Angriff der Killerwurst

Unterwegs haben wir den Mischlingsrüden Benni und sein Frauchen getroffen, die beide ausgesprochen nett sind. Allerdings hat der Bursche einen Heidenrespekt vor Simba und trottet immer im respektvollen Abstand vor oder hinter uns her, obwohl ich den Dicken angeleint lasse, um Benni nicht zu stressen.

Wir haben dann unseren Weg gemeinsam fortgesetzt und zwischendurch noch ein paar Hunde getroffen,  alles völlig unspektakulär und easy. 

Bis wir dann auf den letzten Metern und unsere Autos am Parkplatz des Meindorfer Sportplatzes schon in Sichtweite waren. Ebenfalls in Sichtweite kam nun ein älterer Mann, der schwer atmend einen so dicken Bauch vor sich hertrug, dass er – wie mir meine Spazierbegleitung gleich kopfschüttelnd erzählte – sich kaum bewegen konnte und deshalb meist nur ein paar Meter ging, während seine drei Kleinhunde rumstromern durften. Darüberhinaus habe er nie eine Leine dabei und könne sich wahrscheinlich auch gar nicht mehr runterbeugen, um die Minis anzuleinen. Alle drei Hunde seien – wen wundere es? – ebenfalls recht übergewichtig.

Tatsächlich wuselten ein Jack Russell Terrier, ein kleiner Wuschel sowie ein Langhaardackel um den Mann herum, der sich auf einen großen Felsen am Wegesrand gesetzt hatte und zumindest den JRT packen konnte, bevor der uns erblickte. Die anderen beiden setzten sich sofort in Bewegung und kamen auf uns zu…. der Wuschel recht zurückhaltend, doch der Dackel hatte die Situation gleich richtig erfasst und stürzte kläffend auf meine beiden angeleinten Oldies zu. Wohl wissend, dass er eine große Klappe riskieren konnte, ohne dass ihm was passieren konnte. Hunde sind schließlich nicht dumm und Dackel erst recht nicht!  

Simba nimmt kläffende Kleinhunde glücklicherweise nicht ernst und blieb ganz cool, Mortisha allerdings war total empört und regte sich auf. Der Mann rief einmal erfolglos und damit hatte sich das Thema für ihn erledigt. Na, super. 

Netterweise ist mir dann meine Begleitung zu Hilfe gekommen, da die kleine „Killerwurst“ uns beharrlich verfolgte. Sie nahm ihren Benni an die Leine und drängte mit ihrem (immer freundlichen) Rüden das Dackelchen ab, bis ihm entweder die Puste oder der Spaß an der Aktion ausging und wir unbehelligt zu unseren Autos gehen konnten.

Ich habe mir einen Kommentar erspart, aber ich frage mich wirklich, warum man überhaupt noch einen Hund (geschweige denn mehrere Hunde) hält, wenn man gesundheitlich nicht dazu in der Lage ist. Sicher… insbesondere für alte und möglicherweise alleine lebenden Menschen ist ein Hund ein wichtiger Sozialpartner, der sie tagtäglich zu Spaziergängen „zwingt“, was nicht nur für die Gesundheit und Beweglichkeit förderlich ist, sondern ihnen auch weitere Sozialkontakte beschert, da man über den Hund mit anderen Menschen ins Gespräch kommt.

Auch ich sehe mich vor meinem geistigen noch im hohen Alter mit einem kleinen Hund durch die Gegend schleichen…. solange ich dafür noch irgendwie die Verantwortung tragen kann, ihn im Notfall versorgt weiss und ich ihn noch vernünftig händeln kann. Dazu gehört für mich eine halbwegs vernünftige Erziehung, angemessene Ernährung und Bewegung sowie der Schutz des Hundes. 

All diese Punkte habe ich bei diesem Trüppchen heute vermisst. Gut… die drei Kleinen waren übergewichtig, aber sie waren zumindest gut gepflegt und munter. Und der Mann „quält“ sich ja auch noch raus und versucht, ihnen im Rahmen seiner körperlichen Möglichkeiten Abwechslung und Bewegung zu bieten, was ich ihm hoch anrechne.

ICH hätte jedoch an seiner Stelle Angst, dass meinen Lieblingen mal was passiert, wenn sie kläffend auf größere Hunde zustürzen und Krawall machen. Sie müssen nur einmal an den Falschen geraten und schon kann die Sache böse ausgehen. 

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