Mutig?

Während Matildas Läufigkeiten meiden wir natürlich stark frequentierte Gegenden bzw. laufen zu eher unchristlichen Zeiten. Wir müssen ja weder uns noch andere Hunde stressen.

Als wir heute recht früh am Morgen von der Siegfähre aus kommend bis an den Rhein gelaufen sind, haben wir daher eine Strecke genommen, wo wir meist niemandem begegnen. Erst auf der großen Wiese hinter der Nordbrücke (und somit hinter der Freilauffläche) kamen uns zwei Frauen mit ihren beiden Hunden entgegen. Auf meinen frühzeitigen Hinweis hin wurde ich zwar sofort beruhigt, doch beim Näherkommen hieß es, ich sei aber mutig, hier mit einer läufigen Hündin unterwegs zu sein. 

Ähm…wieso? Wir waren recht weit von der Hundewiese entfernt, die Gegend ist flach und unbebaut (sprich bestens überschaubar) und um diese Uhrzeit waren eh nur vereinzelt Hund’ler unterwegs.   

Kurz darauf tauchte unter der Nordbrücke ein Mann auf, der aber stehenblieb und gebannt auf sein Handy starrte. Derweil trabte sein Hund (mit knallorangener Schleppleine) weiter und anhand seines doch sehr flotten und zielgerichteten Gangbilds war mir sofort klar, dass es ein Rüde sein musste. Oh oh. Der Mann bemerkte nichts oder ihm war es schnuppe, dass sich sein Hund komplett aus seinem Einflussbereich entfernte und sich locker-flockig 100 m und mehr von ihm entfernte. 

Yep. Es war ein Rüde. Etwa in Sofias Größe und SEHR angetan von Matilda. Er näherte sich ihr doch sehr forsch…und erschreckte fürchterlich, als die böse fremde Frau einfach die Schleppleine packte und ihn von dem lecker duftenden Mädchen wegzog. Sein Wegspringen gab mir die Möglichkeit, Matilda auf den Arm zu nehmen und – dicht gefolgt von dem Rüden – auf den Mann zuzulaufen, damit der seinen Vierbeiner einsammeln konnte.  

Der Mann hatte zwischenzeitlich endlich aufgeschaut und kam nun aufgeschreckt angelaufen.

„Ist sie läufig?“ Ich bejahte. Er machte große Augen. „Gehen Sie etwa über die Hundewiese!?!“ Ich verneinte mit aller Deutlichkeit…. schenkte es mir aber zu sagen, dass ich a) nicht mit dem Hammer geschlagen bin und b) der Hundewiese nur so nah gekommen war, um ihm seinen Hund zu bringen, auf den er nicht aufgepasst hatte. Sonst wäre ich nämlich schon viel eher links abgebogen und wieder Richtung Siegfähre gelaufen. Hatte nur keine Lust, mit einem dritten Hund heimzufahren. 

Muss es wirklich „mutig“ sein, mit einer läufigen Hündin spazierenzugehen?
Ist es „mutig“ zu erwarten, dass sich Hunde nicht allzu weit von ihren Menschen entfernen sollten?
Ist es „mutig“davon auszugehen, dass Hunde, die Freilauf genießen dürfen, halbwegs im Gehorsam stehen?

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