Interessanter Beruf

Während der letzten beiden Wochen habe ich bei uns hier im Vierteil öfter mal Männer in Sicherheitsklamotten gesehen, die mit einem „Brustgeschirr“ ausgestattet waren, das ein Tablet in Position hielt…. und die hier mit prüfendem Blick durch die Straßen zogen. Da in unmittelbarer Nähe ein großer Gleisausbau durchgeführt wird und auch bei uns ein Sachverständiger der Deutschen Bahn vorbeigekommen ist, um die Kostenübernahme bestimmter Lärmschutzmaßnahmen abzuklären, hielt ich auch diese Herren für Angestellte der DB…. rätselte aber immer wieder, was die da eigentlich taten. 

Heute morgen dann habe ich einen derart ausgestatteten Mann auf einem Parkplatz mitten in der Pampa gesehen. Weitab von jeder Zugtrasse. Meine Spekulationen hatten sich also in Luft ausgelöst. 

Da ich aber nicht einfach so fremde Männer anquatsche, ging ich – nach einem kurzen Gruß, da er die Wauzis mit einem freundlichen Lächeln bedacht hatte – weiter…und wollte mich schon damit abfinden, dieses Rätsel nie zu lösen, als ich ein Rufen hörte und daraufhin sah, dass der Mann hinter uns herging und winkte. Oha? 

Der Mann hatte auf der Straße eine Lederleine gefunden und dachte, ich könnte sie verloren haben. Da sie mir aber nicht gehörte, packte er die Leine ein… für den Fall, dass er unterwegs mal einen freilaufenden Hund sieht, den er damit sichern kann. Da wir uns nun eh schon unterhielten, er sich hingehockt hatte und die Hunde knuddelte, fasste ich mir ein Herz und fragte dann doch mal, was er beruflich machte. 

Die Antwort: Baumkontrolleur!

Ok, das ist kein Ausbildungsberuf und die meisten rutschen da irgendwie rein, müssen aber tatsächlich Zusatzqualifikationen erwerben und eine Prüfung ablegen. Dann laufen diese Kontrolleure nicht nur in der Stadt, sondern eben auch in der freien Natur in genau festgelegten Zeitabständen offizielle (Wander)-Wege ab und überprüfen Bäume auf ihre Standfestigkeit hin. Für einzelne Bäume kann dann eine engmaschigere Überprüfung eingetragen werden oder aber sie markieren sie zum Fällen. 

Wenn das mal kein interessanter und schöner Job ist! Keine reine Schreibtischarbeit, sondern man kommt raus, kann sich bewegen und die frische Luft genießen…und hat niemanden hinter sich stehen, der schief guckt, wenn man sich zwischendurch auch mal privat unterhält.  

Der gute Mann hat sich jedenfalls sehr gefreut, sich zu unterhalten und sich mit den Hunden zu beschäftigen. Und wer kann es ihm verübeln, wenn man ihn diese Augen blickt? 

Sofia fand ihn natürlich erst mal ziemlich gruselig, aber da er ein eher leiser und zurückhaltender Mann war, der sich klein machte und sie nicht bedrängte, ist sie ganz allmählich näher gekommen und hat mal neugierig geschnuppert. 

Pee-Wee hat seinen dicken Bollerkopf natürlich gleich an ihn gedrückt und fand es klasse, umarmt und geknuddelt zu werden… zumindest bis Klein-Matilda kam und sich einfach dazwischendrängte, um die ihr zustehenden Streicheleinheiten zu bekommen.

Der gute Mann hat Matilda dann auch gleich lachend (und richtig) als die Chefin der Truppe identifiziert.
  

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