Im Garten

Bei herrlichem Wetter lässt sich so ein eigener Garten wirklich genießen…. die Wauzis mögen es total, im Gras zu liegen und sich die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen, sich zwischendurch wonniglich zu kugeln, sich den Wind um die Nase streichen zu lassen und sich zwischendurch Streicheleinheiten abzuholen. 

Und dann gab es sogar eine Premiere: Bali hat tatsächlich gespielt!
 
Bislang hat sich Sofia ja immer vergeblich bemüht, ihn zum Spielen zu animieren….heute war er aber so entspannt, dass er tatsächlich hinter einem Kong hergesprungen ist, den ich durch die Gegend geworfen habe. Und als Sofia mitgehopst ist, hat er sich dazu „herabgelassen“, auch mal ein bisschen mit ihr rumzualbern.

Lange Hundepause

Nachdem es mich Ende April gesundheitlich ziemlich umgehauen hat (incl. Krankenhausaufenthalt, Isolierstation, kleiner OP zur Diagnosesicherung) bin ich leider immer noch ziemlich angeschlagen und fühle ich mich schnell erschöpft, sobald ich ein bissel mehr tue. Um so mehr freue ich mich, dass ich zumindest wieder so fit bin, dass ich seit heute wieder eine kurze Runde mit den Hunden mitlaufen konnte, was ich nun natürlich langsam steigern möchte. 

Um die Wahrheit zu sagen, tut das auch Not. Die Wauzis tanzen Görk nämlich so langsam, aber sicher auf der Nase rum und ich muss hier mal wieder für „Zucht und Ordnung“ sorgen.

Mein Schatz ist für die drei Chaoten der perfekte Hundepapa: absolut verlässlich und stark, verschmust und verspielt, leicht manipulierbar (ich sage nur „unverdiente Leckerchen“). Aber er ist halt auch inkonsequent und wandert lieber verträumt durch die Gegend, statt mit den Hunden zu arbeiten oder zumindest mal ein paar Übungen zwischendurch einzustreuen. Das rächt sich natürlich nach einer Weile….

Balistos Schleppleine konnte gar nicht mehr fallen gelassen werden, weil er auf kein Distanzsignal mehr reagierte….. Sitz und Bleib hatte der junge Herr auch ganz spontan vergessen. Sofia hatte nix als Quatsch im Kopf und Matilda war endgültig zur Rampensau mutiert, die nur noch hopste, kläffte und in alles Mögliche reinbiss und schüttelte (Geschirre und Leinen der Großen)…. im absoluten Überdreher hat sie sogar mal in Balis Ohr gebissen oder Görks Wade gezwackt. Das geht natürlich gar nicht!

Interessanterweise wissen die Hunde trotz dieser langen Pause ohne „Mama“ ganz genau, dass ich so was nicht dulde. Gut… Matilda ist eine Bulldogge und brauchte hin und wieder eine Ermahnung und Ablenkung, aber Balisto arbeitete SOFORT begeistert mit, sobald die Schleppleine fiel…. „Stop“ und „Zurück“ wurde ohne zu zögern ausgeführt, er rannte gleich full speed zu mir und landete mit einem breiten Grinsen im Gesicht im perfekten Vorsitz dicht vor meinen Beinen!

Dieser Hund WILL arbeiten und kann den Schäferhundanteil anscheinend nicht verleugnen, von daher bin ich zuversichtlich, dass er bald wieder größere Freiheiten haben darf und Spaziergänge demnächst etwas entspannter laufen.   

Ich habe gelesen….

William G. Syrotuck, Scent and the Scenting Dog


Vor 10 Jahren ist mir dieses Buch noch von professionellen Mantrailern empfohlen worden und ich hatte es mir damals pflichtschuldigst in den Staaten bestellt…und dann doch nur überflogen. *räusper*

Da ich mit Kurzarbeit bzw. Krankschreibung nun sehr viel Zeit habe, habe ich natürlich endlich die Muße, um ein Buch nach dem anderen zu lesen, unter anderen dann natürlich auch ältere Sachen wie dieses hier.

Leider hat es mich aber total enttäuscht: Es ist nämlich schlicht und ergreifend total veraltet und berücksichtigt nicht die neuesten Erkenntnisse in Sachen Geruchsforschung. Tatsächlich wurde das Büchlein Anfang der 70er Jahre geschrieben und selbst die mir vorliegende siebte Auflage wurde nicht erweitert oder anscheinend auch nicht korrigiert, da es immer noch vor Typos strotzt.  

Die Illustrationen sind sehr simpel und trotzdem oftmals schwer verständlich, der Autor verliert sich in technischen und chemischen Details, die für die Arbeit mit Mantrailern weitestgehend irrelevant sind.  De facto konzentriert er sich primär auf Fährtenarbeit und geht nicht allzu intensiv auf’s Trailen ein, welches er auch nur auf Naturboden erklärt. Das Trailen im städtischen Bereich, welches immer wichtiger geworden ist (z.B. bei der Suche von demenzkranken Senioren, die unbemerkt ihr Pflegeheim verlassen haben), bleibt quasi völlig unberücksichtigt. 

Schade, ich hatte mir wirklich mehr davon versprochen!

 

Wahner Heide

Balisto in der Wahner Heide: er fand es megaspannend und ohne Schleppleine wäre er bereits innerhalb der ersten fünf Minuten über alle Berge gewesen und hätte uns im seinem Jagdfieber komplett ausgeblendet.  

Welch Glück, dass die Mädels – trotz jagdlicher Ambitionen – in dieser Beziehung sehr viel relaxter sind und ansprechbar / abrufbar bleiben!

Kommt gut rüber, Ben und Silas!

Heute ist ein besonders trauriger Tag, weil gleich zwei ganz besondere Hunde sich auf den Weg zur Regenbogenbrücke aufgemacht haben….

Silas
† 17.04.2020 

Silas zweites Leben begann Ende 2013, als der arg verhaltensauffällige Hund, der unter nicht gerade idealen Bedingungen auf einem Pferdeschutzhof lebte, endlich von seiner Patin übernommen wurde. Bei Steffi kam er endlich zur Ruhe, lernte zu vertrauen und sogar mit Samtpfoten harmonisch zusammenzuleben. Andere Hunde allerdings waren ein massives Problem und ich war schwer beeindruckt, als ich sah, dass sich dieser bildschöne und zu Menschen absolut saubere Hund wirklich wie irre aufführte. 

Hut ab vor Steffi, die niemals aufgegeben hat…die unermüdlich mit Silas gearbeitet und  tolle Erfolge erzielt hat… die ihn geliebt und alles für ihn getan hat. 

Umso trauriger, dass Silas‘ Allergien in den letzten 2 Jahren trotz speziellem Futter, vielen Medikamenten, ständigen Pflegebädern etc. pp. ein solches Ausmaß angenommen habe, dass nicht nur sein Frauchen schier verzweifelte, sondern auch Fachärzte schließlich aufgeben mussten: Silas ging es den Großteil der Zeit so schlecht, dass man ihm das einfach nicht mehr zumuten konnte…. jeder Neurodermitiker kann das sicher nachempfinden. *seufz*

Nun hat die Quälerei für ihn ein Ende. Aber der Schmerz für Steffi beginnt jetzt erst richtig und wir können ihr nur viel Kraft wünschen….

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Ben 
* 21.02.2006 
† 17.04.2020


Auch Ben war ein Nothund und blickte auf ein bewegtes und schlimmes Leben zurück… die heftig kupierten Ohren und die vielen Narben sprachen Bände. Und doch war er eine Seele von Hund: komplett verträglich, unglaublich freundlich, boxertypisch albern und lustig, dickköpfig, im Alter immer schrulliger.

Ganz besonders liebte ich die lustigen Geräusche, die Ben machte, wenn er (vor allem beim Mantrailing) aufgeregt war. Sie hatten ihm den Spitznamen „kleines Kamel“ eingebracht.

Ben war der ruhende Pol in Claudias und Sandras kleinem Rudel. Und sein Tod hat ein riesiges Loch gerissen, auch wenn er ein gesegnetes Alter erreicht hat und man sich „vorbereiten“ konnte. Doch auch wenn einem der Kopf sagt, dass dies nun einmal der Lauf des Lebens ist, krampft sich das Herz zusammen und der Schmerz droht einen zu überwältigen. 

Wir sind in Gedanken bei euch und weinen mit euch.

Einzelabruf

Das zum Filmen vor mein Gesicht gehaltene Smartphone irritiert die Wauzis leider immer ein bissel, da es im Grunde aussieht, wie die ihnen zum „Bleib“ entgegengehobene Hand…. deshalb brauchen zumindest die Mädels eine zweite Aufforderung….

Neue Schleppleine

Sodele…. nachdem meine tolle, von Kerstin maßgeschneiderte Schleppleine bei Balis Jagdausflug abhanden gekommen ist, musste natürlich schnellstmöglich eine neue her und Kerstin hatte gerade nicht das nötige Material zur Hand. Also bin ich in den Fachhandel…und habe mich doch sehr gewundert.

Im 1. Laden (kleiner privat geführter Shop in Siegburg) gab es normale Biothane-Schleppleinen (10 m) für schlappe 50 €, noch dazu mit einem wenig Vertrauen erweckenden Karabiner. Als ich mich leicht erstaunt äußerte, weil ich das als arg teuer empfand, behauptete der gute Mann, das seien normale Preise….und bot mir dann an, die Leine umzuarbeiten und mit einen stärkeren Karabiner anzunähen, für schlappe 10 € Aufpreis. Ich habe dankend abgelehnt.

Im 2. Laden (Zoo & Co. in Sankt Augustin) gab es „baugleiche“ Schleppleinen von verschiedenen Anbietern, die preislich zwischen 33 und 39 € lagen. Besser, aber halt leider mit diesem schmalen Karabiner.

Im 3. Laden (Fressnapf in Sankt Augustin) gab es dieselben Leinen zum selben Preis.

An sich wollte ich schon gehen und mich damit abfinden, dass Bali jetzt erst mal mit einer 5 m-Lederleine vorlieb nehmen muss, bis Kerstin mir was Neues nähen kann…. doch da gerade eine nette Verkäuferin vorbeikam, habe ich sie einfach angequatscht und nach der Stabilität der Karabiner gefragt.

Die meinte zwar, der Karabiner müsse 30 kg halten, weil der Hund ihrer Freundin auch so viel wiege, immer wieder in die Leine krache und bislang habe er das ausgehalten… doch dann zeigte sie mir eine neue Marke: Dogs Creek Adventure…. die fertigen wohl exclusiv für Fressnapf.

Biothane mit Reflektorstreifen UND stabilem Sicherheitskarabiner!

Leider hatte sie die Schleppleine nur in 5 m da und die Kollegen im Siegburger Fressnapf hatten auch keine mehr da.

Also bin ich auf dem Heimweg in dem Bonner Fressnapf bei mir um die Ecke rein….und war total baff, dass die die Schleppleine vorrätig hatten….und zwar sogar in den von mir gewünschten 15 m! 

Und was hat mich der Spaß gekostet? 50 €!

So viel zu der Aussage im ersten Shop.   Egal, ich habe jetzt eine qualitativ hochwertigere Schleppleine für kleineres Geld bekommen.

Panik – Hund weg!

Gestern ist mir das passiert, was nicht hätte passieren dürfen: mir ist ein Hund abhanden gekommen….und zwar nicht mal kurz aus dem Blickfeld raus, sondern KOMPLETT weg!

Was ist passiert?

Balisto ist ja derzeit wieder extrem jagdlich motiviert und trägt daher wieder seine Schleppleine. Damit lief es die letzten Tage wieder relativ gut, auch wenn ich ihn trotzdem arg im Blick behalten musste.

Da es gestern schon morgens recht warm war, sind wir nach ca. 1 Stunde Spaziergang Richtung Sieg, damit die Hunde mal ans Wasser konnten. Görk vorneweg und geguckt, ob im Uferbereich Enten rumschwimmen. Er gab sein OK und ich ließ die Schleppe fallen, damit Bali ungehindert die steile Böschung runter konnte, um zu trinken.

Er runter, Blick nach links…und offenbar hat er sich gedacht „Oh, ideales Jagdgebiet“ und weg war er. Rasend schnell, Rufen nutzlos, innerhalb von Sekunden konnten wir ihn weder hören noch sehen.

NOCH war ich einigermaßen ruhig…. wir sind dann am Fluss entlang bis zu einer kleinen Bucht, an der ich ihn eigentlich erwartet hatte. Doch von Balisto keine Spur.

Görk ist dann mit den Mädels im Bogen über einen Feldweg Richtung Verlustort zurück und kurvte dort dann im Nahbereich rum….ich bin derweil, so lange es das dichte Unterholz zuließ, am Ufer entlang. NICHTS.

Unterwegs haben wir ALLE Hundehalter, Spaziergänger, Radfahrer, Jogger und einen Trupp Landschaftsgärtnerinnen angequatscht, Balisto beschrieben, seine Freundlichkeit betont und gebeten, ihn ranzulocken und zu sichern. Dazu gab es dann unsere Handynummern und wer sich die nicht notieren konnte, wurde auf die Petfindu-Marke an seinem Geschirr aufmerksam gemacht.

Via Website hatte ich ihn auch schon als vermisst gemeldet und zusätzlich das Bonner und das Troisdorfer Tierheim informiert sowie die Leitstelle der Feuerwehr (Tierrettung).

Wir sind dann zum Auto zurück, in der Hoffnung er sei vielleicht zurückgelaufen. NOPE.

Görk hat dann die Mädchen heimgefahren, ich habe weitergesucht. An der Siegfähre hatte eine Frau mit zwei Kleinkindern ihn gesehen…. er lief Richtung Müllekoven, immer am Ufer entlang.

Als Görk zurückkam, ist er wieder zum Verlustort, ich bin nach Müllekoven gefahren und von dort aus an der Sieg entlang Richtung Bonn. Aber auch dort hatte ihn niemand gesehen.

Derweil gab es ein paar Sichtungen. Die letzte auch wieder an der Siegfähre, ein offensichtlich verstörter Balisto war durch die Sieg geschwommen und lief am anderen Ufer hektisch hin und her (dabei schwimmt er sonst nicht). Übrigens mittlerweile OHNE Geschirr und Schleppleine.

Das hat mich zumindest ein bissel beruhigt: unser Horror war nämlich, dass Bali irgendwo abseits der Wege im Unterholz hängenbleibt, wo ihn niemand hört oder sieht….das hätte er nämlich bei den Temperaturen nicht lange überlebt!

Dann endlich…nach den zwei längsten Stunden meines Lebens der erlösende Anruf! 

Balisto war offenbar weiter um die Siegfähre gestromert, ist irgendwann in der Küche gelandet und als der Gaststätteninhaber leicht motzig raus ist, um zu gucken, welcher Depp seinen Hund am Parkplatz einfach hatte laufen lassen, traf er auf einen Hundehalter, der zwischendurch Görk über den Weg gelaufen war und natürlich gleich schaltete. Er also Balisto zu sich gerufen, ihm die Retrieverleine seines Hundes umgelegt und Görk angerufen, der mich wiederum informierte.

Ich bin dann wie eine Blöde zurück zum Auto gerannt und zur Siegfähre gedüst, wo ich sogar noch früher als er ankam… Görk war nämlich auf dem unwegsamen Gelände umgeknickt und humpelte nun langsam vor sich hin.

An der Siegfähre sah ich dann auch ein kleines Trüppchen (incl. Ordnungsamt) um zwei Hunde stehen… näherte mich…. und es war tatsächlich ein pitschnasser, dadurch sehr dunkler und völlig „nackiger“ Balisto dabei.

Mir ist soooooooo ein Stein vom Herzen gefallen!

Der kleine Mann zitterte vor sich hin (ohne Unterwolle war ihm wohl im Schatten eisekalt), schlabberte mich sanft vor sich hinwedelnd ab und war offensichtlich froh, als er ins Auto gepackt wurde und sich dort einkringeln konnte.

Glücklicherweise waren alle Beteiligten incl. der Ordnungsbeamten (die eigentlich nur auf Corona-Streife gewesen waren) SEHR nett und auch Feuerwehr und Tierheime waren total erleichtert, dass Bali wieder aufgetaucht ist. Wegen des Geschirrs hatte man sich nämlich ebenfalls Sorgen gemacht.

Balisto ist übrigens wie ausgewechselt: der sonst immer fröhliche, wibbelige, rumhüpfende Hund ist extrem ruhig, hat eine heiße Nase (aber kein Fieber), schläft viel und sehr tief, zittert immer wieder.

Ob das die Nachwehen des Schocks sind? Oder vielleicht hat er Muskelkater? Evtl. hat er sich ja auch weh getan, als er sich aus dem Geschirr gewunden hat…. er MUSS ja irgendwann hängengeblieben sein. Wahrscheinlich ist er auch erst zu diesem Zeitpunkt aus dem Jagdwahn erwacht und hat Panik geschoben, weil er uns nicht mehr gefunden hat…

Wir sind jedenfalls nur froh, dass unser Liebling wieder da ist und werden von nun an NOCH vorsichtiger sein!

Fotos Müllekoven

Seit ein paar Tagen ist Balisto wieder arg im Jagdfieber…. von daher ist jetzt wieder die Schleppleine dran, da er ansonsten an der Sieg auf und davon wäre, um Enten, Gänse und Schwäne zu jagen. Glücklicherweise sind die Mädels in dieser Beziehung mittlerweile echt pflegeleicht und lassen sich von seinem Gehampel nicht „anstecken“. 

Als wir am Fluss waren, haben wir zwei fesche Hundejungs (Bolek und Butters) getroffen und Sofia wäre zu gerne mit dem Jungspund, einem Mops-Beagle-Mix, rumgefetzt…. doch nach einer kurzen Spieleinheit fand Butters unseren Bali dann doch interessanter. *hüstel*

Ansonsten war der Spaziergang mal wieder super entspannt: die Sonne schien, es war angenehm warm, die Vögel zwitscherten….und vor allem Sofia hat es genossen, sich dauernd im saftig-grünen Gras zu kugeln.