Liebestoll

Heute habe ich gepennt und einem uns entgegenkommenden Hundehalter nicht rechtzeitig gesagt, dass ich eine läufige Hündin dabei habe. Der Mann leinte seinen (leider stark übergewichtigen) schwarzen Labrador ab, der raste auf eine anfangs völlig begeisterte Sofia zu, die sich über einen neuen Hundekumpel freute…. und dann völlig konsterniert stehenblieb, als der Rüde sie einfach zur Seite schubste und zielsicher Matilda ansteuerte. 

Die wurde sofort derart heftig von dem liebestollen Rüden bedrängt,  dass sie mich nur noch hilfesuchend anschaute und gar nicht erst versuchte, ihn in seine Schranken zu weisen. Welch Glück, dass das Tildchen so ein Winzling ist! Beherzt schnappte ich sie mir und nahm sie auf den Arm… 

Labbis Herrchen kam glücklicherweise auch sofort angerannt und hatte nun alle Mühe, den wie wild an mir hochspringenden Rüden zu fassen zu kriegen. Schließlich hatte er ihn aber und konnte ihn von uns wegzerren.

Blöde Situation, aber manchmal leider nicht zu vermeiden. Auch heiße Hündinnen wollen noch das Haus verlassen… und wenn ich besser aufgepasst hätte, wäre die Situation ja auch nicht so aus dem Ruder gelaufen. 

  

Sofias Status quo

Schmerzmittel sind abgesetzt, Sofia läuft seit einer knappen Woche ohne Leine…. und läuft (nach Belastung) nicht sauber. Manchmal sieht man kaum was, sie scheint einfach nur vorsichtiger aufzutreten. Heute ist sie kurz mit einer anderen Hündin gerannt und lahmte deutlich (aber nicht stark) vorne links.

Sie jammert nicht, läuft sich ein und ist bestens gelaunt.

Weitere Diagnostik machen wir nicht, weil sie nicht mehr in Narkose soll. Wir lassen das jetzt so, bremsen sie höchstens ein bisschen aus und wenn es schlimmer wird, gibt es Schmerzmittel….

SEUFZ

„Lecker Mädsche“

….dachte sich wohl Monty, der Jagdterrier-Mix, der uns heute ein Stück des Weges begleitet hat. 

Mit seinem feinen Näschen wusste er natürlich sofort, dass Matilda gerade läufig ist und interessierte sich daher nicht für Sofia, die soooo gerne mit ihm gespielt hätte. Er ließ die Große also recht schnell links liegen und stellte sich der Kleinen artig vor, die ihn jedoch – für ihre Verhältnisse- sehr milde abwies. Ganz Gentleman hielt sich der ältere Herr zwar nun zurück, folgte ihr aber doch auf Schritt und Tritt in geringem, wenn auch respektvollem Abstand….. während ihm die Sabber nur so aus dem Schnütchen troff! 

Sein Frauchen, eine ältere und sehr nette Dame, konnte es kaum fassen: sie hatte in all den Jahren noch nie gesehen, dass ihr Hund solche Sturzbäche produzieren konnte!
 

Hier ist Energie gefordert…

Es hat sich schon die letzten Wochen angekündigt, weil das Interesse anderer Hunde an Matilda immer größer wurde und ihre Vulva peu a peu anschwoll: nun ist sie seit gestern endgültig läufig und schon heute hatten wir die erste lustige Begegnung mit einem Rüden.

Wir waren in Bergheim unterwegs und sahen von weitem einen Mann mit jungem freilaufendem Eurasier-Rüden, der sich relativ weit von seinem Herrchen entfernt hatte.

Als Avi uns sah, rannte er sofort schnurstracks auf uns zu, also rief ich dem Mann zu, dass ich eine läufige Hündin dabei hätte.

Die Reaktion war herrlich:  kurze Schrecksekunde, dann rannte er los und versuchte durch Rufe und Pfiffe, seinen Jungspund abzurufen. Als ihm die Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen bewusst wurde (Avii ignorierte ihn komplett und einholen konnte er den Hund eh nicht), verlangsamte er seinen Schritt und rief nur noch: „Schicken Sie ihn bitte energisch weg!“

Gesagt, getan. Ich hielt Sofia fest, schickte Matilda hinter mich…. machte einen Schritt vor, streckte den Arm nach vorne und herrschte Avii an: „Fort mit dir!“ Der arme Hund machte  eine Vollbremsung und trollte sich augenblicklich. Herrchen sammelte ihn ein, nahm ihn an die Schleppleine und bedankte sich bei mir.  

Jetzt hoffe ich nur, dass ich den armen Wuschel nicht allzu sehr geschockt und seinen Glauben an die Menschheit nicht allzu sehr erschüttert habe. Bei der heftigen Reaktion scheint er Menschen gegenüber ja eh recht skeptisch zu sein und es täte mir leid, wenn er Fremde in Zukunft noch misstrauischer beäugt.

Vorerst letzter Physiotermin

Als wir heute zu unserer Physio reingingen, wurde Sofia nicht nur von dem gewohnten Collie- und Sheltie-Rudel begrüßt, sondern auch von einem Gasthund… dem feschen Golden Retriever Luke. Der ältere Herr war hin und weg von der Süßen und scharwenzelte gleich hinter in her in den Behandlungsraum. Leider mussten wir das Schäkern der beiden unterbrechen und Luke des Raumes verweisen, um uns – vorerst zum letzten Mal – um Sofis Bewegungsapparat zu kümmern. 

Nächste Woche werden die Schmerzmittel abgesetzt und sie darf wieder „offiziell“ ohne Leine laufen. Dann schauen wir weiter… 

Aprilfotos

Hier mal ein kleine Auswahl von Bilder, die im Laufe des Monats entstanden sind….

Hundeschule und Biergarten

Das heutige Training sollte am Rheinufer stattfinden mit anschließender Einkehr im Biergarten „Zum blauen Affen“. Also definitiv nichts für Sofia, die mit dem Stresslevel komplett überfordert wäre. Für Matilda aber eine leichte Übung… also durfte sie mich mal begleiten. 

Am Treffpunkt lernte sie dann erst mal den „neuen“ Schäferhund unserer Trainerin kennen… Dino, einen wirklich sehr großen (wenn auch rappeldürren) Rüden mit Riesenohren. Da er nicht immer ganz einfach ist, insbesondere Kleinhunden gegenüber, fragte ich vorsichtshalber vorher nach…wohl wissend, dass Matilda wenig Geduld mit neugierigen Schnufelnasen hat. Katrin winkte aber beruhigend ab: sie sei ja schließlich kein kleiner weißer Wuschel und sei genau Dinos Ding. Und tatsächlich… als er das Tildchen vorsichtig beschnupperte, es ihr – wie erwartet – sehr schnell zu viel wurde und sie lautlos nach vorne ging und nach ihm schnappte, zuckte er nur erstaunt zurück, ohne böse zu werden. 

Katrin lachte nur: das würde ihn sicher nicht davon abhalten, es ein zweites Mal zu versuchen. Er testete es wirklich noch mal an und hole sich prompt die nächste Backpfeife ab.

Nun wurde es aber ernst: das Training begann. Konzentriertes Laufen in Zweierreihen auf dem Bürgersteig, an der lockeren Leine und alle paar Meter im Wechsel Sitz, Platz und Steh. Für Mati nicht so einfach, da sie im Alltag eigentlich nie angeleint wird…und ihr das dementsprechend nicht gefällt. Sie arbeitete aber sehr schön mit und himmelte mich dermaßen an, dass sie zwischendurch sogar mal von der Bordsteinkante abrutschte.

Als es dann Richtung Rheinufer ging, wechselten wir vom Weg auf die Wiese, wo nun diverse Ablageübungen folgten. Mein Mädchen muss sich normalerweise nicht hinlegen und sieht das eigentlich auch nicht so recht ein. Da es aber schön warm und trocken war, konnte ich es ihr zumuten, sich ins Gras zu legen und auch dort zu bleiben. Zwei sanfte Korrekturen reichten und schon blieb sie brav liegen, obwohl ich ca. 5 m entfernt stand und immer wieder teils bekannte, teils ihr fremde Hunde um sie rumliefen. Ich war soooo stolz auf das Matildchen!   
 
Am Rheinufer dann weitere Ablenkungen in Form von Radfahren, Joggern, Passanten (mit und ohne Hund). Auch hier wurden einzelne Übungen eingestreut, primär ging es aber darum, vernünftig an der Leine zu laufen. Dabei wird nicht unbedingt ein korrektes Fuß verlangt, sondern schlicht und ergreifend, dass der  Wauz recht nah bei einem ist und NICHT zieht. Und ja… mein Mann mag es kaum glauben, Mati kann auch das.

Abschließend ging es dann mit allen in den Biergarten. Getränke holen mit Hund an der Leine, sich einen Platz suchen, Hunde locker nebeneinander platzieren. Alles kein Problem für die Maus. Glücklicherweise hatte Mo (Meggies Frauchen) dran gedacht, Wasser und einen Napf mitzubringen und gab den Hunden was zu trinken. Und noch besser: als Matilda sich dem Napf näherte und das Näschen rümpfte, verstand Mo sofort: sie kippte das angesabberte Wasser weg und füllte extra für die Kleine auf, die dann auch tatsächlich zufrieden an den Napf ging und etwas trank.