sonntägliches Trailen

Heute war es wirklich bitterkalt und zu Beginn des Training schneite es sogar. Doch das schreckte unseren kleinen Trupp nicht… und auch die Hunde arbeiteten sehr schön und motiviert mit. Na ja, bis auf Mortisha, die mit allem möglichen Anderem beschäftigt war und nicht mit der Spurensuche.

Für die „Jüngsten“ hatten wir uns Trails mit deutlich gesteigertem Schwierigkeitsgrad ausgedacht, um sie ordentlich zu fordern. Und Mäx, der bei seiner ersten Telefonzellen-Suche noch ungläubig gescheitert war, hatte nun überhaupt kein Problem damit, der Spur bis zur Telefonzelle zu folgen und sich dann auch den richtigen Zugang zu suchen!

Paula, bereits ZOS-erprobt und mit einem guten Näschen ausgestattet, durfte sich an einem Splitting versuchen:

http://www.gmap-pedometer.com/?r=5229355 ,Traillänge  knapp 320 m, 3 Abzweigungen, Schwierigkeit: Splitting an Wegkreuzung

Das Gremlinchen startete zügig und motiviert, fand dann aber die intensiven Gerüche auf der Pferdekoppel zu unserer Rechten äußerst interessant und musste dort wieder „rausgebeten“ werden. Schnüffelnd lief sie schnellen Schrittes den Weg entlang, überquerte den kleinen Bach über der Holzbrücke und wurde dann wohl durch eine „ungünstige“ Windrichtung geradeaus über die Wegkreuzung getrieben.

Mit einer kleinen Hilfestellung ging es wieder hinaus, um an der Kreuzung kurz zu verharren, beide Richtungen anzuschnüffeln und sich für die richtige zu entscheiden. Nach wenigen Metern sah man Paulina sehr deutlich an, dass sie den Geruch der VP in der Nase hatte: schnaubend legte sie sich ins Geschirr, intensivierte ihre Wedelfrequenz und zerrte ihr Frauchen in die nächste Abzweigung hinein, wo sie die VP mit einem schönen Vorsitz anzeigte.
Gut gemacht, kleines Mädchen!  

Aber auch Mäx bekam ordentlich zu tun:

http://www.gmap-pedometer.com/?r=5229377 , Traillänge knapp 130 m, 3 Abzweigungen, Schwierigkeit: Unterscheidung alte / neue Spur

Obwohl Mäx ansonsten immer sehr schön und lange an den Geruchsartikel geht, um dann regelrecht zu „explodieren“ und loszurennen, schien der Kleine verunsichert… bis mir eine mögliche Fehlerquelle auffiel: ich hatte ihm den GA behandschuht hingehalten… und mit eben diesen Handschuhen hatte ich zuvor Paula mit einem Stück rohen Pansen belohnt. Offenbar hatte Mäx ein Problem mit dieser Geruchsüberlagerung und so präsentierte ich ihm den GA ein zweites Mal, dieses Mal jedoch mit bloßen Händen… und prompt startete der Bulldog in gewohnter Manier.

Leider überrannte er in seinem Überschwang die Abzweigung und geriet nun voll auf eine alte Spur der VP, der er tatsächlich bis zu deren ersten Versteck mitten auf dem Friedhof folgte. Kurze Irritation, doch dann entschloss sich Mäx weiterzusuchen, rannte bis zur Friedhofsmauer und lief zügigen Schrittes an ihr entlang, bis er die VP über Hochwind in die Nase bekam. Da es hier aber keinen Ausgang gab, musste er noch ein ganzes Stück bis zum Tor weiterlaufen. Hier bog er korrekt ab, verrannte sich dann aber an der entscheidenden Abzweigung und lief somit in den Weg rein, den er gekommen war. Stop!

Da sich der arme kleine Kerl nicht dazu durchringen konnte umzukehren, erhielt er ein kleine Hilfe, bog nun korrekt ab….und zog mächtig an. Nun ging es im Schweinsgalopp bis zur Grundschule, quer über den Schulhof, um das Hauptgebäude rum und zur VP, die auch für uns Menschen komplett außer Sicht stand. Mäx donnerte geradezu begeistert in die VP rein und freute sich ein Loch in den Bauch.

Mission erfüllt. Hund müde, aber hochzufrieden… und die Menschen schwer beeindruckt, dass dieser „Problemhund“, der anfangs null Frustrationstoleranz besaß, beim Trailen stur weitergearbeitet hatte, statt aufzugeben oder in sein altes Zwangsverhalten zurückzufallen.

sonntägliches Mantrailing

Nachdem wir das Training krankheitsbedingt 2x ausfallen lassen mussten, freuten wir uns heute ganz besonders darauf, wieder aktiv werden zu können. Getrailt wurde in Troisdorf, um das Aggerstadion herum. Hier geht es primär über Naturboden (Wiesen, Heide, Wald). Eine willkommene Abwechslung zu den in letzter Zeit so häufigen Innenstadt-Trails.

Obwohl wir nur ein recht kleines überschaubares Trüppchen waren, ergaben sich bei recht kühlem, aber glücklicherweise trockenem Wetter tolle und teilweise anstrengende Trainingsheinheiten, die die Hunde ordentlich forderten und uns Menschen viel Spaß machten. So hatte ich mich z.B. für zwei Hunde in einem großen Erdloch eingeigelt und Mortishas VP saß in luftiger Höhe in einem Baum.

Mortishas Trail: 325 m, 3 Abzweigungen, Schwierigkeit -> Bachüberquerung, Scentpool, VP in Baum

Der Gremlin startete gutgelaunt, trabte zügig bis zu der Stelle, an der sie den Damm verlassen musste und lief ein kleines Stück auf einem Trampelpfad  über die Aggerwiesen. Sie verließ den Pfad jedoch recht fix und schlug sich durch’s Unterholz zu einem kleinen Bachlauf, dem sie Richtung VP folgte. Ich staunte nicht schlecht, als es zu meiner Linken plötzlich aus einem Baum heraus winkte… doch Hund und HF hatten nichts bemerkt und liefen weiter. Mortisha lief auch an der Stelle vorbei, an der sie den Bach locker hätte überqueren können und quetschte sich nun durch noch dichteres Unterholz. Für einen so kleinen Hund kein Problem, aber wir Menschen hatten doch leichte Schwierigkeiten, ihr zu folgen.

Tisha merkte, dass sie die VP überlaufen hatte und suchte nun hektisch nach einer Möglichkeit, den Bach zu überqueren, und sprang dann endlich rüber, um direkt an der Stelle aus dem Unterholz zu brechen, an der die VP für den Trail ihrer Vorläuferin gestanden hatte. Sie ließ sich aber von dem Scentpool nicht irritieren, sondern rannte gleich querfeldein über die Wiese und hüpfte sofort an dem Baum hoch, auf der die VP saß.
Toll gemacht!  

Simbas Trail: ca. 500 m, 5 Abzweigungen, Schwierigkeit -> bewegte VP

Der kleine Mann lief gewohnt motiviert und zügig. Der Vorplatz und auch der Parkplatz am Aggerstadion bereiteten ihm keine Schwierigkeiten und er bog auch innerhalb des Wohngebiets souverän und richtig ab, schloss flott zur gesuchten Person auf, die die Straße hinunterflanierte…. und überholte sie!

Nun nahm der Zug auf die Leine zwar merklich ab und Simba kehrte auch tatsächlich um, doch lief er abermals an der Person vorbei! Jetzt kreiselte er und machte dabei ein reichlich verzweifeltes Gesicht. Seiner Meinung (und Erfahrung) nach sitzen, stehen oder liegen VPs irgendwo…. dass sie auch in voller Sicht einfach vor ihm herspazieren könen, irritierte den armen Tropf offenbar so sehr, dass er kläglich zu fiepen begann.  Er zeigte die Person dann auch wirklich erst an, als wir sie baten stehenzubleiben.

Das müssen wir wohl noch ordentlich üben….

Vegas Trail: ca. 500 m, 5 Abzweigungen, Schwierigkeiten -> am Start starke Ablenkung durch Fremdhund, bewegte VP

Auf dem Weg zum Startpunkt begegneten wir einer alten Dame, die von einem French Bulldog-Rüden spazierengeführt wurde. Sobald das kleine Kraftpaket einen anderen Hund sah, legte er sich einfach platt auf den Boden und weigerte sich strikt weiterzulaufen.

Da die Frau nun versuchte, den Rüden hinter sich herzuschleifen, überholten wir zügig… in der Hoffnung, dass er dann ebenfalls weitergehen würde. Sein sehnsüchtiger Blick zu Vega erweichte mich dann aber doch und ich bot an, dass die Hunde kurz Kontakt machen könnten. Nun gut… Vega lief hin und beschnupperte ihn sehr vorsichtig, da sie wohl befürchtete, er könne plötzlich aufspringen. Nach dieser halbherzigen Kontaktaufnahme „flüchtete“ sie zu mir und wir absolvierten unser Startritual incl. Umschnallen und Kenndecke überziehen. Und just in dem Moment, als ich Vega den GA unter die Nase halten wollte, leinte die Frau ihren Frenchie ab, der nun full speed über die Straße rannte und wie ein Derwisch um mein nun angeleintes Mädel rumflitzte, das jetzt allzu gerne mitgemacht hätte!

Nach einer Weile war die Situation aber glücklicherweise unter Kontrolle und es konnte losgehen: Vega startete ruhig, aber flotten Schrittes, bog auf den Vorplatz ein, warf einen Blick ins Aggerstadion (von einem sehr skeptischen Pförtner beobachtet) und lief dann auf den Parkplatz. Dort steuerte sie zwar den richtigen „Ausgang“ an, letztendlich verrannte sie sich aber doch und landete immer wieder an einem Zaun. Da es aber auch nicht in die andere (falsche) Richtung gehen konnte und sie total unschlüssig vor sich hinfiepte, gab es eine leichte Hilfe von mir und Vega fand nun endlich den Durchbruch in der Hecke, durch den wir ins Wohngebiet kamen.

Hier gab es keinerlei Probleme mehr. Vega trabte die Straßen entlang, bog korrekt ab und lief dann mit immer stärkeren Zug hinter der gesuchten Person her, welche sie schließlich überholte und mit einem leicht schiefen Vorsitz sehr schön ausbremste.
Das war ein wirklich toller Abschluss!

Schweinchen Dick

Max hat ja vor kurzem mit dem Mantrailing begonnen und ist nun – nach anfänglichen Startschwierigkeiten – mit Feuereifer bei der Sache.

Es ist jedesmal eine Freude zu sehen, wie intensiv er am Geruchsartikel schnuppert, wie motiviert er startet, wie er überlegt, sich selbst korrigiert und sogar Passanten offen und neugierig anschaut. Und wenn er dann endlich sein „Opfer“ gefunden hat, schlabbert er derart genussvoll an seiner Futtertube, dass er sich anhört wie Schweinchen Dick.

Mäx‘ Anfänge als Mantrailer

Brachyzephale Rassen (also Hunde mit extremen Kurznasen) sind nicht gerade für Nasenarbeit prädestiniert, doch das heißt ja nicht, dass ihre Nase nur Dekoration ist.

Unsere Knautschnasen haben jedenfalls sehr viel Spaß am Mantrailing und stellen sich dabei gar nicht mal schlecht an. So freut es uns natürlich sehr, dass sich nun auch Mortishas Gremlinschwester unserer MT-Gruppe angeschlossen hat.  Und wo Paula ist, da ist „Psycho-Mäx“ nicht weit weg. Warum nicht also auch mit ihm ein bissel „rumalbern“, damit er nicht stundenlang im Auto sitzen muss, während alle anderen Hunde beschäftigt und ausgelastet werden?

Am Anfang durfte Mäx auf Sicht hinter mir herdonnern und machte sich – wie ein ganzer Saustall grunzend – dann über die Futtertube her. Zwischendurch machte er auch Kontakt mit den für ihn noch fremden Mittrailern und zeigte sich so erstaunlich aufgeschlossen und ruhig, dass er nun auch andere Personen „suchen“ durfte.

Sicher… Mäx ist nicht der geborene Trailer, aber die Sache macht ihm offenbar Spaß  und anschließend schläft er den Schlaf der Zufriedenen. Was will man mehr?

Doch heute dann die große Überraschung: Gerade als Mäx gestartet war, tauchte ein Passant mit knurrendem Kleinhund auf. Mäx fror ein, starrte den fremden Artgenossen an, bis der vorüber war…. löste sich dann aus seiner Starre und donnerte weiter bis zur VP, die nicht auf Sicht versteckt war!

Wir hätten nicht  gedacht, dass ihm die Suche bereits so wichtig sein würde, dass er sich von einer (für ihn) so starken Ablenkung nicht völlig aus dem Konzept bringen lassen würde! *freu*

Dann stellte Mäx seinen Bulldog-Dickschädel gleich ein zweites Mal unter Beweis: die VP rannte vor ihm weg und verschwand rechts hinter einer Hecke. Der dicke kleine Brummer stopfte seine Nase in den Geruchsartikel, donnerte los… und bog vor der Hecke rechts in eine Einfahrt ein. Oh oh. Am Gartentor angekommen ging es nicht weiter, Frauchen blieb stehen, Mäx drehte sich um, stapfte die paar Stufen zur Haustür hoch, stapfte sie wieder runter und trabte mit einem hochkonzentrierten und suchenden Blick langsam den Weg zurück…. um dann urplötzlich loszudonnern, 2x rechts um die Ecke zu flitzen und sich brav seine Belohnung abzuholen.

Sollte Mäx tatsächlich seine Nase (Hochwind) benutzt haben?

Wie auch immer: der kleine Kerl ist offenbar immer für Überraschungen gut und ich freue mich darauf zu sehen, wie er sich weiterentwickeln wird. Dieses Training war jedenfalls GROSSARTIG!

Wie man’s nicht machen sollte….

….habe ich heute beim Mantrailing sehr anschaulich gezeigt. 

Startsituation: wir stehen in ca. 20 m Entfernung vor der Hauptstraße, die durch St. Augustin-Menden führt.

Nach dem Perimeter schnalle ich Simba um, lasse ihn absitzen, lege ihm die Kenndecke an. Dann rolle ich die Schleppleine auf, präsentiere dem Hund den Geruchsartikel, er springt – in seiner gewohnt motivierten Art- auf, galoppiert los…. und mir entgleitet die Leine komplett aus den Fingern!

Nach der üblichen Schrecksekunde versuche ich, auf die Schleppleine zu treten und brülle im selben Moment „STOP!“ …. vor meinem geistigen Auge Simba bereits unter einem Auto liegen sehend. *schluck*

Welch‘ Glück, dass Monsieur relativ gut im Gehorsam steht und sich trotz seiner hohen Motivationslage tatsächlich hat stoppen lassen. Hapuuuuuh!

Geburtstagstrailen

Heute hatten wir mal Zeit für etwas Anspruchsvolleres: http://www.gmap-pedometer.com/?r=5159315

Traillänge: 410 m, 8 Abzweigungen, Schwierigkeiten: relativ starker Wind in recht verwinkeltem Trailgebiet (viele Verwirbelungen), Start auf großem Parkplatz, überlagert von alten Spuren, Überquerung eines großen Platzes, Backtrack am Ende des Trails.

Simba absolvierte den Trail hochmotiviert und sehr zielstrebig. Auch das Ansetzen in die falsche Richtung irritierte ihn nicht… nach Aufnahme des Geruchs sprang er sofort in die korrekte Richtung, so dass ich – wie so oft – beinahe hinterhergeflogen wäre.

Unklare Stellen arbeitete er schön aus und zog mich in Höchstgeschwindigkeit zur VP. Sehr schön gemacht!

Anschließend durfte Mortisha sich am selben Trail versuchen: sie startete ohne irgendwelche Albernheiten und arbeitete sehr konzentriert. Auffällig ist, dass sie mittlerweile keine Hilfe mehr bei ihrem HF sucht, sondern lieber an Abzweigungen stehenbleibt, innehält…den Wind prüft und überlegt.

Da der Wind die Geruchspartikel mittlerweile noch weiter verweht hatte als bei Simbas Trail, lief die Kleine in einem großen Bogen um den Platz herum, entschied sich dann aber recht flott dazu, quer über die Außenterrasse des Bürgerhaus-Bistros in die richtige Straße einzubiegen….und diese mit immer stärkerem Zug auf der Leine bis zur VP hinunterzulaufen, welche sich „gemeinerweise“ einfach umgesetzt hatte. Top!

Nach dieser anstrengenden Arbeit wollten wir nun ein Päuschen machen. Natürlich sollten die Hunde erst einmal mit frischem Wasser und einer Leckerei versorgt werden, bevor wir Zweibeiner uns bei Kaffee und Kuchen zum Klönen zusammensetzen wollten. Anlässlich meines Geburtstages hatte ich nämlich extra einen leckeren Eierlikörkuchen für das Trüppchen gebacken. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne Simba gemacht: der hatte sich nämlich – während wir mit Mortisha unterwegs gewesen waren – nicht nur über die Gouda-Belohnungs-Happen hergemacht, sondern auch den Kuchen komplett aufgefuttert!


Als wir heimkamen und Kauknochen verteilten, nahm dieser Dreckspinsel zwar einen, legte den dann aber nur zwischen seine Vorderpfoten…. und windelte. Der war nämlich pappensatt und hatte später wohl doch ein bissel Bauchschmerzen!

sonntägliches Trailen

Hier mal ein ganz kurzer Trail (knapp 200 m, ca. 30 min alt), den ich mit Simba „zum Warmlaufen“ gemacht habe.

Nicht gefilmt wurde der Perimeter, den wir vor dem Start immer laufen. Wäre in diesem Fall aber auch wohl nicht nötig gewesen, da ich Simba eh schon recht früh zum Lösen aus dem Auto geholt hatte und er somit bereits einen recht genauen geruchlichen Eindruck von der Gegend hatte -> man beachte den Start entgegen der Trailrichtung.

Gestartet wurde auf einer großen freien Fläche (Wendehammer im Industriegebiet), an der wir alle geparkt hatten und wo wir uns bereits seit ca. 2 Stunden aufhielten -> Geruchspool

Die VP befand sich auf einem Lkw-Anhänger.

Mein Männe hatte zwischendurch Mühe hinterherzukommen…. hat das Trailende aber doch noch hinbekommen. 

sonntägliches Trailen

Auch wenn wir uns zeitweise immer noch wie gelähmt fühlen und uns die Tränen übermannen, so geht das Leben doch weiter und es kehrt langsam so etwas wie Normalität bei uns ein. Bestes Zeichen dafür: seit Freitag haben unsere Hunde wieder ihr morgendliches Begrüßungsritual aufgenommen, das nach Felis Tod eingestellt worden war.

Von daher trafen wir uns heute auch wieder zum Mantrailing und nahmen das verbliebene Trio mit… da unser Grauschnütchen mit den Wartezeiten im Auto nicht zurechtgekommen war, hatten wir sie in der Vergangenheit ja immer zuhause lassen müssen und ihr als Gesellschaft entweder ihre Tochter Vega oder den Simbelbimbel  dagelassen. Ein Kompromiss, um allen vier Hunden wenigstens halbwegs gerecht zu werden. *seufz*

Doch genug der traurigen Erinnerungen:

Da wir mittlerweile wieder 2 neue Teams dabei haben, die Vega bisher nicht kannte, ergriffen wir die Gelegenheit zu einem Pet-Trail mit fremdem Hund: dem jungen Weimaraner Paul.

Trailverlauf: http://www.gmap-pedometer.com/?r=5119329

Traillänge: 290 m, 8 Abzweigungen, Schwierigkeit: fremder Hund und fremder Hundeführer

Angesetzt wurde Vega an dem Hundekissen, auf dem Paul im „seinem“ Kofferraum gelegen hatte. Wie erwartet nahm sie seinen Geruch sehr intensiv auf und startete absolut sicher, obwohl sich der nun gesuchte Hund ein halbe Stunde zuvor zum Lösen entlang des Fußgängerwegs vor- und zurückbewegt hatte.

In ihrer gewohnt ruhigen und energiesparenden Art trabte Vega über das Schulgelände und zeigte unterwegs die drei Scentpools max. durch ein kurzes Zögern / Kopfwenden an. An der vorletzten Abzweigung arbeitete sie sich nicht quer über die große Fläche, sondern am Gebäude entlang zur richtigen Treppe vor, trippelte flugs hinunter, bog nach links ab…. und „prallte“ zur Seite, weil sie quasi direkt vor dem gesuchten Hund gelandet war.

So ihrer gewohnten Anzeige beraubt, wirkte sie extrem irritiert, rannte zurück, fiepte, schüttelte sich, lief einen kleinen Kreis und landete schließlich vor dem Back-Up, der ihre Futtertube in der Hand hielt. Schließlich „ermahnte“ ich sie leise, woraufhin sie zu mir lief und endlich das gewünschte Vorsitz zeigte.

Anschließend wurde sie abgeleint und durfte den Jungspund ein bissel scheuchen.

Sonntägliches Trailen

Mir ging es zwar hundsmiserabel, aber da wir alle schon an MT-Entzugserscheinungen litten, ließen wir uns das Training nicht nehmen. Zumal es heute erstmals an den Rotter See in Troisdorf ging.

Hier Simbas und Mortishas Trail: http://www.gmap-pedometer.com/?r=5057153

Traillänge: 460 m, 8 Abzweigungen. Schwierigkeiten: starker Wind, offene Fläche, Landstraße, wildreiches Gebiet

Simba lief sehr sicher, nahm die ersten Abzweigungen korrekt und auch die offene Fläche bereitete ihm keine Probleme. Als es aus dem Spazierweg oberhalb des Rotter Sees direkt an die Landstraße ging, „zog“ ihn der Wind erst einmal über die Straße hinweg auf einen Feldweg, doch er korrigierte sich schon nach wenigen Metern, drehte um und kehrte wieder auf die richtige Straßenseite zurück.

Nun bog Simba einen Querweg zu früh Richtung See ein…. und stieß prompt auf drei Hasen, die mitten auf der Wiesen saßen! Zwei spurteten sofort los, einer duckte sich ins Gras. Simba wechselte sofort vom Trail- in den Jagdmodus und knallte in die Schleppleine. Der letzte Hase erschrak und sprintete quer über die Wiese. Höchste Erregungsstufe bei dem Simbel.

Aber – oh, Wunder! – auf das ruhige Kommanda „Aaaaaarbeiten“ hin trippelte Simba schwer atmend vor und zurück, drehte sich um, verhedderte sich in der Leine…und trailte – nachdem ich ihn befreit hatte – anstandslos und sicher bis zur VP weiter.

Ich muss schon sagen: für einen jagdlich so stark motivierten Hund wie den Simbel hat er sich verdammt schnell berappelt und wieder auf das Wesentliche besonnen.

Mortisha lief übrigens ganz ähnlich wie der Dicke. Allerdings war sie sich offenbar beim Übergang von der offenen Fläche quer durch die Büsche auf den kleinen Weg wohl nicht ganz sicher, da sie gleich wieder zurückhüpfte, ein paar Meter am Gebüsch entlanglief und erst dann wieder korrekt auf den Weg einbog.

Auch die Kleine wurde vom starken Wind über die Straße getrieben und brauchte ein paar Meter mehr „Bedenkstrecke“, bevor sie umkehrte und zurück Richtung See lief.

Interessanterweise bog auch Mortisha in den ersten Weg zum See ab und befand sich nun ein Stück unterhalb der VP. Ohne Hasen (die sich jetzt wohlweislich versteckt hielten) als Ablenkung lief sie mit deutlichem Rechtsdrall die Wiese hinunter, bekam die VP nun über Hochwind offensichtlich stark in die Nase und suchte hochmotiviert entlang der Büsche eine Möglichkeit, zu der gesuchten Person zu gelangen. Endlich entdeckte sie eine Stelle, die nicht ganz so dicht bewachsen war, sprang todesmutig hinein und kämpfte sich quer durch Unterholz eine steile Böschung hinauf, um direkt hinter der VP durch die Büsche zu springen.
Super, gemacht, kleine Trailmaus! 

Sonntägliches Trailen

Ausnahmsweise haben wir uns heute mal außerhalb des Rhein-Sieg-Kreises getroffen, um eine Trailerin kennenzulernen, die wir bisher nur virtuell kannten. So trafen wir uns ungefähr in der Mitte, und zwar in Düsseldorf auf dem Universitätsgelände…. das für’s Mantrailing übrigens wie geschaffen ist!

Für mich war es eine ganz besondere Freude, da ich endlich den Dogo Argentino Budges kennenlernen durfte, den ich schon seit einigen Jahren aus dem Molosserforum „kenne“.

Dieser wunderschöne Rüde stammt aus dem Tierschutz und hat in seinem Leben so Schlimmes erlebt, dass er wohl unter die Kategorie „schwieriger Hund“ fällt. Doch sein Frauchen hat ihn in jahrelanger Arbeit ziemlich gut hinbekommen und so erlebten wir nach einer kontrollierten und ruhigen Begegnung einen unwahrscheinlich freundlichen und zärtlichen  Bollerkopf, der überglücklich Küsschen verteilte.

Seit  einem Bandscheibenvorfall mit Querschnittslähmung, der leider aufgrund tierärztlicher Inkompetenz viel zu spät operiert worden ist, ist der Bu nicht mehr allzu gut zu Pfote, doch er hat weiterhin Spaß am Trailen, arbeitet bedächtig und konzentriert…und freut sich riesig, wenn er seine VP gefunden hat!

Ich hoffe sehr, dass wir so ein Trainingstreffen wiederholen werden!