Termin in Hofheim

Heute morgen um 5:30 Uhr sind wir losgefahren, um – vor dem Berufsverkehr auf der A3 – in aller Ruhe nach Hofheim in die Tierklinik zu fahren. Dank des stetig zunehmenden Verkehrs  ab 7:00 Uhr und blöder Baustellen kurz vor dem Ziel, habe ich mich natürlich doch noch verfranst…und war dann völlig aus dem Konzept, weil die Gegend, in die mich das Navi lotste, völlig anders aussah als in meiner Erinnerung.

Wundert aber auch nicht: man hat den alten Standort inmitten eines Wohngebietes aufgegeben und eine große, neue, ultramoderne und luxuriöse Tierklinik in Autobahnnähe errichtet, die vor knapp einem Jahr eröffnet worden ist!

Als wir endlich dran waren, erfolgte bei dem Onkologen und Internisten erst einmal eine gründliche Anamnese und der Mann meinte sofort, dass die Verdachtsdiagnose unserer Haus-TA plausibel klingt. Um Gewissheit zu bekommen, haben wir Simba wieder Blut abgenommen, um den Glukose-Insulin-Spiegel zu vergleichen (Fasten-Test). Dieser Test kann ab einem Blutzuckerspiegel unter 60 gemacht werden, Simba hatte 59. Ergebnis sollte in 2-3 Tagen da sein.

Wir haben von weiterer Feindiagnostik Abstand genommen: Röntgen und Ultraschall sind nutzlos. CT (kostet in Hofheim bei einem Hund von Simbas Größe mittlerweile schlappe 750 €) bringt im Grund nur was, wenn man bereit ist, anschließend zu operieren und den Primärtumor zu entfernen… in der Hoffnung damit etwas Zeit zu gewinnen.

Eine solche OP ist aber hochriskant: sollte der Hund nicht auf dem Tisch liegen bleiben, ist – laut dem Spezialisten – mit (schmerzhaften und langwierigen) Bauchspeicheldrüsenentzündungen sowie weiteren Komplikationen zu rechnen.

Da Insulinome fast immer bösartig sind und sehr schnell breit streuen, ist weiterhin davon auszugehen, dass bereits „überall“ Micrometastasen sitzen.

Ich habe das vor Ort noch telefonisch mit meinem Mann durchgesprochen: die Kosten wären uns egal, aber uns ist die verbliebene Lebensqualität (die bei Simba derzeit noch recht hoch ist) am wichtigsten. Wir möchten keinesfalls durch eine OP etwas Schlimmes „aktivieren“. Unsere Haus-TA ist da übrigens ganz bei uns und hätte genauso entschieden.

Sollte der Befund positiv sein – womit laut Hofheim zu rechnen ist – bleibt also nur eine symptomatische Therapie…. Fütterungsumstellung (machen wir bereits), Cortison (bei DCM eigentlich kontraindiziert) und gegebenenfalls ein Medikament, um die Insulinausschüttung zu dämpfen. Keine Anstrengungen mehr und im Notfall Traubenzuckergabe.

Es gibt wohl nur sehr wenige und kleine Studien zu dieser Erkrankung. Man rechnet damit, dass einem Hund mit Insulinom 8 – 15 Monate bleiben. Unsere TA geht davon aus, dass das schon seit mindestens 6 – 9 Monaten in ihm schlummert….

Da ich gerade mit ihr besprochen habe, was die Folgen letztendlich sind und woran wir erkennen, wann das Ende kommt, bin ich jetzt erst mal völlig fertig und komme aus dem Heulen nicht raus.

Aber es nutzt ja nix: sollte in ein paar Tagen die Bestätigung kommen, können wir nur noch gucken, dass wir das Beste draus machen. Wichtig ist, dass man den Hund sehr genau beobachtet und entgegenwirkt, sobald man merkt, dass eine Zuckerkrise bevorsteht.

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Ein Gedanke zu „Termin in Hofheim

  1. Es tut mir so leid, dass ihr diese Diagnose bekommen habt und ich kann euch nur wünschen, dass ihr noch viel Zeit miteinander habt.

    Eure Überlegungen und Entscheidung kann ich absolut nachvollziehen ! Ich würde es ebenso handhaben.

    LG Frauke

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