Warum kann man nicht einfach anleinen…

…wenn man darum gebeten wird?

Da Pee-Wee doch nicht ganz so easy bei Fremdhundbegegnungen ist, muss ich mittlerweile getrennt laufen, um mich auf ihn konzentrieren zu können. Nur Matilda kommt mit, weil sie eh nie an der Leine ist und null Interesse an fremden Hunden hat.

Heute morgen haben wir in grooooßer Entfernung einen Menschen mit zwei Hunden gesehen, der uns wohl auch entdeckt hatte und offenbar vom bereits eingeschlagenen Weg (vom Damm runter und zurück Richtung Feldweg) abgedreht ist, um direkt auf uns zuzusteuern. Nun gut…er konnte ja nicht wissen, dass wir das jetzt nicht so prickelnd fanden.

Ich hole also die Schleppleine ein und klinke die kurze Führleine ein, von der Seite deutlich zu sehen mit doppelter Sicherung (Halsband und Geschirr). Ich bleibe stehen. Dann weiche ich ein paar Meter auf die Wiese aus. Lasse Pee-Wee absitzen. Rufe Matilda ran. Lasse auch sie absitzen.

Der Mann stiefelt weiter mit zwei unangeleinten Hunden auf uns zu und beginnt nun sogar, mit dem einen zu spielen und ordentlich Bewegung reinzubringen.

Nun rufe ich: „Könnten Sie bitte Ihre Hunde anleinen?“

Keine Reaktion.
Ich wiederhole mich mehrmals. Mit demselben Ergebnis.

Hat er mich nicht verstanden? Aber ganz ehrlich: selbst wenn er mich auf Entfernung nicht hören/verstehen sollte, kann er sich doch denken, was ich von ihm will, oder? 

Also noch mal: „Leinen Sie bitte Ihre Hunde an. Wir möchten keinen Kontakt.“
Er: „Warum denn das?“

ARGH! Ich doch schiet-egal, oder? Mach’s doch einfach, wenn ich dich darum bitte!

Ich erkläre also, wieso weshalb, derweil Pee-Wee fixiert, sich auf den Boden wirft und ich ihn in eine halbsitzende Position hochziehe.

Er, im vorwurfsvollen Ton: „Das ist aber schade. So kann er das aber nie lernen.“

Ich bin perplex. Sammle mich kurz und sage dann: „Solange ich ihn nicht abgesichert habe, möchte ich keinen Kontakt. Aber bitte…wenn Sie riskieren möchten, dass einer ihrer Hunde gebissen wird…“

Da hat er dann doch angeleint. Und jetzt bitte festhalten: Dabei dreht sich der eine Hund zur Seite und ich sehe, dass er eine Blinden-Kenndecke trägt…. und tatsächlich… als das Trio nun näher kommt, sehe ich, dass dem Wauz beide Augen fehlen! Na, super. Er hätte also einen blinden Hund in einen potentiell unfreundlichen und erheblich größeren Hund reinlaufen lassen, der bereits extrem angespannt war. Wie bescheuert kann man eigentlich sein? 

Doch damit nicht genug. Auf meiner Höhe muss man dann noch stehen bleiben und die Flexis etwas lockern, woraufhin Matilda nicht sitzen bleibt, sondern die letzen Zentimeter zu ihnen aufschließt, um sich beschnufeln zu lassen. [Entfernung zu Pee-Wee und mir: ca. 3 m]

Er: „Sehen Sie. Geht doch!“
Ich: „SIE hat ja kein Problem damit, für IHN ist es aber schon eine Riesenleistung, jetzt noch so ruhig zu bleiben!“
Er: „Ja, aber so sieht er, dass das ganz normal ist.“

Okaaaaaay…. ich habe dann mal nichts weiter dazu gesagt, sondern nach einem Blick auf Matildas zunehmend verkniffene Körperhaltung und ihr Knüsselsgesicht leise gewarnt: „Nicht granteln, Matilda“

Die Kleine mag es nämlich nicht, bedrängt zu werden und kann ziemlich heftig reagieren. Und ich glaube nicht, dass der Lerneffekt für Pee-Wee besonders positiv wäre, würde die Kleine quasi direkt vor seiner Nase wild um sich schnappen, um fremde Hunde auf Abstand zu halten.

Aber nun gut. Warum rege ich mich auf? Der Mann wollte mir doch nur gute Tipps geben. *hüstel*

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