Interessante, aber auch traurige Begegnungen

Ich sollte wirklich öfter einzeln mit den Hunden laufen: so kommen sie viel eher in den Genuss, Hundebegegnungen und andere Situationen zu üben.

Heute bin ich mit Matilda und Simba jeweils eine große Ledenrunde gelaufen, also an der Burg Lede vorbei, am Bach und den Pferdekoppeln entlang bis zum Ledenhof und dann durch’s „Dörfchen“ wieder heim. Mortisha ist etwas humpelig zur Zeit und war daher nicht ganz so lang unterwegs… mit ihr habe ich nur eine große Runde durch den Park am Ende unserer Straße gemacht.

Matilda hatte Glück und wir haben schon sehr früh eine alte Hundebekannte mit ihren beiden vernünftigen Labbis getroffen, so dass ich keine Angst um ihren Rücken haben musste und sie mit den beiden Großen über die Wiesen stromern durfte. Sie findet größere Hunde ja sowieso erheblich besser als Kleingemüse, wie sie selber es ist.
zwinker
Vor der Burg Lede trennten sich dann unsere Wege und es ging alleine weiter. Trotzdem wurde es spannend: Pferde findet Tilda ja schon recht interessant, aber sie gehören schon fast zur Normalität auf unseren Spaziergängen… am Ledenhof gibt es aber Gänse, Enten, Hühner und Ziegen. DAS weckt dann schon eher ein gesteigertes Interesse!

Kurz danach trafen wir einen 10 Monate jungen French Bulldog-Rüden namens Kalle. In BLUE MERLE!
traurig
Es ist wirklich traurig, dass eine Rasse, die sowieso schon mit starken gesundheitlichen Problematiken behaftet ist, von skrupellosen Züchtern noch kaputter gemacht wird, indem man blaue Hunde produziert…und das Ganze sogar noch durch den Merle-Faktor verschlimmert.

Massive Hautprobleme, missgebildete Augen und Ohren bzw. „nur“ Blindheit oder Taubheit sowie eine generelle Immunschwäche sind nicht ungewöhnliche Folgen. Die meisten Käufer solcher Hunde sind sich dessen wohl nicht bewusst… sie möchten nur einen Modehund mit einer seltenen, außergewöhnlichen Farbe und greifen dafür sehr tief in die Tasche. Ohne zu wissen, dass sie den Kaufpreis in den nächsten Jahren doppelt und dreifach in tierärztliche Behandlung ihres Hundes stecken können.

Kalle stammt (angeblich) nicht aus einer gezielten Blauzucht, sondern soll ein Zufallsprodukt gewesen sein… wobei ein Züchter, der weiss, was er tut, sich des Risikos bewusst sein sollte, wenn er bestimmte Farbschläge miteinander kreuzt und Hunde verpaart, die das rezessive Farbgen weitervererben. An sich sieht er top aus: tolle Proportionen, hochbeinig, vergleichsweise lange Nase. Er ist (noch) gesund, doch leider hat er mit massiven Ängsten zu kämpfen, so dass er sich im Dauerstress befindet. Armes Kerlchen!

Simba hat den Kleinen später auch noch getroffen: die Dame war mit dem Bulldöggchen nicht wirklich weit gekommen und stand mit einer Collie-Halterin und deren Hündin an der Holzbrücke über den Ledenbach, als ich mit meinem Dicke seine Runde lief. Lady prollte ganz undamenhaft los, so dass auch mein Dicker kurz zurückmotzte.

Als „Entschuldigung“ bekam ich zu hören, dass das typisches Herdenschutzhund-Verhalten sei. Okay…. neuerdings sind Collies also unter die HSHs gegangen. Interessant zu wissen.
kicher
Egal. Auf solche fruchtlosen Diskussionen lasse ich mich nicht ein und habe stattdessen die Gelegenheit genutzt, um Simbas Toleranz gegenüber fremden Hunden zu üben: nachdem wir geklärt hatten, dass er nicht zurückpampen braucht, musste er sich brav neben mich legen und geduldig warten, solange wir Frauen klönten.

Schön ist, dass er wirklich augenblicklich entspannt: prompt ließ er sich auf die Seite fallen, linste zu den anderen Hunden rüber, rollte sich dann auf den Rücken und alberte rum. Ich LIEBE diesen Quatschkopf!

Anschließend war Mortisha dran, wackelte mit mir in den Park und traf dort einen feschen Irish Setter namens Murphy, der ihr anscheinend gleich gefiel: ich halte die kleine Zicke ja vorsichtshalber anfangs immer etwas zurück, aber wenn sie kurze Beller von sich gibt, die von leisem Fiepen unterbrochen und von einem tiefen Wedeln begleitet werden, dann weiss ich schon, dass ihr ihr Gegenüber sympathisch ist und nicht Gefahr läuft, angeraunzt zu werden.

Auf ihre alten Tage wird die kleine Kröte noch richtig umgänglich!
Daumen hoch

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