Mit Sofia beim Tierarzt

Das Sofichen scheint unser erster Hund zu sein, der wirklich nur zum Impfen zum TA muss. 

Erfreulicherweise hat das auch ohne Panikattacken geklappt: Wir haben direkt vor der Praxis geparkt, wo es zum Glück – weil Sackgasse – auch keinen stressigen Durchgangsverkehr gibt. Das Wartezimmer war gerade leer, so dass wir uns auch in aller Ruhe mit der Waage „anfreunden“ konnten (das dicke Tierchen hat etwas zugenommen und wiegt nun stolze 31 kg). Und als dann fremde Menschen reinkamen, waren die zu meiner großen Freude und Erleichterung eher uninteressant, weil Sofi soooo gerne mit den anderen Hunden gespielt hätte.

Auf dem Weg ins Behandlungszimmer zögerte das Mädchen kurz, tapste dann aber mutig mit, als ich mit ein paar aufmunternden Worten flotten Schrittes weitergegangen bin.

Bei der Untersuchung und der Spritze selber fällt Sofia immer in einer Art „Schreckstarre“, so dass das Ganze auch dieses Mal recht schnell und locker über die Bühne ging… und der Stresslevel schien sich noch in einem erträglichen Rahmen zu bewegen, da sie anschließend auch Leckerchen von der Ärztin angenommen hat.

Ich war wirklich stolz, wie gut die Süße das gemeistert hat! Da erlebt man in Wartezimmer oftmals viel Schlimmeres, wenn ansonsten lustige und selbstbewusste Hunden plötzlich zu zitternden und elenden Fellbündeln werden.

Spanischer Renter

Wir renovieren gerade: Esszimmer raus, dafür gibt es ein neues Arbeits- und Lesezimmer für mich. 

Die Hunde sind natürlich keine große Hilfe bzw. eher kleine Störer. Insbesondere Pee-Wee muss immer mittenmang liegen und guckt beleidigt, wenn man ihn verscheuchen möchte, weil man Schränke aufbauen muss. Meistens schafft er es aber doch, dass „Papa“ das Werkzeug zur Seite legt, ihm ein paar nette Worte ins Ohr flüstert und dann noch eine Rückenmassage verpasst…. dann kann Wauz auch zufrieden in den Garten schlendern und die Sonne genießen.

Übrigens hat sein Pflegefrauchen doch sehr gelacht, als ich ihr dieses Foto geschickt habe. Sie meinte nur: „Liegt in der Mitte, aber hilft nicht. Wie die spanischen Rentner, die immer immer zuschauen, wenn die Maurer an den Häusern arbeiten.“

Sehr treffend!

Wolfswinkeler Hundetage 2018

Vier anstrengende, aber auch hochinteressante und schöne Tage in Wissen sind vorbei und das Chaos zuhause hat mich wieder.

Dieses Jahr hatten wir das Glück, wieder unsere „Luxus“-Ferienwohnungen auf einem einsam gelegenen Reiterhof beziehen zu können, so dass wir einfach die Türen öffnen und die Hunde laufen lassen konnten, da sowohl Felix (der Hund meines alljährlichen Seminarpartners) und Matilda völlig entspannt auf Pferde reagieren und keine Dummheiten machen.

Und da wir wieder einen Tag vor Seminarbeginn angereist waren, hatten wir auch genug Gelegenheiten, Zeit mit unseren sächsischen Freunden zu verbringen…. und uns die Bäuche vollzuschlagen: diverse Besuche im Eiscafe, bei unserem Lieblingsitaliener und gemeinsames Frühstücken waren natürlich ein Muss und ich habe in den paar Tagen bestimmt 2 kg zugenommen.

Matilda war einfach nur toll und hat sich überall vorbildlich benommen, wenn man davon absieht, dass sie zwischendurch gepupst hat (das große Vanille-Eis am ersten Tag war wohl doch ein Fehler) und dass sie während des Seminars mit Absicht (!) so laut geschnarcht hat, dass die Referenten und die Leute um uns rum sich ein Lachen nicht verkneifen konnten.

In diesem Jahr ging es übrigens um die fatale Lust am Exotischen, um die Haltung von Hunderassen, die nur wenig für das Leben in einer Familie geeignet sind und um den stärker werdende Trend, Wildtiere in Haustierassen einzukreuzen.

Zitat:
„Unsere Hunderassen und unser Zusammenleben mit dem Hund wird auf zweierlei Weise bedroht: Auf der einen Seite sind es Degenerationen in den Beständen der Haushunderassen mit bedenklichen Folgen für Gesundheit der Hunde bis hin zu Qualzuchten durch ein Überzeichnen der Rassestandards, bei denen die Tiere faktisch mehrfach behindert sind. Insbesondere Hunderassen wie die Bulldogge oder der Mops sind hier beispielsweise in der Diskussion.

Auf der anderen Seite etabliert sich aber eine Art Gegenströmung, die einen ebenso schädlichen Einfluss auf unsere Haushunde hat. Unter dem Motto von ‚Back to the roots‘ zeichnet sich zunehmend eine Haltung bei vielen Menschen ab, die wünschen, ursprüngliche Haushunderassen, oder Wolfshybriden oder auch anderer Hybrid-Caniden halten zu wollen.

Das Exotische wird zunehmend immer beliebter auch bei der Haltung von Hunden und so finden Hunderassen Einzug in die Haushalte, deren Namen man früher nur aus kynologischen Handbüchern kannte. Im Grunde genommen sind beide Strömungen die Kehrseite ein und derselben Medaille, die letztendlich die eigenen Bedürfnisse voranstellt, ohne zu berücksichtigen, welche Bedürfnisse die Tiere haben und welche Auswirkungen dieses Tun auf das Zusammenleben mit den Tieren unweigerlich hervorbringen wird.“

Einer der Referenten war Jos de Bruin, der eine Auffangstation von Wolfshybriden betreibt, die ansonsten nirgendwo untergebracht werden können und der langjährige Erfahrungen zu  diesem Thema beisteuern konnte.

Übrigens hatte sich Jos in seinem extrem interessanten und lustigen (Holländer halt) Vortrag auf Matilda eingeschossen. 

Als es z.B. um die Riechleistung von Wölfen im Vergleich zum Menschen und zum Haushund ging, bezweifelte er doch stark, dass mein friedlich vor sich hinschnarchendes Kleinteil da glänzen würde.

Ich habe natürlich protestiert und angeführt, dass die Kleine im Mantrailing echt gut sei!

Besonders gefreut hat mich, dass mir in diesem Augenblick die junge Verhaltensbiologin Dr. Marie Nitzschner zur Hilfe geeilt ist, die lange Zeit am Max-Planck-Institut in Leipzig gearbeitet hat, nun einen Weblog rund um wissenschaftliche Fragen zum Hund betreibt und als Referentin und Autorin aktiv ist. Marie konnte von einer Studie berichten, in der die Riechleistung von Schäferhunden und Möpsen untersucht worden ist…. tatsächlich haben da die Kurznasen besser abgeschnitten!

Grundsätzlich ist es halt so, dass in der Hundenase anatomisch dieselben Gegebenheiten vorhanden sind und daher auch brachyzephale Rassen dieselbe Leistung erbringen können. Bei lang anhaltender Anstrengung und gleichzeitiger Bewegung dürfte aber eine Kurznase klar im Nachteil sein, wenn die eh schon Atemprobleme hat.

Ich hab’s mir also nicht nehmen lassen, anschließend zu Jos zu stiefeln und ihm Matildas Nase (relativ lang, weite Nasenlöcher, normales Gaumensegel) zu präsentieren. 

Schreck am Morgen

Heute ist genau das passiert, was ich insgeheim bei dem Scherenkarabiner befürchtet hatte: er hat sich gelöst und Pee-Wee stand plötzlich ohne Leine da, hat das sofort gemerkt und ist wie ein Irrer losgepest. Total überdreht, wollte nicht zu mir kommen.

Wir haben totales Glück gehabt, weil der kläffende Hund, den wir schon seit ein paar Minuten hörten, nirgends zu sehen war…. und da die Mädels sich absolut sicher abrufen lassen, ist der Dicke nach einer Weile dank ihnen nah genug gekommen, so dass ich ihn mit einem Griff ins Geschirr zu packen bekommen habe, bei dem ich mir auch nur ein kleines bisschen weh getan habe (meine Finger sind mittlerweile ziemliche Schwachstellen).

Das hätte GANZ übel in die Hose gehen können. Zumal Pee-Wee gerade keinen Maulkorb drauf hatte.

Wie sich der Karabiner gelöst hat?

Pee-Wee ist stöbernd ins Unterholz am Rand einer weitläufigen Wiese rein, weil ich ein bissel gepennt hatte. Ich habe ihn also sofort zurückgerufen, was er auch befolgt hat. Allerdings ist er dabei ganz eng um einen dünnen Baumstamm rum. Die Schleppleine war straff gespannt, er zog weiter, der recht lange Pin zum Schließen des Karabiners muss sich dabei aufgeschoben haben…und das war’s!

Solche Scherenkarabiner sind also definitiv nichts für Leinen (ob kurz oder lang), wenn sie für nicht ganz sauber getaktete Hunde gedacht sind… z.B. Angsthunde oder „aggressive“ Hunde. Gerade bei Schleppleinen besteht immer die Gefahr, dass diese sich irgendwo verheddern. Wenn ein Hund sich z.B. im Wald körpernah festsetzt, kann so was ganz schnell passieren.

Der „Standardkarabiner“ mit dem recht kleinen Pin, dürfte diesbezüglich sicherer sein. IDEAL wäre wohl ein Sicherheitskarabiner, wie ich ihn an einer alten Bentaiga-Lederleine habe… der wird durch ein Rädchen am Karabiner zusätzlich verriegelt, so dass sich die „Backen“ nicht öffnen können. Aber so was habe ich seit Jahren an keiner Leine mehr gesehen (musste ich damals auch extra dazubestellen), erst recht nicht an einer Schleppleine.

Gut. Ich bin jetzt gewarnt und werde in Zukunft arg aufpassen.

Wespenattacke

Mal wieder. Und dieses Mal war ich es definitiv selber schuld!

Wir waren vom Park&Ride-Parkplatz an der Siegfähre am Fluss entlang zum Rhein gelaufen und schlenderten gerade quer über eine saftig grüne Wiese unterhalb der Nordbrücke, als ich einen grauen Stapel „Papier“ unterhalb eines Baumes liegen sah.

Sofia flippte gerade weiter vorne aus und raste in wilden Achten lustig umher, doch die kleine Matilda steuerte geradewegs darauf zu und ich latschte mit Pee-Wee hinterher. Als ich mich dann endlich wunderte, wie denn dieses Bündel Papier hierher gelangt sein könnte und mir urplötzlich aufging, dass es sich um ein heruntergefallenes Wespennest handeln musste, war es auch schon zu spät:

Mati zuckte erschrocken zurück und hielt kurz einen Vorderlauf in die Höhe, um dann verschreckt wegzulaufen. Ich setzte mich sofort in Bewegung und rannte mit dem Dicken ebenfalls seitlich weg, doch da wurde er auch schon gestochen! Hektisch schlidderte er 2x mal mit der linken Gesichtshälfte über das Gras, doch ich riss ihn nur hoch (sorry) und lief weiter.

Glücklicherweise waren die Wespen nicht allzu aggressiv und haben nicht die Verfolgung aufgenommen. Hapuuh!

Matis Vorderlauf war aber ordentlich geschwollen, bis wir am Auto ankamen, Pee-Wee hingegen war nichts anzusehen…und Sofia hatte von der Hektik glücklicherweise gar nichts mitbekommen. Zuhause wurde dann erst mal gekühlt und das Kleinteil hat ihre Apis-Globuli bekommen, so dass die Schmerzen sich hoffentlich in Grenzen gehalten haben.

Also: Augen auf, wenn man durch die Natur stiefelt!

BX-Erbe

Matilda kann sabbern wie eine Große! 

Simone (Leiterin des Tierheims Frankenthal) und ich albern immer rum, dass sie das von ihrem Bordeauxdoggen-Rüden Sam „geerbt“ hat, der der weltbeste Zieh-Papa für Jungtiere aller Arten ist und der sich natürlich auch damals super geduldig und lieb um Matilda und ihre Geschwisterchen gekümmert hat.

Eigentlich sollte ein derart kleiner Hund mit so eng anliegenden und kleinen Lefzen nämlich nicht so viel Sabber produzieren…. daher ist obige Erklärung alles, was uns einfällt. 

Neue Schleppleine

Pee-Wees alte Schleppleine dröselt sich langsam auf… was mich nicht wundert, da sie ja auch schon bestimmt 10 Jahre alt ist, bereits angekaut wurde und seit seinem Einzug täglich im Einsatz ist.

Da der Dicke vermutlich niemals komplett frei laufen darf, soll er schon mehr Spielraum haben, deshalb habe ich eine 15 m-Schleppe aus Gurtband anfertigen lassen, deren Karabiner auch auf Dauer einen 40-kg-Hund mit verdammt viel Kraft hält soll. 

Gestern abend ist die Leine geliefert worden. Im ersten Moment war ich ziemlich verdattert, wie dünn die Leine ist… meine alte Schleppleine ist deutlich dicker und dadurch auch nicht so „scharfkantig“. Dadurch ist die Leine aber auch leichter, weicher und flexibler. Sprich: selbst mit der entsprechenden Breite liegt sie gut in der Hand (Handschuhe vorausgesetzt).

Der Scherenkarabiner ist etwas gewöhnungsbedürftig (so einen habe ich nie zuvor gesehen!), macht aber einen sehr guten und stabilen Eindruck.

Wir waren heute morgen auch schon damit laufen: an das Handling einer so langen Leine muss man sich natürlich gewöhnen, entsprechend aufmerksam sein und immer brav aufrollen, damit man sich nicht verheddert und stolpert.

Auch muss ich jetzt noch besser aufpassen, dass keins der Mädels versehentlich reinrennt (gestern ist Sofia in die alte reingebrettert… das gab an Vorderlauf / Brust eine heftige Abschürfung).

Meine Sorge ist jetzt nur, dass das dünnere Material auch nicht so robust ist…. wenn die Leine sich z.B. an einem Felsbrocken festklemmt und man dran robbt, um sie loszukriegen…. oder wenn Matilda reinbeisst, um die Leine zu schütteln…. oder wenn Pee-Wee aus Frust reinbeisst, wenn ich ihm was untersage.

Das sehen wir aber im täglichen Gebrauch.

Ich bin aber jetzt schon zufrieden: geringes Gewicht, liegt gut in der Hand, trocknet schnell und die Farbe (moosgrün) ist sooooo schön!

Endlich wieder Hundeschule!

So langsam wurde es bitter nötig, weil Pee-Wee bei Sichtkontakt fremder Hunde zunehmend schwieriger zu führen wurde. Aufgrund der Temperaturen waren wir ja wochenlang so früh unterwegs (zwischen 5:30 und 5:45 Uhr), dass wir nie jemanden getroffen haben. Dementsprechend „entwöhnt“ war der Dicke und geriet in helle Aufregung, wenn er denn mal andere Hunde sah.

Als er vergangenen Dienstag merkte, wohin es ging, war die freudige Erregung groß, aber er blieb sehr gut ansprechbar. Besonders gefreut hat mich, dass er bereits öfter dort getroffene Hündinnen wiedererkannte und in ihrer unmittelbaren Nähe ruhig blieb. Insbesondere die Labbi-Hündin Lea hat es ihm ja angetan und es dauerte keine Minute, bis er freundlich „Hallo“ sagen konnte und an ihrer Seite entspannte.

Die Aufregung stieg aber wieder, je mehr fremde Hunde (insbesondere Rüden) den Platz betraten und ich hatte ordentlich zu tun, um mein Powerpaket zu halten. Aber aufgeben gilt nicht und so haben wir uns tapfer durch alle Übungen gekämpft, zumal wir genau das trainiert haben, woran es bei uns hapert: frontale Begegnungen.

Erfreulicherweise haben diese Übungen sofort Früchte getragen: als wir heute morgen unterwegs waren und uns ein alter Bekannter mit seinem sehr großen und recht unleidlichen (aber ruhigen) Labbi-Mix entgegenkam, nahm ich auch Sofia an die Leine, nahm Pee-Wee kurz, packte ihm vorsichtshalber den Maulkorb drauf, wich 2 m auf einen Acker aus, setzte Matilda neben mir ab und versuchte locker zu bleiben, indem ich meinen Großen freudig ansprach.

Und tatsächlich! Mann und Hund konnten in aller Seelenruhe an uns vorbeispazieren, ohne das Pee-Wee (und Sofia nur kurz) in die Leine knallte, blieben dann sogar in einiger Entfernung stehen, so dass wir uns kurz unterhalten konnten und als wir dann in entgegengesetzten Richtungen weitergingen, gab es KEIN Fiepkonzert, kein Springen, Rumwirbeln oder sonstiges. *erleichtert aufseufz*

Der Dicke muss einfach nur im Training bleiben und regelmäßig Hunde sehen und in seiner Nähe ertragen, dann bekommen wir das hin. Nun muss das Wetter nur noch mitspielen, so dass wir wieder regelmäßig in die Hundeschule gehen können.