„Hundeflüsterer“

Es ist mir völlig unverständlich, dass nicht nur viele (ahnungslose) Hundehalter den sogenannten „Hundeflüsterer“ Cesar Millan gut finden, sondern erschreckenderweise auch einige Hundetrainer.

Mit sanften Methoden, mit Einfühlungsvermögen, mit Verständnis für den Hund und für Hundeverhalten, wie das der Begriff „Hundeflüsterer“ impliziert, haben seine Praktiken nämlich nichts zu tun. Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem Typen um einen Tierquäler allerübelster Art, der leider durch das Fernsehen und eine sehr gut aufgemachte Sendung eine breite Plattform erhalten hat. Und obwohl man in der Sendung oft genug sieht, dass der Mann tierschutzwidrige Methoden anwendet und er immer wieder deutlich seine Inkompetenz zur Schau stellt, lassen sich Zuschauer von den schnellen Resultaten blenden und übernehmen diese völlig unreflektiert.
traurig
Ich möchte hiermit betonen, dass ich Millans Praktiken für ethisch nicht vertretbar, tierquälerisch und gewalttätig halte. Und dass ich niemals Hundehalter zu (deutschen) Hundetrainern verweisen werde, die nachweislich nach ähnlichen Methoden arbeiten oder diesen Menschen unterstützen/verteidigen.

Auch als Buchhändlerin schmerzt es mich zu sehen, dass die Bücher dieses Mannes zu den Topsellern gehören und wieviel Geld er damit verdient. Ich kann leider nicht verhindern, dass „meine“ oder andere Buchhandlungen die „Werke“ dieses Typen verkaufen, aber ich kann und werde mich nicht daran beteiligen, dass der Hype um diesen Tierquäler auch noch unterstützt wird.

Sprich: sehe ich Kunden mit einem seiner Bücher, rate ich aktiv von einem Kauf ab, kläre entsprechend auf und verweise auf gute Alternativen anderer Trainer und Autoren.

Hier erst einmal zwei Textlinks, aus denen ganz klar hervorgeht, dass auch Tierärzte im In- und Ausland sich ganz klar von Cesar Millans Praktiken distanzieren: American Veterinary Society of Animal Behavior und European Society of Veterinary Clinical Ethology.

Auch wenn in Cesar Millans Büchern nichts Schlimmes steht, gibt es viele Videolinks, die ganz klar belegen, dass er tierschutzwidrige Praktiken anwendet. An dieser Stelle führe ich einige von ihnen auf.

Video, in dem ein Malamute-(Mix?) so lange gewürgt wird, bis er beinahe das Bewusstsein verliert (ab 3.25 min deutlich zu sehen):
http://www.youtube.com/watch?v=Qh9YOyM2TAk

Video, in dem ein kleiner Mix solange gewürgt wird (nach schockierendem Kampf), bis er sich vor Angst einpinkelt und sich schließlich in einem Status erlernter Hilflosigkeit von Millan auf die Seite legen lässt:
http://www.youtube.com/watch?v=YR6w1FL8NXc

Video, in dem ein junger Bernhardiner (11 Monate) mit Angstproblematik vor Treppen mit körperlicher Gewalt eine Treppe hochgezerrt wird (wird dabei natürlich gewürgt):
http://www.youtube.com/watch?v=zHvPhFelym4

Kleinhunde werden im Nacken gepackt und in die Luft gehoben:
http://www.youtube.com/watch?v=HcGyzMIqPiU

„Gewöhnung“ an eine Katze (auch für die Katze extrem stressig) mit Einsatz eines Teletakts (also Stromschläge):
http://www.youtube.com/watch?v=GptupfqLYwc

Analyse: Labrador Holly (Futteraggression) wird zu aggressivem Verhalten provoziert, incl. Schlag auf Kehlkopf.. er triezt sie so lange, bis sie ihn – nach ganz klaren Warnungen – heftig in die Hand beisst…. und er sagt nur unter Schock: „I didn’t see that coming“ ….
http://www.youtube.com/watch?v=omxz1YAyc4w

Zusammenstellung mehrerer „Trainingssequenzen“ mit unterschiedlichen Hunden, in denen er konstant tritt (in die Flanken, in den Bauch, gegen die Schnauze), würgt (dünne Halsungen, Vollwürger, bei einem English Bulldog – einer sowieso kurzatmigen Rasse – sogar mit den Händen) oder aggressives Verhalten erst triggert, NACHDEM er selber den Hund attackiert (schlägt oder tritt):
http://www.youtube.com/watch?v=buUHYM9ymc8

Erklärung, wie Cesar Millans Halsung tatsächlich funktioniert:
http://www.youtube.com/watch?v=Nv8kVoj06Jg

Und das ist noch lange nicht alles, was es zu Cesar Millan zu sehen gibt…

1. Preis bei Foto-Wettbewerb

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich jemals was gewinnen würde, aber wir haben tatsächlich bei einem Fotowettbewerb von Joey’s Hundewerke bei Facebook den 1. Preis gemacht! Und so haben wir als Wunsch-Maßanfertigung (Größe, Farbe, Borte, Verschluss) ein wunderschönes und supertoll verarbeitetes Fleece-Halsband bekommen.

Ich präsentiere: Vegas erstes Girlie-Halsband…und das im Alter von 10,5 Jahren!
lauthalslach

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Armes Böxerli

Heute habe ich mich mal wieder furchtbar aufgeregt:

Als ich gerade mit meinem Trio zu einer schönen Siegfähren-Runde aufbrach, sah ich einen alten Mann mit einem offensichtlich noch recht jungen Boxer (ca. 1,5 Jahre alt) auf den Damm gehen. Natürlich hatte uns der Rüde auch gleich entdeckt, reckte den Hals nach uns und wollte nicht mehr weitergehen. Das donnernde „Fuss“ seines Herrchens kombiniert mit einem klassischen Leinenruck interessierte ihn in diesem Moment herzlich wenig.

Tja…und was war nun die Reaktion des Typen, als der Boxer nun auch noch freudig erregt bellte? Er zog ihm mit der Lederleine voll eins über den Hintern, dass es nur so knallte!
motz
Stinkwütend rief ihm zu, dass das ja wohl nicht nötig wäre… doch der Idiot ignorierte mich und schleifte den armen Hund nur mühsam hinter sich her.

In solchen Momenten frage ich mich wirklich, warum sich bestimmte Leute im Alter noch einen jungen Hund anschaffen müssen, der sie mit seinem Temperament und seiner Erziehung so offensichtlich überfordert. Der Hund wollte doch nur freundlichen Kontakt machen und wurde daraufhin nicht nur angepflaumt, sondern auch körperlich gemaßregelt.

Der Typ muss das nur oft genug wiederholen, um eine richtig nette Artgenossen-Unverträglichkeit aufzubauen, die ihm das Handling des kräftigen Burschen in Zukunft nur noch schwieriger macht…. und das arme Böxerli wird sicher nicht mehr allzu viel Spaß im Leben haben.
traurig

 

Sonntägliches Trailen

Man mag es kaum glauben, aber im dritten Anlauf ist es uns tatsächlich gelungen, auf unserem Wunschgelände vor einem Möbelhaus zu trailen… ohne dass dieser als Flohmarkt oder Shuttle-Parkplatz umfunktioniert worden war!
biggrin
Obwohl wir heute etwas später als sonst getrailt haben und ziemlich müde waren (das kommt davon, wenn die Kölner und Bonner Chaoten am Abend vorher unbedingt in eine Rock-Kneipe gehen müssen….), hat das Training wieder mächtig viel Spaß gemacht.

Zum einen war neben dem kleinen Kamel Ben (die Geräusche, die er in Erwartung eines Trails macht, sind einfach unbeschreiblich! *kicher*) auch Bauschan, der Extrem-Labrador aka „die wilde Wutz“ mit von der Partie….zum anderen hatten wir nach langer Zeit mal wieder Verstärkung von der Bichonbande aus Leichlingen!

Angefangen hatten Mutter und Tochter mit einem Bichon Frisee-Rüden vom Züchter….die zweite war dann prompt eine Nothündin… und da der Trend eindeutig zum Dritthund geht, kam vor ein paar Monaten noch so ein kleiner Wibbel hinzu, auch er ein Tierschutzhund!
Daumen hoch

 

Braves Mädchen

Mortisha kann ja ein ziemlicher Stinkstiefel sein und springt dann auch gerne darauf an, wenn andere Hunde pöbeln.

Als uns heute eine Kleinhündin entgegen kam, von der ich WEISS, dass sie gerne eine dicke Lippe riskiert, nahm ich Morty daher mit einem freudigen Kommando ins Fuß und ging flotten und beschwingten Schrittes einfach weiter, während sie mich anhimmelte… und Emma einen gepflegten Ausraster bekam.

Als wir an der „Störquelle“ vorbei waren, erklang hinter uns die vorwurfsvolle Frage: „Emma! Warum kannst du eigentlich nicht so brav sein und so gut hören?“

Wenn die wüsste, welch‘ Teufelchen Mortisha sonst sein kann…
kicher

 

Dackeline

Heute hat Simba die Bekanntschaft einer Rauhaardackel-Hündin namens Flocke gemacht, die seeeeeeeehr freundlich war und sofort aufgeregt bellend auf meinen Dicken zustürmte… und ihr Frauchen (eine ältere Dame) ließ sich von ihr auch völlig entspannt zu dem fremden und erheblich größeren Bollerkopp hinzerren, obwohl der erst mal recht ungehalten reagierte und brummelnd in Abwehrstellung ging.

Ich hab’s dann mal vorgezogen, die gute Frau „auf Abstand zu halten“ und nur kontrollierten und vorsichtigen Kontakt zuzulassen.

Als Simba endlich merkte, dass die Kleine ein nettes Mädel war, ging die Rute wedelnd hin und her…und er hopste spielerisch „grollend“ auf Flocke zu, die sich – genau wie ihre Halterin – davon nicht im Geringsten beeindrucken ließ.

Auch hier gab ich die Spielverderberin: schließlich möchte ich nicht riskieren, dass mein Rumpelpumpel mit seinen knapp 40 kg auf einen empfindlichen Dackelrücken latscht und dem anderen Hund versehentlich weh tut.

Diese Vorsicht kam bei der Dackelhalterin sehr gut an und so wurden zu einem ausgiebigen Schwätzchen „festgehalten“, bei dem ich Simba ins Platz legte.

Witzig wurde es nun, als die ebenfalls abgelegte Flocke auf dem Bauch an Simba ranrobbte und versuchte, sich mit ihrem Köpfchen an meinen Dicken zu schmiegen, der mit einem total verunsicherten Blick hilflos zu mir aufschaute und grummelnd ein paar Zentimeter wegrobbte…um gleich wieder von der anhänglichen Dackeline verfolgt zu werden.

Ein Bild für die Götter!
kicher

Sprachenverwirrung

Der Laden wie so oft proppenvoll – die Kunden stapeln sich vor der Info – wir versuchen, sie im Eiltempo „abzufertigen“ – doch dann gerät alles ins Stocken, weil eine Kundin ein ganz bestimmtes Buch sucht, sich aber nicht an den Titel erinnert. Allerdings trägt sie ihr Anliegen mit einem so zerknirscht-sympathischen Lächeln vor, dass selbst die anderen Kunden nicht gleich ungeduldig rumwibbeln.
lächel
Die gute Frau kann sich nur vage an den Titel erinnern:. „Shitu oder so ähnlich.“

Ich, grübelnd: „Hmmm, ist das ein fremdsprachiger Titel?“
Sie, mit leuchtenden Augen: „Ja, ja… aber das Buch selber ist deutsch.“

Ich bemühe die Bibliographie, doch da ich bei asiatischen Namen garantiert danebenliege, hake ich nochmal nach: „Shitu?“
Sie bestätigt dies und wiederholt den Titel, nun allerdings mit einer leicht veränderten Betonung.

Ich stutze und frage nach: „Ist das ein englischer Titel?“
Sie: „Ich glaube schon…“

Ok, dann müsste der Titel wohl doch eher „she too“ lauten. Trotzdem finde ich damit nichts in der Bibliographie… doch da klicken ein paar Rädchen in meinem Gehirn, ich habe eine vage Vermutung und frage nochmal nach:
„Ist das ein ganz aktuelles Buch?“
Heftiges Nicken.
„Ein Krimi?“
Noch heftigeres Nicken.

Ich werfe der Dame einen bedeutungsschwangeren Blick zu, wandere los, greife mir ein Buch vom Krimi-Bestseller-Tisch, kehre um und präsentiere es schon von weitem: „Wie wäre es mit GONE GIRL?“

Als Antwort ein leiser Jubelschrei und eine halbe Umarmung: „Sie sind super! Das ist es!“

Ihre Begeisterung und ihr Lachen waren soooooo niedlich und ansteckend, dass sie wirklich ALLEN umstehenden Kunden ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat!
lächel

Jäger und Sammler

Zwar sind all unsere Hunde jagdlich motiviert, doch zumindest bei Vega muss ich nicht in ständiger Alarmbereitschaft sein und sie nicht dauernd im Blick haben. WENN sie allerdings losrennt, dann rechnet sie sich gute Chancen aus…

Dementsprechend alarmiert war ich, als Vega heute morgen plötzlich unter Stacheldraht abtauchte, auf eine Streuobstwiese rannte und im Jagdtempo an mir vorbeiwetzte. Nach der ersten Schrecksekunde entspannte ich aber gleich wieder, als ich mir bewusst machte, WO sie gerade entlanglief.

Und tatsächlich: kurz darauf kam Vega hochzufrieden zu mir getrabt… mit einem Apfel in der Schnute.

Sie ist nämlich nicht nur Jägerin, sondern vor allem Sammlerin!
lächel