{"id":1836,"date":"2011-12-25T16:14:21","date_gmt":"2011-12-25T16:14:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.demona.de\/blog\/?p=1836"},"modified":"2012-11-27T06:56:11","modified_gmt":"2012-11-27T06:56:11","slug":"wildunfall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.demona.de\/blog\/?p=1836","title":{"rendered":"Wildunfall"},"content":{"rendered":"<p>Am liebsten w\u00fcrden wir dieses Weihnachten komplett aus unserer Erinnerung streichen. Denn zu dem \u00fcblichen Arbeitsstress samt ordentlichen \u00dcberstunden gesellten sich Krankheit, Sorgen, ein schlimmer Familienstreit, die Trauer um Kimba und letztendlich noch ein traumatischer Wildunfall am ersten Weihnachtstag.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.demona.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/d015.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-786\" title=\"traurig\" src=\"http:\/\/www.demona.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/d015.gif\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"17\" \/><br \/>\n<\/a>Morgens hatten wir uns in aller Ruhe in unsere Hundeklamotten geworfen und waren mit dem Trio in die Siegauen gefahren. \u00dcberall herrschte Stille, die Hunde genossen den Freilauf und wir bekamen an der frischen Luft ein bisschen den Kopf frei.<\/p>\n<p>Als wir uns nun einem Wegabschnitt n\u00e4herten, dass uns parallel zu der Landstra\u00dfe zwischen Bergheim und Bonn entlang- und auf einen toten Siegarm zuf\u00fchrte, leinten wir die zwei Kleinen vorsichtshalber an. Vega durfte wie gewohnt im Freilauf bleiben, selbst als uns ein \u00e4lterer Herr mit einem gr\u00f6\u00dferen Terrier-Verschnitt entgegenkam.<\/p>\n<p>Der Mann blieb mitsamt Hund am Wegesrand stehen, ich schickte Vega mit einem ruhigen Kommando an den beiden vorbei und dann passierten wir ihn in aller Ruhe. Als uns der Mann nun aber begeistert ob der tollen Hunde ansprach und sich nach der Rasse erkundigte, blieben wir nat\u00fcrlich auf ein kurzes Schw\u00e4tzchen stehen&#8230; derweil Vega ein paar Meter weiterlief.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich h\u00f6rten wir ein hektisches Rascheln im Laub, das am Wegesrand lag, schauten zu Vega und sahen, wie sie versuchte, irgendetwas zu packen, was sich am Fu\u00df der B\u00f6schung befand!<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.demona.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/s030.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-418\" title=\"schreck\" src=\"http:\/\/www.demona.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/s030.gif\" alt=\"\" width=\"19\" height=\"25\" \/><\/a><br \/>\nWir br\u00fcllten sofort los, doch es war zu sp\u00e4t: Vega befand sich bereits im gr\u00f6\u00dften Jagdfieber und packte sich das Tier. Mein Mann rannte los und h\u00f6rte in seiner Panik nicht, dass er Simba \u00fcbernehmen sollte (damit ich mich ohne weiteren Hund n\u00e4hern und Vega abrufen konnte). Stattdessen n\u00e4herte er sich mit der wild kl\u00e4ffenden Mortisha, was Vega nur noch weiter anstachelte. Mist!<\/p>\n<p>Nun griff mein Mann in Vegas Geschirr und zog sie zur\u00fcck auf den asphaltierten Weg, doch sie lie\u00df nicht sofort los, sondern schleifte das Tier hinter sich her. Erst auf eine <strong>donnernde <\/strong>Ansage hin lie\u00df sie es mitten auf dem Weg liegen, wurde von meinem Mann zu mir gebracht und von mir in sicherer Entfernung abgelegt.<\/p>\n<p>Tja&#8230;und da standen wir nun mit drei Hunden und einem verletzten Wildtier, das wir uns erst jetzt genauer anschauen konnten: es war ein erwachsenes <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biberratte\" target=\"_blank\">Nutria<\/a>, abz\u00fcglich der kurzen Beine sicher so gro\u00df wie Mortisha und gute 8-9 kg schwer.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferlich schien es unverletzt, da Vega noch relativ &#8222;sanft&#8220; zugepackt hatte, ohne sch\u00fctteln zu k\u00f6nnen. Doch es lag nur da und konnte die Hinterl\u00e4ufe nicht mehr bewegen&#8230;<\/p>\n<p>Was tun? Unser erster Impuls war, das Nutria in eine Jacke zu wickeln und auf schnellstem Wege zu einem Tierarzt zu bringen, doch dieser Versuch scheiterte kl\u00e4glich an der Aufregung und den riesigen Schneidez\u00e4hnen des Tieres.<\/p>\n<p>Nun wurde uns erst so richtig bewusst, wie wehrhaft so ein Nutria ist&#8230; und uns wurde klar, dass es bereits krank oder verletzt (vermutlich auf der Landstra\u00dfe angefahren und dann die B\u00f6schung runtergepurzelt) gewesen sein musste. Andernfalls h\u00e4tte dieses scheue Tier sich nicht so weit vom Wasser aufgehalten und vor allem h\u00e4tte es Vega schwer verletzt&#8230; doch die hatte nicht einmal einen Kratzer!<\/p>\n<p>Sei es, wie es war: wir mussten dem armen Tier helfen.<\/p>\n<p>Also riefen wir bei der Polizei an&#8230;und hatten schon das n\u00e4chste Problem: Wo befanden wir uns? War das noch Bonner Stadtgebiet oder waren wir schon in Troisdorf? Und wie konnte die Polizei helfen? Als die h\u00f6rten, dass das Tier noch lebte und wahrscheinlich erl\u00f6st werden m\u00fcsste, wurde ganz schnell auf die Feuerwehr bzw. auf das Bonner Tierheim verwiesen.<\/p>\n<p>Das Tierheim? Nein&#8230;also doch lieber die Feuerwehr angerufen, die gl\u00fccklicherweise sofort jemanden rausschicken wollte. Dank einer Passantin mit Beagle wussten wir zumindest, dass wir in Bergheim waren und dass sich ein kleines St\u00fcck weiter an der Landstra\u00dfe eine Bushaltestelle befand, die wir als Treffpunkt nehmen konnten. Mein Mann rannte also los und \u00a0versuchte, eine m\u00f6glichst genaue \u00a0Ortsbeschreibung durchzugeben, w\u00e4hrend ich mit Simba und Vega zur\u00fcckblieb, das bemitleidenswerte Nutria &#8222;bewachte&#8220; (das sich gl\u00fccklicherweise beruhigt hatte) und vor allem andere Hundehalter warnte.<\/p>\n<p>Die Minuten vergingen schrecklich langsam. Von der Feuerwehr keine Spur. Dann ein Anruf von der Feuerleitstelle: man k\u00f6nne uns nicht finden. Nun wurde mein Schatz mit dem Feuerwehrmann verbunden, der irgendwo durch Bergheim irrte. Als ich mich nun einschaltete, gelang es uns, dem Mann eine genauere Wegbeschreibung durchzugeben.<\/p>\n<p>Trotzdem dauerte es insgesamt eine gute Stunde, bis Hilfe da war&#8230;und der noch recht junge Mann der Freiwilligen Feuerwehr wurde kreidebleich, als er h\u00f6rte, dass das Nutria immer noch lebte. Nachdem er sich dann vor Ort ein genaueres Bild von der Sachlage gemacht hatte, best\u00e4tigte er unsere Vermutung: das Tier war nur etwas besabbert, ansonsten aber \u00e4u\u00dferlich unverletzt. Die Querschnittsl\u00e4hmung, die unmittelbare N\u00e4he zur Landstra\u00dfe sowie fehlende Verletzungen auf Seiten des Hundes sprachen sehr daf\u00fcr, dass das Nutria bereits verletzt gewesen war und sowieso verendet w\u00e4re. Also konnte er es nur noch erl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Doch was so einfach klingt, ist es nicht&#8230; vor allem wenn man so etwas noch nie getan hat und einem das richtige Handwerkszeug daf\u00fcr fehlt. Also nahm er eine Schaufel vom Pritschenwagen, atmete tief durch und tat das, was getan werden musste.<\/p>\n<p>Ich habe zwar nicht hingeguckt, doch mir war &#8211; ebenso wie den beiden M\u00e4nnern &#8211; einfach nur spei\u00fcbel.<\/p>\n<p>Der einzige Trost ist, dass die Qualen des armen Tieres so wenigstens ein schnelles Ende gefunden haben. H\u00e4tte Vega es nicht aufgest\u00f6bert, h\u00e4tte es wahrscheinlich noch ewig dort gelegen und w\u00e4re elend eingegangen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.demona.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/d015.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-786\" title=\"traurig\" src=\"http:\/\/www.demona.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/d015.gif\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"17\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am liebsten w\u00fcrden wir dieses Weihnachten komplett aus unserer Erinnerung streichen. Denn zu dem \u00fcblichen Arbeitsstress samt ordentlichen \u00dcberstunden gesellten sich Krankheit, Sorgen, ein schlimmer Familienstreit, die Trauer um Kimba und letztendlich noch ein traumatischer Wildunfall am ersten Weihnachtstag. 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