Hochwasser

Über NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) , die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe herausgegeben wird, bekomme ich derzeit täglich Hochwasser-Meldungen in meiner Region. Tatsächlich führen Rhein und Sieg momentan so heftiges Hochwasser, dass es zunehmend schwieriger wird, Ecken zu finden, in denen man noch halbwegs vernünftig mit den Hunden laufen kann.

An Matsch und Feuchtigkeit sind wir ja gewohnt….und haben in den letzten Tagen also auch mal direkt vor Abperrungen geparkt, um dann zu Fuß mit den Hunden ins Hochwassergebiet zu gehen. Natürlich nur in noch sichere Gebiete, wo wir nicht damit rechnen mussten, von einem plötzlichen Anstieg des Wasserpegels überrascht und vom „rettenden“ Festland abgeschnitten zu werden.

Mittlerweile geht das aber nicht mehr. Alle offiziellen Parkplätze an unseren bevorzugten Gassirunden sind komplett überflutet, dasselbe gilt auch für die Zuwege und Wiesen unterhalb der noch erreichbaren Parkmöglichkeiten.  Dementsprechend musste ich heute umkehren und eine andere Ecke ansteuern, die noch „trocken“ und begehbar war.

An eine Überquerung des Siegdammes war aber nicht zu denken:

Neujahrsspaziergang

Jedes Jahr lädt unsere Hundetrainerin für kleines Geld zu einem Neujahrsspaziergang ein, dessen Erlös plus freiwilliger Zugaben als Spende an ein oder zwei Tierschutzprojekte geht. In diesem Jahr geht alles an die Listenhunde-Nothilfe!

Getroffen haben wir uns am Bonner Klärwerk, um dann über die Freilaufwiese in einem Bogen um den Jüdischen Friedhof zum Hundeplatz zu laufen, wo es dann noch einen kleinen Umtrunk gab.

Ich hatte Matilda und Sofia mitgenommen. Der kleine Gremlin kann grundsätzlich auf fremde Hunde verzichten, läuft aber artig mit, solange man sie nicht belästigt. Dementsprechend hat sich der junge und aufdringliche Retro-Mops-Rüde recht schnell eine Packung abgeholt. 

Sofia hingegen findet ja alle Hunde toll und hat es genossen, vor und zurück zu rennen und mit groß und klein zu spielen. Stressig wurde es erst, als sich das Trüppchen zum Gruppenfoto versammelte und dann geschlossen zum Gelände des Teckelclubs wanderte: erst hier ist ihr aufgegangen, dass das verdammt viele Menschen waren, die ihr Angst machten. Glücklicherweise fühlt sich sich auf dem Hundeplatz aber sicher und ertrug es dort erheblich besser, von so vielen Personen umgeben zu sein.

Mich hat’s auf jeden Fall sehr gefreut, die ganzen Zwei- und Vierbeiner mal wiederzusehen…. und ich hoffe sehr, dass ich in diesem Jahr wieder regelmäßiger zum Training kommen kann!

Happy Birthday, Matilda!

Das Jahr fängt gut an: Matilda feiert ihren vierten Geburtstag!

Irgendwie kann ich es immer noch nicht fassen, dass dieses kleine, lustige und freche Tierchen schon „erwachsen“ ist: Sie sieht (von seltenen stillen Momenten einmal abgesehen) einfach nicht so aus und ihr Verhalten spricht ebenfalls eine ganz andere Sprache…. was sicher daran liegt, dass sie sowohl bei Görk und mir als auch bei der restlichen Hundebande ziemliche Narrenfreiheit hat und dementsprechend rumalbert.

Matilda tut uns allen einfach gut: sie versprüht immer gute Laune, bringt uns ständig zum Lachen und dreht sogar Mortisha dermaßen auf, dass die kleine Oma gar nicht einrosten KANN.

Niemand würde vermuten, dass sie eigentlich ein total „kaputter“ kleiner Hund ist. Dementsprechend glücklich sind wir, dass sie so quietschfidel umherhopst….. und können nur hoffen, dass das noch gaaaaaaaanz lange so bleibt!

Für dein neues Lebensjahr wünschen wir dir Gesundheit, Glück und viel Spaß in allen Lebenslagen, Matilda! 

Ich lese gerade….

Danny Gilmour, Staffordshire Bull Terrier heute

Da ich in letzter Zeit zu meiner Schande wirklich kaum noch Hundebücher gelesen habe und das dringend ändern musste  , habe ich die Vermittlung eines zauberhaften StaffBull-Welpen über die Kampfschmuser-Vermittlungshilfe zum Anlass genommen, ein antiquarisch erworbenes Rasseportrait zu dieser wunderbaren Rasse aus dem Regal zu ziehen.

Der Autor war ein international anerkannter und sehr angesehener Züchter von und Leistungsrichter für StaffBulls und hat mit diesem Buch eins der Standardwerke zu dieser Rasse geschrieben.

Und gleich Weihnachtsärger….

….weil mal wieder jemand seinen Hund nicht einschätzen und auch seine Körpersprache nicht lesen konnte. *grmpf*

Wir waren auf den Müllekovener Siegwiesen unterwegs, haben einige nette Leute mit ihren netten Hunden getroffen und Sofia war begeistert, weil Harley dabei war (Old English Bulldog-Hündin, 7 Monate jung), mit der sie herrlich körperbetont spielen konnte.

Auf dem Rückweg näherten wir uns einer großen Wiese, auf der ich durch Bäume und Büsche hindurch mind. zwei Hunde miteinander herumrasen sah. Da ich sie nicht kannte, wurden unsere Hunde erst mal angeleint bzw. ins Fuß genommen.

Als wir um die Ecke bogen, sahen wir, wie die beiden Hunde (darunter ein Kuvasz) auf eine Hundegruppe zurasten, während die dazugehörigen Frauen mit zwei angeleinten Hunden weitergingen und zumindest die eine Frau Mühe hatte, ihren in die Leine springenden Akita Inu zu halten, als der uns kommen sah. Der große Weiße und der graue Wuschel hatten uns hingegen noch nicht bemerkt und konzentrierten sich auf zwei Drahthaarvizlas und die kleine Harley…. die von ihrem Besitzer schnell aus der Schusslinie gebracht wurde.

Die Stimmung war angespannt. Das konnte man bereits aus der Entfernung sehen. Der Kuvasz (wie sich später herausstellte: eine Hündin) stand stocksteif vor dem Rüden und ignorierte geflissentlich die Rufe seiner Halterin. Der ausgesprochen freundliche Rüde ließ sich nicht beeindrucken und fand die Hündin eigentlich ganz schick.

Ich raunte meinem Mann zu, dass mir das Ganze nicht gefiel und blieb stehen, um nicht auf uns aufmerksam zu machen.

Die Sekunden tickten in Zeitlupe vorbei. Endlich setzte sich die Frau in Bewegung, um ihren Hund einzusammeln. Der bemerkte das und drehte ab. Hochaufgerichtet, staksig. Als der Rüde wedelnd hinterherschwebte, wandte sie sich sofort um, reckte den Kopf noch höher und züngelte.

Nein, das gefiel mir ganz und gar nicht….

Da die Frau nun fast an ihm ran war, drehte der Kuvasz wieder ab, sah nun UNS und rannte zügig auf uns zu. Da ich mir sicher war, dass die Hündin sich von Mortisha nichts gefallen lassen würde, stellte ich mich sofort vor die Oma, nahm Sofia kurz und rief Matilda noch näher an mich ran. Mein Versuch, den Herdie nun mit drohender Stimme zu verscheuchen, konnte nur leider nicht fruchten, da ich dank heftiger Stimmbandentzündung derzeit nicht laut sprechen kann.

Der starre Blick der Hündin sprach aber Bände: sie kam ohne zu zögern in unseren „Nahbereich“ und so sah ich mich gezwungen, Sofia abzuleinen…. deren freundliche Begrüßung sofort mit drohendem Knurren quittiert wurde. Ich sah nur noch Matilda neben mir, die in einer Rauferei sicher Kollateralschaden genommen hätte…. stellte mich vor meine Mädels, knurrte drohend „Hau ab!“ und zog der fremden Hündin eins mit der Leine über!

In diesem Moment kam die andere Hundehalterin an und packte ihre Hündin mit den Worten, die sei doch ganz freundlich und verträglich!

Wie bitte? Freundlich? Na, das haben wir aber gesehen!

Mein wütender Blick brachte die Frau augenblicklich zum Schweigen und sie trollte sich…. derweil der Viszla-Halter zu uns aufschloss und sein Unverständnis darüber äußerte, dass man einen Hund, der nicht mal ansatzweise im Gehorsam steht, einfach auf fremde Hunde zurasen lässt. Und ja… auch er hatte die Situation mit seinem Rüden als kribbelig empfunden…und ja, er kennt Sofia gut genug, um zu wissen, dass SIE jedem Hund freundlich begegnet.

Es mag ja sein, dass die Kuvasz-Hündin bisher immer recht freundlich war, aber offenbar wird sie langsam erwachsen und da kann sich das Verhalten eines Herdenschutzhundes rassetypisch doch sehr verändern!

Diese wollweissen Flokatis sind nun mal keine netten Kuschelhunde, die alles und jeden toll finden. Das entspricht einfach nicht dem, wofür sie ursprünglich gezüchtet worden sind, und jeder der sich einen HSH zulegt, sollte sich eigentlich schon vorab so gut mit seinen Rasseeigenschaften beschäftigt haben, um zu wissen, worauf man sich gegebenenfalls einstellen muss. Und es ist wirklich nicht so schwer, die Körpersprache des eigenen Hundes, auch auf Entfernung, korrekt zu lesen und entsprechend zu reagieren. Die Reaktion kam aber viel zu spät und das Ganze hätte echt ins Auge gehen können!

Gerade gelesen….

Eva Heidenberger, Ratgeber Hundepsychologie

Dieses alte Schätzchen (erschienen im Jahr 2000), das ich über das Molosserforum gebraucht erstanden habe, kann heute natürlich nicht mehr mit „neuen Erkenntnissen aus der hundepsychologischen Praxis“ aufwarten und hat MIR nicht viel Neues beigebracht, ist aber als Grundlagenwerk im Regal sicher nicht verkehrt.

Allerdings nervt es mich persönlich doch sehr, wenn sich vor dem Druck kein aufmerksamer Lektor mit dem Buch (Rechtschreibung und Inhalt) beschäftigt und so doch noch einige Fehler darin zu finden sind. Besonders auffällig war z.B., dass es für den Hovawart mind. drei verschiedene und noch dazu falsche Schreibweisen gab. Von kleineren inhaltlichen Fehlern und mittlerweile überholten Methoden einmal abgesehen.

Sofia macht weitere Fortschritte

Durch den Ausbau der S13 entlang der B56 gibt es zwischen Bonn und Troisdorf so viele Staus, dass viele Ortskundige versuchen, aussen rum (und damit durch unser Viertel) zu fahren, was dann leider auch hier zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führt. Dieses erhöhte Verkehrsaufkommen führt dann natürlich auch dazu, dass Sofia auf unseren Übungsrunden arg gestresst ist.

Da es in letzter Zeit aber relativ gut ging und sie nur zwischendurch „scheute“, den Rückwärtsgang einlegen wollte oder fiepte, sich ansonsten aber recht schnell fasste und dann recht locker und mit erhobener Rute weiterlief, habe ich heute Mittag mal den Schwierigkeitslevel erhöht und die Runde erweitert.

Wohlweislich hatte ich Sofia ihren geliebten Futterbeutel zwischen die Zähne geschoben und bin flotten Schrittes losmarschiert. Kurzes Zögern ihrerseits, da sie fahrende Autos hören konnte, doch mit der munter vorlaufenden Matilda und meiner Motivation folgte sie dann doch relativ locker.

Je näher wir der nächstgrößeren Straße kamen, desto mehr Menschen und Fahrzuge waren in Sicht…und desto tiefer sank ihre Rute und desto langsamer wurde ihr Schritt. Sie begann zu fiepen. Ganz schlimm wurde es dann, als wir an der Straße ankamen und mehrere Autos recht dicht an uns vorbeirauschten. Also blieb ich stehen, pfiff Matilda als seelische Unterstützung zurück und forderte Sofia anschließend mit fröhlicher Stimme auf weiterzulaufen, sobald die „Gefahr“ vorbei war. Und weiter ging’s!

An der Ecke, an der wir normalerweise in einen kleinen Stichweg einbiegen, um heimzugehen, ging ich einfach weiter auf die Bahntrasse mit den geöffneten Schranken zu…. in der Hoffnung, dass der nächste Zug noch auf sich warten lassen würde. Nun bogen wir an der nächsten Sackgasse rechts ab und gingen flotten Schrittes parallel zu den Gleisen weiter.

Wir hatten Glück und kamen unbehelligt am Ende der Sackgasse direkt an der B56 an, wo wir erneut rechts abbogen und über einen Fußgängerweg auf „unserer“ Straße landeten. Sofia war – zugegebenermaßen -mittlerweile ziemlich mit den Nerven runter und wollte nur noch heim: da sie die Ecke aber nicht kannte und offenbar die Orientierung verloren hatte, wäre sie am liebsten Richtung Park und somit Richtung Bundesstraße gerannt. Ich konnte sie daher nur mit leichtem Zwang und kurzer Leine dazu bringen, in die andere Richtung zu laufen. In ihrer Angst hat das Soferl erst kurz vor unserem Haus erkannt, wo sie war, so dass ich sie nicht – wie sonst –  ableinen und die letzten 50 m full speed mit Matilda nach Hause rasen lassen konnte, um sich den aufgestauten Stress runterzurennen.

Alles in allem hat das Mädel sich aber relativ tapfer geschlagen und hat keinen so großen Schrecken bekommen, dass ich nun einen Rückschritt befürchten muss. Von daher bin ich zufrieden und hoffe, dass die nächsten größeren Runden ähnlich gut verlaufen.

Entwarnung

Wir haben Glück gehabt und Matilda läuft mittlerweile wieder normal!

Woher das heftige Lahmen vor einer knappen Woche kam ist mir ein Rätsel: da ihre Wirbelsäulenproblematik aber bekannt ist, gehe ich schon fast davon aus, dass sie immer einen leichten Grundschmerz hat, an den sie sich gewöhnt hat und  den sie in ihrer gewohnt guten Laune einfach ignoriert. Macht sie aber eine falsche Bewegung (was bei ihrem ungestümen Temperament durchaus viel öfter vorkommen könnte), schießt ihr den Schmerz kurz und heftig durch den Körper…und sie reagiert entsprechend.

Alles Spekulation, ich weiss…. aber derzeit die einzige Erklärung, die ich finden kann.

Jedenfalls sind wir unglaublich erleichtert, dass nichts nachgekommen ist, und können wieder aus ganzem Herzen über die Kleine lachen, wenn sie Unfug macht und z.B. solch formvollendete Blasen produziert: