Stuhlkreis

Als wir uns dem Gelände der Hundeschule näherten, sahen wir schon zwei Hunde, die ebenfalls dorthin wollten. Prompt begann Pee-Wee zu“schleichen“, senkte den Kopf, fixierte, war total angespannt…. relaxte aber sofort und veränderte seine gesamte Körperhaltung, als der Kromfohrländer-Rüde durch die Tür entschwand und er Maggie, die zarte Podenca erkannte. Hoch aufgerichtet wedelte er die Süße an und freute sich dann auch sehr, endlich wieder die Labrador-Hündin Lea wiederzusehen. In seiner Freude übersah er denn auch, dass die es gar nicht lustig fand, bei der Begrüßung einen Maulkorb ins Gesicht gedrückt zu bekommen, und dass sie blendend weiße Zähne präsentierte. 

Dann bemerkte er ein kleines Wuschelchen, das neu war…. und schoss sich total auf sie ein. Leider wusste er aber selber nicht so recht, ob er freundlich sein sollte oder nicht. Das Laufen auf dem Platz war daher recht anstrengend. Dafür fand er die anwesenden Rüden erst interessant, als der Kromfi und der Schäferhund der Trainerin sich durch einen Zaun hindurch lautstark angifteten. Wobei „interessant“ bedeutet, dass er am liebsten mit reingeschossen wäre und kreischend ein ziemliches Theater gemacht hat. *seufz*

Dafür hat die sitzende Übung (Aufbau vom Touch-Signal) super geklappt, nachdem ich raushatte, wie ich mich sortieren musste, um die Trainingseinheit trotz Maulkorb hinzubekommen:

Wir haben einen „Stuhlkreis“ gebildet, bei dem ich mit zwei anderen Teams nebeneinander auf zwei Bänken saß und die anderen tatsächlich auf Gartenstühlen im Halbreis um uns rum saßen. Geschlossene Dose in der Linken, Leckerchen und Klicker in der Rechten. Ziel der Aufgabe war es, dass der Hund die Dose mit der Nase anstupst (also sich von der gut riechenden anderen Hand anwendet) und dafür bestätigt wird. 

Ist gar nicht mal so easy, wenn man einen nicht besonders umgänglichen Hund hat, bei dem man nicht  einfach mal so die Leine fallen lassen kann und dem man die Leckerchen auch noch zeitnah so in den MK stopfen muss, dass er eine Belohnung für das richtige Verhalten erhält und die ganze Sache auch irgendwann verknüpft.   

Obwohl drumrum lauter Hunde waren und sich in unmittelbarer Nähe der fast dauerbellende Kromfi-Rüde befand, war Pee-Wee super motiviert dabei und musste nur zwischendurch mal gucken, welch tolle Leckerchen es bei den Mädels links und rechts von uns gab. Von Kimbas Frauchen hat er dann auch tatsächlich ein bisschen Trockenfisch abgestaubt.

Nachdem ich mich anfangs total ungeschickt angestellt habe, habe ich es aber hinbekommen: die an Halsband und Geschirr befestigte Leine habe ich mir einfach um den Körper geworfen, so dass ich beide Hände frei hatte. Dann habe ich die Dose weggepackt und ihm die geschlossenen Fäuste präsentiert. Ohne Dose in der Hand kann man nämlich schneller umgreifen und ein Leckerlie in den Maulkorb schieben, ohne ständig was hinfallen zu lassen.

Pee-Wee hat das jedenfalls GANZ toll mitgemacht: alle waren total begeistert, allen voran natürlich ich. 

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