Das miese Wetter der letzten Tage war nicht gerade günstig für Mortishas schmerzende Halswirbelsäule… und so haben wir so manch verwunderten Blick ob Mortishas Anblick geerntet: es sah aber auch zu dämlich aus, wie der kleine fest verschnürte und quietschbunte Gremlin (mit Geschirr über dem dicken Wintermantel sowie einem um den Hals gewickelten Rundschal) durch die Felder hopste.
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Doch mit viel Ruhe, Wärme und Medikamenten geht es Morty endlich wieder gut. Hapuuh!
Archiv des Autors: grazi
HWS
Als Tisha schon ganz langsam in das Behandlungszimmer dackelte und vor sich hinschnufelte, sagte die TA sofort: „Oh oh… da geht es aber jemandem schlecht!“ Yep… keine Spur von dem ansonsten so aufgedrehten, wild rumhopsenden und freudig bellenden Gremlin, der sie sonst begeistert begrüßt.
Und so wurde die kleine Maus auch sofort auf den Behandlungstisch gehoben und komplett von hinten nach vorne abgetastet. Wie zu erwarten empfand Tisha Druck auf die Lendenwirbelsäule zwar als unangenehm, hielt aber brav und tapfer ihr Schnütchen… doch als es dann an die Halswirbelsäule ging und das Köpfchen zur Seite gedreht wurde, gelang ihr das nicht mehr und sie quietschte laut auf.
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Um sicher zu gehen, wurde das Köpfchen erneut nach rechts gebogen…und wieder quiekte das Mortadellchen auf. Das sieht also ganz klar nach einem HWS-Syndrom aus. *seufz*
Das erklärt auch, warum Mortisha vorne rechts lahm geht: der Schmerz strahlt nämlich in den Nacken-Schulterbereich aus.
Da wir kein Risiko eingehen wollen, bekommt sie nun erst einmal 2 Wochen Phen-Pred, also eine Kombination aus Schmerzmitteln und Cortison. Zusätzlich muss sie natürlich ordentlich geschont werden.
Irgendwas stimmt nicht
Nachdem mir Mortisha gestern schon auf unserer großen Runde etwas verhalten vorgekommen war, lief sie heute morgen leicht unsauber, quiekte mittags laut auf, als Simba sie spielerisch anstupste, und als mein Mann abends von der Arbeit kam, stand sie nicht einmal auf, um ihn zu begrüßen.
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Morgen früh geht es sofort zur TA, um das abklären zu lassen. Irgendwas stimmt ganz massiv nicht mit der kleinen Maus…
Gut gelaunt
Lieber Besuch
Wir telefonieren fast täglich, zumal es immer wieder TS-Fälle gibt, die ausführlicher besprochen werden müssen….doch persönliche Treffen sind eher die Ausnahme, da wir doch ein paar Stündchen auseinander wohnen. Da freute es uns umso mehr, dass meine MVH-Kollegin Astrid einen „kleinen“ Umweg von einer Stunde auf sich genommen hat, um uns zu besuchen, als sie „in der Nähe“ zu tun hatte.
Unser letztes Treffen war allen Ernstes schon über vier Jahre her und so kannte Astrid unseren Simba nur von Erzählungen und Fotos. Der kleine Racker legte sich natürlich mächtig ins Zeug und eroberte ihr Herz im Sturm.
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Besonders schön zu sehen war, wie schnell sich Mortisha „beruhigt“ und wie zutraulich sie ist, wenn uns jemand besucht, der genau weiss, wie man mit einem Terrorgremlin umzugehen hat.
Leider konnte Astrid nur zum Abendessen bleiben, weil sie noch eine lange Rückfahrt vor sich hatte, aber trotzdem war der Besuch unglaublich schön und lustig!
Es ist wirklich schade, dass wir so weit auseinander wohnen und mit Job & Co. so eingebunden sind. Wirklich gute Freundschaften, in denen man sich blind vertrauen kann und nicht enttäuscht wird, sind mittlerweile nämlich rar geworden.
Alberne Vega
Einer für alle, alle für einen
Wenn man mit mehreren Hunden unterwegs ist und die nicht in absolut jeder Situation abrufbar sind, muss man vorausschauend laufen und keine unnötigen Risiken eingehen. Das gelingt zwar auch mir nicht immer, doch war das, was uns heute passiert ist, saudoof und hätte ziemlich in die Hose gehen können.
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Als wir uns einem schlecht einsehbaren Weg näherten, nahmen wir – wie üblich – die beiden Kleinen an die Leine und ließen Vega vor uns hertraben. Da mein Göttergatte ein ganzes Stück größer ist als ich, sah er über die Büsche hinweg einen Mann und so machten wir vorsichtshalber einen Bogen nach rechts über die Wiese, für den Fall, dass der Mann einen Hund dabei hatte. Auch Vega folgte meinem Ruf sofort und machte einen Schlenker nach rechts… als in diesem Moment auch schon ein schwarzer Hund mit mittellangem Fell auf uns zugeschossen kam, den Vega sofort blockte und wieder zurück auf den Trampelpfad zu unserer Linken scheuchte.
Noch fand ich es nicht weiter tragisch, dass die Hündin auf den scharfen Rückruf ihres Halters nicht reagierte, da die beiden anderen Hunde, die ich nun entdeckte, bei ihm geblieben waren und sich Vega und ihre „Kontrahentin“ nur taxierten und langsam umkreisten.
Als Vega sichtlich entspannte und sich ihre Bürste legte, rief ich sie leise ab… sie drehte sich rum…und zack! … krakeelte die Hündin hinter ihr los.
Vega warf sich rum, fixierte die Hündin, die hielt prompt wieder die Klappe und die beiden Weiber schauten sich erneut angespannt an.
Ich hielt mich in dieser Situation nun lieber raus und war ganz froh, dass auch der andere Hundehalter im Hintergrund blieb. Die beiden Mädels sollten das nun besser untereinander klären und ich vertraue da ganz auf Vega, die in der Regel weiss, was sie tut. Als sie nun wieder entspannte und von sich aus abdrehte, wollte ich schon erleichtert aufseufzen… doch da pampte diese Misttöle mein Mädel schon wieder an!
Da wurde es Vega zu bunt: sie warf sich abermals rum, diesmal mit Gebrüll, und rammte die andere Hündin… die daraufhin laut schreiend in Richtung ihres Herrchens davonlief, derweil Vega sie in lockerem Galopp vor sich herscheuchte.
Und nun passierte das, was nicht hätte passieren dürfen, da ich davon ausging, dass der Mann seine beiden anderen Hunde angeleint hatte: die Hunde schossen nämlich los und nahmen ihrerseits Vega auf’s Korn… die sich plötzlich mit drei Gegnern konfrontiert sah, weil die eine Hündin dank der zur Verstärkung geeilten Kavallerie wieder mutig wurde und sich Vega entgegenstellte, die jetzt von drei Seiten aus attackiert wurde.
Ähm, sorry… drei gegen einen… und die „Einzelkämpferin“ eine 10-jährige Seniorin mit starken Rückenproblemen… das ging ja wohl gar nicht!
Da wir schlecht die nächsten beiden Hunde ins Getümmel werfen konnten, nahm ich meinem Mann die kleine Mortisha ab und bat ihn, Vega da rauszuholen. Er setzte sich auch gleich in Bewegung, doch da warf sich die erste Hündin wieder rum und attackierte nun mit gefletschten Zähnen meinen Mann!
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Der ließ sich davon nicht beeindrucken, brüllte nur „Freund grün“ und die Hündin machte nun doch einen Bogen…als Vega – die die Bedrohung ihres Herrchens mitbekommen hatte – schon angeflogen kam und die Hündin grollend von hinten rammte!
Offenbar wurde den Angreifern klar, dass es jetzt ernst wurde (irgendwann ist nämlich auch bei Vega Schluss mit lustig), denn das Trio rannte geschlossen zu seinem Besitzer zurück, der nun zumindest zwei seiner Hunde anleinte. Ich ließ mich derweil mit zitternden Knien zu Boden sinken und rief mein Mädchen leise zu mir, die auch ganz brav gleich zu mir kam. Glücklicherweise unverletzt.
Und die Reaktion des anderen Hundehalters, als der nun seinen Weg fortsetzte und an uns vorbeiging, wobei ihm der unangeleinte Hund 2 x beinahe entwischt wäre…?
Der hob nur den Arm und rief „Ist ja nichts passiert!“
Ganz ehrlich? Ich hätte ihn in diesem Moment am liebsten gemeuchelt!
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Endlich Sonne!
schwierige Aussprache
Da ich mir grundsätzlich keine Filmtitel, geschweige denn die Namen von Schauspielern merken kann und ständig alles durcheinander werfe, treibe ich meinen Mann regelmäßig an den Rand der Verzweiflung.
Als dann heute eine Kundin nach zwei Filmen (noch dazu Klassikern!) fragte, dachte ich deshalb sofort, ich sei wieder zu blöd, wollte mir nicht die Blöße geben, den einen davon nicht zu kennen…und widmete mich erst mal der einfacheren Aufgabe: „Jenseits von Eden“…. kein Problem. Hatten wir laut PC vorrätig und konnte ich auch auf Anhieb finden.
Doch der zweite Film brachte mich ins Schwitzen. Ich hatte lautsprachlich „Dscheneré“ verstanden…und konnte mir beim besten Willen nicht ausmalen, was das sein sollte. Also musste ich doch noch mal nachfragen und erntete sogleich einen erbosten Blick der Kundin, die mein Unwissen ganz offensichtlich als unverzeihliche Wissenslücke empfand.
Ganz betont und langsam sagte sie: „Dscheneré. Von Charlotte Brüné“ … und der Blick sagte: „Na, klingelt es jetzt?“
Nein, es klingelte nicht. Ganz im Gegensatz zu all meinen Kollegen, denen ich später davon erzählte und die sich jetzt schon ausschütteten vor Lachen. Denn ich versuchte gerade, mich krampfhaft an alte französische Filme zu erinnern.
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Es blieb mir also nicht anderes übrig: ich musste die Dame darum bitten, den Titel zu buchstabieren. Sie begann: „J … A … N…E…“
Jetzt fiel dann auch endlich bei mir der Groschen! „Aaaaah…. Sie meinen ‚Jane Eyre‘ (-> phonetisch also eher: Dschein Ehr).
Die Gute bestand zwar weiterhin auf ihrer Aussprache, bestätigte aber, dass es sich um den richtigen Titel handelte, als ich ihr aus dem Stegreif gleich drei verschiedene Verfilmungen in die Hand drückte.
Um den peinlich berührten Augenblick zu überwinden, plapperte ich nun fröhlich drauflos und erläuterte die Unterschiede der verschiedenen Versionen… doch offenbar gärte es in der Kundin, denn irgendwann platzte sie heraus: „Sind Sie sich mit der Aussprache sicher? Mir hat nämlich ein Muttersprachler gesagt, dass das so ausgesprochen wird!“
Ich habe mir dann mal verkniffen, ihr zu sagen, dass dieser Muttersprachler sie ziemlich fies veräppelt hat, falls er ihr das wirklich so gesagt haben sollte.
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