Runderneuerung

Obwohl wir ziemlichen Bammel vor der Komplett-OP hatten, musste sie sein: Kastration, Korrektur des Entropiums links, Entfernung der Warze hinter dem rechten Auge (die blutete nämlich heftigst, als er sie sich mal aufgeschubbert hatte), erneute Tiefenreinigung des rechten Ohrs sowie Zahnsteinentfernung).

Glücklicherweise ist der Comfy Cone (Leihgabe von Astrid) gerade noch rechtzeitig vor dem Eingriff angekommen, die OP selber ist komplikationslos verlaufen und ich durfte schon in der Aufwachphase bei Pee-Wee sein:

Der Bub war zwar bis um ca. 13:00 recht wacklig auf den Beinen und unruhig, doch das hat sich gebessert, nachdem er sich 1x übergeben und endlich gepieselt hatte. Dank Infusion war die Blase schließlich prall gefüllt. 

Danach wollte Pee-Wee dauernd wedelnd und gut gelaunt durch den Garten traben, war sehr interessiert an allem, was die Nachbarn gemacht haben… und wollte ständig – ich schwöre! – mit Absicht frontal in Büsche & Co reinlaufen, … ich bin also dauernd mitgetrabt und habe dafür gesorgt, dass er sich die Fäden am Auge nicht abgefetzt hat.  SEHR anstrengend.

Trinken und Fressen ist mit dem Comfy Cone auch nicht so einfach. Der muss aber jederzeit dranbleiben, weil Pee-Wee einfach ein Berserker ist: der ist gestern mehrmals von der Couch gepoltert, sobald ich mich mal weggeschlichen habe, als er – wie ich glaubte – tief und fest schlief (wollte wenistens ein bisschen im Haushalt machen … Pustekuchen!) und hat dann schließlich im Garten eine Hummel gejagt. 

Das rechte Augenlid ist heftig angeschwollen… und suppt noch etwas Wundflüssigkeit. Die Wundnaht hinter dem rechten Auge sieht toll aus und auch am Hodensack ist nichts geschwollen. Er setzt sich auch problemlos auf meinen Schoß und da unten scheint ihn nichts zu stören.

Heute nacht habe ich kaum ein Auge zubekommen, weil ich sofort hellwach war, sobald er sich bewegt hat. Die erste Stunde hat er bei uns im Bett geschlafen, danach war ihm wohl zu warm und er ist in sein Hundebett an meinem Fußende, so dass ich ihm bei jedem Umlegen gleich die Hand auf den Rücken legen konnte, bis er wieder ruhig schlief.

Vorhin waren wir schon im Garten, um 7:00 gibt es Futter, Schmerzmittel und Antibiotikum.

Hoffentlich wird der heutige Tag ruhiger…

chic & scharf

Obwohl kein passender Maulkorb bei der Auswahl dabei war, die mir chic & scharf zugeschickt hatte, an dieser Stelle ein ganz dickes Lob für die kompetente Hilfe, das Entgegenkommen und den großartigen Service dieses Online-Shops!

Ich war von der riesigen Auswahl an Maulkörben geradezu erschlagen und der Betreiber des Shops hat sich am Telefon viel Zeit für mich und mein Anliegen genommen. Die MK-Auswahl (rund ein Dutzend) war fix da und ich konnte hier in aller Ruhe „am lebenden Objekt“ anprobieren.

Leider passte nur der Chopo (Größe Pitbull-Rüde). Und an sich gefällt mir dieser MK von der Form und Farbe her am besten, zumal er auch von allen Maulkörben, die ich hier mittlerweile begutachten konnte, am besten abgepolstert ist. Allerdings hat dieses Model weder Stirnriemen noch Halsbandschlaufe und wird durch die seitlichen Streben stabilisiert. So wie ich meinen Dicken aber kenne, würde er den MK recht schnell abstreifen (gelingt ihm beim Halti auch) und so habe ich mich letztendlich für zwei andere Maulkörbe entschieden.

Von daher musste ich chic & scharf also das komplette Paket wieder zurückschicken.

An sich hatte ich erwartet, dass ich nun nicht nur das Porto bezahlen müsste,  sondern auch einen Pauschalbetrag für den (auch noch vergeblichen) Arbeitsaufwand. Doch davon wollte man nichts wissen. Sobald das Paket wohlbehalten dort ankommt, muss ich nur die Portokosten erstatten.

DAS nenne ich mal Service!

Ach ja, entschieden haben wir uns letztendlich für einen Baskerville Ultra Muzzle Größe 5, den ich allerdings recht stark weiten musste. Und für einen Julius K9-Drahtmaulkorb (Größe Rottweiler-Hündin).

Spaziergang mit anschließender Beratung

Die Kölner waren so lieb, nach Bonn zu düsen, um mir bei meinem Maulkorbauswahlproblem zu helfen. Schließlich haben sie selber 2 Hunde, die den Großteil der Zeit mit MK geführt werden müssen und wissen daher, wie so ein Teil sitzen muss, um sicher zu sein UND den Hund nicht allzu sehr zu stören.

Vorher ging es aber mit den Wauzis an die Sieg. Ich habe allerdings vorsichtshalber Pee-Wee zuhause gelassen und Oma Mortisha durfte auch bei ihrem Papa bleiben, weil es für sie zu warm war.

Sofia und Matilda haben sich aber sehr über die Kölner Hundebande gefreut. Flip hat erfreulicherweise so toll auf die Kleine reagiert, obwohl er sie heute erst zum zweiten Mal gesehen hat, dass er relativ schnell den Maulkorb abgenommen bekommen konnte.

Das bedeutete aber, dass ich mich nicht mehr hinter die Kamera klemmen konnte, da wir nun verstärkt aufpassen mussten…. und zwar nicht nur weil es immer wieder fremde Hunde gab, die zu nah kamen, sondern auch weil Matilda größeren Hunden, die sie nicht so gut kennt, Bescheid sagt, wo der Hammer ihrer Meinung nach hängt…und Flip sich das nicht gefallen lassen würde. 

Nach dem Spaziergang ging es zu uns nach Hause. Da es für die Kölner Wauzis zu warm war, um im Auto zu bleiben, wir die acht Vierbeiner aber nicht zusammen lassen konnten, haben wir schnell im 1.Stock alles „krötensicher“ gemacht. Schließlich ist die Kleine blind und sollte sich – neugierig wie sie ist – bei ihren unbeaufsichtigten Erkundungstouren nicht weh tun.

Als dann alle mit Wasser, Spielzeug und gemütlichen Liegeplätzen versorgt waren, konnten Claudia & Sandra dann endlich bei Kaffee und Kuchen unseren Peewel kennenlernen, der Menschen ja toll findet und sich von seiner allerbesten Seite gezeigt hat.

Dann begann auch schon die „Modeshow“: der supergeduldige Pee-Wee bekam einen MK nach dem anderen aufgezogen und die beiden Mädels kommentierten den Sitz und erklärten mir die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle. Das war mir wirklich eine unglaubliche Hilfe.

Ein neuer Zaun muss her!

In der linken hinteren Ecke unseres Gartens haben wir einen Holzunterstand, der gerade ausgeräumt wird, um das getrocknete Holz „kaminnäher“ im offenen Schuppen direkt am Haus zu lagern. Dadurch hat man wieder einen relativ freien Blick zum Grundstück dahinter…. und prompt nutzte die Nachbarin gestern die Gelegenheit, um mich zu einem Schwätzchen an den Zaun zu rufen.

Ok, kein Problem…. ich bin nur kurz ins Haus, um meine Gartenclogs zu holen, damit ich nicht barfuß durch das noch feuchte Gras stiefeln musste. Als ich aber wieder aus dem Haus trat, traute ich meinen Augen kaum:

Pee-Wee hatte sich an den (unnützen) Barrikaden vorbeigemogelt und die Vorderpfoten auf den Holzzaun gestellt, ließ sich von Rosemarie durchknuddeln und versuchte gerade, zu ihr rüberzuklettern, indem er sich mit dem Vorderpfoten hochzog und mit den Hinterpfoten hochzukraxeln versuchte!
Ich konnte ihn gerade noch stoppen! 

Rosemarie fand’s lustig und klopfte liebevoll auf dem dicken Bollerkopp rum. Bis ich irgendwann verdattert fragte: „Du weisst aber schon, dass das nicht Simba ist?“

Große Augen, riesige Fragezeichen über dem Kopf.

Gut, dass der Dicke so nett ist und unsere Nachbarin so unbedarft.  Ihr war tatsächlich nicht aufgefallen, dass die aufdringliche Schmusebacke nicht mehr dunkelbraun gestromt ist, sondern schwarz…und hatte daher wie selbstverständlich über den Zaun gegriffen und geknuddelt.

Das bedeutet für uns jetzt aber, dass wir dringend den hinteren Zaun erhöhen müssen!

Sollte Pee-Wee bei Rosemarie und ihrem Mann landen, wäre das ja nicht weiter tragisch, weil die beiden Hunde mögen (sie hatten früher selber mal einen Papillon) und weil ihr sehr hoher Zaun zur Straße immer fest verschlossen ist. Bei ihren direkten Nachbarn sähe das aber anders aus, weil dieses Paar Angst vor Hunden hat und bei ihren Kindern sehr empfindlich reagiert. Das gäbe also Zeter und Mordio…

Warum kann man nicht einfach anleinen…

…wenn man darum gebeten wird?

Da Pee-Wee doch nicht ganz so easy bei Fremdhundbegegnungen ist, muss ich mittlerweile getrennt laufen, um mich auf ihn konzentrieren zu können. Nur Matilda kommt mit, weil sie eh nie an der Leine ist und null Interesse an fremden Hunden hat.

Heute morgen haben wir in grooooßer Entfernung einen Menschen mit zwei Hunden gesehen, der uns wohl auch entdeckt hatte und offenbar vom bereits eingeschlagenen Weg (vom Damm runter und zurück Richtung Feldweg) abgedreht ist, um direkt auf uns zuzusteuern. Nun gut…er konnte ja nicht wissen, dass wir das jetzt nicht so prickelnd fanden.

Ich hole also die Schleppleine ein und klinke die kurze Führleine ein, von der Seite deutlich zu sehen mit doppelter Sicherung (Halsband und Geschirr). Ich bleibe stehen. Dann weiche ich ein paar Meter auf die Wiese aus. Lasse Pee-Wee absitzen. Rufe Matilda ran. Lasse auch sie absitzen.

Der Mann stiefelt weiter mit zwei unangeleinten Hunden auf uns zu und beginnt nun sogar, mit dem einen zu spielen und ordentlich Bewegung reinzubringen.

Nun rufe ich: „Könnten Sie bitte Ihre Hunde anleinen?“

Keine Reaktion.
Ich wiederhole mich mehrmals. Mit demselben Ergebnis.

Hat er mich nicht verstanden? Aber ganz ehrlich: selbst wenn er mich auf Entfernung nicht hören/verstehen sollte, kann er sich doch denken, was ich von ihm will, oder? 

Also noch mal: „Leinen Sie bitte Ihre Hunde an. Wir möchten keinen Kontakt.“
Er: „Warum denn das?“

ARGH! Ich doch schiet-egal, oder? Mach’s doch einfach, wenn ich dich darum bitte!

Ich erkläre also, wieso weshalb, derweil Pee-Wee fixiert, sich auf den Boden wirft und ich ihn in eine halbsitzende Position hochziehe.

Er, im vorwurfsvollen Ton: „Das ist aber schade. So kann er das aber nie lernen.“

Ich bin perplex. Sammle mich kurz und sage dann: „Solange ich ihn nicht abgesichert habe, möchte ich keinen Kontakt. Aber bitte…wenn Sie riskieren möchten, dass einer ihrer Hunde gebissen wird…“

Da hat er dann doch angeleint. Und jetzt bitte festhalten: Dabei dreht sich der eine Hund zur Seite und ich sehe, dass er eine Blinden-Kenndecke trägt…. und tatsächlich… als das Trio nun näher kommt, sehe ich, dass dem Wauz beide Augen fehlen! Na, super. Er hätte also einen blinden Hund in einen potentiell unfreundlichen und erheblich größeren Hund reinlaufen lassen, der bereits extrem angespannt war. Wie bescheuert kann man eigentlich sein? 

Doch damit nicht genug. Auf meiner Höhe muss man dann noch stehen bleiben und die Flexis etwas lockern, woraufhin Matilda nicht sitzen bleibt, sondern die letzen Zentimeter zu ihnen aufschließt, um sich beschnufeln zu lassen. [Entfernung zu Pee-Wee und mir: ca. 3 m]

Er: „Sehen Sie. Geht doch!“
Ich: „SIE hat ja kein Problem damit, für IHN ist es aber schon eine Riesenleistung, jetzt noch so ruhig zu bleiben!“
Er: „Ja, aber so sieht er, dass das ganz normal ist.“

Okaaaaaay…. ich habe dann mal nichts weiter dazu gesagt, sondern nach einem Blick auf Matildas zunehmend verkniffene Körperhaltung und ihr Knüsselsgesicht leise gewarnt: „Nicht granteln, Matilda“

Die Kleine mag es nämlich nicht, bedrängt zu werden und kann ziemlich heftig reagieren. Und ich glaube nicht, dass der Lerneffekt für Pee-Wee besonders positiv wäre, würde die Kleine quasi direkt vor seiner Nase wild um sich schnappen, um fremde Hunde auf Abstand zu halten.

Aber nun gut. Warum rege ich mich auf? Der Mann wollte mir doch nur gute Tipps geben. *hüstel*

Kein Glück mit den Frauen

Egal wen wir treffen: Pee-Wee versaubautelt sich mit seiner stürmischen Art jeden Kontakt und sackt sich ein um’s andere Mal einen Anraunzer ein. Selbst mit den netten Nachbarshündinnen Bonnie (mittelgroßer Mix) und Liesl (Rauhhaardackeline) hatte er kein Glück. Die erste hat nach ihm geschnappt, die zweite hat ihr Heil in der Flucht gesucht.

Doch selbst mit der superruhigen und freundlichen Herdenschutzhündin, die wir zufälligerweise an der Siegfähre getroffen haben, hat es nicht geklappt. Langsame Annäherung (Pee-Wee extrem aufgeregt). Schließlich standen die Hunde tatsächlich ganz dicht beieinander, beschnupperten sich, der Dicke fing an zu wedeln…  um dann urplötzlich zu schnappen.

Öhm. Ok…es ist nichts passiert, aber das hat mich dann doch leicht aus der Fassung gebracht, da die Hündin nichts, aber auch wirklich gar nichts getan hatte, um sich diesen „Schnapper“ zu verdienen. Weder sie noch die Halter waren eingeschüchtert und so ließen wir sie noch einer Weile wieder ran, mit dem Resultat, dass das Pevil-Knievel sofort nach ihr schnappte….

Ob der Dicke mittlerweile meint, hier in Deutschland gehrt es zum guten Ton, wenn man sich begrüßt? Schließlich hat er oft genug selber was abbekommen…

Entspannung pur

Die Sonne strahlt, ein laues Lüftchen weht, alle sind entspannt und die Wauzis genießen es, zusammen auf den Outdoormatten zu liegen, während Pee-Wee auf seinem Lieblingskaustrick rumgnatscht.