Beidhändige Hunde-Bespaßung…
Archiv des Autors: grazi
Unfair
An sich mache ich ja mit meinen drei Chaoten keine Fremdhundbegegnungen, weil ich weiss, dass sich da ganz schnell eine unschöne Dynamik entwickeln kann… und wenn man einmal seinen Prinzipien untreu wird, „rächt“ sich das ganz schnell.
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Was ist passiert?
Wir trafen eine alte Bekannte mit ihrer neuen und recht großen bulgarischen Nothündin. Wir wechselten ein paar Worte und schließlich ließ ich Vega hin, derweil ich mit den anderen ein Stück weg blieb. Kurzes Abchecken, dann ein bisschen Rumgealber (Hopsen, Bellen, Brummeln, spielerisches Rammen). Mortisha und Simba waren anfangs sehr aufgeregt, beruhigten sich aber, als die Mädels mit der „Action“ aufhörten. Erst dann näherte ich mich und wir konnten in Ruhe klönen.
Als sich meine kleine Kläffmurmel Mortisha vollkommen entspannt hatte, wurde auch sie abgeleint und machte ganz vorsichtig Kontakt. Wir liefen dann zusammen weiter und mein angeleinter Simba durfte schnuppern, war auch total freundlich. Mortisha versuchte dann zwar kurz zu provozieren, kassierte aber sofort ein Donnerwetter von mir und danach taperten alle vier Hunde dicht nebeneinander her, ohne sich noch großartig zu beachten.
Auf dem letzten Wegstück quer über eine Wiese leinte ich den Dicken ab, damit auch er noch ein bissel laufen konnte. Die Mädels wurden aber zeitgleich angeleint. Sicher ist sicher.
Lisa war mittlerweile schön entspannt, schmiss sich ins Gras und wälzte sich. Dann sah sie, dass Vega dasselbe machte, dachte sich wohl „Yippee!“ und hopste auf sie zu…. allerdings stand ja Mortisha direkt daneben und die ging gleich mit Gebrüll auf die bedeutend größere Hündin los.
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Vega sprang auf (ihr Baby war ja in Gefahr…hmpf) und packte sich Lisa, um diese zu Boden zu drücken. Das lässt aber kein Hund zu, der die Panik kriegt, weil plötzlich DREI Hunde auf ihm drauf sitzen. Simba versteht nämlich keinen Spaß, wenn seine Mädels in ein „Handgemenge“ verwickelt sind, war schnell wie der Blitz da und warf sich ins Getümmel! Argh!
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In ihrer Panik donnerte Lisa in mich hinein, so dass ich auch noch hinfiel, somit UNTER den Hunden lag und sie nicht vernünftig trennen konnte. Mit der Rechten hatte ich zwar Vega gepackt, doch mit der Linken flutschte mir Mortisha immer weg.
Glücklicherweise erwischte meine Bekannte endlich Mortisha im Geschirr und hielt sie fest, so dass ich Vega von der armen Lisa runterrobben und Simba ins Platz donnern konnte. Dann war Ruhe.
Man kann sich bestimmt vorstellen, was Blutdruck und Adrenalinlevel da zu sagen hatten. *seufz*
Interessanterweise fanden die HUNDE das alles nicht weiter tragisch. Nachdem wir Lisa untersucht und keine Verletzungen gefunden hatten (obwohl sie ziemlich eingesabbert war), gingen wir gleich zusammen weiter, Vega unangeleint, die anderen an der lockeren Leine. Lisa war nicht mal eingeschüchtert (obwohl sie vorher wie am Spieß geschrien hatte!), wanderte mitten zwischen meinem Trio rum, Schulter an Schulter…und man konnte auch wieder gemeinsam an Grasbüscheln schnufeln.
Kleiner Hüpfer
Extrem nette Kunden
Wir verkaufen in unserer Buchhandlung nicht nur eReader, sondern beraten unsere Kunden natürlich auch umfassend…. und führen – falls gewünscht – sogar die Registrierung durch, incl. des Downloads der ersten ebooks. So was dauert dann schon mal länger, vor allem wenn die Herrschaften (wie in diesem Fall) bereits Online-Kunden bei uns sind, sich also mit denselben Daten registrieren müssen wie bei thalia.de und felsenfest auf bestimmten Benutzernamen / Passwörtern beharren, die das Gerät aber partout nicht akzeptiert.
Da dieses ältere Ehepaar aber sehr locker und umgänglich war, waren wir recht schnell bei einem sehr flapsigen Ton… und nahmen uns gegenseitig auf den Arm. Als ich dann noch beim Digitalsupport anrief und man mir bestätigte, dass der Kunde sich geirrt hatte, wurde der Mann – mit Unterstützung durch die Ehefrau – ganz ordentlich „ausgeschimpft“ und wir schütteten uns aus vor Lachen.
Zwischendurch verschwand die Dame, um sich etwas zu trinken zu holen…. und ließ ihren Gatten vertrauenvoll in meiner Obhut.
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Wir bastelten derweil weiter, der Mann notierte sich endlich brav sein Passwort, wir luden noch ein paar Bücher auf’s Gerät und als es anschließend an die Verabschiedung ging, zauberte die mittlerweile zurückgekehrte Dame mit einem strahlenden Lächeln einen Strauß Rosen hervor, den sie mir mit einem Riesenlob überreichte.
Ich muss sagen: ich war mehr als baff…. habe mich aber natürlich SEHR über die Blümchen und die extrem netten Worte der beiden gefreut!
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Plantschen
Fell- und Ohrenpflege
Obwohl Vega nie etwas mit Welpen anfangen konnte, hat sie doch sehr „mütterliche“ Züge…. von Anfang an hat sie dafür gesorgt, dass ihre kleine Mortisha nur mit geputzten Ohren das Haus verlässt.
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Die „Kleine“ ist zwar mittlerweile auch schon 7 Jahre alt, aber sie muss es sich immer noch gefallen lassen, von ihrer „Vega-Mama“ abgeschleckt zu werden…. danach sind dann nicht nur die Ohren klinisch sauber, sondern meist auch das ganze Köpfchen (und das Bäuchlein) pitschnass.
Aufgenommen!
Unsere Hunde schlagen an und melden Fremde auf dem Grundstück. Das ist auch völlig legitim und wird nicht unterbunden, es sei denn sie geben sich dran und machen ein Riesentheater. Auch Besuch wird lautstark kommentiert, sobald er sich der Haustür nähert. Dabei macht natürlich die Kleinste den größten Radau.
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Interessant war aber ihr Verhalten, als ich gestern am späten Abend (mein Mann schlief bereits) mit Matthias von unserer Wolfswinkel-Tour zurückkam: sie machte keinen Mucks, stand nur wild wedelnd mit Vega an der Tür und regte sich nicht einmal auf, als sie durch das Milchglas in der Wohnzimmertür mitbekam, dass unser Besuch in den ersten Stock ins Gästezimmer wanderte.
Noch mehr staunte ich, als Matthias heute morgen runtergedappelt kam… denn selbst jetzt freuten sich die drei Hunde nur ganz still, so dass mein Schatz (Langschläfer) nicht einmal aufwachte!
Das hatten wir bislang noch nie, egal bei welchem Übernachtungsbesuch. Tja, mir scheint, Matthias ist hiermit im Rudel aufgenommen worden!
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Mamakind
Als ich Simba unterhalb der Trumler-Station bei meinem Kumpel zurückgelassen hatte, war der kleine Mann übrigens gar nicht glücklich!
Er machte zwar kein großes Theater, weinte aber so leise und unglücklich vor sich hin, dass er Matthias ganz schrecklich leid tat. Simba versuchte ein paar Mal, in die Richtung zu gehen, in der ich verschwunden war bzw. wollte sogar mal die Böschung rauf, ließ sich aber zurückrufen und blieb artig.. an ein Ablenken war aber nicht zu denken…. selbst Leckerchen spuckte er sofort aus.
Armes Hascherl! ![]()
Als wir später alle zusammen spazierengingen und Roland ihn zum Rennen und Spielen animierte, klappte das nur ganz kurz… Simba blickte sich dauernd zu mir um und rannte sofort zu mir zurück, sobald er sich ein paar Meter von mir entfernt hatte. Selbst auf der Bank, als es Leckerchen von Roland gab, hielt es Simba nicht lange: hops! sprang er runter und lief schnell wieder zu seiner „Mama“!
Überraschung
Zwei Freunde aus Chemnitz fahren jedes Jahr in ihrem Urlaub zur Trumler-Station runter, um dort immer dringend benötigte Reparaturarbeiten oder neue Bauprojekte durchzuführen….. sprich: um zu schuften.
Da ein weiterer Kumpel, der grenznah in Frankreich lebt, und ich die beiden alljährlich bei den Wolfswinkeler Hundetagen im September unterstützen, Roland und Ute aufgrund der weiten Entfernung aber ansonsten nie bis kaum sehen, entschlossen wir uns, sie mal zu überraschen: dazu kündigte ich eine Stippvisite in Birken-Honigsessen an, um die beiden zum Eisessen in unser aller Lieblings-Eiscafè abzuholen. Von Matthias verlor ich aber kein Wort.
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Der reiste am Samstag mit dem Zug an, ich holte ihn (mit Simba) am Bonner Hauptbahnhof ab und dann fuhren wir gemeinsam in den Westerwald.
In Wolfswinkel angekommen guckten wir aber ziemlich blöd aus der Wäsche, weil wir nicht gewusst hatten, dass auf der Station eine Führung stattfand…. und somit entlang der Straße die wenigen Parkmöglichkeiten komplett besetzt waren. Da die Station in einem Funkloch ist, konnte ich Roland dort oben auch nicht via Handy erreichen und auf dem Festnetz sprang gleich der AB an. Argh!
Notgedrungen fuhren wir also weiter, bis wir eine sichere Parkmöglichkeit fanden, wanderten dann zu Fuß die Landstraße zurück, ich drückte Matthias meinen Hund in die Hand und ging alleine zur Station rauf, dessen Tor dank der Führung glücklicherweise nur gesichert, aber nicht abgeschlossen war.
Großes Hallo und strahlende Gesichter, als ich – zumindest für Erika Trumler und ihre Kollegen überraschend – auf der Station auftauchte… doch ich wollte und konnte nicht lange bleiben, weil ich ja meinen Simba angeblich unterhalb des Dingo-Geheges an einem Baum angebunden hatte.
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Ich verabschiedete mich also relativ schnell, nachdem Roland und Ute versprochen hatten, sich nun fix umzuziehen und dann gleich runterzufahren. Tatsächlich mussten wir nur knapp 1o Minuten warten, bis wir ein Auto den Zufahrtsweg herunterkommen hörten…. Matthias sprang hinter einem geparkten Wagen in Deckung und tauchte erst auf, nachdem Roland hielt und das Fenster runterkurbelte….
Eigentlich hätte man ein Video machen müssen: Rolands und Utes verdutzten Gesichter waren nämlich einfach nur herrlich!
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Totales Erstaunen, dann Freude pur. Alle quatschten durcheinander, strahlten über’s ganze Gesicht, umarmten und knufften sich. Kurz und gut: Überraschung gelungen!!!






