MITRAL- UND TRIKUSPIDALINSUFFIZIENZ
 

Mitralklappe: die Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer

Mitralklappeninsuffizienz: Herzklappenfehler bei dem die Mitralklappe nicht richtig schließt, so dass das Blut bei der Kontraktion des Herzmuskels mehr oder weniger stark in den linken Vorhof zurückfliesst; aufgrund dieses Rückflusses gelangt weniger Blut als benötigt in die Aorta; der Körper versucht dies auszugleichen, indem z.B. das Herz schneller pumpt, die umliegenden Blutgefäße sich verengen und es zu einem höheren Flüssigkeitsrückhalt kommt; auf diese Weise steigt das Blutvolumen zwar an, doch führen diese Mechanismen zwangsläufig zu einer chronischen Überlastung, aufgrund derer sich nicht nur der linke Vorhof erweitert und vergrößert, sondern letztendlich auch die linke Herzkammer; doch damit nicht genug: allmählich gelingt es der Herzkammer nicht mehr sich vernünftig zusammenzuziehen, so dass es schließlich zu einem Rückstau von Bluflüssigkeit in die Lunge kommt; die Atmung wird nicht nur durch ein solches Lungenödem erschwert, sondern evtl. auch durch den Umstand, dass der vergrößerte Vorhof den linken Stammbronchus zusammendrückt;

Trikuspidalklappe: die Klappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer

Trikuspidalinsuffizienz: dieser Herzklappenverschlussfehler ist meist bedingt durch andere Herzerkrankungen, die zu einer chronischen Rechtsherzüberlastung führen, wie z.B. eine Mitralklappeninsuffizienz oder eine dilatative Kardiomyopathie; da auch hier die Herzklappe nicht richtig schließt, kommt es ebenfalls zu einem Blutrückfluss - in diesem Fall jedoch fließt Blut in den rechten Vorhof zurück; Lunge und linkes Herz erhalten so zu wenig Blut und der Körper reagiert abermals mit den bereits oben geschilderten Kompensationsmechanismen, was schließlich zu einer Ausweitung und Vergrößerung des rechten Vorhofs führt; dies wiederum zieht einen Rückstau von Blutflüssigkeit in die Bauchhöhle nach sich: wir haben es nun mit einer Bauchwassersucht (Aszites) zu tun;


Symptome:

Gerade bei alten Hunden gehen die ersten Symptome einer Herzerkrankung gerne in vermeintlich normalen Alterserscheinungen unter. Schwächelt ein Hund, beginnt er bei Belastung schneller zu atmen oder gar zu husten, könnten dies aber bereits die ersten Anzeichen sein. Weitere Alarmzeichen können eine allgemeine Lustlosigkeit sein, sowie Fressunlust, (nächtliches) Husten, ein dicker Bauch und im fortgeschrittenen Stadium sogar Atemnot (der Hund streckt den Kopf nach oben) mit bläulich verfärbter Zunge und Schleimhäuten, welche sogar zu kurzen Ohnmachten führen kann.

Diagnostik:

Bei Hunden ab einem Alter von 7 Jahren lasse ich grundsätzlich 1x jährlich einen allgemeinen Geriatrie-Check machen, d.h. sie werden ganz genau untersucht und gründlichst abgehört, um Lungen - und Herzgeräusche frühestmöglich zu entdecken. Je nach Risikogruppe empfiehlt sich auch ein EKG. Außerdem lasse ich über eine Blutuntersuchung alle Organwerte überprüfen.

Bei sehr alten Hunden oder bei begründetem Verdacht sollte man aber am besten einen Kardiologen zu Rate ziehen, der über die entsprechenden Apparaturen (wie Doppler-Ultraschall) und Erfahrungswerte verfügt. Sollten zusätzlich zur Auskultation beim Ultraschall und/oder EKG Hinweise auf eine Stauungsprobleamtik auftreeten, wird der Spezialist den Hund anschließend noch röntgen.

Therapie:

Da Herzklappentransplantationen wie in der Humanmedizin bei Hunden nicht in Frage kommen, kann man nur medikamentös behandeln. Man behandelt also rein medikamentös und greift dabei in der Regel auf zwei verschiende Mittel zurück: ACE-Hemmer und Diuretika (entwässernde Medikamente).

ACE-Hemmer blockieren ein ganz bestimmtes Enzym (Angiotensin-Converting-Enzym) , was letztendlich dazu führt, dass die Verengung der Blutgefäße verhindert sowie der Flüssigkeitsrückhalt in der Niere vermindert wird und sich der Blutdruck dadurch indirekt verringert.

Diuretika sorgen dafür, dass die Niere mehr Wasser ausscheidet, was bei Lungenödemen und / oder Bauchwassersucht natürlich sehr wichtig ist, und sich das krankhaft erhöhte Blutvolumen wieder verringert.

Je nach Zustand und Leistung des Herzmuskels müssen evtl. weitere herzwirksame Medikamente eingesetzt werden.

weiterführende Infos:

Auf der Website der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München kann man sich wirklich umfassend rund um das Thema Tierkardiologie informieren.