Ungeplante „Nacht“wanderung

Am frühen Abend bin ich mit den Mädels und dem Kölner Quartett losgezogen. Raus auf die Felder, Leinen ab, alle rennen los, alles chic.

Na ja, Boxer Ben ist einen Ticken zu früh und einen Ticken zu nah am Gremlin vorbei, der ihm daraufhin fast in die Seite gezwackt hätte, aber danach hat der Süße immer artig einen gewissen Sicherheitsabstand eingehalten und lieber eine Vollbremsung gemacht statt dem kleinen Aas zu nahe zu kommen.
kicher
Dusselig wie wir sind, hatten wir aber gar nicht auf die Uhrzeit geachtet und bedacht, dass die Dunkelheit dann doch seeeeehr schnell hereinbricht. Wir hatten also weder Taschenlampen dabei noch waren die Hunde mit Leuchthalsbändern ausgestattet.

Mitten auf einem matschigen Feldweg entdeckten wir ein gutes Stück vor uns zwei verschiedenfarbige, sich bewegende Leuchtpunkte…und in deren unmittelbarer Nähe eine große, graue, wabernde Masse. Öhm….

Glücklicherweise fiel uns dann ein, dass wir zu Beginn unseres Spaziergang (bei besseren Lichtverhältnissen) in weiter Entfernung eine Reiterin mit Spaziergängerin und zwei Hunden gesehen hatten und riefen unsere eigenen Hunde hektisch zurück. Durch unsere Rufe „alarmiert“ reagierten dann auch die uns entgegenkommenden Frauen und behielten ihre Hunde bei sich, so dass wir dann ganz entspannt aneinander vorbeikamen, ohne das Pferd in Panik zu versetzten…oder (in Mortishas Fall) andere Hunde zu verhauen.
zwinker

Kinder und Hunde…

….sind normalerweise „kompatibel“, wenn beide keine schlechten miteinander Erfahrungen gemacht haben.

Von daher lasse ich Mortisha, die aufgrund ihres eher ängstlichen und unsicheren Naturells sowie mangelnder Erfahrung nicht kindersicher ist, nur sehr kontrolliert an solch kleine Menschen ran. Doch selbst meine Großen dürfen niemals einfach auf Kinder zudackeln, bevor ich mir nicht das OK der Eltern geholt habe und das Kind Interesse am Vierbeiner signalisiert hat.

Dementsprechend entgeistert war ich, als ich heute mit Simba im Park unterwegs war, auf der anderen Seite der Wiese eine Frau mit Kind sah, das fröhlich auf seinem Bobby-Car dahinrollte… und plötzlich ein mittelgroßer Mischling unangeleint den Weg entlanglief, schnurstracks auf das Kleinkind zusteuerte, ihm die Schnute ins Gesicht drückte und dann munter davonhopste!

Von der dazugehörigen Hundehalterin kam keine Reaktion. Die schlenderte einfach weiter, als sei nichts passiert. Aber auch Mutter und Kind setzten ihren Weg unbekümmert fort. Hmmm, seltsam… hätte man sich gekannt, hätte man doch zumindest ein paar Worte gewechselt, oder?

Als sich kurze Zeit später mein Weg mit dem des Mutter-Kind-Teams kreuzte, MUSSTE ich einfach fragen, ob man den Hund kannte.

Tatsächlich war ihnen dieser Hund heute zum ersten Mal begegnet! Da der Kleine aber Hunde toll fand und nichts passiert war, sah die Frau das ganz entspannt.

Natürlich freut es mich, dass dieser „Vorfall“ nicht dazu geführt hat, dass Hunde und Hundehalter in einem schlechten Licht dastehen. Andererseits ärgert mich diese Gedankenlosigkeit schon: wäre der Bub nicht so fröhlich und unbekümmert, hätte er sich erschrecken können. Schließlich befand er sich auf seinem Bobby-Car wirklich Aug‘ in Aug‘ mit einem fremden Hund, der ihm noch dazu die nasse Nase ins Gesicht gedrückt hat.

Und so manch übervorsichtiger Mutter wäre in diesem Moment das Herz in die Hose gerutscht, sie hätte anschließend Zeter und Mordio geschrieen…und dadurch ihr Kind auch noch negativ beeinflusst!
mund verziehen
Ist es denn wirklich so schwer, vorausschauend spazierenzugehen und seinen Hund ranzurufen / anzuleinen, wenn einem Passanten entgegenkommen, insbesondere wenn Kinder dabei sind? Bricht man sich dabei einen Zacken aus der Krone? Traumatisiert man dadurch seinen freiheitsliebenden Hund?

Meinem Simba hat es jedenfalls nicht geschadet, an der Leine zu bleiben, als das Kind ihm mit seinem Bobby-Car fast hintenrein gefahren wäre. Die Mutter und ich haben aufgepasst, uns nett unterhalten… und Simba durfte dem Jungen über die Finger schlecken und schließlich sogar quer durchs Gesicht, was dem Kleinen nur ein fröhliches Glucksen entlockte.   

Sonntägliches Trailen

Heute mal wieder in kleinerer Runde, da sowohl mein Göttergatte das Haus hüten musste als auch unsere Henneferin. Trotzdem war das Training supertoll: wir hatten uns nämlich auf einem Schulgelände in Sankt Augustin-Menden getroffen, das sehr interessante Versteckmöglichkeiten bot.

Absolut begeistert haben mich aber die Fortschritte der Kölner Hunde!

Bei Boxer Ben hatte es zwischenzeitlich sichtlich „click“ gemacht und er trailte mit einem derart süßen, schnellen Laufstil, dass man sich das Lachen kaum verkneifen konnte.  Und Joy, die ja doch einige Unsicherheiten gegenüber fremden Menschen hat und daher vorsichtshalber mit MK trailen muss, war derart darauf fixiert, hinter ihrer VP herrennen zu dürfen, dass sie eine Personengruppe komplett ignorierte und ihnen nicht einmal einen Seitenblick zuwarf, als es endlich losging!
Daumen hoch
Anschließend schlief sie fast über ihrem Wassernapf ein… zusammen mit Kröte, ihrer French Bulldog-Kumpeline.

Joy und Kröte

Na, seht ihr die kleine schwarze Knautschnase?
zwinker
Lustig war auch die Thermoskannen-Aktion: die Kölner hatten sich extra eine Riesen-Thermoskanne gekauft, um während des Trainings jederzeit heißen Kakao schlürfen zu können. Als nun eine Mittrailer fragte, ob das Innenleben der Kanne aus Glas bestehe, konnte man das nicht beantworten. Nun kam der Hinweis, das müsse doch in der Gebrauchsanleitung  stehen.

„Welche Gebrauchsanleitung?“
„Na, die, die in der Thermoskanne gesteckt haben muss.“
„Da war keine drin.“
„Sicher?“
„Ja, klar. Schließlich habe ich die Kanne heute morgen erst mal mit Wasser ausgespült.“

Kurze Pause.

Dann ein vorsichtiger Blick IN die Kanne…. in der tatsächlich die Gebrauchsanleitung schwamm!
lauthalslach

Das hätte auch schief gehen können….

Ich bin ja oft recht umständlich und trantütig, aber heute habe ich mich selbst übertroffen. *kopfschüttel*

Als Startpunkt unseres großen Spaziergangs hatte ich eine Unterführung unterhalb einer Autobahn gewählt und den Wagen quasi direkt dahinter geparkt. Nach dem Aussteigen warf ich – wie üblich – einen Blick in die Unterführung, weil  von dort aus gerne mal Spaziergänger, Jogger und Radfahrer aus dem angrenzenden Wohngebiet kommen und meine Hunde ihnen nicht direkt vor die Füße springen sollen.

Nichts zu sehen:  also ab zum „Hunde-Abteil“, Tür geöffnet, die beiden Großen rausspringen lassen, Mortisha rausgehoben, Auto abgeschlossen, Leinen sortiert und mich dann gemütlich in Bewegung gesetzt…. als mir auffiel, dass Simba mit den Mädels gerade wieder aus dem Feldweg retour kam, auf dem er bereits vorgetrottet war…und dass sein Blick an mir vorbeiging.

Als ich mich umdrehte, entdeckte ich keine 10 m hinter mir einen Mann mit Rottweiler und Jack Russel und schreckte erst mal zusammen, weil der Rotti nicht gerade gut auf fremde Artgenossen zu sprechen ist und sich gerne mal aufbaut. *schluck*

Auf mein strenges „STOP!“ blieb mein Trio aber glücklicherweise sofort stehen, so dass ich mit 2 schnellen Schritten bei Simba war und ihn sicherheitshalber anleinen konnte. Kurzes Nicken zum anderen Hundehalter rüber, Hunde rumgedreht und nun doch etwas flotter losmarschiert.
zwinker
Ganz ehrlich? Mir ist in dem Moment echt heiß und kalt geworden!

Unser Glück war wohl, dass der Mann Hundebegegnungen gut trainiert hat. Ich kann mich nämlich nur zu gut dran erinnern, dass der Rotti-Rüde noch vor ein paar Jahren selbst mit Halti nur schwer zu bändigen war und grollend in die Leine sprang, derweil sein kleinerer Kumpel dann gerne in bester Terrier-Manier kläffend vor und zurück sprang.

Kleinere Rüden nimmt Simba nicht wirklich ernst, aber bei größeren Konkurrenten sieht die Sache schon etwas anders aus, vor allem wenn er seine Mädchen dabei hat. Allerdings ist er aber auch kein sooooo heftiger Macho, dass er gleich zu anderen Rüden hinlaufen und Stunk machen müsste, wenn er nicht „provoziert“ wird.

Trotzdem: ich muss in solchen Situationen lieber 2x nachgucken und keine unnötigen Risiken eingehen!

 

Welpenbesuch

Heute waren wir bei einer lieben Tierschutzfreundin zu Besuch, die ein paar Franzosen mit der Flasche aufgezogen hat.

Die drei Winzlinge sind nun knapp 4 Wochen alt und meeeeegasüß!
herz
Das Welpchen mit dem schwarzen Gesicht ist die kleine Hazel… 1319 g schwer und anfänglich das kleine Sorgenkind, das sich aber richtig gut gemacht hat. Quer über ihr liegt Cerbi (Cerberus), ganze 1515 g schwer und ein extrem schmusiges Kerlchen. Und dahinter haben wir Cara, 1458 g schwer, das faule Söckchen und eine Genießerin. Genau wir ihre Schwester ist sie dunkelbraun gestromt, hat aber ein weißes Schnütchen.

Welpen

So entzückend die Welpen auch sind, so traurig war ihr Start ins Leben: die Mütterhündin hat die Geburt nämlich überlebt. Ihre Besitzer haben sie viel zu spät in die Klinik geschafft…da war die Gebärmutter bereits geplatzt.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, welch Qualen dieses arme Tierchen durchlitten hat. Und das alles nur, weil da offenbar jemand mit einem Modehund Geld machen wollte.
traurig
Bleibt nur zu hoffen, dass allen 12 Welpen ein ähnliches Schicksal erspart werden kann und dass sie ALLE ganz tolle und verantwortungsbewusste Familien finden!

 

Was es alles gibt….

Im Laden fiel mir ein Mann auf, der einen wunderschönen (wenn auch recht schlanken) Picard dabei hatte. Der Rüde war recht vorsichtig, machte aber neugierig Kontakt, nachdem ich mich leicht abgewandt hingehockt hatte.

Nachdem wir ein paar Worte gewechselt hatten, suchte ich dem Mann – der mir übrigens vage bekannt vorkam – ein paar Bücher raus und widmete mich anschließend einem anderen Kunden.

Kurz darauf näherte sich der Hundehalter aber wieder und fragte, ob wir uns nicht kennen. Wir kamen dann auch recht bald auf die Lösung: ich hatte mal als studentische Aushilfskraft im Kaufhof-Lager gearbeitet, wo er damals auch gearbeitet und mit einer Bekannten von mir angebandelt hatte. Es folgte ein nettes Gespräch über eben diese gemeinsame (ehemalige) Bekannte und was wir beide in der Zwischenzeit alles gemacht hatten, ganz entspannt und natürlich wieder per „Du“.

Während wir uns aber unterhielten, hatte ich Gelegenheit, mir den Hund genauer anzuschauen und mir fiel sein elegantes Halsband auf, das aus breiten Metallplatten gefertigt war.  Ich kommentierte es bewundernd…und fiel aus allen Wolken, als der Typ mir nun aber zeigte, dass unter den Platten Stacheln nach innen ragten!
schreck
Ich bekam spontan Schnappatmung!

Und es wurde auch nicht besser, als mir dieser Vollpfosten erzählte, sein Jungrüde müsse das tragen, weil er sich mal einen anderen Hund gegriffen hatte und er sich nun intensiver um seine Erziehung kümmern müsse. Auf meinen erbosten Einwand, dass es keinen vernünftigen Grunde gebe, einen Hund mit einem Stachler zu traktieren, wollte er mir doch allen Ernstes weismachen, dass das nicht schlimm sei und man das eben mit einem kurzen Ruck kombinieren müsse…. sprach’s…und demonstrierte das auch prompt, als der Hund (dem mittlerweile langweilig geworden war) anfing, an ihm hochzuspringen.

Sorry: aber in solchen Momenten hakt es bei mir total aus!

Ich wetterte (recht lautstark) los, er solle das gefälligst lassen… das sei aus lernbiologischer Sicht völlig unsinnig…  ausserdem sei das tierschutzwidrig und er brauche mir ganz bestimmt nicht mit so einem Schwachsinn kommen… er sei einfach nur inkompetent….und bevor ich zornbebend davonstampfe, giftete ich noch: „Und dann noch so feige sein, einen getarnten Stachler zu benutzen, damit niemand sofort sieht, dass du ein elender Tierquäler bist!“
motz

Zahnkontrolle

Heute habe ich unserer TA mal Simbas ausgefallenen Zahn gezeigt und sie bei der Gelegenheit auch gleich mal in seine Schnute gucken lassen…. und sie war genauso verdattert wie ich.

Der Zahn war soweit ok, ist aber offensichtlich abgebrochen. Eventuell hat er wirklich mal einen Knacks abbekommen und es hat ihn dann irgendwann durch das normale Fressen von Knabberkram endgültig dahingerafft. Eine Entzündung des Kiefers liegt zumindest (noch) nicht vor und alle anderen Zähne sitzen schön fest – zmindest haben sie die Rüttelprobe bestanden.
zwinker

Da die Ärztin ein bissel Bammel hat, dass evtl. die Wurzeln nekrös sind/waren, heisst es nun, den Kiefer regelmäßig zu kontrollieren. Falls die leichte Rötung an der „Ausfallstelle“ aber weggeht und Simba keinerlei Probleme hat, besteht wohl kein Handlungsbedarf, da die Zähne an sich echt gut aussehen.

Vor allem wenn man bedenkt, wie seine Beisserchen aussahen, als er im Alter von 2 Jahren zu uns kam: da stank der Dicke nämlich recht heftig aus dem Maul und hatte ziemlich braune Zähne. Durch vernünftige Fütterung haben sich die Beläge aber gelöst und er hat nur noch ganz leichte Verfärbungen, die für sein Alter völlig normal sind.

Uneinsichtig und arrogant

Über manche Hundehalter kann man sich echt nur wundern…und ärgern.

In unserer Buchhandlung sind Hunde wirklich gerne gesehen, aber wir erwarten natürlich schon, dass sie angeleint sind und keinen Unfug veranstalten. Schließlich gibt es ja genug Leute (incl. einer Kollegin), die Angst vor Hunden haben.

Dementsprechend angesäuert war ich, als ich einen Zwerghund nicht nur unangeleint, sondern vollkommen unbeaufsichtigt auf der Fläche herumstromern sah.   So niedlich das kleine Wuselchen auch war: das gehört sich einfach nicht!

Minutenlang behielt ich den Hund im Blick, konnte aber auch nirgends eine Person entdeckten,  zu der der Zwerg gehören musste. Niemand, der eine Leine in der Hand hielt oder sich mal nach ihm umschaute. Irgendwann näherte sich der Hund einem älteren Pärchen. Sie der aufgedonnert-elegante Typ, unter deren Pelzkragen anscheinend doch eine Leine hing, da ich darunter den Zipfel einer Kottüte entdeckte.

Ich näherte mich daher dem Paar und fragte höflich, ob der Hund zu ihr gehöre.
Erhobene Augenbrauen: „Ja.“
„Dann möchte ich Sie bitten, ihn anzuleinen. Man sieht zwar, dass er lieb ist, aber es gibt schließlich auch Kunden, die Angst vor Hunden haben…egal wie groß sie sind.“

Ihre Reaktion?
Sie macht einen Schritt auf mich zu, kneift die Augen zusammen und meint theatralisch: „Wissen Sie was? ICH habe Angst vor Mäusen.“

In dem Moment habe ich echt nur noch tief durchgeatmet und ihr in einem doch recht strengen Tonfall gesagt, dass das schön und gut sei. Fakt sei aber, dass der Hund im Laden an die Leine gehöre. Aus Rücksicht auf andere Kunden, die Angst vor Hunden haben. Ich sei selber Hundehalterin und für MICH sei das eine Selbstverständlichkeit.

Die dumme Schnepfe hat daraufhin zumindest wortlos ihren Kleinen angeleint und ist von dannen gezogen, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen.
böse