Röntgenuntersuchung hat Astrid und ihren Mann umgehauen: Der gesamte Oberschenkelknochen bis in die Hüfte und das Gelenk unten waren zerfressen und kaputt. Osteosarkom. 

Sie haben Max nicht mehr aufwachen lassen. 

Und nun sitzen wir hier alle und heulen uns die Augen aus, weil es einfach so ungerecht ist. Weil dieser Hund nur eine Chance hatte, weil EIN Mensch nicht aufgegeben hat. Weil er zwar ein Zuhause gefunden hat, indem er im gewissen Rahmen Zuneigung und ausgelassene Freude (vor allem mit seinem Setter-Kumpel) erfahren hat, aber auch extrem viel Regeln und „Druck“, um schwere Beissvorfälle zu vermeiden. Weil er eben KEIN normales Leben führen konnte. Und weil er dann zum Schluss auch noch unvorstellbare Schmerzen erlitten hat.   

Hoffentlich geht es dir jetzt, da wo du nun bist, endlich gut, Max! 

A wee bit of pee from Pee-Wee

Da Pee-Wee in letzter Zeit ein leichtes, aber mittlerweile unübersehbares Harnträufeln zeigt, vor allem wenn er gelegen/geschlafen hat und dann aufsteht, gehen wir von einer beginnenden Altersinkontinenz aus. Um jedoch eine einfache Blasenentzündung auszuschließen, musste also eine Urinprobe her.

Nun gut… der Dicke hat mir dann doch einen leicht verdatterten Blick zugeworfen, als ich frühmorgens mit dem Becher hinter ihm hergehüpft bin, aber was soll’s: mission accomplished! 

Pee-Wees Pipi ist aber vollkommen ok. Von daher werden wir jetzt mal auf Anraten der Tierärztin ausprobieren, ob Granufink (ein Mittel für zweibeinige Männer) etwas bringt. 

Befund Mittelmeercheck

Vorhin hat unsere Tierärztin angerufen: 
Der Mittelmeercheck von Pee-Wee ist bis auf den Babesiose-Titer negativ.

Der Babesiose-Wert befindet sich in einem „Graubereich“, sprich: der Dicke ist irgendwann einmal mit den Erregern in Kontakt gekommen, dürfte aber höchstwahrscheinlich keine aktive Infektion haben, da ansonsten ein höherer Titer zu erwarten wäre.

Um ganz sicher zu gehen, werden wir den Babesiose-Test in vier Wochen wiederholen, auch wenn die Ärztin meinte, dass wir uns keine Sorgen machen müssen und der Titer dann unter Garantie im negativen Bereich sein wird. 

Stapelweise Bücher

Die Renovierung ist gut vorangeschritten und ich kann bereits Bücher einräumen. *freu*

Die hier fotografierten Bücherstapel (bereits nach Themengruppen sortiert) umfassen ausschließlich meine medizinischen und meine Hundebücher…. und sind bereits ordentlich ausgedünnt worden. Alles was noch gut erhalten ist und mir nicht am Herzen liegt, wurde zur Seite gepackt: eventuell findet sich ja ein Tierheim oder ein TSV, der Bücherspenden für einen Flohmarkt oder ähnliches gebrauchen kann.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich unter den Büchern doch einige Schätzchen entdeckt habe, die ich ganz vergessen hatte, wie die „Pathologische Anatomie der Hausthiere“ von 1901, ein Nachdruck der 1900 erschienen Erstauflage von „Der Arzt und die alte Heilkunst in alten Zeiten„, der südafrikanische Hunderoman „Jock of the Bushveld“ von 1907,  alle Fleig-Bücher sowie einige seltene Rassebücher, speziell über Molosser und Listenhunde, in verschiedenen Sprachen (italienisch, französisch und englisch).

Ich bin so glücklich, sie in Zukunft endlich wieder alle in Sichtweite zu haben, so dass ich mir peu a peu alles vorknöpfen kann, was ich tatsächlich noch nicht gelesen habe. Und das ist einiges!

Goodbye, Kröte!

Kröte
2007- 14.09.2018

Das Krötchen hatte einen besch*** Start ins Leben, hatte dann aber das große Glück, vor neun Jahren zu Menschen zu kommen, die sie trotz all ihrer Baustellen so geliebt haben wie sie war. Hier ist sie aufgeblüht und hat das Leben, trotz vieler Handicaps und Rückschläge, genossen. 

Diese kleine Tierchen war ein Phänomen: sie hat sich von nichts und niemandem unterkriegen lassen und hat eine unglaubliche Lebensfreude und gute Laune verbreitet, die einfach ansteckend war. Doch die letzten Monate wurden zunehmend schwieriger, die Beeinträchtigungen immer mehr, die Kräfte ließen nach. Und nun ist die Sonne endgültig für Kröte untergegangen…. 

Es zerreisst mir das Herz. 

Mit Pee-Wee beim Tierarzt

Aufgrund Pee-Wees nicht ganz einfachem Verhalten beim Anblick fremder Hunde kann ich leider keine zeitsparenden „Sammelbesuche“ beim Tierarzt mehr machen. ZWEI Bollerköpfe bekomme ich im Wartezimmer einfach nicht mehr gehändelt. Also musste ich heute noch mal in die Praxis, um die Wiederholung des Mittelmeerchecks bei meinem Spanier machen zu lassen.

Maulkorb drauf und rein ins Wartezimmer, das glücklicherweise leer war. Allerdings mussten wir so lange warten, dass zwischenzeitlich doch noch ein paar Leute kamen.

Zuerst ein Mann mit zwei großen Hunden, bei denen dat Pivelino sich noch recht ordentlich benahm und still sitzen blieb, ohne sich aufzuregen. Das änderte sich, als die beiden Hunde miteinander zu spielen begannen. *hüstel*

Großes Gefiepe und Gejaule von beiden Seiten. Aber nun gut…man beruhigte sich schließlich. Von daher war ich noch recht zufrieden.

Dann kam allerdings eine junge Familie mit Mopsrüden herein und der Kleine lief schnorchelnd und dicht an uns vorbei. Auf dieses vermeintliche Knurren reagierte mein Großer dann doch recht empfindlich, was wiederum den Mops dazu veranlasste, ihn lautstark anzukläffen… Pee-Wee ist daraufhin „leicht“ aus der Haut gefahren und hätte sich am liebsten aus seinem Geschirr gewunden.  

Dementsprechend glücklich war ich, als wir endlich aufgerufen wurden und die Situation endlich entspannen konnten.

Im Behandlungszimmer kam der Maulkorb natürlich sofort ab, Pee-Wee wurde von der Ärztin sehr gelobt (“ Der sieht SO toll aus…wenn man bedenkt, wie runtergekommen der anfangs war…!“) und die Blutabnahme klappte dann auch problemlos, weil der Dicke wirklich sehr brav stehen bleibt und uns einfach machen lässt. Braves Kerlchen!

Ich finde, er hat sich echt wacker geschlagen. 

Mit Sofia beim Tierarzt

Das Sofichen scheint unser erster Hund zu sein, der wirklich nur zum Impfen zum TA muss. 

Erfreulicherweise hat das auch ohne Panikattacken geklappt: Wir haben direkt vor der Praxis geparkt, wo es zum Glück – weil Sackgasse – auch keinen stressigen Durchgangsverkehr gibt. Das Wartezimmer war gerade leer, so dass wir uns auch in aller Ruhe mit der Waage „anfreunden“ konnten (das dicke Tierchen hat etwas zugenommen und wiegt nun stolze 31 kg). Und als dann fremde Menschen reinkamen, waren die zu meiner großen Freude und Erleichterung eher uninteressant, weil Sofi soooo gerne mit den anderen Hunden gespielt hätte.

Auf dem Weg ins Behandlungszimmer zögerte das Mädchen kurz, tapste dann aber mutig mit, als ich mit ein paar aufmunternden Worten flotten Schrittes weitergegangen bin.

Bei der Untersuchung und der Spritze selber fällt Sofia immer in einer Art „Schreckstarre“, so dass das Ganze auch dieses Mal recht schnell und locker über die Bühne ging… und der Stresslevel schien sich noch in einem erträglichen Rahmen zu bewegen, da sie anschließend auch Leckerchen von der Ärztin angenommen hat.

Ich war wirklich stolz, wie gut die Süße das gemeistert hat! Da erlebt man in Wartezimmer oftmals viel Schlimmeres, wenn ansonsten lustige und selbstbewusste Hunden plötzlich zu zitternden und elenden Fellbündeln werden.

Spanischer Renter

Wir renovieren gerade: Esszimmer raus, dafür gibt es ein neues Arbeits- und Lesezimmer für mich. 

Die Hunde sind natürlich keine große Hilfe bzw. eher kleine Störer. Insbesondere Pee-Wee muss immer mittenmang liegen und guckt beleidigt, wenn man ihn verscheuchen möchte, weil man Schränke aufbauen muss. Meistens schafft er es aber doch, dass „Papa“ das Werkzeug zur Seite legt, ihm ein paar nette Worte ins Ohr flüstert und dann noch eine Rückenmassage verpasst…. dann kann Wauz auch zufrieden in den Garten schlendern und die Sonne genießen.

Übrigens hat sein Pflegefrauchen doch sehr gelacht, als ich ihr dieses Foto geschickt habe. Sie meinte nur: „Liegt in der Mitte, aber hilft nicht. Wie die spanischen Rentner, die immer immer zuschauen, wenn die Maurer an den Häusern arbeiten.“

Sehr treffend!

Wolfswinkeler Hundetage 2018

Vier anstrengende, aber auch hochinteressante und schöne Tage in Wissen sind vorbei und das Chaos zuhause hat mich wieder.

Dieses Jahr hatten wir das Glück, wieder unsere „Luxus“-Ferienwohnungen auf einem einsam gelegenen Reiterhof beziehen zu können, so dass wir einfach die Türen öffnen und die Hunde laufen lassen konnten, da sowohl Felix (der Hund meines alljährlichen Seminarpartners) und Matilda völlig entspannt auf Pferde reagieren und keine Dummheiten machen.

Und da wir wieder einen Tag vor Seminarbeginn angereist waren, hatten wir auch genug Gelegenheiten, Zeit mit unseren sächsischen Freunden zu verbringen…. und uns die Bäuche vollzuschlagen: diverse Besuche im Eiscafe, bei unserem Lieblingsitaliener und gemeinsames Frühstücken waren natürlich ein Muss und ich habe in den paar Tagen bestimmt 2 kg zugenommen.

Matilda war einfach nur toll und hat sich überall vorbildlich benommen, wenn man davon absieht, dass sie zwischendurch gepupst hat (das große Vanille-Eis am ersten Tag war wohl doch ein Fehler) und dass sie während des Seminars mit Absicht (!) so laut geschnarcht hat, dass die Referenten und die Leute um uns rum sich ein Lachen nicht verkneifen konnten.

In diesem Jahr ging es übrigens um die fatale Lust am Exotischen, um die Haltung von Hunderassen, die nur wenig für das Leben in einer Familie geeignet sind und um den stärker werdende Trend, Wildtiere in Haustierassen einzukreuzen.

Zitat:
„Unsere Hunderassen und unser Zusammenleben mit dem Hund wird auf zweierlei Weise bedroht: Auf der einen Seite sind es Degenerationen in den Beständen der Haushunderassen mit bedenklichen Folgen für Gesundheit der Hunde bis hin zu Qualzuchten durch ein Überzeichnen der Rassestandards, bei denen die Tiere faktisch mehrfach behindert sind. Insbesondere Hunderassen wie die Bulldogge oder der Mops sind hier beispielsweise in der Diskussion.

Auf der anderen Seite etabliert sich aber eine Art Gegenströmung, die einen ebenso schädlichen Einfluss auf unsere Haushunde hat. Unter dem Motto von ‚Back to the roots‘ zeichnet sich zunehmend eine Haltung bei vielen Menschen ab, die wünschen, ursprüngliche Haushunderassen, oder Wolfshybriden oder auch anderer Hybrid-Caniden halten zu wollen.

Das Exotische wird zunehmend immer beliebter auch bei der Haltung von Hunden und so finden Hunderassen Einzug in die Haushalte, deren Namen man früher nur aus kynologischen Handbüchern kannte. Im Grunde genommen sind beide Strömungen die Kehrseite ein und derselben Medaille, die letztendlich die eigenen Bedürfnisse voranstellt, ohne zu berücksichtigen, welche Bedürfnisse die Tiere haben und welche Auswirkungen dieses Tun auf das Zusammenleben mit den Tieren unweigerlich hervorbringen wird.“

Einer der Referenten war Jos de Bruin, der eine Auffangstation von Wolfshybriden betreibt, die ansonsten nirgendwo untergebracht werden können und der langjährige Erfahrungen zu  diesem Thema beisteuern konnte.

Übrigens hatte sich Jos in seinem extrem interessanten und lustigen (Holländer halt) Vortrag auf Matilda eingeschossen. 

Als es z.B. um die Riechleistung von Wölfen im Vergleich zum Menschen und zum Haushund ging, bezweifelte er doch stark, dass mein friedlich vor sich hinschnarchendes Kleinteil da glänzen würde.

Ich habe natürlich protestiert und angeführt, dass die Kleine im Mantrailing echt gut sei!

Besonders gefreut hat mich, dass mir in diesem Augenblick die junge Verhaltensbiologin Dr. Marie Nitzschner zur Hilfe geeilt ist, die lange Zeit am Max-Planck-Institut in Leipzig gearbeitet hat, nun einen Weblog rund um wissenschaftliche Fragen zum Hund betreibt und als Referentin und Autorin aktiv ist. Marie konnte von einer Studie berichten, in der die Riechleistung von Schäferhunden und Möpsen untersucht worden ist…. tatsächlich haben da die Kurznasen besser abgeschnitten!

Grundsätzlich ist es halt so, dass in der Hundenase anatomisch dieselben Gegebenheiten vorhanden sind und daher auch brachyzephale Rassen dieselbe Leistung erbringen können. Bei lang anhaltender Anstrengung und gleichzeitiger Bewegung dürfte aber eine Kurznase klar im Nachteil sein, wenn die eh schon Atemprobleme hat.

Ich hab’s mir also nicht nehmen lassen, anschließend zu Jos zu stiefeln und ihm Matildas Nase (relativ lang, weite Nasenlöcher, normales Gaumensegel) zu präsentieren.